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Hallo Leute und erstmal schönen Sonntag.

Mich würde Mal interessieren ob viele hier schon öfter ein Antidepressiva ein und ausgeschlichen haben. Z.B. bei Rückfällen. ?

LG

11.04.2021 17:25 • 12.04.2021 #1


17 Antworten ↓


Ich nehme Citalopram zum 2. Mal (schleiche gerade aus). Das erste Mal vor gut 10 Jahren. Bei mir würde ich es nicht als Rückfall bezeichnen, sondern 2. Episode.
Was ist denn für dich ein Rückfall?

Ich denke, es wird oft das Wiederaufflammen von depressiven oder Angst-Symptomen als Rückfall bezeichnet, obwohl es an einem zu frühen und/oder schnellen Ausschleichen/Absetzen und damit an Absetzerscheinungen liegt.

Da bei Depression und Angst oft auch nur eine VT ausreicht inkl. Lebensänderung, liegt ein "Rückfall" in einigen bis vielen Fällen auch schlicht daran, dass die Ursache nicht beseitigt wurde bzw. sich nicht an eine neue problematische Situation angepasst werden konnte. AD können nicht heilen, nur für eine gewisse Zeit unterstützen.

Ich finde deswegen, dass man bei wiederkehrender Depression oder Angst gar nicht von Rückfall sprechen kann...

11.04.2021 17:58 • #2



Mehrmals Antidepressiva ein- und ausgeschlichen?

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Zitat von Pauline333:
Ich nehme Citalopram zum 2. Mal (schleiche gerade aus). Das erste Mal vor gut 10 Jahren. Bei mir würde ich es nicht als Rückfall bezeichnen, ...


Ja dann nennen wir es Episode. Meine 2te Episode ging Ende 2017 los. Im März 2018 habe ich zum zweiten Mal mal mit einem AD begonnen die auch nach 2-3 Monaten voll gewirkt haben. Es ging mir gut und deshalb habe ich im Frühjahr 2020 ausgeschlichen.

Ende 2020 hatte ich dann wieder die erste Panikattacke. Ich mache seit fünf Wochen eine Therapie, wenn die in ein paar Wochen nicht anschlägt überlege ich ein drittes Mal mit AD anzufangen.

11.04.2021 18:22 • #3


Kannst du denn die Gründe benennen, die zu den Krisen führen und hast du sie parallel zur Medikamenten Einnahme beseitigt?

Ich weiß, dass auch bei mir eine 3. Episode kommen könnte - dann würde ich es, wenn ich es nicht anders schaffen würde, wieder mit AD probieren.

Wie gesagt: zur Unterstützung und zeitlich begrenzt sind sie ein Segen.

11.04.2021 19:46 • #4


Zitat von Pauline333:
Kannst du denn die Gründe benennen, die zu den Krisen führen und hast du sie parallel zur Medikamenten Einnahme beseitigt? Ich weiß, dass auch bei ...


Ich kann nur vermuten daß es sich letztes Jahr durch viele Einflüsse aufgestaut hat und irgendwan dann eskaliert ist.

Richtig viel beruflicher Stress, physische Erschöpfung durch Gelenkprobleme und dann auch ein Auslöser dieses Mal wird wohl Corona sein. Ich komme mit den Einschränkungen usw überhaupt nicht klar.

11.04.2021 20:28 • #5


Ist irgendwie immer das gleiche.
Solange keine grossartigen Stressoren auftreten,können sich viele Angstgestörte auch ohne Medikamente stabil halten.

Sobald dann aber einer oder mehrere unerwartete Stressoren auftreten,wird es eng.

Deswegen bin ich dafür ,Medikamente weiter zu nehmen,auch in "besseren Zeiten".

Ein Pfleger in der Psychiatrie hat mir mal gesagt,dass 90 Prozent der Patienten,die die Medikation absetzen Rückfälle erleiden.

Bei uns "Ängstlern" muss man einfach eine "Pufferzone" einbauen für schwierige Zeiten (die es nunmal in jedem Leben gibt),da wir weniger flexibel darauf reagieren können als gesunde Menschen.

11.04.2021 20:48 • x 1 #6


Zitat von Flame:
Ein Pfleger in der Psychiatrie hat mir mal gesagt,dass 90 Prozent der Patienten,die die Medikation absetzen Rückfälle erleiden.


Das erscheint mir völlig aus der Luft gegriffen.

AD dauerhaft einzunehmen, weil es ja irgendwann nochmal zu einer längeren stressigen Situation kommen könnte, die zu einer weiteren Angstepisode führen könnte, ist in den seltensten Fällen ratsam. Das sind ja keine Smarties und nicht ohne Grund soll man regelmäßige EKGs und Blutwerte machen, weil sie eben auch dem Körper schaden (können).

12.04.2021 05:45 • #7


-IchBins-
@SchwereGedanken
Ja, allerdings über viele Jahre. Leider hat keines der verschiedenen geholfen (nur Nebenwirkungen und keinen wirklichen Unterschied zum Ausschleichen bzw. Absetzen).
Die letzen haben mich besser schlafen und etwas ruhiger werden lassen, allerdings war ich nach einiger Zeit so kaputt und das schon morgens, dass ich sehr schwermütig durch den Tag gegangen war. Somit habe ich sie wieder ausschleichen lassen. Ich habe mich wieder besser gefühlt.

12.04.2021 05:49 • #8


@Pauline333

Der betreffende Pfleger war um die 60 und ich denke,der hat in all den Jahren seiner Berufstätigkeit einige Erfahrungen sammeln können.

Hier im Forum liest man auch immer wieder von Rückfällen.
Entweder zeitnah nach dem Absetzen oder spätestens dann,wenn unerwartete Belastungen hinzukommen.

Manche kommen viele Jahre ohne Medikamente aus und nehmen erst dann wieder welche,wenn es nötig ist.
Auch eine Variante.

Ohne Medikamente auszukommen ist sicher am besten.
Ist auch immer einen Versuch wert,sie abzusetzen oder wenigstens zu reduzieren.
Auch ich habe meine Medikamente soweit reduziert,wie es ging und gehe auch mit Bedarfsmedikation sparsam um.

Die Devise meines Psychiaters lautet: So wenig wie möglich,soviel wie nötig.
Damit stimme ich absolut überein.

Ich persönlich halte eine langfristige Einnahme von Medikamenten (z.B. in reduzierter Dosis) für eine geeignete Rückfallprophylaxe.
Muss aber jeder selbst wissen,wie weit er sich damit wohl fühlt oder auch nicht.

12.04.2021 08:36 • #9


Ich habe zum ersten Mal Citalopram von 2009 bis 2013 genommen. Es ging mir super. Ich hatte damals auch keine Absetzerscheinungen.Keine Arzt hatte damals was von Überwachung gesagt.

Dann ging es gut bis Ende 2017. In einer stressigen Zeit mit Fernstudium, Frust auf der Arbeit usw. Fing es wieder an. Nach vier Monaten im März 2018 habe ich beschlossen wieder Medikamente zu nehmen weil es einfach unerträglich wurde. Dieses Mal bekam ich Escitalopram. Nach ca. 2 Monaten war ich wieder Beschwerde frei. Wurde aber diesmal von meinem neuen Hausarzt überwacht, EKG und Blut. Ging alles gut.

Abgesetzt habe ich das Escitalopram kurz vor dem Sommer letzten Jahres und hatte über zwei Wochen leicht Brain-Zaps die sich dann aber gelegt haben.

Jetzt sitze ich wieder da und es wird langsam unerträglich. Es gibt so viel pro und contra Antidepressiva und ich weiß nicht was ich machen soll.

Mein Hausarzt meinte ich sollte der Therapie Mal noch sechs Wochen Zeit geben und dann eventuell nochmal mit den Medikamenten anfangen. Mann könne sie ja wieder absetzen.

12.04.2021 08:54 • #10


Finde die Idee von Deinem Hausarzt gut.

12.04.2021 09:35 • #11


Wenn unerträglich, würde ich sie auf jeden Fall wieder nehmen. Aber du merkst selber, wenn du (mittelfristig) ohne auskommen möchtest, musst du was an deinem Leben und/oder Lebenseinstellung ändern.

12.04.2021 11:24 • x 1 #12


Ach ja und denke dran: beim nächsten Mal ganz langsam ausschleichen

12.04.2021 11:27 • x 1 #13


Noch bin ich am Kämpfen mit mir.
Es wäre halt schön eine Erleichterung.
Mal schauen wie es mir die nächsten Wochen geht.

Ich werde mir bei nächsten Ausschleichen definitiv mehr als paar Wochen Zeit lassen.

12.04.2021 15:34 • #14


Icefalki
Eigentlich weiss man doch, was noch ohne Medis geht und wann es eben nimmer geht.

Ich persönlich hatte auch einen langen Intervall zwischen 2 Einnahmen, kann viel selbstkompensieren durch erlernte Mechanismen, allerdings hat man nicht immer auf alles Einfluss. Wenn Worst Case eintritt, warum warten? AD, sofern sie helfen, sind ein Segen und je früher man aus dem Loch krabbeln kann, desto besser.

Absetzen ist doch immer möglich.

12.04.2021 15:47 • x 1 #15


Zitat von Icefalki:
Eigentlich weiss man doch, was noch ohne Medis geht und wann es eben nimmer geht. Ich persönlich hatte auch einen langen Intervall zwischen 2 ...


Was mich noch davon abhält ist das ich ja trotzdem alles mache, zumindest Mal was ich muss. Es geht ja auch, aber alles mit diesen Symptomen.

Ich weiß nicht wie oft ich in den letzten Wochen die Autofahrten zu Kunden abbrechen wollte, sobald ich weiter weg muss kommen die härtesten Panikattacken.

Es wird ja immer gesagt man sollte erst Medikamente nehmen wenn der Alltag nicht mehr zu regeln wäre, man nicht mehr raus gehen, sein Job nicht mehr machen kann usw..

Dann frag ich mich immer muss man es soweit kommen lassen?

12.04.2021 16:00 • #16


Icefalki
Zitat von SchwereGedanken:
Dann frag ich mich immer muss man es soweit kommen lassen?


Quatsch. Ich Knallkopp hab den Mist 17 Jahre ausgehalten, bis ich nimmer konnte. Dann zum Psychiater und AD bekommen. Hätte ich gewusst, wie sehr die mir helfen, hätte ich nie so lange gewartet.

Unter Angst kann man nicht lernen, bin das beste Beispiel, denn ich hab alles getan, hab gearbeitet, alles. Frag mich nicht, wie...... Alleine schafft man es kaum.

Wenn du Medis kennst, sie wirken, auf was wartest du dann noch?



Und deswegen weiss ich bei mir einfach, wenn es nimmer geht.

12.04.2021 16:11 • #17

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Zitat von Icefalki:
Quatsch. Ich Knallkopp hab den Mist 17 Jahre ausgehalten, bis ich nimmer konnte. Dann zum Psychiater und AD bekommen. Hätte ich gewusst, wie sehr ...


Ich weiß nicht genau auf was ich warte, wahrscheinlich immer noch das es mit Therapie, Ablenkung und positiven Denken weg geht.

12.04.2021 20:17 • #18



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Dr. med. Andreas Schöpf