38

JJ_MG

JJ_MG


9
3
1

Angst vor Tavorentzug

Hallo,
Ich habe gestern bereits einen Beitrag zu meinem Tavorentzug verfasst und war aufgrund der Antworten relativ ermutigt das ganze ab heute durchzuziehen.
Habe es bis jetzt auch geschafft nur 0,5mg Tavor zu nehmen.
Allerdings habe ich heute morgen etwas erfahren was mich in meiner Angst vor dem Entzug etwas zurückgeworfen hat.
Ein bekannter Schauspieler ist mit nur 20 Jahren im Schlaf an einem Krampfanfall gestorben. Dies hat meine Angst zurück gebracht dass mir in der Nacht etwas passieren wird wenn ich nur 0,5mg Tavor genommen habe, denn immerhin kann ein Krampf Anfall eine der Emtzugssymptomatiken sein.
Ich habe einfach Angst jetzt schlafen zu gehen ohne noch eine halbe Tablette Tavor zu nehmen.
LG

07.07.2019 23:09 • #101


juwi

juwi


10841
10
7384
Bei derart geringer Dosis sind doch gar keine argen Entzugserscheinungen zu befürchten. Da kann man gar nicht wirklich von Entzug sprechen. Wenn du ganz sicher gehen willst, lass dich beim Absetzen ärztlich begleiten. Und reduziere die Dosis schrittweise bzw. bröselchenweise.

08.07.2019 01:24 • x 1 #102


Schlaflose

Schlaflose


18607
6
6664
Zitat von JJ_MG:
Ein bekannter Schauspieler ist mit nur 20 Jahren im Schlaf an einem Krampfanfall gestorben.

Das kann nur passieren, wenn man von einer (übermäßig) hohen Dosis direkt auf 0 geht.

08.07.2019 05:06 • #103


lorle


8
1
4

Tavor Entzug

Hallo
Ich mache jetzt die 15. Woche einen Tavor Entzug. Ich habe das Zeug 10 Jahre genommen. Zum Schluss 4.0 mg also 4 Stück am Tag. Ich hätte so weiter gemacht, da ich nicht wusste wie schlimm der Entzug sein wird. Also beim nächsten Anruf bei meinem Hausarzt meinte die Sprechstundenhelferin ich müsste noch welche haben. Als ich das verneinte meinte Sie ich brauche einen Termin bei Dr. Sch. Dieser sagte mir dann bei meinem Besuch, daß ich schon abhängig bin, schrieb mir aber trotzdem wieder 50 Stück auf. Jetzt erst wurde mir richtig Bewusst, daß ich was unternehmen muss. Ich probierte den Kalt Entzug zu Hause, was am 3. Tag für mich sehr schlimm war. Ich beschloss eine Neurologin aufzusuchen. Sie meinte einen Entzug ambulant das ginge nicht. Ich bat sie mir trotzdem zu helfen. Sie hat mir einen Plan gemacht wie ich langsam ausschleichen soll. Ich glaube sie hat sehr gezweifelt, daß ich das schaffe.

Ich habe alleine einen Alk. vor 25 Jahren geschafft und ich war guter Dinge, daß ich das Problem schon in den Griff bekome.

Leute es war so schlimm, ich kann es mit Worten kaum beschreiben. Schweissausbrüche, Zittern, Schwindel, Unruhe, Schlafdefizit, Benommenheit, Schmerzen und Steifheit in den Muskeln, Kopf und Nackenverspannungen, schwere Depressionen, Angst, Appetitlosigkeit.

Aber ich habe nicht aufgegeben und immer weiter gekämpft. Der Alk. war lange nicht so schlimm wie das.
Ich habe zur Unterstützung von meiner Neurologin Promethazin und Seroquel bekommen. Aber auf der Höhe meiner Angst hat auch das nicht viel geholfen. Manchmal habe ich das Gefühl es wird besser, aber dann kommt wieder der nächste Schub.
Ich muss mir, da ich allein stehend bin jeden Tag Mut zum Kämpfen zusprechen. Aber wie lange habe ich noch die Kraft ?

06.09.2019 18:49 • x 3 #104


Blueblack

Blueblack


564
24
228
Hey,
Also ich hab die Erfahrung gemacht das die meisten den Entzug in einer Klinik machen weil man dort immer unter Kontrolle steht und so war es bei mir auch gewesen weiß nicht ob ich das so durch gestanden hätte.

06.09.2019 19:03 • #105


lorle


8
1
4
Es ist nicht einfach. Der Druck ist enorm. Ich kann nicht in die Klinik, da ich für meine Tiere da sein muss.
Ich habe es bis hier her geschafft also 15 Wochen und jetzt aufgeben - dann war alles umsonst.

06.09.2019 19:08 • #106


Trulla65

Trulla65


455
2
55
Wie viele Tavor nimmst du denn jetzt noch aktuell täglich ?

Ich habe meinen Tavorentzug auch in der Klinik gemacht. Ist mir schleierhaft, wie du das ohne Begleitung schaffst. Alle Achtung.

06.09.2019 19:24 • x 1 #107


lorle


8
1
4
Da ich schon Erfahrungen mit Entzug zu Hause (Alk.)habe dachte ich das mit dem Tavor kriege ich auch hin.
Ich nehme jetzt aktuell 0.5 mg Tavor abends ein. Meine Neurologin meinte, daß ich dies ganz langsam 4 Wochen weiter machen soll. Danach nur mehr ein Bröckele also eine viertel Tavor. Sie meinte am Schluss auf 0 das kann noch mal heftig werden.
Ich bin bereit. Mein Hund Morle hat mich durch diese Zeit begleitet und hat mir sehr geholfen.

07.09.2019 12:33 • #108


petrus57

petrus57


14201
158
7923
Eigentlich macht man einen Tavorentzug nach "Ashton":

https://benzo.org.uk/german/

07.09.2019 12:44 • x 1 #109


lorle


8
1
4
Hallo Petrus,

für mich spielt es keine Rolle nach Ashton oder sonst irgend jemand einen Tavor-Entzug zu machen.
Wichtig ist doch, daß man es wirklich will .

07.09.2019 12:55 • x 1 #110


petrus57

petrus57


14201
158
7923
Ich nehme ja auch seit Jahren 0,5 - 1mg Tavor am Tag. Traue mich aber auch nicht das abzusetzen.

Wünsche dir weiterhin viel Kraft die Sucht zu überwinden.

LG Petrus

07.09.2019 13:05 • x 1 #111


soleil

soleil


378
5
384
Wenn du den Entzug von 4 mg auf jetzt 0,5 mg Tavor täglich geschafft hast, schaffst du auch den Rest. Eine Bekannte von mir hat einen Tavor-Entzug hinter sich und von ihr weiss ich, dass das am Anfang die Hölle ist. Dass du das ambulant geschafft hast ist der Wahnsinn. Aber ich weiss wie es ist, wenn geliebte Tiere versorgt werden müssen. Man möchte sie nicht in fremde Hände geben. Dein Hund hat dich durch den Entzug begleitet und dir geholfen, er wird dir auch weiterhin helfen. Du hast ja als Unterstützung auch noch deine Neurologin, die dir zur Seite steht. Wovor hast du denn am meisten Angst?

07.09.2019 13:16 • #112


lorle


8
1
4
Hallo,
habe mich sehr über Deine Nachricht gefreut. Ja am meisten Angst habe ich vor Festlichkeiten, Familientreffen usw.
Zur Zeit mit meinem Entzug habe ich sogar Angst aus dem Haus zu gehen. Ich muss mich ja selbst mit Essen versorgen.
Auch habe ich vor meinen Nachbarn Angst, sie beschimpfen mich wegen meinem kleinen Hund. Er würde zu viel bellen.
Ich hole ihn jedes Mal rein vom Garten wenn er anfängt zu bellen. Ich verstehe meine Nachbarn wirklich nicht zumal sie auch Hunde haben. Auf eine alleinstehende Frau rum hacken das ist schon schlimm.

08.09.2019 19:23 • #113


melody75

melody75


100
120
Wer hat dir denn die Medis so lange und so viel verschrieben? Ich muss bei meiner Psychiaterin schon für eine 20 x 1mg Packung fast betteln, die dann 1 Jahr halten muss oder so.

08.09.2019 21:08 • #114


Tina


40
4
3
Ich habe leider einige Psychiater erlebt, die das über Jahre hinweg immer wieder (leichtfertig) verschrieben haben, ohne ein Thema aufzumachen... einer sagte sogar zu mir, ich solle ruhig so viele nehmen, wie ich brauche, ich könne auch mehr als die vier Tabletten, die im Beipackzettel als maximale ambulante Dosierung angegeben sind, nehmen. Folge war eine Tavorabhängigkeit.
Ich hatte aber auch Phasen, da wäre es ohne Tavor nicht gegangen, da sagte mein Psychiater (der damit verantwortungsvoll umgeht und abwägt), dass man eine Tavorabhängigkeit in Kauf nehmen muss.

09.09.2019 00:11 • x 1 #115


soleil

soleil


378
5
384
Zitat von Tina:
Ich habe leider einige Psychiater erlebt, die das über Jahre hinweg immer wieder (leichtfertig) verschrieben haben, ohne ein Thema aufzumachen... einer sagte sogar zu mir, ich solle ruhig so viele nehmen, wie ich brauche, ich könne auch mehr als die vier Tabletten, die im Beipackzettel als maximale ambulante Dosierung angegeben sind, nehmen. Folge war eine Tavorabhängigkeit.
Ich hatte aber auch Phasen, da wäre es ohne Tavor nicht gegangen, da sagte mein Psychiater (der damit verantwortungsvoll umgeht und abwägt), dass man eine Tavorabhängigkeit in Kauf nehmen muss.

Mein Psychiater hat mir wegen der Gefahr der Abhängigkeit kein Tavor verschrieben. Ich habe eine genetische Disposition für Suchterkrankungen.
Zitat:
Ja am meisten Angst habe ich vor Festlichkeiten, Familientreffen usw.
Zur Zeit mit meinem Entzug habe ich sogar Angst aus dem Haus zu gehen. Ich muss mich ja selbst mit Essen versorgen.
Auch habe ich vor meinen Nachbarn Angst, sie beschimpfen mich wegen meinem kleinen Hund. Er würde zu viel bellen.
Ich hole ihn jedes Mal rein vom Garten wenn er anfängt zu bellen. Ich verstehe meine Nachbarn wirklich nicht zumal sie auch Hunde haben. Auf eine alleinstehende Frau rum hacken das ist schon schlimm.

Hast du mit deinen Nachbarn schon mal geredet?
Die Angst vor Festlichkeiten etc. kann ich nachvollziehen.
Mein Psychiater hat mir Opipramol verschrieben. Das Medi wirkt u.a. angstlösend und beruhigend. Es ist aus der Gruppe der ADs und macht nicht abhängig.
Wie geht es dir denn zwischenzeitlich?

09.09.2019 03:11 • #116


lorle


8
1
4
Das ging ohne Probleme. Ich habe einfach angerufen und die Sprechstundenhelferin hat das Rezept rausgeschrieben und meinem Arzt zur Unterschrift vor gelegt. Ja das ging tatsächlich zehn Jahre so ohne Schwirigkeiten. Bis eine neue Gehilfin mich ermahnt hat den Dr.Sch. wegen meinem Tavorkonsum zu konsultieren. Ja bei der Sprechstunde ist er aus allen Wolken gefallen und hat gesagt, daß man Tavor nur 6 Wochen am Stück nehmen darf und ich sei schon abhängig.

09.09.2019 12:09 • #117


melody75

melody75


100
120
Also war dann ein anderer Arzt in der Praxis oder wie?

09.09.2019 12:53 • #118


lorle


8
1
4
nein der selbe Arzt wie vor 10 Jahren.

09.09.2019 13:17 • #119


Tina


40
4
3
@soleil hast Du denn ein Medikament für akute starke Panikanfälle? Nimmst Du dann in akuten Situationen Opipramol-Tropfen?
Ich nehme regelmäßig Doxepin, aber in manchen Situationen brauche ich Tavor. Teilweise habe ich versucht, zusätzlich zu meiner regelmäßigen Dosis Doxepin in der akuten Situation ein paar Tropfen Doxepin statt Tavor zu nehmen, aber das ging nur, wenn es noch nicht ganz so heftig war.
Mit der genetischen Disposition finde ich interessant. Hat man das bei einer Untersuchung festgestellt oder weil bekannt ist, dass Deine Eltern suchtkrank sind (falls das nicht zu persönlich ist, ansonsten ignorieren)?
In diesem Zusammenhang fällt mir ein Bekannter ein, der hat viele Jahre ca. 3-4x/Woche regelmäßig Diazepam eingenommen. Er bekam aufgrund von beruflichem Stress immer wieder epileptische Anfälle (immer wenn ein wichtiger Termin auf der Arbeit war). Vorher hatte er Magengeschwüre aufgrund dieses Stresses. Nachdem er einen Magendurchbruch hatte und nur noch ein kleiner Rest-Magen erhalten werden konnte, ging es mit den epileptischen Anfällen los. Ich fand es interessant, wie die Psyche sich Wege sucht, um etwas anzuzeigen. Jedenfalls bekam er dann Valium als Begleitmittel. Als er in Rente ging, setzte er das Valium von einem auf den anderen Tag ab, keinerlei Probleme.
Seine Frau hielt mich immer für "spinnig", wenn ich ihr von meinen starken Problemen beim Tavorabsetzen erzählte, weil ihr Mann es viiieeel länger eingenommen hatte und einfach so absetzen konnte.
Vielleicht spielt da auch etwas Genetisches mit rein....

Vor 3 Stunden • #120




Dr. med. Andreas Schöpf

Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag