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Madla2506
Hallo ihr Lieben,

ich habe Depressionen und eine Angsterkrankung (Herzneurose/Extrasystolen) und habe bisher 10 mg Escialopram genommen.
Da ich das Gefühl hatte, unter der Einnahme von 10 mg mehr ES als sonst zu haben, bin ich auf 5 mg runter gegangen.
Meine Therapeutin meinte dann zu mir das 5 mg nichts bringen und ich mir überlegen soll, ob ich auf 10 mg hoch gehe oder die Tabletten ganz absetze. Sie meinte das ich auch ohne Medis aus der Depression komme, nur dauert es dann eben länger.
Also habe ich vor 6 Tagen meine letzte Tablette genommen. Gestern hatte ich dann aber das Gefühl verrückt zu werden (kennt ihr das?), hatte wie Blitze im Kopf und meine Ängste sind stärker geworden. Es wurde so schlimm das ich abends nicht mehr schlafen konnte, weil ich durch Albträume hochgeschreckt bin und Panik bekam. Also habe ich gestern Nacht noch 5 mg genommen und nach einer gewissen Zeit ging es dann besser.
Nun meine Frage? Hat da jemand Erfahrung mit und kann mir sagen ob das einfach Absetzsymptome sind und ich da einfach durch muss bis es besser wird oder ist das einfach ein Zeichen das ich nicht ohne medis kann?
Und falls einer sagen will das man bei. 5 mg keinen Unterschied merkt dann muss ich widersprechen. Ich bin da sehr sensibel und bilde mir das alles nicht ein.

28.11.2021 08:07 • 28.11.2021 #1


10 Antworten ↓


Wie schnell hast du abgesetzt? Und es waren nur 2 Schritten? 10-5-0, richtig?
AD muss man sehr langsam und kleinschrittig absetzen, um Absetzerscheinungen oder gar Rebound-Phänomene zu vermeiden.

Je niedriger man mit der Dosis kommt, desto kleinschrittiger muss man werden, da man im niedrigen Dosisbereich die meisten Setotoninrezeptoren bindet.
5mg EC entsprechen 10mg Citalopram und da sind bereits 60-70% der Rezeptoren belegt.

Ich habe 30mg Citalopram wie folgt abgesetzt: 30-25-20-17,5-15-10-7,5-5-2,5-1,25-0
Auf jeder Stufe bin ich 4 bis 6 Wochen geblieben und habe 11 Monate gebraucht.

28.11.2021 09:12 • x 1 #2



Escitalopram abgesetzt

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Das, was du beschreibt, könnte am zu schnellen Absetzen liegen. Wenn es nicht zu gravierend ist, warte ab, ob es vorbei geht. Wird es schlimmer, schleich in Rücksprache mit deinem Arzt ggf. wieder ein und warte einige Wochen besser Monate, bist du erneut absetzt. Diesmal langsam und kleinschrittig.

28.11.2021 09:15 • #3


Madla2506
Die 5 mg nehme ich, ich muss lügen, seit ca. 3-4 Wochen. Meine Therapeutin meinte das man nach 5 mg dann einfach aufhört. Ich glaube ich nehme sie jetzt doch wieder, die Ängste sind einfach zu stark. Das kann ich mir momentan nicht leisten. Bleibt nur die Angst vor den ES, obwohl ich die auch habe wenn ich die ADs nicht nehme. Ist wahrscheinlich auch nur eine Kopfsache, aber ich weiß nicht wie ich das überwinden soll.

28.11.2021 09:33 • #4


Madla2506
@Pauline333 was hat das für eine Bedeutung mit den Serotoninrezeptoren? Kannst du das bitte mal erklären.

28.11.2021 09:35 • #5


Zitat von Madla2506:
@Pauline333 was hat das für eine Bedeutung mit den Serotoninrezeptoren? Kannst du das bitte mal erklären.


Du kannst mal nach Serotoninrezeptorbelegung SSRI googlen, dann müsstest du auf Kurvenbilder stoßen.
Die Belegung der Serotoninrezeptoren unter AD verläuft nicht linear, sondern degressiv. Bei Citalopram hast du mit 5mg schon bis zu 40% belegt, bei 10mg ca. 60 bis 70% der Rezeptoren belegt, bei 20mg ca. 70 bis 85% ca.
Das erklärt z.B. gravierende Effekte beim Einschleichen von kleinen Mengen und kaum Nebenwirkungen bei Steigerungen im höheren Dosisbereich.
Ich hatte bis 20mg Citalopram gravierende Nebenwirkungen und konnte dann mit nur einem Schritt auf 30mg steigern, ohne Nebenwirkungen.

Bei Ausschleichen muss man umgekehrter vorgehen: je geringer man kommt, desto kleiner müssen die Schritte werden.

28.11.2021 10:15 • x 1 #6


Madla2506
@Pauline333 aber was sagt die Belegung aus? Hat das was mit der Wirkung zu tun? Also das auch kleine Dosen und eine große Wirkung haben können?

28.11.2021 11:13 • #7


Ja, je mehr Rezeptoren belegt, desto stärker die Wirkung. Wobei es bei jedem individuell ist, wieviel er braucht, also wieviel Rezeptoren belegt sein müssen. 2009 haben mir 10mg Citalopram ausgereicht. Anfang 2020 mussten es 20 bzw 30mg sein.

28.11.2021 12:53 • x 1 #8


Madla2506
@Pauline333 ah ok, das wusste ich gar nicht. Danke!

28.11.2021 13:18 • x 1 #9


Madla2506
@Pauline333 also könnten mir theoretisch 5 mg auch reichen? Oder ist das tatsächlich zu wenig?

28.11.2021 13:36 • #10


Zitat von Madla2506:
@Pauline333 also könnten mir theoretisch 5 mg auch reichen? Oder ist das tatsächlich zu wenig?


Könnte reichen. Das kannst nur du selber sagen.

28.11.2021 13:40 • #11



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Dr. med. Andreas Schöpf