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Hey,

Ich leide jetzt seit mehreren jahren an Lupus (SLE).
Da Lupus auch auf das ZNS/Gehirn wirken kann, habe ich öfter auch Schübe die sich körperlich, aber auch genauso schlimm psychisch äußern.
Grade bin ich wieder in einem sehr tiefen Loch mit Zwangsgedanken Angstzuständen und Depressionen (Phasenweise). Da ich es nicht mehr ausgehalten habe, bin ich zum Hausarzt, dieser hat mir Venlafaxin verschrieben (37.5mg zum einstieg). Ich nehme es jetzt seit 3 Tagen und habe dadurch aber erst Recht eine Innere unruhe bekommen und kann nicht gut schlafen und wache auch öfter auf, was natürlich erstmal den allgemein Zustand verschlechtert. Dazu kommt das ich in einer Nacht nach Einnahme einen zitteranfall bekommen habe.
Als ich das meinem Arzt gesagt habe, hat er mir diazepam verschrieben als bedarf und meinte ich sollte Venlafaxin aufjedennfall weiternehmen.
Ich habe um mich ranzutasten, gestern vor dem Schlafen 4 tropfen diazepam genommen 10mg/ml.
Allerdings war die Wirkung relativ schwach und hat auch nur ein bisschen beim Einschlafen geholfen, aufgewacht bin ich trotzdem und am nächsten Morgen auch wieder Ängste gehabt.
Dazu muss ich erwähnen das ich seit ~4 Wochen agomelatin nehmen was mich zwar müde macht aber auch nicht direkt hilft beim Schlafen.
Heute habe ich 10 tropfen diazepam genommen (+agomelatin+ gute Nacht tee) und fühle mich tatsächlich trotzdem nur leicht entspannt und etwas beruhigt, Puls atmung und Muskeln ganz normal, nur etwas langsamer im Kopf.
Ich habe auch bereits Erfahrung mit Antihistaminika (promethazine und Schlafsterne) und muss sagen diese entspannen bzw. sedieren mich um einiges mehr und helfen mir besser zum schlafen, die ängste verschwinden genau so.
Ich weiß das Benzodiazepine in erster Linie keine Schlaftabletten sind, aber der Grund warum ich nicht schlafen kann ist halt die innere Unruhe und diese Ängste bzw Zwangsgedanken.
Nun wollte ich fragen, soll ich lieber weiterhin die Schlaftabletten nehmen (doxylaminsuccinat) oder lieber diazepam? (Sowohl zum schlafen als auch akut mittel bei einer Panikattacke)
Soweit ich weiß machen die Schlafsterne bzw Antihistaminika nicht körperlich abhängig und helfen mir zum einschlafen weitaus mehr. Für eine Panikattacke habe ich die Schlafsterne noch nie ausprobiert, nur promethazine und das hat eigentlich auch ganz gut geholfen.
Habt ihr irgendwelche Tipps was ich machen kann und was ich lieber sein lassen sollte?
Ich weiß das Tabletten keine Dauerlösung sind aber ich habe bereits Termine beim Psychiater/ Psychologen aber das dauert halt leider alles.
Ps: von den schlafsternen nehme ich meist nur 1/4 oder 1/2 Tablette.

29.08.2025 22:15 • 31.08.2025 #1


13 Antworten ↓


Ich höre gleich schon wieder die Armada: Benzos machen aböööööngig! Diazepam ist ja auch eins. Bis Venla eingeschlichen ist kann es 3 Wochen dauern. Täglich Benzo und Du bist drauf. Wenn es mit Promathizin auch gut geht dann lieber damit.

A


Schlafstörungen - Venlafaxin/ diazepam/ promethazine

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Ich kann von Promethazin oder von Schlafsternen auch besser schlafen als von Benzos. Würde das dann an deiner Stelle dem Benzo vorziehen.

@Immaculatus denkst du ich merke von den 37.5mg venla überhaupt etwas? Mein hausarzt meinte das er eigentlich die Dosis nicht erhöhen will und meinte ich soll lieber auf den Psychiater Termin warten.
Meine Mutter hat mir vorher auch gesagt das benzos nicht so abhängig machen wie viele sagen und sie auch lange benzos genommen hat ohne Abhängigkeit zu entwickeln.
Promethazine will er irgendwie nicht verschreiben. Soll ich mit Diazepam bei Bedarf dann noch eine höhere Dosis nehmen, (13-15 tropfen?) denn die Wirkung war jetzt wirklich nicht stark.. bin 182 auf 83KG. Erwarte ich da was falsches von benzos? Verstehe nicht wieso Leute das als Dro. missbrauchen und auch psychisch abhängig werden. Mache jetzt erstmal Pause, da ich ja jetzt 2 Tage hintereinander genommen habe und der Spiegel denke ich noch Recht hoch ist. Da nehme ich lieber erstmal meine 1/4 Schlaftablette, macht zwar mehr dizzy aber damit bin ich tatsächlich entspannt.
Was mir aber am meisten geholfen hat, ist tatsächlich wieder zum glaube gefunden zu haben, dieses konstante schlecht fühlen ist einiges besser geworden und die Gedankenkreise sind auch leiser geworden. Habe halt auch immer highs lows und mein low ist hoffentlich bald zu Ende
Zitat von Immaculatus:
Ich höre gleich schon wieder die Armada: Benzos machen aböööööngig! Diazepam ist ja auch Bis Venla eingeschlichen ist kann es 3 Wochen Täglich Benzo ...

@Elly79 okay danke. Dann nehmen ich die benzos für den Tag falls es mir akkut schlecht geht und schlafsterne zum schlafen. Nur bei der Dosierung von diazepam bin ich mir immernoch unsicher..

@WooBaby Da kenne ich mich leider nicht aus, da ich Tavor als Bedarfsmedikament habe.

Würde versuchen das Diazepam nicht tgl zu nehmen, da ein Abhängigkeitsrisiko besteht. Wenn dir gegen Unruhe z.b. Promethazin reicht, würde ich eher das probieren.

@WooBaby Promethazin ist ein Neuroleptikum, das als niederschwellig geführt wird. Wie alle Psychophramaka wirkt es aber auf den Gehirnstoffwechsel ein und verändert ihn. Was aber das Gehirn mehr braucht, ist Ruhe und kein ständiges herumfuhrwerken. Venla ist mit 37,5 ne niedrige Form des Einschleichens .Kenn das auch mit 75 mg. Das man so noch nicht viel merkt ist klar und kommt ja eh erst später ganz zur aufhellenden Wirkung. Venla ist antriebssteigernd und aufhellend und nicht sedierend. Da stelle ich mir die Frage, ob das so gut bei Schlafstörungen ist? Kann aber auch sein wenn Venla Deine Depression in den Griff bekommt dass du dann auch wieder besser schlafen kannst. Wie gesagt von Benzos besteht immer die Gefahr rascher Abhängigkeit, die ggf. mühsam entwöhnt werden muss. Darum versuche besser mit Promethazin zu schlafen ,oder frage nach dem Pipamperon.

@Immaculatus
Hey danke nochmal für die Antwort.
Da ich körperlich und nervlich durch Lupus erkrankt bin, und die depression mehr oder weniger durch chronischen stress und Entzündungen durch diese Krankheit entstanden ist, merke ich von der Antriebssteigerung normalerweise nichts, zumindest damals nicht mit Fluoxetin.
Ich brauche eigentlich am meisten innere Ruhe (nicht nur gedanklich) sondern wirklich eine tiefe Entspannung des Nervensystems und da wirkt bei mir diazepam nicht wie gewünscht.
Ich habe die mentalen Probleme
meistens gleichzeitig mit Schüben meiner Erkrankung.
Was ich unabhängig von der Krankheit habe ist ein trauma aus meiner Kindheit was nicht therapiert wurde und denke ich meine Situation aktuell in gewisser Weise verschlimmert (meine Mutter war selber depressiv, suizidal und Alk. und hat mehrfach versucht sich umzubringen und mich manchmal vernachlässigt), denkst du das die AD dort irgendwas dran verbessern?
Ich kann mich deshalb schlecht an Menschen binden und werde vermutlich keine gesunde Beziehung führen können und ebenfalls bin ich sehr negativ gegenüber vielen Dingen eingestellt, ich kann mir zb auch nicht vorstellen das Therapie durch einen Menschen mir helfen soll. Wenn du da irgendwelche Tipps zur überwältigung hast wäre ich auch sehr dankbar.
Ich hasse meine Mutter und brauche sie aber gleichzeitig doch so dringend.
Weiß gar nicht warum ich dich damit voll laber aber irgendjemanden muss ich es einfach mal erzählen, und das fällt mir bei fremden leichter.
Des weiteren wäre noch eine Frage, kehrt Empathie nach einer emotionalen Stabilisierung zurück? Ich nehme die meisten menschlichen und positiven Emotionen nicht mehr so wirklich war

Wenn das Nervensystem überstimuliert und permanent im Alarmmodus ist, ist eigentlich ein SNRI wie Venlafaxin nicht die beste Wahl.

@WooBaby DAs ist doch auch der Sinn von so einem Forum, dass Betroffene sich vertrauensvoll austauschen . Mir geht es so, dass ich das im Moment nur mit Betroffenen kann und will. Diese dauerhafte innere Unruhe, die sich bei mir aus der Schlafproblematik heraus zu einer echten Angstneurose gemausert hat, braucht auch vor allem Ruhe. Ich hatte dazu als Seditativum Opipramol 175 mg , was aber schon heute auf nunmehr 75mg reduziert wurde. so gut sediert hilft mir erst das Pipamperon zum Schlafen, (was bis zu 3 Stunden dauern kann) Ich soll auf das AD Mirtazepin gebracht werden wohl ab morgen. Das ist auch eher sedierend, bevor es die Depression auch aufhellen soll und die Angst lindern. Die Traumata Deiner Kindheit sind beachtlich krass. Sicher haben sie dich tief verunsichert und auch misstrauisch gemacht. Und im generellen Misstrauen ist der Körper oft in Unruhe und in Hab Acht Stellung. Da spinnt die Amygdala wohl besonders rascher herum ,als bei anderen? Bei AD muss man Glück haben. Bei vielen wirken sie gut bei manchen gar nicht und bei einigen auch richtig schlecht .Das weiss man dann meistens erst nach 3 Wochen round about. Ich habe in meinem Leben niemals eine Liebesbeziehung geführt, auch weil ich dem kern nach wohl sehr misstrauisch war. Das habe ich wohl von meiner Mutter geerbt, die auch andern Menschen nicht vertrauen konnte. Aber sonst war ich sehr behütet aufgewachsen, also super normal mit 4 Geschwistern. Therapie und Med können gut aus solchen Panikängsten herausführen, wenn sie zusammen passen und die Psychotherapie Kognitiv basiert ist und weniger tiefenpsychologisch. Emotionale Stabilisierung hört sich auch nach Psychologen-Sprech an. Man braucht einfache einen und einige echt gute Freunde, die einen tragen , schützen und stützen mit Rat und besonders auch Tat. Solche Menschen sind die eigentliche Glückstreffer, die es braucht Und viel Disziplin.

@Immaculatus
Ich wünsche dir aufjedennfall viel Erfolg beim Wechsel und ja, gute Freunde helfen echt viel. Habe mich eine sehr lange Zeit nicht bei denen gemeldet und trotzdem haben sie immer gefragt ob ich rauskomme was unternehmen.

@maximilian99 was würdest du denn eher empfehlen?
Mein hausarzt kennt sich mit der Erkrankung nicht aus und hat es gegen die Depression und Ängste hauptsächlich verordnet. Ich denke mal das es vorübergehend besser als nichts ist

Zitat von maximilian99:
Wenn das Nervensystem überstimuliert und permanent im Alarmmodus ist, ist eigentlich ein SNRI wie Venlafaxin nicht die beste Wahl.

Richtig. Da wäre ein sedierendes schlafanstoßendes AD z.B. ein trizyklisches AD angebrachter.

Zitat von Schlaflose:
Richtig. Da wäre ein sedierendes schlafanstoßendes AD z.B. ein trizyklisches AD angebrachter.

Auch ein SSRI würde noch gehen.

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Dr. med. Andreas Schöpf
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