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hallo, ich nehme seit ca. 4 Monaten Amitriptyllin in einer niedrigen Dosis von momentan 25 mg zur Nacht. Seit genau dieser Zeit habe ich immer trockene Schleimhäute und (vermutlich) dadurch eine Art Reizhusten. War schon beim Lungenarzt und zwei HNO, die nichts feststellen können. Nun habe ich meine Neurologin darauf angesprochen, die meinte, es steht zwar nich in den Nebenwirkungen (der Husten), aber durch die trockenen Schleimhäute (habe auch ohne MEdikamente schon und mit umso mehr) könnte schon eine ständige Reizung vorhanden sein, die dann eben zu diesem Husten führt. Sie hat mir zur Probe Duloxetin mitgegeben. Ich soll Amitriptyllin abrupt absetzten und am Nachmittag 30mg Kapsel von denen nehmen. Ich habe so meine Bedenken, da dieses Medi ja genau die gleichen Nebenwirkungen hat wie auch das Ami... was gewinne ich denn dadurch? Ich würde am liebsten ganz auf Medis verzichten, aber meine letzte schlimme Angstphase wegen Krankheiten ist gar nicht so lange her (unter Ami) sodass ich mich nicht traue es einfach abzusetzten. Habe auch gelesen, dass manche sogar Erbrechen haben wegen dem Duloxetin und starke Übelkeit. Das macht mir Angst. Kennt jemand dieses Medikament und verträgt es gut? Wieso soll ich es am Nachmittag einnehmen? ISt man wirklich sehr aufgedreht wegen dem Duloxetin? Bitte sagt mir eure Meinung zu der ganzen Situation.

17.07.2017 08:44 • 20.07.2017 #1


28 Antworten ↓


Schlaflose
Duloxetin ist aber nicht schlafanstoßend. Wenn du das Ami deswegen genommen hast, wird dir Duloxetin nicht helfen.

Ich nahm 9 Jahre lang Amitritpylin (75mg) und hatte während der ganzen Zeit Mund- und Schleimhauttrockenheit mit Reizhusten, aber mich hat das nicht gestört.

17.07.2017 09:06 • #2


Na ja wegen dem Schlaf nehme ich das Ami nicht, sondern wegen Depression und Angststörung... Wenn ich natürlich wegen dem Duloxetin nicht mehr schlafen kann, wäre das ziemlich schlecht. Hm... ich dachte von dir gelesen zu haben, du hättest keinen Husten unter Ami.. oder täusche ich mich? 9 Jahre ist ja der Wahnsinn! Mich stört es schon, vor allem sobald ich auch nur einen kleinen Luftzug erwische bekomme ich Halsschmerzen, weil die Schleimhäute so empfindlich sind. Ist meine Theorie...

17.07.2017 09:09 • #3


Schlaflose
Zitat von marfa1981:
Hm... ich dachte von dir gelesen zu haben, du hättest keinen Husten unter Ami.. oder täusche ich mich? 9 Jahre ist ja der Wahnsinn!


Es war kein Husten, der mich gequält hat, deswegen habe ich das nicht als relevant betrachtet. Es ist ganz normal, dass man hüstelt, wenn der Hals trocken, auch ohne Medikamente.

Für Depression und Angsstörung sind 25mg sowieso zu wenig.

17.07.2017 09:22 • #4


ja das stimmt, es ist zu wenig... deswegen bekomme ich auch trotz Ami noch Ängste. Als du das Ami abgesetzt hast, wurde es auch besser mit dem Hüsteln? Ich hatte nämlich schon eine Pause von 3 Wochen, wo sich nichts verändert hat bezüglich Schleimhäute. Hab aber mal gelesen von einem Forumsmitglied hier, dass es bei ihm um die 4 Wochen gedauert hat... nimmst du jetzt noch AD oder gar nichts mehr?

17.07.2017 09:29 • #5


Schlaflose
Ich habe das Ami vor 9 Jahren gegen Doxepin getauscht, weil es nicht mehr gewirkt hat. Doxepin macht auch Mundtrockenheit, aber nicht so stark. Naja, also es vergeht eigentlich kein Tag, wo ich nicht ein paarmal husten muss, aber ich achte da nicht so drauf.

17.07.2017 09:37 • #6


Zitat von marfa1981:
Na ja wegen dem Schlaf nehme ich das Ami nicht, sondern wegen Depression und Angststörung... Wenn ich natürlich wegen dem Duloxetin nicht mehr schlafen kann, wäre das ziemlich schlecht. Hm... ich dachte von dir gelesen zu haben, du hättest keinen Husten unter Ami.. oder täusche ich mich? 9 Jahre ist ja der Wahnsinn! Mich stört es schon, vor allem sobald ich auch nur einen kleinen Luftzug erwische bekomme ich Halsschmerzen, weil die Schleimhäute so empfindlich sind. Ist meine Theorie...


dann solltest Du ausprobieren:
Sertralin
Venlafaxin
(Es)citalopram
ggf. Mirtazapin

Duloxetin ist für Angstgeschichten jetzt nicht unbedingt erste Wahl.
Trizyklika wirken anticholinerg und machen trockene Schleimhäute.

17.07.2017 11:03 • #7


Zitat von NNorim:

dann solltest Du ausprobieren:
Sertralin
Venlafaxin
(Es)citalopram
ggf. Mirtazapin

Duloxetin ist für Angstgeschichten jetzt nicht unbedingt erste Wahl.
Trizyklika wirken anticholinerg und machen trockene Schleimhäute.


Duloxetin ist genau so wie Venlafaxin ein SNRI, nur wirkt es im Vgl. zu Venlafaxin schon in niedriger Dosis neben Serotonin auch auf Noradrenalin, man hat oft den Vorteil, dass man mit 60 mg Duloxetin schon eine super Wirkung hat, aber recht wenig Nebenwirkungen.
Selbstverständlich kann es auch bei Angstgeschichten sehr gut helfen.
Es hat nur die Zulassung für Generalisierte Angststörung, was aber aber daran liegt, dass Duloxetin ohnehin genug wirtschaftlich einfährt, da es noch für diabetische Polyneuropathie und Harninkontinenz zugelassen ist.

Letztlich gilt, wie immer: Individuell ausprobieren !

Ich persönlich habe mit Duloxetin sehr gute Wirkung auf Angst und Panik (keine Panikattacken mehr, die davor nach Benzoentzug hochgradig waren), aber leider nicht den Antrieb, den ich mir von einem SNRI erhofft hatte.
Antidepressive Wirkung ist bei mir mittelmäßig, und es macht mich müde (wie alle ADs, die auf Serotonin wirken. Mich hat auch Escitalopram, Citalopram und Sertralin müde gemacht).

Edit:

https://www.kvwl.de/arzt/verordnung/arz ... tin_wa.pdf

Hier sind ganz interessante Vergleiche.
Auch der Grund, warum Duloxetin ungern verschrieben wird: Vergleichskosten Duloxetin - Amitryptilin - Citalopram.

Bezüglich der Müdigkeit / Schlaflosigkeit:
Unter sehr häufigen Nebenwirkungen sind aufgeführt: Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Müdigkeit, ...
Bleibt nur ausprobieren, und abwarten, was bei einem zutrifft.

17.07.2017 12:09 • #8


Zitat von marfa1981:
hallo, ich nehme seit ca. 4 Monaten Amitriptyllin in einer niedrigen Dosis von momentan 25 mg zur Nacht. Seit genau dieser Zeit habe ich immer trockene Schleimhäute und (vermutlich) dadurch eine Art Reizhusten. War schon beim Lungenarzt und zwei HNO, die nichts feststellen können. Nun habe ich meine Neurologin darauf angesprochen, die meinte, es steht zwar nich in den Nebenwirkungen (der Husten), aber durch die trockenen Schleimhäute (habe auch ohne MEdikamente schon und mit umso mehr) könnte schon eine ständige Reizung vorhanden sein, die dann eben zu diesem Husten führt. Sie hat mir zur Probe Duloxetin mitgegeben. Ich soll Amitriptyllin abrupt absetzten und am Nachmittag 30mg Kapsel von denen nehmen. Ich habe so meine Bedenken, da dieses Medi ja genau die gleichen Nebenwirkungen hat wie auch das Ami... was gewinne ich denn dadurch? Ich würde am liebsten ganz auf Medis verzichten, aber meine letzte schlimme Angstphase wegen Krankheiten ist gar nicht so lange her (unter Ami) sodass ich mich nicht traue es einfach abzusetzten. Habe auch gelesen, dass manche sogar Erbrechen haben wegen dem Duloxetin und starke Übelkeit. Das macht mir Angst. Kennt jemand dieses Medikament und verträgt es gut? Wieso soll ich es am Nachmittag einnehmen? ISt man wirklich sehr aufgedreht wegen dem Duloxetin? Bitte sagt mir eure Meinung zu der ganzen Situation.


Hallo marfa,

siehe mein Beitrag weiter oben. Ich vertrage es ganz gut. Bei einer Dosis von 30 mg bin ich überhaupt nicht aufgedreht, besser wirken tut es bei mir aber erst mit 60 mg.
Übelkeit hatte ich nur ein paar Tage, aber nicht gravierend (kein Erbrechen oder so).
Ich wäre froh, ich wäre etwas "fitter", im Gegenteil, mich macht Duloxetin müde und erschöpft.
Negativ finde ich, dass ich es nicht so einfach absetzen kann wie mir das bei SSRI oder Trizyklika gelungen ist.
Dafür sind die SNRI aber wohl bekannt.

17.07.2017 12:22 • #9


Zitat von TiffyK:

Duloxetin ist genau so wie Venlafaxin ein SNRI,

Duloxetin hat zumindest eine signifikante noradrenerge Komponente um als SNRI durchzugehen. Bei Venlafaxin ist das ja mehr Marketing: Ein ganz wenig NRI gibt es bei sehr hohen Dosierungen, aber das dürfte klinisch nicht wirklich signifikant sein. Was bei Venlafaxin zur hohen Effektivität beisteuert, ist die Wirkung auf die Opiat-Rezeptoren.

Zitat von TiffyK:

Wenn dich Duloxetin müde macht und wenig zum Antrieb beisteuert, dann würde ich an deiner Stelle mal Milnacipran ausprobieren.

17.07.2017 13:53 • x 1 #10


Zitat von NNorim:
Duloxetin hat zumindest eine signifikante noradrenerge Komponente um als SNRI durchzugehen. Bei Venlafaxin ist das ja mehr Marketing: Ein ganz wenig NRI gibt es bei sehr hohen Dosierungen, aber das dürfte klinisch nicht wirklich signifikant sein. Was bei Venlafaxin zur hohen Effektivität beisteuert, ist die Wirkung auf die Opiat-Rezeptoren.


Wenn dich Duloxetin müde macht und wenig zum Antrieb beisteuert, dann würde ich an deiner Stelle mal Milnacipran ausprobieren.


An Milnacipran trau ich mich aufgrund meiner Zwangsgedanken nicht ran, da als "häufige" Nebenwirkungen suizidales Verhalten aufgeführt wird...
Ansonsten denke ich auch, das könnte etwas mehr bringen.

17.07.2017 14:35 • #11


Das hat meine Neuro Ärztin auch gesagt, dass Duloxetin weniger Nebenwirkungen hat. Nehmt ihr es morgens oder nachmittags ein? Hab gelesen, dass man davon schwerer wieder loskommt stimmt das?

17.07.2017 15:41 • #12


Angeblich ist es schwerer, von SNRI loszukommen, als von SSRI, ja.
Ich hab das auch schon festgestellt. Escitalopram konnte ich (glücklicherweise) völlig problemlos absetzen, während ich bei Duloxetin schon Probleme bekommen habe.
Da ich aber ein Benzo nach langjähriger Einnahme entzogen habe, empfinde ich das Absetzen von ADs generell als ganz gut zu ertragen, bin kein Maßstab.

Ich nehme Duloxetin mittags, aber nur aus organisatorischen Gründen. Habe es auch schon vormittags und abends (wegen der Müdigkeit) versucht. Ich merke keinen Unterschied. Allerdings berichten einige, dass sie unangenehme Symptome bekommen, wenn sie es nicht immer zur selben Zeit nehmen.

17.07.2017 16:00 • #13


Hm... setzt eigentlich die Wirkung bald ein? Ich soll ja von jetzt auf gleich umstellen...

17.07.2017 16:10 • #14


Ich habe sowohl Citalopram als auch Cymbalta (Duloxetin) bereits genommen. Beide haben gut gewirkt, momentan nehme ich wieder Citalopram weil es ohne einfach nicht geht derzeit.
Beide konnte ich einfach ausschleichen, bei Cymbalta hatte ich lange gar keine Nebenwirkungen (ein bisschen Muskelzucken, aber das war harmlos) nach ca. 2 Jahren Einnahme bekam ich mehrere Halsentzündungen nacheinander. Daher bin ich dann auf Fluoxetin umgestiegen. War auch problemlos.
Am Besten gegen die Hypochondrie hat schon Cymbalta gewirkt finde ich.......

17.07.2017 16:19 • #15


Zitat von TiffyK:

An Milnacipran trau ich mich aufgrund meiner Zwangsgedanken nicht ran, da als "häufige" Nebenwirkungen suizidales Verhalten aufgeführt wird...
Ansonsten denke ich auch, das könnte etwas mehr bringen.

ggf. mit engmaschiger Kontrolle seiten des Arztes. Ich habe gerade eMail Kontakt zu jemandem, der mit Cymbalta und co. ähnliche Erfahrungen gemacht hat wie Du, und der mit Milnacipran sehr gut klarkommt. Eine andere Möglichkeit wäre noch der Goldstandard Clomipramin, aber hier müsste man mal schauen ob man die Nebenwirkungen verträgt.

Eigentlich wollte ich ja gerade ins Nortriptylin-Schwärmen verfallen, habe aber gerade gemerkt, dass Du es ja warst, die den Thread dazu aufgemacht hatte (btw.: Wenn Du Nortrilen haben möchtest, dann kombiniere Milnacipran mit Mirtazapin. Das dürfte sehr nah an die pharmakologischen Eigenschaften von Nortriptylin rankommen: H1, 5HT2A/2C Antagonismus/inverser Agonismus, Betonung auf NRI Komponente aber trotzdem noch bissl SRI dazu.)

Hast Du denn Erfahrungen mit Bupropion, Mirtazapin und den Geschwistern Mianserin, Maprotilin gemacht?

17.07.2017 19:53 • #16


Zitat von NNorim:
ggf. mit engmaschiger Kontrolle seiten des Arztes. Ich habe gerade eMail Kontakt zu jemandem, der mit Cymbalta und co. ähnliche Erfahrungen gemacht hat wie Du, und der mit Milnacipran sehr gut klarkommt. Eine andere Möglichkeit wäre noch der Goldstandard Clomipramin, aber hier müsste man mal schauen ob man die Nebenwirkungen verträgt.

Eigentlich wollte ich ja gerade ins Nortriptylin-Schwärmen verfallen, habe aber gerade gemerkt, dass Du es ja warst, die den Thread dazu aufgemacht hatte (btw.: Wenn Du Nortrilen haben möchtest, dann kombiniere Milnacipran mit Mirtazapin. Das dürfte sehr nah an die pharmakologischen Eigenschaften von Nortriptylin rankommen: H1, 5HT2A/2C Antagonismus/inverser Agonismus, Betonung auf NRI Komponente aber trotzdem noch bissl SRI dazu.)

Hast Du denn Erfahrungen mit Bupropion, Mirtazapin und den Geschwistern Mianserin, Maprotilin gemacht?


Mirtazapin fällt weg, hat mir zwar schon mit 7,5 mg geholfen, aber in selbiger biedriger Dosierung Fressattacken vom feinsten beschert.
Maprotilin hatte ich nur ganz kurz, hab ich gar nicht vertragen - konnte damit weder Autofahren noch sonst irgendwie am Leben teilnehmen, war dermaßen benommen, dass ich gegen den Türrahmen gelaufen bin. Hatte ich schon bei mehreren ADs, die so stark auf H1 Histamin wirken.
Mianserin und Bupropion hatte ich noch nicht.

Bupropion bekomme ich vom Neurologen nicht verschrieben, Hausärztin weigert sich auch.

Ich bin früher mal mit der Kombi Escitalopram + Reboxetin kurzfristig gut gefahren, aber Reboxetin gibts ja auch nicht mehr

18.07.2017 11:28 • #17


Zitat von TiffyK:

Mirtazapin fällt weg, hat mir zwar schon mit 7,5 mg geholfen, aber in selbiger biedriger Dosierung Fressattacken vom feinsten beschert.

Ab 30mg aufwärts wird das deutlich besser
Essattacken und Schläfrigkeit sind vor allem bei 7,5 - 15mg ein Problem, in höheren Dosierungen gleicht die noradrenerge Komponente das aus.
Ist vor allem deswegen interessant, weil es ähnlich wie Nortrilen als 5HT2A/2C Antagonist / inverser Agonist wirkt.

Milnacipran + Mirtazapin = "Notrilen Deluxe"
Zitat von TiffyK:
Bupropion hatte ich noch nicht.

Bupropion in Kombination mit Sertralin (Welloft) könnte interessant sein.

Zitat von TiffyK:
Bupropion bekomme ich vom Neurologen nicht verschrieben, Hausärztin weigert sich auch.

Mit was begründen die das?

Zitat von TiffyK:
Ich bin früher mal mit der Kombi Escitalopram + Reboxetin kurzfristig gut gefahren, aber Reboxetin gibts ja auch nicht mehr

wat, das gibt es auch nicht mehr?

18.07.2017 13:36 • #18


Brina84
Ich nehme auch schon seit einer Weile duloxetin 60mg und ich habe keinerlei Beschwerden dadurch. Ich nehme sie morgens.
Bin jetzt gaaaaanz langsam am ausschleichen.
Mal sehen wie es dann so ist.

18.07.2017 15:02 • #19


Also ich hab gestern abend keine Ami genommen und heute nach dem Frühstück Duloxetin genommen. Mir ist leicht schwindlig (war schon vor Duloxetin), was wohl eine Art Entzugserscheinung ist. Leichte Kopfschmerzen hab ich auch und bin unendlich müde...

18.07.2017 15:32 • #20




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Dr. med. Andreas Schöpf