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Hallo Ihr Lieben,

ich bin neu hier im Forum und hoffe mir kann einer von euch weiter helfen.

Ich habe von 2011 bis Anfang 2016 Citalopram 20 mg genommen und in schwierigen Phasen wie Prüfungen und Führerschein zusätzlich phasenweise Opipramol.
Das Citalopram habe ich sehr langsam ( Angsthase) von 20 auf 15 reduziert und nehme nun seit 12 Monaten nur noch 15 mg.
Ich dachte ich könnte es ja mal versuchen und es lief gut.
Nun, der Winter war düster, dann hier und da einiges an stressigen Situationen.... die Angst sitzt mir wieder im Nacken. Emetophobie und leicht depressiv verstimmt. Ängste stehen aber im Vordergrund.
Ich bin zu meinem Psychiater, den ich von der Tagesklinik ( 9 Wochen ) kenne. Zusätzlich Gespräche beim Psychologen.
Als ich auch ansprach, dass ich starke Konzentrationsprobleme habe und ständig diesen Grübelzwang ( Gedankenspirale )habe ( hole derzeit mein Abitur nach ) und gehört habe, dass Tianeurax da gut anschlägt, hat er mir dieses Medikament verschrieben.
Aber ich soll weiterhin die 15 mg Citalopram einnehmen, wie bisher. Das Tianeurax nur morgens eine.
Jetzt meine Sorge: Beim Googeln bin ich auf einen Beitrag gestossen, indem stand, dass das eine Wiederaufnahmehmmer und das Andere Wiederaufnahmeverstärker sind. Laut Arzt und Apotheke passen die aber zusammen ..? Ich bin verwirrt. Er hat selbst am Pc in einem Programm nachsehen müssen ob sich diese beiden Medikamente vertragen und das Programm gab grünes Licht.
Noch dazu soll ich das Opipramol nicht mehr in Kombination mit dem Citalopram nehmen. Laut seiner Aussage gibt es neue Untersuchungen die besagen, dass beide zusammen zu Herzrhytmusstörungen führen können. Ich habe wie schon gesagt beides phasenweise über 6 Jahre genommen. Ich muss auch dazu sagen, dass Opipramol für mich ein Medikament ist, das mich in wenigen Tagen aus den schlimmen Ängsten raus geholt hat.

Hat jemand Erfahrung mit beiden Medikamenten, Citalopram und Tianeurax nur morgens ?

Freue mich über Antworten und Ratschläge

Grüße

13.03.2017 22:50 • 16.03.2017 #1


6 Antworten ↓


Zitat von Lilliemaria:
Hallo Ihr Lieben,

ich bin neu hier im Forum und hoffe mir kann einer von euch weiter helfen.

Ich habe von 2011 bis Anfang 2016 Citalopram 20 mg genommen und in schwierigen Phasen wie Prüfungen und Führerschein zusätzlich phasenweise Opipramol.
Das Citalopram habe ich sehr langsam ( Angsthase) von 20 auf 15 reduziert und nehme nun seit 12 Monaten nur noch 15 mg.
Ich dachte ich könnte es ja mal versuchen und es lief gut.
Nun, der Winter war düster, dann hier und da einiges an stressigen Situationen.... die Angst sitzt mir wieder im Nacken. Emetophobie und leicht depressiv verstimmt. Ängste stehen aber im Vordergrund.
Ich bin zu meinem Psychiater, den ich von der Tagesklinik ( 9 Wochen ) kenne. Zusätzlich Gespräche beim Psychologen.
Als ich auch ansprach, dass ich starke Konzentrationsprobleme habe und ständig diesen Grübelzwang ( Gedankenspirale )habe ( hole derzeit mein Abitur nach ) und gehört habe, dass Tianeurax da gut anschlägt, hat er mir dieses Medikament verschrieben.
Aber ich soll weiterhin die 15 mg Citalopram einnehmen, wie bisher. Das Tianeurax nur morgens eine.
Jetzt meine Sorge: Beim Googeln bin ich auf einen Beitrag gestossen, indem stand, dass das eine Wiederaufnahmehmmer und das Andere Wiederaufnahmeverstärker sind. Laut Arzt und Apotheke passen die aber zusammen ..? Ich bin verwirrt. Er hat selbst am Pc in einem Programm nachsehen müssen ob sich diese beiden Medikamente vertragen und das Programm gab grünes Licht.
Noch dazu soll ich das Opipramol nicht mehr in Kombination mit dem Citalopram nehmen. Laut seiner Aussage gibt es neue Untersuchungen die besagen, dass beide zusammen zu Herzrhytmusstörungen führen können. Ich habe wie schon gesagt beides phasenweise über 6 Jahre genommen. Ich muss auch dazu sagen, dass Opipramol für mich ein Medikament ist, das mich in wenigen Tagen aus den schlimmen Ängsten raus geholt hat.

Hat jemand Erfahrung mit beiden Medikamenten, Citalopram und Tianeurax nur morgens ?

Freue mich über Antworten und Ratschläge

Grüße

Es ist nicht sehr sinnvoll, einen Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer mit einem Serotonin-Wiederaufnahme-Verstärker zu kombinieren. Was das eine hemmt, wird durch das andere verstärkt. Ist irgendwie völlig widersinnig.

Dazu kommt, daß Tianeurax Grübelzwänge verstärken kann, weil es die Gedanken 'schärft'. Die Wahrnehmungsempfindung auch gegenüber 'dunkler' Gedanken kann, besonders bei Beginn der Einnahme, extrem verstärkt werden. Es fallen einem auch plötzlich alle peinlichen Situationen des gesamten Lebens ein, die man vielleicht lieber verdrängen möchte. Es kann unerträglich werden, weshalb ich aus persönlicher Erfahrung dazu rate, ein wirklich zuverlässiges Schlafmedikament zu haben, sonst kann es passieren, daß man Nächte durchmacht.

Abzuraten von Tianeptin (Tianeurax) ist, wenn man bereits Dro.erfahrungen im Leben gemacht hat, da Tianeptin dort andockt, wo Opiate auch andocken, was zu einer erneuten Reizung des Dro.verlangens führen kann.

Tianeptin wirkt nicht in einer Einmaldosis! Es muß täglich 3 mal in genau dem Abstand von 4 Stunden genommen werden, um seine Wirkung zu entfalten. Es kann auf max. 4 Tabletten pro Tag gesteigert werden, jedoch nur in Absprache mit einem Arzt, der sich damit auskennt - niemals auf eigene Faust.

Ich nehme Tianeurax jetzt bald schon 2 Jahre lang und werde es auch noch lange nehmen müssen. Es ist das einzige AD, das bei mir überhaupt gewirkt hat und das auch noch so gut, daß ich trotz episodischer Depression ein geregeltes Leben allein gut hinbekomme.
Aus einem Artikel über die Wirkungsweise von Tianeurax weiß ich, daß Patienten, die gut auf Tianeptin reagieren, meistens überhaupt nicht auf SSRI ansprechen. Wenn du also gut auf SSRI ansprichst, dann laß das Tianeptin weg.
https://www.aerzteblatt.de/archiv/13719 ... Repertoire
Zitat:
Ein Patient, der auf Tianeptin gut respondiert, ist ein anderer als der, der gut auf ein SSRI anspricht. (Prof. Dr. med. Hans-Peter Volz)


Grüße

14.03.2017 08:50 • x 1 #2



Citalopram und Tianeurax als Combi?

x 3


Hallo Reenchen,

vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort.

Ich werde einen neuen Termin beim Psychiater vereinbaren und bis dahin das Tianeurax weg lassen.

Schön wäre es, wenn es ein vergleichsweise gutes Badarfsmedikament wie Opipramol geben würde, das sich mit dem Citalopram verträgt.
Wenn da noch jemand einen Vorschlag hätte wäre toll.
Auf Tavor oder ähnliches möchte ich verzichten, habe es auch noch nie probiert. Allerdings in der Klinik Mitpatienten gesehen, die solche Medikamente genommen haben und ich fand es echt gruselig zu sehen wie die einfach nur besoffen unterwegs waren.

Auch hatte ich überlegt das Citalopram wieder von 15 mg auf 20 zu steigern. Aber ich frage mich auch , ob es nach 6 Jahren bereits an Wirkung verloren hat.
Fragen über Fragen:/

Die Anspannung ist sehr groß, seltsamerweise auch hauptsächlich morgens. Gegen spät Nachmittag / Abend kann ich mich selbst wieder einigermassen beruhigen.
Flache Atmung bis Schnappatmung, hohen Puls, zittrig, grübeln, extrem angespannt. Der Kopf gibt einfach keine Ruhe.

Bin wirklich kurz davor doch wieder Opipramol zu nehmen.

14.03.2017 14:36 • #3


Also bräuchtest du ein Medikament, das eher die Grübelei unterdrückt und auch den Puls unten läßt, also eher was dämpfendes, was dich trotzdem dem Tag bewältigen läßt? Venlafaxin empfand ich als dämpfend, so daß man völlig klar war, aber nicht aufgeregt. Wie gesagt, auf andere AD's reagierte ich entweder mit heftigen Nebenwirkungen oder sie entfalteten ihre Wirkung nicht richtig - aber bei Venlafaxin fand ich, daß sie eher beruhigend waren und nicht körperlich und geistig aufwühlten. Da war ich aber schon auf 300 mg hochdosiert und weiter hoch dosieren wollte meine Psychiaterin nicht.

14.03.2017 16:05 • x 1 #4


hallo!
ich nehme die combi escitalopram (cipralex) und trazodon (trittico).
cipralex gibt mir antrieb und wirkt antidepressiv.
trittico (abends) wirkt beruhigend und nur leicht antidepressiv.
vielleicht wäre trittico etwas für dich.
liebe grüße

14.03.2017 20:05 • x 1 #5


Hallo,

und Danke Reenchen und Nektarine für die Vorschläge.

Möchte nun hier kurz berichten, was mir mein Psychiater geraten hat, nachdem ich um Rückruf gebeten hatte wegen meiner Verunsicherung beider Medikamente.

Zuerst soll ich porbieren Citalopram wieder von 15 auf 20 mg zu steigern. Eine weitere Einnahme von Opipramol ist mit Citalopram ausgeschlossen.
Auf meine Frage, wo der Sinn darin liegt /Tianurax und Citalopram zu nehmen, sagte er, die sollen mich ja nur etwas runter bringen und mich leichter werden lassen, deswegen auch nur eine Tianeurax morgens.
Die Gegenteilige Wirkung sei Ihm bekannt aber das sei egal und würde klappen. OK..
Ich hatte auch mal meinen Psychologen gefragt, der mit dem Psychiater in der Tagesklinik zusammen arbeitet, ob es sein kann, dass Citalopram nach 6 Jahren seine Wirkung nicht mehr richtig entfalten kann.
Mein Psychologe sagte, das kann sein, das hatten wir hier auch schon. Der Psychiater hat sofort Nein gesagt, sowas hätte er noch nicht erlebt. Das sind solche Sachen die lassen mich natürlich nur noch mehr grübeln und verunsichern mich sehr. Spreche ich denn genau dieses Thema bei einer Bekannten an, die Jahre in der Apotheke gearbeitet hat, sagt sie, natürlich kann das sein.

Nebenbei habe ich mich auch gewagt anzusprechen, dass ich den Eindruck habe unter den Citalopram eine geringer Lust zu verspüren.
Aber das kommt " nur vom Stress ", sagt der Psychiater. Natürlich ist das nicht mein Hauptproblem, aber so etwas belastet auch eine Partnerschaft.

Ich soll jetzt 14 Tage warten ob sich die Steigerung vom Citalopram bemerkbar macht. Aber Tianeurax liegt für mich erst mal nur so hier rum. Ich umkreise es, denke nach, aber wirklich trauen tue ich mich nicht.
Habe heute erst mal im 4 Std Takt Baldrian und Neurexan genommen.

Grüße

15.03.2017 23:41 • x 1 #6


Einen "Gewöhnungseffekt" schließe ich bei synthetischen AD's niemals aus, wenn sich der Körper also an einen solchen Stoff "gewöhnt" hat und die Wirkung dadurch zunichte gemacht wird. Das kann auch bei pflanzlichen Mitteln passieren. Diese Gewöhnung ist bei jedem Menschen anders und auch abhängig von Dauer und Höhe der Einnahme. Auch der Lustverlust kann selbstverständlich etwas mit der Einnahme von AD's zu tun haben. Beipackzettel lesen!

Das mit dem Tianeurax in Einmaldosis morgens "zum Runterkommen"... hä?, wovon denn runterkommen, die bringen dich erstmal so richtig in die Realität und dann? Kenne ich gar nicht anders.

Na gut, dein Dr. ist ein Dr. aber stutzig macht der mich.

16.03.2017 07:41 • #7




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Dr. med. Andreas Schöpf