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Hallo,

ich nehme seit ca einem halben Jahr Citalopram wegen Depressionen und Panikattacken.
Im Alltag komme ich seitdem gut zurecht. Ich habe auch nur noch ganz selten eine Panikattacke und wenn auch nur relative leichte die ich ohne Medikamente in den Griff bekomme.

Allerdings habe ich ein großes Problem mit Zahnarztbesuchen. Schon bevor ich die Depris und Panikattacken waren Zahnarztbesuche für mich der pure Horror. Vor jedem Besuch Herzrasen, Schweisausbrüche, Unruhe...

Jetzt steht nächsten Monat eine Weißheitszahn-OP an und ich mach mich jetzt schon total verrückt. Habe letzte Woche einen Termin bei meiner Psychiaterin gehabt und ihr davon erzählt. Sie hat mir für den Fall, dass ich während der Behandlung eine Panikattacke bekommen sollte Opipramol verschrieben. Sie hat gemeint, dass ich diese auch schon vor der Behandlung nehmen könnte, wenn ich zu aufgeregt sein sollte.

Hatte dann mit einer Freundin, die auch Panickattacken hat geredet und sie hat gemeint, dass ihr das Opipramol überhaupt nicht helfen würde. Sie hat gemeint, dass sie Lorazepam (Tavor) bevorzugen würde. Ich und auch sie weiß, dass bei regelmäßiger Einnahme Lorazepam abhängig machen kann. Ich möchte jetzt auch keine Diskussion über Abhängigkeit ja oder nein entfachen. Ich bin mir der Gefahr Gefahr bewusst und habe großen Respekt vor solchen Medikamenten, da ich bis jetzt noch nie welche genommen habe und nicht weiß wie ich darauf reagiere. Ich habe auch nicht vor es öfter zu nehmen, da ich ja wie gesagt normalerweise meine Panikattacken ohne Medikamente in den Griff bekomme. Mir geht es nur um meine Zahn-OP.

Ich weiß, dass jeder auf die Medikamente anders reagieren kann. Aber gibt es jemanden, der Opipramol oder Lorazepam ( Tavor ) als Bedarfmedikamente nimmt? Wie reagiert ihr darauf? Werdet ihr davon müde oder entspannen sie einfach und nehmen die Angst?
In welcher Dosierung nehmt ihr sie und wann, schon vor der Behandlung oder erst im Fall einer Panickattacke? Wie lange dauert es bis sie anfangen zu wirken?
(Opipramol 50 mg, Lorazepam 1mg beides Tablettenform)

Ich hoffe ich hab euch jetzt nicht mit den vielen Fragen erschlagen, aber ich bin total verunsichert was ich machen soll, da ich nie eins von den Medikamenten genommen habe und ohne Grund einfach ausprobieren wie ich darauf reagiere will ich auch nicht.

Ich hoffe ihr könnt mir helfen

Viele Grüße
Sasa28

19.03.2011 22:00 • 22.03.2011 #1


13 Antworten ↓


Christina
Hallo Sasa,

ich würde gegen akute und starke Angst auf jeden Fall Lorazepam bevorzugen. Es wirkt viel sicherer gegen die Angst, während Opipramol v.a. sediert und u.U. selbst den Kreislauf ungünstig beeinflusst, so dass die Angstbereitschaft womöglich noch steigt. Es senkt den Blutdruck und wirkt manchmal als Pulstreiber (ggf. verursacht es Herzrasen). Und in der Situation wäre ein - wenn auch harmlos - rumspinnender Kreislauf das Letzte, was man noch braucht.

Nehmen solltest du die Tavor dann, wenn du Angst hast, nicht vorher. Während der OP ist das natürlich schwierig, aber mit ziemlicher Sicherheit kannst du eine halbe Stunde vorher schon ganz gut 'ne Beruhigung gebrauchen (bin auch eine sehr Zahnarztängstliche). Und wenn du dir nicht gerade den Bauch vollgeschlagen hast, ist die Wirkung innerhalb einer halben Stunde da.

Ich habe mir Tavor extra für mögliche Zahnarztbesuche verschreiben lassen, hatte sonst ein anderes Benzo. Das hatte nur leider zur Folge, dass die Betäubung nicht mehr gewirkt hat. Bei Tavor soll es so eine Wechselwirkung nicht geben, bin allerdings noch nicht in die Lage gekommen, das auszuprobieren. Aber m.W. ist bei starken Zahnarztängsten Tavor das Mittel der Wahl. Du solltest aber vorher mal ausprobiert haben, wie und wie gut du drauf ansprichst. Und im Zweifelsfall frag' den Zahnarzt, der hat bestimmt noch mehr Angstpatienten und er darf Tavor ebenfalls verschreiben.

Liebe Grüße
Christina

19.03.2011 22:49 • #2



Opipramol oder Lorazepam bei Panikattacke beim Zahnarzt?

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Hallo Christina,

vielen Dank für deine schnelle Antwort.
Werde meine Zahnärztin auf jeden Fall nochmal darauf ansprechen. Sie ist zwar über meine Probleme informiert und ich habe ihr auch gesagt, dass ich die Opipramol verschrieben bekommen habe. Da sie das Medikament aber nicht kennt, wollte sie sich erst darüber informieren. Werde sie aber nochmal fragen, ob sie mir vielleicht trotzdem Tavor verschreiben kann.
Werde mir vielleicht mal eine Tablette von meiner Freundin geben lassen und falls ich vor meinem Termin nochmal eine Panikattacke bekommen sollte ausprobieren wie ich darauf reagiere.
In welcher Dosierung hast du das Tavor verschrieben bekommen? (0,5 oder 1 mg)

Viele Grüße

Saskia

20.03.2011 00:07 • #3


Strand
Hallo Saskia,

also ich nehm das Opipramol seit bald fünf Monaten und es hiess auch, ich könnte bei Bedarf mal mehr nehmen, finde aber überhaupt garnicht dass es akut hilft.
Also bei mir hat es glaub ich garnicht geholfen, wenn mal akute Angst ansteht.
Da ist Tavor sicher besser geeignet, aber von Deiner Freundin eine ausprobieren würd ich lieber nicht, sondern lieber nochmal mit Deiner Ärztin reden

LG
Strand

20.03.2011 00:14 • #4


Hallo Strand

werd am Montag gleich nochmal bei meiner Zahnärztin anrufen und nochmal mit ihr reden. Hab jetzt die letzten zwei Stunden ziemlich viel über Opipramol und Lorazepam gelesen. irgendwie scheinen die wenigsten mit der Wirkung vom Opipramol zufrieden zu sein.
Werd mir, wenn ich es bekomme, Lorazepam verschreiben lassen. Will ja nicht am Schluss auf dem Stuhl sitzen und trotz Opipramol Panik schieben.
Hast du schonmal Lorazepam (Tavor) genommen?
Wie wirkt das? Macht es arg müde oder verpeilt?


Nochmal vielen Dank für eure Antworten

Liebe Grüße

20.03.2011 00:29 • #5


Strand
Hallo,

selber hab ich das Tavor nie verschrieben bekommen, hab aber von einigen gehört dass es wohl super ist bei Akutsachen.
Ist nicht so dass ich total unzufrieden mit dem Opi bin, aber dass es akut beim Zahnarzt helfen soll (ausser dass Du wahrscheinlich müde wirst) kann ich mir echt nicht vorstellen.

Viel Glück mit dem Tavor!

Grüssle

20.03.2011 00:33 • #6


Lottikarotti
also ich nehme opipramol als bedarfsmedi und mir hilft es.
ich nehme auch nur 50 mg und mich bringt es gut runter wenn ich merke ich bekomme eine pa.
aber klar bei dem einen hilft es bei dem anderen nicht.
ich glaube tavor ist schon nen hammermässiges medi oder ?
opipramol macht nicht süchtig und schonmal garnicht wenn du es nur ab und an mal nimmst.
über ne längere zeit genommen tritt da eine gewöhnung ein aber mit sucht hat das nichts zu tun.

20.03.2011 08:00 • #7


Hi,

danke für eure Antworten.
So wie es aussieht werd ichs wohl einfach im Falle einer PA drauf ankommen lassen müssen, mich für eins von beiden zu entscheiden und hoffen, dass es hilft.

Was mich aber noch interessieren würde ist, wie ihr auf darauf reagiert habt. Wie hat sich das angefühlt?
Habe ziemlichen Schiss vor Kontrollverlust. Deshalb habe ich bis jetzt auch nie was genommen. Habe Angst davor dass ich dann nicht mehr weiß was ich tue.

Liebe Grüße

Saskia

20.03.2011 12:13 • #8


Christina
Zitat von Sasa28:
In welcher Dosierung hast du das Tavor verschrieben bekommen? (0,5 oder 1 mg)
Ich habe 0,5 mg verschrieben bekommen. Das ist 'ne Minimaldosis, wenn die nicht reicht, kann man ja immer noch eine zweite Tablette nehmen. Standarddosis ist 1 mg. Ich habe es natürlich ausprobiert (auch mal 1 mg) und muss sagen, dass es außer der angstlösenden Wirkung bei mir extrem wenig Nebenwirkungen hatte, eigentlich gar keine NW. Ich bin ein bisschen müde geworden, gar nicht "verpeilt", fühlte mich noch recht normal konzentriert (trotzdem bitte nicht Autofahren!), mir gab es auch keinerlei "Kick". Nicht betäubt und keine "schei."-Stimmung. Aber andere reagieren eben anders...

Liebe Grüße
Christina

20.03.2011 12:21 • #9


Strand
Oder wie wäre es wenn Du das Opi nimmst (es beruhigt einen und ist ganz harmlos) und das Tavor nur für den "allerschlimmsten" Fall das Tavor in der Handtasche dabei hast?
Allein schon, wenn man weiß das man ein Notfallmedi dabei hat, reicht oft zur Beruhigung, ohne dass man es nehmen muss
Und wegen Kontrollverlust brauchst Du Dir keine Sorgen machen, das passiert nicht!

Lg
Strand

20.03.2011 15:21 • #10


Lottikarotti
ich kann nur von opipramol sprechen.
es macht mich ruhiger auch etwas müde aber nicht so platt das du im stehen einschläfst.
mir hilft es sehr gut und es dauert vielleicht 10 minuten und ann merke ich wie ich runter komme.
ich nehme 50 mg, das ist nicht viel aber bei mir wirkt es echt gut.

ja ich denke auch das du es drauf ankommen lassen musst und dich für 1 der beiden entscheiden musst ?!
viel glück und ich hoffe es passt dann für dich und du überstehst das alles ohne zu große panik toi toi toi lotti

20.03.2011 17:34 • #11


Für den Zahnarzt kann ich die so genannte ,,leck mich am Ar. Spritze" enpfehlen, die lass ich mir immer geben, wirkt wunder du fühlst dich wie auf wolke 7=)
Den genauen namen kann ich mir nie merken irgendwas mit dorm...

21.03.2011 15:37 • #12


Hi,

du meinst sicher Dormikum. Habe ich auch schon einmal vor einer OP bekommen. Allerdings als Tropfen. Aber leider hat das bei mir absolut gegenteilig gewirkt. 20 Min nachdem ich die Tropfen bekommen habe, hatte ich ne ziemlich heftige PA.

Werds einfach mit den Opipramol versuchen und für den worst case die Tavor mitnehmen.

Nochmals vielen Dank an alle für ihre Antworten

Liebe Grüße

Saskia

21.03.2011 21:02 • #13


Ja tropfen bringen nichts hatte es mir intravenõs geben lassen

22.03.2011 06:32 • #14



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