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Hallöchen zusammen,

bin neu hier und habe mal direkt eine Fragen bezüglich der Medikation bzw. eurer Erfahrungen mit Anxiolytika.

Zu mir:

Bin 20 Jahre alt, Single, wohne bei meinen Eltern, mein Leben läuft seit ca. 1 Jahr zumindest was meine Depressionen angeht wieder normal, besuche eine Abendschule um mein Abi nachzuholen.

Zu den Umständen:

2009/2010 - Diagnose Schwere Depression und Agoraphobie/Sozialphobie
Darauf hin 2 Monate stationäre Behandlung.
Darauf hin 3 Monate Behandlung in einer Tagesklinik.

Darauf folgend Ambulante Therapie (Neurologie+Psychotherapie) bis jetzt.

Nun zu meiner Frage:

Im laufe dieser Zeit habe ich so viele Medikament erhalten und musste sowohl bei den Depressionen als auch bei den Angstzuständen feststellen das es reines Experimentieren ist, bis man ein Medikament findet das einen wirklich unterstützenden Effekt auf mich hat.
Ich weiß nicht mehr wie viele es waren, für mein Alter auf jeden Fall zu viele!
Zurzeit bekomme ich Seroquel um das Ausbrechen meiner Panikattacken in der Schule zu vermeiden. Um es kurz zu halten, es bringt mir nischt!
Jetzt bekam ich von meiner Neurologin 25mg Valdoxan(Agomelatin) und sollte das Seroquel beibehalten. Da ich aus irgendeinem Grund die Befürchtung habe das dieses Medikament mich auch nicht weiterbringen wird, mal die obligatorische Frage: Womit habt ihr(abgesehen von Benzodiazepinen) die beste anxiolytische Erfahrung gemacht? Ich habe von Lyrica gehört und denke das ich das bei meinem nächsten Termin ansprechen werde(falls es nötig ist)!


Ich bin mir darüber im Klaren das Medikamente nicht die ideal- bzw- sololösung sind(deshalb mache ich auch eine Psychotherapie), ich habe nur ohne Medikament nicht die Kraft und nicht den Willen das alles durchzustehen.

Ein dickes SORRY für den langen Text !

Würde mich freuen wenn ihr euern Senf dazu geben könntet!

LG Nico

18.04.2012 12:46 • 29.04.2012 #1


17 Antworten ↓


Habe ich die Chance auf wenigstens eine Antwort?

19.04.2012 17:16 • #2



Die ganze Palette und darüber hinaus, was nun?

x 3


Ich würde dir gerne antworten, ich kenne mich aber leider garnicht mit Medikamenten aus

Trotzdem Gute Besserung!

19.04.2012 17:53 • #3


Danke!

19.04.2012 18:36 • #4


hm...?

20.04.2012 17:19 • #5


Ich habe immer nur eine Notfallmedikament dabei gehabt und natürlich auch hinzuneigender genommen und das war Tavor. Eine dauerhafte Einnahme wollte ich nicht, denn ich dachte, dann kann ich nicht erkennen, ob meine Therapie Erfolge zeigt und ich in der therapie an dich kritischen Punkte komme,denn die zeichnen sich ja dadurch aus, dass die Panik deutlich schlimmer wird wenn man sich der Ursache für seine Ängste nähert. Daher habe ich Tavor nur im Bedarfsfall genommen.

20.04.2012 17:31 • #6


Ich bekomme auch ein Benzodiazepin und zwar Bromazepam. Das mit dem Bedarfsfall ist bei mir so eine Sache weil bei mir jede starke Form einer Panickattacke einen Badarfsfall darstellt. Das Problem hierbei ist das ich nicht in der Lage bin mich der Situation zu stellen da diese Panickerfahrungen meine Kompetenzen und meinen Willen definitiv in den Schatten stellen. Deshalb überlege ich evtl. meiner Neurologin vorzuschlagen das ich auf Lyrica statt Valdoxan umsteige (als Dauermedikation[fürs Erste])

Ich nehme das Valdoxan jetzt seit drei Tagen. Da mich im Moment die antidepressive Wirkung nicht interessiert warte ich noch vergeblich auf die anxiolytische Wirkung...

Danke für die Antwort !

Lg Nico

20.04.2012 17:48 • #7


Es dauert halt, bist die Wirkung eintritt. Aber mach dir bewusst, dass du der Situation die Panik zu durchleben und zu erfahren, dass dir dadurch nichts passieren kann, im Grunde nicht vermeidbar ist und du damit deine Gesundung und mögliche symptomfreiheit nur in die Ferne verschiebst.

20.04.2012 17:58 • #8


Dessen bin ich mir im klaren !
Und genau das ist das Schlimme, ich weiß das ich es dadurch in den Griff bekomme, dennoch schaffe ich die Konfrontation nur selten. Ich bin nicht für solche Situationen konzipiert.... Nein, ernsthaft ich tue immer alles um den Panikmomenten wenigstens kurz ins Gesicht zu blicken, mal länger mal kürzer, aber generell schaffe ich es nicht. Das ist schon seit 2 einhalb Jahren so... unverändert, obwohl ich daran Arbeite!


Lg Nico

20.04.2012 18:19 • #9


Will nicht vielleicht jemand auf meine Ausgangsfragen antworten??!

25.04.2012 17:42 • #10


Hi Nico....
Ich würde dir gerne eine Antwort geben, kenne mich mit Medi überhaupt nicht aus.

Ich wollte von Anfang an keine nehmen und habe es bis heute geschafft. Ich stelle mich meiner Angst, obwohl es mir manches Mal nicht so gut geht. Aber es gibt keine andere Lösung....

LG

25.04.2012 17:52 • #11


Valdoxan hab ich vor 3 Jahren mal probiert, brachte nichts. Bei einer anderen Patientin war es auch so und die nahm die schon länger.

Von Seroquell halte ich nichts, wenn man keine Schizo hat. Ich weiß, die werden auch bei anderen Sachen verschrieben, find ich aber nicht gut. Für Neuroleptika gibt es ein klares Anwendungsgebiet und Depression oder Angst gehört nicht dazu.

Was hilft, ist so eine Sache und was A hilft, muss B nicht helfen.

Mein Psychiater (Charité Berlin) sagte mal, bei Angst/Panikstörung ist am effektivsten Lyrica oder Buspiron. Lyrica hab ich mal kurz genommen, fand aber dieses Trunkenheitsgefühl doof. Gegen Angst haben die aber bei mir schon am 1. Tag was gebracht.

25.04.2012 21:45 • #12


Christina
Hi Nico,

im Grunde gelten ADs aus der Gruppe der SSRI sowie SNRI auch bei Ängsten als erste Wahl, wenn man eine Dauermedikation braucht. Unangenehm dabei ist, dass diese ADs vorsichtig eingeschlichen werden müssen und die Symptome zunächst verschlimmern können. Und am Ausprobieren kommt man ebenfalls nicht vorbei... Für die Reihenfolge des Ausprobierens ist es aber ganz praktisch, wenn man ein paar Details über die Medis weiß:
  • Cipralex gilt als der Ferrari unter den SSRI, hat im allgemeinen die wenigsten Nebenwirkungen. Das "nächstbeste" ist sein Vorläufer Citalopram.
  • Paroxetin wirkt häufig sehr gut bei Angst, ist aber auch das SSRI, das am häufigsten Probleme beim Absetzen macht.
  • Fluoxetin wird oft Patienten mit zusätzlichen Essstörungen verschrieben, es soll ggf. Heißhungerattacken bremsen.
  • Fluvoxamin hat am wenigsten Nebenwirkungen in Richtung Libidoverlust und Impot..
  • Sertralin sollte man nicht nehmen, wenn man Schilddrüsenhormone nehmen muss, da es deren Wirkung herabsetzt.
  • Wenn SSRI nicht (ausreichend) wirken, kann man zu SNRI greifen - Trevilor oder Cymbalta. Dabei soll Trevilor besser gegen Ängste wirken.

Buspiron ist auch eine Möglichkeit, wird aber von benzo-erfahrenen Patienten oft für unbefriedigend gehalten, aber kann man ausprobieren. Seroquel wirkt wie alle NL bei Ängsten auf der Basis, dass es platt macht. Ist also nicht unbedingt der Hit.

Zitat von |Nico|:
Dessen bin ich mir im klaren !
Und genau das ist das Schlimme, ich weiß das ich es dadurch in den Griff bekomme, dennoch schaffe ich die Konfrontation nur selten. Ich bin nicht für solche Situationen konzipiert.... Nein, ernsthaft ich tue immer alles um den Panikmomenten wenigstens kurz ins Gesicht zu blicken, mal länger mal kürzer, aber generell schaffe ich es nicht. Das ist schon seit 2 einhalb Jahren so... unverändert, obwohl ich daran Arbeite!
Du übst falsch und verstärkst damit die Angst, das ist immer so, wenn du die Angst entscheiden lässt, wie lange du dich ihr aussetzt. Hier mal drei Links dazu, die passen vielleicht auch auf dich:

Liebe Grüße
Christina

25.04.2012 22:25 • #13


Hallo Nico! Das Problem ist, das jedes Medikament bzw. AD bei jedem Menschen unterschiedlich wirkt...Ich nehme derzeit nichts...da ich mit den bisherigen Medikamenten nicht klar kam , besonders eben mit den Nebenwirkungen...Libido gleich null, unter Opipramol bekam ich Herzrasen, unter Citalopram hatte ich selbst nach zwei Monaten keine Besserung , sogar eher Verschlechterung. Lyrica bekam ich damals im Krankenhaus bei meiner OP. Ich habe dadurch total verschwommen gesehen, konnte also keine Kreuzworträtsel mehr lösen.Meine timmung war dadurch ein wenig aufgehellt..am besten bei mir war damals eine Minidosis aus Fluoxetin und Sulpirid. Davon habe ich wenisgtens nicht zugenommen und das würde ich eventuell auch nochmal versuchen...aber wie gesagt, wenn es irgendwie ohne klappt, umso besser,,,...
Benzos sind sehr gefährlich, da sie schnell abhängig machen können. Mit deinen Medikamenten habe ich leider keine Erfahrung. Finde es aber toll, dass du deine Schule packst...LG Darleen

25.04.2012 22:43 • #14


Aaaalso,

erstmal danke danke danke für die klasse Antworten.
Und ich werde crazy030's Vorschlag bei meiner nächsten Sitzung ansprechen.

Zurzeit funktioniert nichts, ich kann mich mit den Situationen nicht konfrontieren. Nicht weil ich nicht will, sondern weil ich es schlichtweg nicht Packe. Ich sage mir immer wieder das ich das jetzt durchziehe und knallhart bleibe. Doch nur Sekunden später bricht bei mir alles zusammen. Ich bin erst 20 und schon so labil wie ein PTBS Patient(ich weiß, ist übertrieben). Das macht mir echt zu schaffen.

Gibt es jemanden der vielleicht alternativen zu der "normalen" Gesprächs-/Tiefen-psychologischen-/Verhaltenstherapie kennt?
Hab echt Muffensausen


Lg Nico

26.04.2012 18:50 • #15


Christina
Zitat von |Nico|:
Zurzeit funktioniert nichts, ich kann mich mit den Situationen nicht konfrontieren. Nicht weil ich nicht will, sondern weil ich es schlichtweg nicht Packe. Ich sage mir immer wieder das ich das jetzt durchziehe und knallhart bleibe. Doch nur Sekunden später bricht bei mir alles zusammen. Ich bin erst 20 und schon so labil wie ein PTBS Patient(ich weiß, ist übertrieben). Das macht mir echt zu schaffen.
Das kann auch nicht funktionieren. Du musst dich nicht mit Situationen, sondern mit der Angst konfrontieren. Wann immer du in einer Situation bleibst, bis die Angst zu stark wird, und die Situation dann verlässt, bevor die Angst deutlich nachgelassen hat, verstärkst du die Angst. Du verfestigst damit immer wieder die Erfahrung, dass die Angst steigt, bis du sie nicht mehr aushältst. Das sind handwerkliche Fehler beim Üben, da lässt du es besser ganz sein.

Zitat von |Nico|:
Gibt es jemanden der vielleicht alternativen zu der "normalen" Gesprächs-/Tiefen-psychologischen-/Verhaltenstherapie kennt?
Hab echt Muffensausen
Wirkliche Alternativen gibt es nicht, wohl aber unterstützende Maßnahmen. Da wären erstmal Entspannungstechniken wie PME, um den Ausgangsstresslevel niedriger zu halten. Medikamente zur Überbrückung sind eh klar. Evtl. hilft auch Hypnose ein Stück weit, aber da sollte man den Therapeuten mit Bedacht auswählen, am besten jemanden, der in einem Richtlinienverfahren eine Kassenzulassung hat und zusätzlich Hypnose anbietet.

Liebe Grüße
Christina

27.04.2012 14:21 • #16


Romi
Hallo
Ich hab starke Panikattacken bei mir wurde eine Agoraphobie mit Panikstörungen und Sozialephobie diagnostiziert. Für mich war es auch unmöglich die Attacken durchzustehen ich hab es einfach nich geschafft und irgendwann hatte ich auch keine Kraft mehr.. Also musste ich Medikamente nehmen ich hatte keine Wahl.. Hab über 1 jahr verschiedene AD´s ausprobiert aber nichts half gegen meine Ängste.. Ich war echt am verzweifeln... Bis meine Ärtzin mir Paroxetin verschrieben hat, schon nach 2 Wochen ging es mir besser ... Ich konnte wieder zur Schule gehen am Unterricht wieder teilnehmen.. Meine Panikattacken sind deutlich zurück gegangen und meine Unsicherheit auch, ich hab neue Lebensqualität bekommen .. Ich möchte keinen aufmuntern Parox zunehmen aber mir hat es sehr geholfen .. Und ich bin dankbar das ich endlich wieder leben kann ..
lg Romi

27.04.2012 21:31 • #17

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Hey hey,


Also ich denke trotz meines Dringlichkeitsgefühls gebe ich dem Valdoxan noch zwei oder drei Wochen. Vielleicht schlägt es ja an. Ansonsten werd ich dann Lyrica probieren und wenn das nichts bringt dann heißt es wohl wieder ausloten probieren und experimentieren.

Ouh mann... ich hab die Schnauze sowas von gestrichen voll, um es mal gesittet auszudrücken.

29.04.2012 19:35 • #18



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Dr. med. Andreas Schöpf