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Liebe Gauloise,

ich kenne das, was Du meinst: z. B. CBD-Öl, oder? Ich habe das schon ausprobiert und überhaupt nicht vertragen, mir wurde zum Speien elend davon!

Ich bekam auf Wunsch die Benzos von einem Arzt verschrieben, der meine Vergangenheit nicht weiter kennt, natürlich habe ich ihm nicht genau berichtet ... . Er weiß zwar, dass ich früher schon mal Tavor eingenommen habe und schwer davon loskam, aber um das die Bromazepam habe ich ihn aussdrücklich gebeten, weil ich unbedingt wieder schlafen musste und ich eine "geliehene" Tablette probiert hatte, womit ich endlich schlafen konnte. Außerdem unterdrückt das Bromazepam weitere Ängste, die ich mittlerweile psychologisch bearbeitet habe.

Ich wusste natürlich um die Gefahr, hab sie aber weggeschoben, weil ich das Gefühl hatte, es eine Zeitlang unbedingt zu benötigen. Eine Weile ging das dann auch gut.

Ein AD zu nehmen, erschien mir damals aber (ich hatte viel über den möglicherweise noch länger dauernden Ausstieg gelesen) sogar riskanter. Tja, das war ziemlich blauäugig, inzwischen nehme ich das AD doch. Und ich bin so dankbar, dass ich damit gut schlafen kann; man glaubt kaum, wie schrecklich Jahre ohne richtigen Schlaf sind.

Die Benzos habe ich entzogen, als ich merkte, dass sie in der Wirkung nachließen. Ich kann nur hoffen, das passiert mir mit dem AD Trimipramin nicht.

Trimipramin sagt man übrigens auch einen gewichtssteigernden Effekt nach, den konnte ich jedoch vermeiden, weil ich gewarnt war und von Beginn der Einnahme an noch mehr aufs Essen geachtet habe, als ich es ohnehin schon lange tat. Ich hatte 10 kg abgenommen und wollte das auf jeden Fall so behalten, das hat geklappt.

Lieber Gruß
vom CA

23.11.2018 16:02 • x 1 #21


Wenn Du von schnellem Entzug sprichst, meinst Du dann die in vielen Fâllen obligatorischen 3 Wochen und dann war's das?
Bei mir ist GEPLANT, 3 Wochen körperlicher Entzug und im Anschluss daran eine 8-16-wöchige Suchtbehandlung in einer Reha-Klinik, in der auch andere Symtome/Krankheitsbilder mitbehandelt werden, zum Beispiel Depression, Ängste, Traumata, etc.
Und anschliessend gibt es noch eine ambulante Therapie (Suchtberatungsstelle oder Psychotherapie)

Das ist ja dann auf jeden Fall ein schneller KÖRPERLICHER Entzug, aber der Psyche wird ja dann mehr Zeit gegeben?
Würdest Du davon abraten?

Wie suche ich überhaupt nach Kliniken? Ich kann ja schlecht alle Krankenhäuser und Reha-Kliniken abklappern.
Von der TK gibt es online einen Klinikfinder, aber da weiss ich nicht, was ich eintragen kann:
  • Man kann die Diagnose nach ICD (F13 bei Medikamentenabhängigkeit) eingeben.
    Aber da weiss ich immer noch nicht, ob die Kliniken, die bei der Suche ausgespuckt werden, den körperlichen oder den psychischen Entzug machen.
  • Ich könnte auch bei "Operationen und Eingriffe schauen, aber da muss ich näher eingrenzen: ("Entzugsbehandlung von Suchtkranken (8985)", oder
    "Spezifische qualifizierte Entzugsbehandlung Abhängigkeitskranker bei Erwachsenen (9647)".

Das Gleiche bei der Online-Suche des DHS: da weiss ich auch nicht, wie ich unterscheiden kann zwischen der Behandlung zum körperlichen und zum psychischen Entzug

**** Seufz.....

23.11.2018 16:42 • #22


Zitat:
Bei mir ist GEPLANT, 3 Wochen körperlicher Entzug und im Anschluss daran eine 8-16-wöchige Suchtbehandlung in einer Reha-Klinik, in der auch andere Symtome/Krankheitsbilder mitbehandelt werden, zum Beispiel Depression, Ängste, Traumata, etc.
Und anschliessend gibt es noch eine ambulante Therapie (Suchtberatungsstelle oder Psychotherapie)


Für mich klingt das gut.

23.11.2018 17:26 • x 1 #23


Das Therapiekonzept hört sich insgesamt gut an, auch weil es eine anschließende Nachbehandlung gibt. Aber du siehst es ist alles zeitlich getaktet und vorgebenden, zumindest der körperliche Entzug.

Wichtig ist, das du auch mal einige Tage auf der gleichen Dosis bleiben kannst, dich quasi stabilisierst, falls es für dich doch zu schnell geht. Jeder Körper reagiert anders. Es darf dich dann keiner drängen weiter zügig zu reduzieren nur um den Zeitplan einzuhalten.

23.11.2018 19:13 • x 1 #24


Hallo, Ihr Lieben,

och menno, Ihr seid sooo klasse: das freut mich ungemein, dass Ihr das Konzept gut findet! Ich war schon knapp davor, alles abzublasen.
Aber jetzt habe ich wieder Mut!

Und, Acanthurus: ich weiss mich durchaus zu wehren. Wenn ich das Gefühl habe, dass es zu schnell geht, dann schlage ich halt Alarm, bis sie mich freiwillig ruhigstellen

23.11.2018 22:40 • #25


Dann wünsche ich dir viel Erfolg eine passende Klinik zu finden und das du vielleicht dein Leben wieder ohne Tranquilizer bewältigen kannst.

23.11.2018 23:10 • #26


Hallo! Mir kommen 3 Wochen für den körperlichen Entzug viel zu wenig vor. Hast du die Möglichkeit länger in der entzugsklinik zu bleiben?
Bei einem sanften Entzug geht man alle 4-6 Wochen um 10% hinunter. So dauert der Entzug sehr lange, ist aber meist erfolgreich.
Den benzoentzug mit neuroleptika oder Antidepressiva abzufangen ist nicht sehr sinnvoll, weil diese Medis später auch ausgeschlichen werden müssen.
Ich denke, es wäre einfacher das benzo zuhause auszuschleichen, mit einem Arzt, der dir weiterhin dein Medi verschreibt, damit du ganz langsam runter gehen kannst.
Ich hoffe, du findest die richtige Lösung für dich! Wenn du von der Klinik überzeugt bist, probiere es, vielleicht gehörst du zu den Menschen, die so einen Entzug leichter wegstecken und dieser weg ist der richtige für dich!
Liebe Grüße

23.11.2018 23:46 • x 2 #27


Mir ist keine Klinik bekannt die ein Dosisreduzierung alle 4-6 Wochen um 10% anbietet. Die gesetzlichen Krankenkasse zahlt auch nur für ein paar Wochen eine stationäre Entwöhnungstherapie, also reine Entgiftung. Privat hat man da vielleicht eher Möglichkeiten.

24.11.2018 00:26 • x 1 #28


Zitat von Acanthurus:
Mir ist keine Klinik bekannt die ein Dosisreduzierung alle 4-6 Wochen um 10% anbietet. Die gesetzlichen Krankenkasse zahlt auch nur für ein paar Wochen eine stationäre Entwöhnungstherapie, also reine Entgiftung. Privat hat man da vielleicht eher Möglichkeiten.


Ich denke auch nicht, dass es so eine Klinik gibt. Deshalb würde ich ambulant, in meinem Tempo, unter Aufsicht eines Arztes entziehen.
Aber jeder muss seinen idealen weg finden.
Liebe Grüße

24.11.2018 08:59 • x 2 #29


igel
2,0 mg Alprazolam liegen noch im therapeutischen Dosisbereich. Ein stationärer Entzug ist überwiegend bei Medikamentenmissbrauch angezeigt, davon kann bei Dir aber keine Rede sein. Dies betrifft eher Menschen, die 10 mg nehmen, womöglich in Kombination mit Alk..

Ich bin wie andere User auch der Ansicht, dass Du 2,0 mg mit ärztlicher Unterstützung auch ohne Klinik ausschleichen kannst. Langsam, aber konsequent.

24.11.2018 11:37 • x 1 #30


Die Frage ist doch, was Gauloise sich zutraut.

Zuhause absetzen "mit ärztlicher Begleitung" kann auch nach hinten losgehen: Ärzte setzen insgesamt häufig viel zu schnell ab.

Für ein Ausschleichen haben die wenigsten Verständnis, vor allem auch, indem sie Unterstützung in der Form anbieten, das Benzo bei Absetzwunsch ausreichend lange zu verschreiben.

Im Schneckentempo abzusetzen bedeutet ja, das Benzo in immer weiter verringerter Dosis einzunehmen, wobei es sehr bald die beruhingende Wirkung verliert, und man muss es trotzdem regelmäßig weiter schlucken und eventuelle Abetzbeschwerden hinzunehmen, Die sind dann übrigens solange aussitzen, bis man sich wieder normal fühlt; erst dann sollte es mit der nächsten Stufe des Ausschleichens weitergehen.

Viele, die lange Zeit Benzos genommen haben, brauchen den Austausch mit ebenfalls Betroffenen, dafür gibt es ein großes Absetzforum im Web.

24.11.2018 13:14 • x 1 #31


Zitat von igel:
2,0 mg Alprazolam liegen noch im therapeutischen Dosisbereich. Ein stationärer Entzug ist überwiegend bei Medikamentenmissbrauch angezeigt, davon kann bei Dir aber keine Rede sein. Dies betrifft eher Menschen, die 10 mg nehmen, womöglich in Kombination mit Alk..

Ich bin wie andere User auch der Ansicht, dass Du 2,0 mg mit ärztlicher Unterstützung auch ohne Klinik ausschleichen kannst. Langsam, aber konsequent.


Hier wäre entscheidend welche Umrechnungstabelle denn nun stimmt und bei den Enzugsärzten anwendung findet. Einige Tabellen sagen aus das 0,5 Alprazolam = 10mg Diazepam entsprechen, das wären bei 2mg schon 40mg Diazepam, also Hochdosisbereich.


Hingegen zeigen andere an das 1,5mg Alprazolam = 10mg Diazepam entsprechen, dann wären 2mg Alprazolam nur 15mg Diazepam. Entweder ist man dann über oder unterdosiert.

24.11.2018 13:51 • x 2 #32


Nicht zuletzt deshalb habe ich beides, Z. und Bromazepam, direkt, ohne den "Umweg" über Diazepam ausgeschlichen. Außerdem hätte mein Arzt mir das Diazepam nicht verordnet, weil er strikt dagegen ist; er findet nämlich, genau das mache hochgradig süchtig - also mehr als andere Benzos - und lehnt es ab.

Der Umweg über Diazepam ist auch tatsächlich nicht immer zwingend nötig, wie ich selbst erfahren habe: immer 10-15 % von der ursprünglichen Dosis direkt abzusetzen, war für mich durchaus okay; die Absetzerscheinungen auszuhalten, auch - bis auf den wegbleibenden Schlaf, mein Knackpunkt.

Der war schon wieder komplett perdü, als ich nur noch ein Viertel von beidem einnahm. schließlich verhalf mir das Deckeln mit einem TZA zum Schlafen. Ob ich sonst so von den Benzos weggekommen wäre, bleibt fraglich. Denn gar nicht schlafen zu können, wird zur Folter.

Die Schlaflosigkeit war meine "Ur-Krankheit", und die verschwindet nicht einfach mit dem Absetzen, sondern taucht wieder auf. Meine Angst- bzw. Unruhezustände würde ich heute allein mit pflanzlichen Mitteln angehen und den Rest "gern" aushalten, wenn ich mir dafür den medikamentenfreien Schlaf erkaufen könnte.

Jeder hat seine eigene Geschichte, und es ist nicht leicht, den richtigen Rat zu geben. Am besten liest man sich alles was sich zum eigenen Problem finden lässt, durch und macht dann das, wozu man selbst am meisten neigt.

24.11.2018 15:35 • x 1 #33


Hallo, Ihr Lieben,

naja, ich nehme ja sowieso noch ein Sertraline und da ist mein Arzt der Meinung, dass ich das weiterhin nehmen soll. Vielleicht kann ich es später irgendwann absetzen, aber das wird man 'mal sehen.
Übrigens sagt mein Arzt, dass das AD NICHT abhängig macht, von daher würde ich ggf. auch während des Entzuges das AD höher dosieren (lassen).

Das Problem ist, dass ich zu den Benzos tatsächlich abends noch Alk. trinke, an den Wochenenden oft eine Flasche Wein pro Tag, seeeeelten auch noch Schnap..
Insofern ist mir der Klinikaufenthalt doch lieber, weil ich da unter ärztlicher Aufsicht bin. denn meistens kommen - zumindest bei mir - die Panikattacken an den Wochenenden oder spät abends, wenn mein Arzt nicht erreichbar ist.
Und da ich in Frankreich lebe, landet man da ganz schnell in der Psychiatrie mit ganz anderen Krankheitsbildern.
Zudem kommt, dass ich während des Entzuges aus dem Stress von zu Hause 'raus will! Das ist ein seeeehr grosser Stressfaktor. Und mein Mann ist auch noch gegen den Entzug! Ich habe keine Lust, mir Vorwürfe machen zu lassen, wenn die ersten Entzugserscheinungen kommen.
Neee, ich geh' auf jeden Fall in die Klinik zum Entzug und anschliessend in die Reha. So mach' ich's!

**
Mit den unterschiedlichen Listen, das irritiert mich auch . Ich hoffe, dass sich wenigstens die Psychiater einig sind....

Vielen lieben Dank

24.11.2018 19:24 • #34


Zitat:
Übrigens sagt mein Arzt, dass das AD NICHT abhängig macht,

Das sagen viele Ärzte, stimmt aber nicht so ganz.

Guck mal in den Beipackzettel, wenn da steht, nur ausschleichend absetzen, da sonst Absetzsymptome auftreten können, dann ist das auch schon eine Abhängigkeit. Man hat halt nur nicht den Jieper darauf wie auf Benzos, ansonsten kann das Absetzen von AD sogar problematischer sein.

Zu Alk und Benzos sag ich jetzt mal lieber nichts.

24.11.2018 20:03 • x 2 #35


Hallo!
Antidepressiva machen anders abhängig als benzos. Der Körper gewöhnt sich auf alle Fälle an den Wirkstoff, deshalb muss man es auch langsam ausschleichen. Ich denke allerdings, dass es leichter ist ein Antidepressiva auszuschleichen als ein benzo.
Liebe Grüße

24.11.2018 20:11 • x 1 #36


Man nennt das gerne bei Antidepressiva Absetzeffekte.

24.11.2018 21:49 • #37


Zitat von nektarine:
Hallo! Ich denke allerdings, dass es leichter ist ein Antidepressiva auszuschleichen als ein benzo.
Liebe Grüße


Im Regelfall schon, es gibt aber Ad`s und Neuroleptika die manchmal den Benzos in nichts nachstehen.

24.11.2018 21:51 • x 2 #38


Ausnahmen gibt es immer. Ich konnte mein neuroleptika (quetiapin) und ein Antidepressiva (trazodon) zum Glück ohne Probleme ausschleichen, momentan reduziere ich seeehr langsam escitalopram.
Benzos habe ich nur einmal stationär in der Psychiatrie bekommen und habe nach einer Woche Einnahme, am ersten Tag ohne benzo, gezittert ohne Ende.
Wahrscheinlich reagiert auch jeder Mensch anders.

24.11.2018 22:12 • x 1 #39


Hallo zusammen,

also meine Entscheidung steht:
Entgiftung der Benzos im Krankenhaus so lange wie nötig/möglich (= solange die Krankenkasse das bezahlt) mit anschliessender Suchtbehandlung in einer Reha-Klinik!
Auf die AD's (bei mir Sertraline) will ich vorerst nicht verzichten. Kommt Zeit, kommt Rat.....
Wahrscheinlich spielt grundsätzlich auch die Psyche eine Rolle, bzw. die psychische Abhängigkeit und mangelndes Selbstvertrauen in sich und seinen Körper.

Der Entzug von Benzos (in Kombi mit Alk): damit bin ich erstmal genug ausgelastet.

Gute Nacht Euch allen!

25.11.2018 00:36 • #40




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Dr. med. Andreas Schöpf