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Ratmad
Hallo,
ich leide an Depressionen und Angststörungen. Zuerst hatte ich Amitriptylin bekommen, der nicht richtig gewirkt hat und ich hatte davon Bluthochdruck bekommen. Danach habe ich Mirtazapin bekommen, 30 mg, was auch nur am Anfang gewirkt hat. Jetzt nehme ich weiter Mirtazapin, soll dazu aber noch Quuetiapin als Wirkungsverstärkung nehmen...
Meine Frage ist, ob der Einsatz von Neuroleptikum doch nicht zu voreilig war und ich zuerst mit einem anderen AD versuchen sollte?

22.11.2017 23:37 • 08.06.2024 #1


18 Antworten ↓


J
Oha, die Kombination hatte ich auch schon! Das sind beides Medis, von denen die meisten stark zunehmen, weil sie kaum steuerbare Heißhungerattacken machen. Aber okay, das war nicht deine Frage. Also ich persönlich finde es nicht so gut, bloß zur Wirkungsverstärkung gleich ein Neuroleptikum zu nehmen. Das ist ja für psychotische/schizophrene oder bipolare Patienten gedacht. Ich habe auch lange ein Neuroleptikum genommen (ein anderes, einige Jahre nach der Seroquel-Zeit), aber ich habe wenigstens eine psychotische Komponente bei meiner Depression dabei. Aber selbst da finde ich inzwischen: Das ist mit Kanonen auf Spatzen schießen. Bin grad am Ausschleichen.

23.11.2017 03:06 • x 1 #2


A


Einsatz von Neuroleptikum berechtigt?

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N
hallo!
ich habe seroquel als wirkverstärker zu cipralex bekommen.
zu dem zeitpunkt ist es mir extrem schlecht gegangen (ptbs mit flashbacks). Ich war 8 tage (freiwillig) in der psychiatrie, nach der Entlassung bin ich in ein noch tieferes tief gerutscht, war dann jeden tag ambulant in der psychiatrie, mit option auf wiederaufnahme.
Nach einem sehr langen gespräch hat mich der arzt gefragt, ob ich diesen versuch wagen möchte, trotz nebenwirkungen und ich habe ja gesagt.
und es hat funktioniert! mir ist es jeden tag ein bisschen besser gegangen, nach 6 monaten konnte ich das seroquel ohne probleme ausschleichen und habe nur noch das antidepressiva genommen.
der einzige nachteil,....ich habe viel zugenommen, aber ich würde es wieder so machen.
Liebe grüße

23.11.2017 07:22 • x 2 #3


J
Beim seroQUAL und generell bei den Neuroleptika nimmt man in der Regel zu.
Da finde ich Abilify besser, bloß ist der Medikament tatsächlich für die Menschen mit Schizophrenie, Zwangsgedanken und Bipolaren Störung gedacht. Weiß nicht, ob es bei nur Depressionen so sinnvoll wäre. Manche Ärzte verschreiben allzu gerne viele Medis, auf dem Motto: bringt nix, schadet nix. Will natürlich die Kompetenz deines Arztes nicht in Frage stellen, dazu bin ich bloß ein Laie..Trotzdem, denke ich, dass bei Dir ein AD ausreichen sollte. Denn Du leidest ja nicht an Schizophrenie oder bist nicht manisch-depressiv. Manche Ärzte muss man halt bremsen, sonst nimmt man unnötig Jahrelang eine Granate als Mittel, so wie juwi schon schrieb: es wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

23.11.2017 07:32 • x 2 #4


Ratmad
Vielen Dank für eure Antworten! Meint ihr, es lohnt sich, mit einem dritten AD zu versuchen, nachdem 2 versagt hatten? Es war immer so, am Anfang hat es was gebracht, besonders nach einer Dosiserhöhung, und dann nach einigen Tagen ging es mir wieder schlechter. Bevor ich Quetiapin nahm, hatte ich schon auch Sulpirid (ein anderes Neuroleptikum) genommen, und den musste ich abrupt absetzen , wegen zu höher Prolaktinwerte. Und in der Zeit zwischen diesen 2 Neuroleptika ging es mir richtig dreckig, Angst und Depri, die ich kaum ausgehalten habe.... Also ich nehme jetzt 100 mg Quetiapin und es bringt was, aber anscheinend ist die Dosis noch zu niedrig...
@nektarine: Würde auch gerade gerne freiwillig in die Psychiatrie gehen, nur der Gedanke, meinen Mann allein mit 3 Kindern zuhause zu lassen, hält mich davon ab . Darf ich mal fragen, wieviel Seroquel du genommen hast? Und was ist ptbs mit flashbacks?
@juwi Bis jetzt hatte ich keine nennenswerte Hungerattacken, aber aus Angst davor erhöhe ich Quetiapin nicht.

23.11.2017 09:18 • #5


N
Hallo!
ich habe 2 kinder, die waren damals 5 und 8 jahre. aber mir ist es so dreckig gegangen, dass ich zuhause mehr belastung war als hilfe.
mein mann hat das damals echt gut gemacht und mich jeden tag mit den kindern im spital besucht.

ptbs bedeutet posttraumatische belastungsstörung. ich wurde S.uell, psychisch und physisch missbraucht als kind/jugendliche, das ist hängengeblieben.
flashbacks sind momente, wo ich plötzlich durch einen trigger (auslöser) zurück in die situation komme und alles wieder spüren, riechen, fühlen kann.

Ich habe damals (vor 2 Jahren) 200 mg seroquel, 15 mg cipralex und 75 mg trittico bekommen.
seroquel habe ich nach 6 monaten abgesetzt, trittico nach 18 monaten und vor 4 monaten habe ich das cipralex auf 10 mg reduzieren können und es geht mir sehr gut!

Liebe grüße

23.11.2017 14:41 • x 2 #6


Ratmad
Zitat von nektarine:
Hallo!
ich habe 2 kinder, die waren damals 5 und 8 jahre. aber mir ist es so dreckig gegangen, dass ich zuhause mehr belastung war als hilfe.
mein mann hat das damals echt gut gemacht und mich jeden tag mit den kindern im spital besucht.

ptbs bedeutet posttraumatische belastungsstörung. ich wurde S.uell, psychisch und physisch missbraucht als kind/jugendliche, das ist hängengeblieben.
flashbacks sind momente, wo ich plötzlich durch einen trigger (auslöser) zurück in die situation komme und alles wieder spüren, riechen, fühlen kann.

Ich habe damals (vor 2 Jahren) 200 mg seroquel, 15 mg cipralex und 75 mg trittico bekommen.
seroquel habe ich nach 6 monaten abgesetzt, trittico nach 18 monaten und vor 4 monaten habe ich das cipralex auf 10 mg reduzieren können und es geht mir sehr gut!

Liebe grüße

Hallo und Danke für die ausführliche Antwort! Deine Geschichte lässt mich hoffen, dass es eines Tages vorbei mit dem Schreck ist. Ich war ja auch 5 Jahre seelisch gesund, bis diesem Ausbruch. Aber 3 Medikamente - das ist heftig! Hattest du irgendwelche nennenswerte Nebenwirkungen gehabt?

23.11.2017 15:18 • #7


J
Zitat von juwi:
Also ich persönlich finde es nicht so gut, bloß zur Wirkungsverstärkung gleich ein Neuroleptikum zu nehmen. Das ist ja für psychotische/schizophrene oder bipolare Patienten gedacht. Ich habe auch lange ein Neuroleptikum genommen (ein anderes, einige Jahre nach der Seroquel-Zeit), aber ich habe wenigstens eine psychotische Komponente bei meiner Depression dabei. Aber selbst da finde ich inzwischen: Das ist mit Kanonen auf Spatzen schießen. Bin grad am Ausschleichen.

Ich muss ehrlicherweise sagen, dass das Ausschleichen in einer kleinen Katastrophe mündete. Ich verfiel wieder in eine ganz schwere Depression. Also kann es schon sein, dass Patienten, die eigentlich nur depressiv sind, ein Neuroleptikum dazu brauchen. Ich nehme meine Kanonen jetzt wieder und es geht mir gut.

10.12.2017 13:56 • x 1 #8


Ratmad
Zitat von juwi:
Ich muss ehrlicherweise sagen, dass das Ausschleichen in einer kleinen Katastrophe mündete. Ich verfiel wieder in eine ganz schwere Depression. Also kann es schon sein, dass Patienten, die eigentlich nur depressiv sind, ein Neuroleptikum dazu brauchen. Ich nehme meine Kanonen jetzt wieder und es geht mir gut.

Wenn es die damit gut geht, dann ist das das Richtige! Es kommt sicherlich Zeit, dass du die Kanonen nicht mehr brauchst! Bei mir war sehr schlimm, als ich Sulpirid absetzen musste, wegen Nebenwirkungen. Bin dann auf Quetiapin umgestiegen, aber nicht sofort. Und in der Zwischenzeit dachte ich, ich drehe durch, so dreckig ging es mir. . Übrigens, habe vor ein paar Tagen ABCB1 Test gemacht und warte jetzt auf Ergebnisse...

10.12.2017 14:03 • #9


Acanthurus
Auf das Ergebnis des Test`s bin ich mal gespannt.

11.12.2017 13:12 • x 1 #10


Ratmad
Zitat von Acanthurus:
Auf das Ergebnis des Test`s bin ich mal gespannt.

Ich melde mich, wenn die Ergebnisse da sind.

11.12.2017 16:55 • #11


Ratmad
So, Ergebnisse von ABCB1-Test bekommen. Bei mir wurde eine erleichterte Passage von Antidepressiva durch die Blut-Hirn-Schranke festgestellt. Theoretisch sollte ich deswegen auf alle Antidepressiva ansprechen (und auf mein Mirtazapin sowieso, weil er nicht vom P-Glykoprotein aus ZNS wegtransportiert wird).
Bleibt die Frage, warum Mirtazapin nicht funktioniert.
Hier ist ein kritischer und interessanter Artikel über den Test; https://www.akdae.de/Kommission/Organis ... or2017.pdf

15.12.2017 00:20 • x 1 #12


Acanthurus
Danke für dein Statement. Kann nachvollziehen das du etwas enttäuscht bist. Vielleicht ist ein Neurotransmitter-Ungleichgewicht worauf die Medikamente ja u.a wirken sollen, auch nicht Ursache deiner Probleme.

16.12.2017 16:41 • x 1 #13


V
liebe @nektarine, ich nehme seit Februar Quetiapin Filmtabletten zum Einschlafen, Mitte April wurde es in der Klinik hochdosiert auf 100mg retard, es hat mich zusammen mit Escilatopram sehr stabilisiert. Da ich das Quetiapin langfristig loswerden möchte, möchte ich ganz langsam reduzieren. Wie hast Du das gemacht? in 10% Schritten über viele Wochen? Für mich ist sehr wichtig stabil zu bleiben, deshalb erstmal reduzieren und noch nicht absetzen.

03.06.2024 18:34 • #14


N
@Vel ich habe Retardtabletten genommen, die konnte man nicht so klein teilen. Das Absetzen war bei mir in 50mg Schritten allerdings kein Problem weil ich vom Escitalopram sehr stabil war und zum Schlafen auch noch Trazodon bekommen habe.

03.06.2024 21:09 • x 1 #15


V
@nektarine lieben Dank für Deine schnelle Antwort! Darf ich noch weiter fragen?
Woran hast Du vor dem Absetzen für Dich festgemachen können, dass Du nur mit Escilatopram stabil bleiben wirst?
Ab welcher Dosierung Quetiapin hast Du in dem Prozess Trazodon dazu genommen und in welcher Dosierung?
Und konntest Du Trazodon ebenfalls im späteren Verlauf absetzen?
Vielen Dank für die Auskunft!

04.06.2024 13:32 • #16


N
Ich habe im KH Escitalopram, Trazodon und Quetiapin bekommen. Das Quetiapin als Wirkverstärker von den Antidepressiva.
Nach 6 Monaten Einnahme war ich nur noch müde und habe mich dazu entschlossen, das Quetiapin abzusetzen.
Das Escitalopram und das Trazodon habe ich noch Jahre weiter genommen.
Inzwischen nehme ich nur noch 2,5mg Escitalopram und das Trazodon nur bei Bedarf.
Mir hat die Therapie sehe gut geholfen.

04.06.2024 20:20 • x 1 #17

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L
Hallo zusammen, ich nehm tagsüber 75mg Sertralin und habe seit 3 Wochen Quetiapin 25mg. Dieses darf ich als Bedarf einsetzten sowie fix 50mg (noch) zum schlafen.
Als erstes fällt mir, die Wirkung verfliegt recht schnell. Mit 25mg hab ich angefangen für drei Tage. Da war der Effekt dann ganz schnell verpufft.
Ich bräuchte die Wirkung von Quetiapin aber auch tagsüber. Hat jemand Erfahrung mit den retardieten Tabletten? Sagen wir mal 50mg retard und 50mg zum Schlafen (nicht retadiert)

08.06.2024 12:28 • #18


V
@LXNZ ja, die retadierten geben ihre Wirkung über einen längeren Zeitraum ab. Sie bilden einen Spiegel. Ich nehme die retardierten (100mg aktuell) um 20Uhr abends und schlafe davon auch mittlerweile gut ein.

08.06.2024 12:54 • x 1 #19


A


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Dr. med. Andreas Schöpf