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Hallo zusammen,

ich habe bisher schon 3Jahre 10mg Escitalopram genommen und vor 4Wochen erstmals mit Paroxetin angefangen. Die Nebenwirkungen habe ich allerdings nicht ausgehalten, sodass ich nach 2Wochen abgesetzt habe und mit Bupropion angefangen habe.

Das Bupropion hatte fast keine Nebenwirkungen, allerdings sind nach 2.5Wochen auch meine Depressionen & Ängste nicht besser, ich bin allerdings viel aggressiver. Ich kann meine Aggressionen kaum zügeln bzw. deckeln, worunter auch meine Beziehung zu meiner Freundin und meinen Eltern leidet. Ich denke jetzt auch wieder darüber nach, dieses Medikament abzusetzen.

Was sind eure Erfahrungen damit?

06.09.2021 08:54 • 28.09.2021 #1


22 Antworten ↓


silverleaf
Hallo Mak,

ich nehme ebenfalls Bupropion (Elontril), in einer Dosierung von 300mg.

Bei mir wirkt es nicht aggressionsfördernd, aber wenn man sich ansieht, um was für ein Medikament es sich handelt, wundert es mich auch nicht, dass Menschen evtl. so reagieren wie Du es beschreibst.

Es gehört ja zu den Amphetaminen (dadurch kann es auch sein, dass ein Dro.gen-Test auf Methamphetamin oder Amphetamin positiv ausfällt, darum habe ich immer einen Arztbrief dabei)
und ist ein Dopamin und Noradrenalin Wiederaufnahmehemmer. Noradrenalin ist ein Stresshormon.

Elontril wird häufig eingesetzt, wenn Menschen mit schweren Depressionen eine Fatigue-Symptomatik ausbilden (also sehr schnell körperlich und psychisch ermüden). Da das bei mir der Fall ist (auch zusätzlich durch meine Multiple Sklerose bedingt), wurde es bei mir verschrieben, da, ähnlich wie bei Dir, Escitalopram nicht gut gewirkt hat.

Es ist also eher ein antriebssteigerndes Medikament, das den ganzen Organismus hochfährt, und wirkt nicht dämpfend, wie viele SSRIs (also Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) es ja tun.

Darum wirkt es leider auch nicht so gut gegen Ängste wie andere ADs.

Jetzt nimmst Du das Medikament ja noch nicht so lange, es kann sein, dass sich Dein Aggressionsempfinden auch wieder einpegelt, sobald der Körper sich an den Wirkstoff gewöhnt hat.

Sollte es nach 4-6 Wochen noch immer so sein, würde ich die Sache definitiv mit dem Psychiater besprechen.

Alles Gute Dir,
LG Silver

06.09.2021 14:46 • x 2 #2



Führt Bupropion zu Aggressionen?

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@silverleaf vielen Dank. Ich werde es denke ich weiternehmen, weil die Nebenwirkungen viel besser sind als bei Paroxetin und mich das Medikament pusht. Selbst wenn ich nachts nicht schlafe, kann ich am nächsten Tag wirklich körperlich und auch geistig alles erledigen. Also eine Wirkung ist definitiv gegeben.

Ich mache es wie du vorgeschlagen hast, 4-6Wochen warten und dann mit dem Arzt besprechen, das passt von den Terminen eh. Diese Woche geht auch meine nächste Therapie (2.) los. Davon erhoffe ich mir auch Besserung.

06.09.2021 19:46 • x 1 #3


Ich bin von dem Bupropion recht ruhelos, egal wie müde ich bin, ich könnte immer noch was machen, bis mein Körper erschöpft ist. Die Aggressionsschübe sind für mich unbekannt und eine Belastung für meine Familie und meine Freundin.

Mein Psychiater meinte, wir können noch ein Medikament ausprobieren, das wäre dann Venlafaxin, aber das ist ja eine Kombination aus Serotoninhemmer, das bei mir nicht funktioniert hat (Esci kein oder schwacher Effekt und Paroxetin hat mich völlig rausgekickt) und Noradrenalinhemmer. Dann wäre nur der Dopaminhemmer wie bei Bupropion weg. Vielleicht bin ich auch etwas Medikament resistent und muss es mit meiner Therapie hinbekommen. @Maxo wie ist deine Meinung zu Venlafaxin und was unternimmst du gerade, dass es dir besser geht oder kommst du zurecht?

09.09.2021 20:46 • #4


Maxo
Venlafaxin ist mein Trumpf seit Jahren - mehr hab ich dazu - nicht zu sagen.

10.09.2021 15:00 • x 1 #5


Maxo

11.09.2021 12:27 • #6


Maxo

Maxo
Das sind nochmal zwei ausführliche Berichte zum Medi. Ich bin gespannt ob du dich dafür entscheidest. Aber wenn ja, gib dir bitte auch bei dem Medi etwas Zeit. Ich glaube es lohnt sich. Ich schreibe nur noch "ich glaube" / "ich denke", da die Menschen mit Antidepressiva wirklich sehr unterschiedliche, nicht absehbare Erfahrungen machen. Für mich ist das halt das Beste. Es wirkt ja dual. Du hast ja im Prinzip jetzt beides separat getestet, das eine hat dich ausgeknockt, das andere überdreht dich. Nun zur goldenen Mitte und ich hoffe das es das Richtige ist und deine Lebensqualität verbessert.

11.09.2021 12:39 • x 2 #8


superstes
@Mak30



"Buprobion" .Ich nehme es seit 9 Monaten, (150mg) nachdem ich mich lange gegen ein AD gesträubt habe.

Ich hatte jahrelang (irrtümlicherweise) Citalopram 20 mg eingenommen, was bei mir eine starke unangenehme Gewichtszunahme ausgelöst hat....erst der 4.Versuch es abzusetzen ist mir gelungen. (über 3 Monate ausschleichen)



Letztes Jahr hatte ich ein schweres Erschöpfungssyndrom, wodurch ich kaum noch was auf "die Reihe bekommen " habe.


Mein Psychiater hat mir dann dieses Buprobion verschrieben. Was ich bei mir festgestellt habe ist, daß meine Trauer, Depressionen sich nicht viel gebessert haben, (da arbeite ich noch dran) aber meinen Antrieb, wieder mehr für mich zu tun. Das hat sich nach der Einnahme gebessert. Eine gesteigerte Aggressivität kann ich bei mir nicht feststellen. Aber der Wunsch, etwas zu tun...und dafür bin ich dankbar.


Wie wirkt sich denn deine "Aggressivität" aus, geht es gegen dich selbst, oder gegen dein Umfeld ?



@Mak30

13.09.2021 10:11 • #9


Pulloverschwein
Hallo!

Ich hoffe, das passt hier in den Thread... Ansonsten bitte meckern!

Habe heute angefangen, mein Escitalopram auszuschleichen, um mal Bupropion auszuprobieren. Meine Hoffnung ist, dass sich meine sexuellen Nebenwirkungen dadurch bessern.

Was habe ich bei der ersten Einnahme von 150mg retardiertem Bupropion zu erwarten?

Dr. Google und die Packungsbeilage machen mir ehrlich gesagt etwas Angst. Da ich das Zeug aber nun schon hier stehen habe, möchte ich es eigentlich auch ausprobieren.

Meine Idee wäre, die erste Einnahme auf einen Samstag zu legen, damit ich bei der Arbeit nicht auffällig werde.

Wie waren denn eure ersten Erfahrungen damit?

25.09.2021 17:01 • x 1 #10


silverleaf
Hallo Pulloverschwein,

ich halte die Idee mit dem Samstag grundsätzlich schon für gut, aber ich denke auch, dass Du nicht gleich in den ersten Tagen sehr viel zu erwarten hast, aber wie @Maxo ja auch geschrieben hat: Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf diese Medikamente, daher ist das wirklich schwer vorherzusagen.

Bei mir war die antriebssteigernde Wirkung recht schnell spürbar, da aber auch meine Erschöpfungssymptomatik so erheblich war, ist es nicht in Aggressionen umgeschlagen. Bei 150 mg habe ich zuerst schon was gemerkt, das hat aber schnell nachgelassen, dann bei 300mg habe ich es deutlicher gemerkt.
Aber wie gesagt: Bei mir ist trotz der Ängste auch eine "dämpfende" Wirkung durch eine schwere Erschöpfung und eine zusätzliche körperliche Erkrankung da, insofern bin ich da wahrscheinlich nicht die beste "Vergleichs-Patientin".

Ich denke nicht, dass Du Angst vor haben musst, durch das Bupropion auf der Arbeit gleich "verhaltensauffällig" zu werden. Gerade auf der Arbeit ist man ja zumeist stärker selbst-reguliert als zuhause, wo man die "Zügel etwas lockerer lässt". Ich denke, Du wirst eher über mehrere Tage oder Wochen hinweg merken, ob sich das zusätzliche Noradrenalin im Körper negativ auf Dein Verhalten auswirkt.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg!

LG Silver

25.09.2021 17:48 • x 1 #11


Maxo
Was für ein genialer Name
@Pulloverschwein, ich habe es mal 12 Tage eingenommen und Aggressionen und schlimme Angst bekommen, aber das war zusätzlich noch zu einem anderen Medikament. Das war mir dann zuviel des Guten. Eine Person aus meiner Familie nimmt es seit ca. 2 Jahren mit großem Erfolg. Es hat ihr Leben extrem zum Positiven verändert. Sie ist nun viel gelassener, hat Übergewicht abgebaut und meistert ihr Leben. Ich bin so glücklich darüber sie endlich so zu erleben.

Also Versuch macht klug! Und ja weil du geschrieben hattest wegen der sexuellen Probleme unter Escitalopram.... Als ich die 12 Tage das Mittel nahm gings mit meiner Potenz rasant nach oben.... also das wird wohl schätze ich so funktionieren wie du hoffst!

25.09.2021 18:43 • x 1 #12


Ich reagiere ultra empfindlich auf Medikamente, das Bupropion hatte maximal zu Aggressionen bei mir geführt. Ich würde es lieber nehmen also Esci und Paroxetin. Ich wünsche dir alles gute! Die Nebenwirkungen sind wirklich nicht schlimm, falls überhaupt etwas merkbar ist.

25.09.2021 21:06 • x 1 #13


Pulloverschwein
@Maxo Ich hoffe, dass sich mein beschriebenes Problem mit dem extrem vorzeitigen Höhepunkt nach dem Absetzen des Escitaloprams damit vielleicht wieder normalisiert. Wobei ich da vermutlich einen Denkfehler drin habe... Aber, wie du schreibst, Versuch macht klug.

Werde den ersten Versuch aber defintiv auf ein Wochenende legen. Ich bin jetzt erst bei 10mg Escitalopram (von ursprünglich 20mg) und bin schon kribbelig und leicht reizbar. Da jetzt noch mehr Antriebssteigerung oben drauf und ich gehe vermutlich die Wände hoch.

26.09.2021 08:15 • x 1 #14


Maxo
@Pulloverschwein davon hab ich garnichts gelesen mit dem vorzeitigen...? Verstehe ich das richtig du hast als Nebenwirkung von Escitalopram einen vorzeitigen Höhepunkt?

26.09.2021 15:14 • #15


Maxo
Ah okay jetzt hab ich den Beitrag gefunden und durchgelesen.

26.09.2021 15:22 • #16


Maxo
Also eben Bupropion wirkt in gewisser Weise gegenteilig zu einem SSRI wie Escitalopram. Also kann ich mir vorstellen das es in deinem Fall dann tatsächlich in die falsche Richtung damit geht. Ich würde dann wohl bei Escitalopram bleiben an deiner Stelle.

Liebe Grüße

26.09.2021 15:25 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Pulloverschwein
@Maxo Hm, ja, die Idee war mir dann irgendwann auch gekommen... Ich probier's einfach aus. Bin im Augenblick eh noch dabei, das Escitalopram runterzudosieren.

26.09.2021 17:45 • x 1 #18


superstes
Zitat:
Bin im Augenblick eh noch dabei, das Escitalopram runterzudosieren.


Vorab gesagt, ich bin Laie und kann nur aus meiner persönlichen Erfahrung sprechen.
Ich hatte nach 7 jähriger Einnahme von Citalopram (20mg), es im 4.Versuch (ohne ärztlicher hilfe) geschafft dieses Medikament innerhalb von 5 Monaten auszuschleichen. Ich war in keinsterweise zufrieden mit diesem Medikament.
Nach einem Erschöpfungssyndrom riet mir mein Psychiater zu Buprobion. Ich vertrage es einigermaßen und bin froh, aus meiner Erschöpfung langsam herauszukommen.. eine Zunahme von Aggression erlebe ich nicht.
@Pulloverschwein , warum schleichst du nicht zuende und fängst dann mit dem Buprobion an ?

Gestern 13:59 • #19


Pulloverschwein
@superstes Ja, das ist ja der Plan. Ich wäre nur froh, wenn es schneller als fünf Monate ginge.

Im letzten Frühjahr hatte ich das Escitalopram bereits langsam ausgeschlichen, dann aber im Juli wieder zügig über eine Woche auf 20mg aufdosiert.

Habe am vergangenen Freitag von 20mg auf 10mg pro Tag abdosiert, bis jetzt geht es so einigermaßen. Ich bin reizbarer und schlafe trotz Doxepin schlechter. Tagsüber lenkt mich der Alltag aber noch gut ab.

Ich überlege, vielleicht schon dieses Wochenende auf 0mg zu gehen und mit dem Bupropion anzufangen. Mal schauen, ob das so klappt.

Gestern 19:14 • #20



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Dr. med. Andreas Schöpf