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N
Hi Zusammen, ich bin hier neu und mich quält eine generalisierte Angststörung. Die Angst vor den Medikamenten und der Wunsch es ohne zu schaffen, hat mich mehrere Versuche starten lassen, aber immer nach 2-3 Wochen habe ich wieder abgebrochen. Zuerst Sertralin, die erste Woche lag ich flach, es ging gar nichts mehr und die Angst und Unruhe würde viel schlimmer. Allerdings wurde es nach 1 Woche besser. Dennoch habe ich abgesetzt weil ich gehofft habe ich schaffe es so.
Nach ein paar Wochen Kampf bekam ich Escitalopram, drei Wochen ohne irgendeine Wirkung, habe mich nur total entfremdet gefühlt, also abgesetzt. Nun bin ich bei Opipramol und habe nur noch Angst vor diesen Tabletten. Kann mir jemand helfen? Ich habe 25 mg die letzten 4 Abende eingenommen und letzten Abend 50 mg genommen. Dafür das sie sedierend wirken sollen, merke ich davon nichts. Konnte gar nicht schlafen und tagsüber eine krasse innere Unruhe. Was hilft mir nur?
Viele Grüße

02.05.2022 07:51 • 14.05.2022 #1


21 Antworten ↓


Haferbub
Hallo,
das du Sertralin und Escitalopram abgesetzt hast, ist natürlich schade.
Die Medikamente benötigen ein paar Wochen, bis sie Ihre Wirkung zeigen.
In den ersten Wochen können zudem Nebenwirkungen auftauchen, wie du gemerkt hast. Diese sollten aber, wenn sich die Wirkung einstellt, nach ein paar Wochen wieder verschwinden (2-4 Woche in etwa).

Erst dann stellt sich eine Wirkung ein und etwaige Nebenwirkungen sollten dann abklingen.

Zu Opipramol gibt es hier ein Sammelthema, in dem du deine Frage stellen kannst.
Die innere Unruhe würde ich aber der generalisierten Angststörung zuordnen, weniger dem Medikament.
Dann geht sie sicher nicht unter:
medikamente-angst-panikattacken-f76/opipramol-erfahrungen-t43259.html

02.05.2022 08:37 • x 3 #2


A


Angststörung, Sertralin, Escitalopram, Opipramolol

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Grübelkatze
Hallo!

Vielleicht liege ich komplett daneben, aber die innere Unruhe würde sich auch mit der Erwartungshaltung erklären lassen - zusätzlich zur Angststörung.
Man erwartet ne schnelle Wirkung bei Medikamenten und neigt zur Ungeduld. Da könnte schon Unruhe verursachen.

Zu Opipramol kann ich zwar nix sagen, aber hier meine Erfahrung:

Mir ging es so, als ich damals mit den Sertralin begonnen hab. Ich war unruhig und extrem ungeduldig, hab aber mit Müh und Not die 6 Wochen durchgestanden und dann wurde es schnell und deutlich spürbar besser.
Inzwischen bin ich nach ner Pause, in der ich fälschlicherweise gedacht hatte, geheilt zu sein, bei den Escitalopram angekommen. Ich wusste, dass es dauert, bis die Wirkung passt und war nimmer so ungeduldig und die Zeit bis zur richtigen Wirkung war leichter auszuhalten.
Lange Rede, kurzer Sinn: wenn die Nebenwirkungen im erträglichen Rahmen bleiben, versuch's mit Geduld. Ist leichter gesagt, als getan. Ich weiß!

Viel Glück wünsche ich dir!

02.05.2022 08:48 • x 5 #3


N
Bin alleinerziehend mit einer wundervollen kleinen Zaubermaus, jeder Tag ist eine Qual, wenn man ihn mit ihr nicht genießen kann. Von daher ist es schwer geduldig zu sein.
Das Opipramol soll bei sehr vielen schnell helfen und sedierend wirken. Das tut es bei mir leider überhaupt nicht! Soll sie jetzt 2-3 Wochen nehmen... Aber ich halte das so schwer aus.

02.05.2022 10:01 • #4


Haferbub
Zitat von Nacho:
Bin alleinerziehend mit einer wundervollen kleinen Zaubermaus, jeder Tag ist eine Qual, wenn man ihn mit ihr nicht genießen kann. Von daher ist es schwer geduldig zu sein. Das Opipramol soll bei sehr vielen schnell helfen und sedierend wirken. Das tut es bei mir leider überhaupt nicht! Soll sie jetzt 2-3 Wochen ...

Ja, diese Medikamente wirken aber nicht von jetzt auf gleich.
Es ist keine Wunderpille die man einnimmt, und alles ist wieder toll.

Medikamente KÖNNEN unterstützend wirken und den Zustand EIN WENIG stabilisieren.
Und nicht jedes Medikament wirkt bei jedem gleich. Dem einen hilft das eine gut, dem nächsten ein anderes Medikament, manchen helfen auch keine Medikamente.

Wichtiger ist, sich frühzeitig um therapeutische Hilfe zu bemühen.
Sei es im Rahmen einer Therapie (also 1x die Woche für je 1h) oder einen Klinikaufenthalt anzustreben (dort gibt es mehr Therapieangebote und meistens wird man vernünftig auf ein Medikament eingestellt).
Das mag dir zwar nicht in den Sinn kommen, da du ein kleines Kind hast, jedoch verhilft es dir langfristig zu mehr Stabilität, sodass du dich wieder ganz auf dein Kind konzentrieren kannst, ohne deine eigenen Beschwerden noch dazu zu haben.
Mindestens eine Therapie würde ich dir dazu empfehlen, denn das Allheilmittel sind Tabletten nicht.
Mir haben sie, begleitend zur Therapie, sehr gut geholfen.

02.05.2022 10:18 • x 3 #5


Lina60
Liebe @Nacho, ich möchte mich den Aussagen meiner Vorschreiber fest anschliessen. Kann ein Lied davon singen, das richtige Medikament in der richtigen Dosis zu finden. Doch es ist leider wirklich so, dass bei den meisten Menschen die Psychopharmaka beginnen einzunehmen eine sg Erstverschlechterung eintritt . Die ist zuweilen schwer aus- und durchhaltbar. Es ist ein Abwägen wie lange man was probiert, die Nebenwirkungen tolerieren kann, und wann bricht man die Behandlung ab. Ich hörte bloss einmal im Leben von jemandem, der keine solchen Erststrapazen hatte. Und bei dieser Person, die vorläufig auf der Stelle ( nach Einnahme des ADs) gut drauf war, hielt die Besserung leider nicht sehr lange an.

Mir haben meine Psychiater sowie mein Hausarzt für die Einschleichphase TAVOR verschrieben. Wenn es also sehr unangenehm wurde und/oder ich zwischendurch mal eine Verschnaufpause benötigte ( was bei einer alleinerziehenden Mutter sowie arbeitenden Menschen sicher gehäuft vorkommen kann ), gönnte ich mir dieses Beruhigungsmittel- und Schlafmittel. Manchmal brauchte ich es nur ein paarmal, manchmal fast täglich. Doch ich kam stets wieder davon los, lebte monatelang ohne Tavor konsumieren zu müssen. Denn wenn die tolle positive Wirkung eines ADs einsetzt, sind Notfallmedikamente überhaupt nicht mehr notwendig. Man vergisst sie sozusagen. Das ist meine Erfahrung.

02.05.2022 11:04 • x 3 #6


S
Hey!

Ich kenne diese anstrengende Suche nach dem richtigen AD auch. Diese wirken natürlich bei jedem individuell und was bei mir gut wirkt, kann bei dir ganz anders sein.
Ich habe jedoch mit Opipramol sehr gute Erfahrungen gemacht in Bezug auf innere Unruhe und Schlafprobleme. Die ersten Tage war ich ein bisschen fertig und müde, habe aber nachts ganz wild und durcheinander geträumt und habe nicht wirklich etwas positives feststellen können. Nach ein paar Wochen hat das aufgehört und ich habe mit Opipramol ein Jahr gut gelebt.
Laut meinem Neurologen ist Opi ein relativ schwach wirkendes Medikament (hatte zum Schluss eine Dosierung von insgesamt 125mg verteilt auf den Tag), das mir bei zunehmenden Problemen mit meiner Angststörung und depressiven Phasen nicht mehr wirklich geholfen hat. Wie gesagt, hauptsächlich gegen Unruhe.

02.05.2022 11:20 • x 1 #7


N
Danke für eure Feedback, so richtig ermutigen tut mich das noch nicht. Jeder sagt mir es wird besser und wird weg gehen. Und ich lese immer mehr das nichts hilft. Ich bin in Therapie, sogar bei zwei Psychologinnen... Und die Tabletten zeigen bisher auch keine Wirkung. Will endlich wieder mit meiner Kleinen das Leben genießen können.

Hat jdm Erfahrung mit der Dia Methode? Da bin ich neulich drauf gestoßen.

02.05.2022 15:48 • #8


Haferbub
Zitat von Nacho:
Und die Tabletten zeigen bisher auch keine Wirkung. Will endlich wieder mit meiner Kleinen das Leben genießen können.

Naja dazu müsstest du die Einschleichphase ja erst Mal überstehen. Wie schon gesagt, von ner Woche Einnahme kann man keine Besserung erwarten...

02.05.2022 16:27 • x 3 #9


N
Ich gebe mein Bestes. Habe jetzt mal opipramol auf 25 mg abends und 25 mg morgens umgestellt. Vielleicht merke ich dann tagsüber mehr davon.

03.05.2022 07:45 • #10


Grübelkatze
Du kriegst das hin. Die erste Zeit ist hart, aber es wird besser. Halte durch!
Natürlich gibt es keine Garantie für tatsächliche Besserung, aber nutz die Chance und gib nicht auf! Das schaffst du!

03.05.2022 09:47 • x 1 #11


Sandy1986
Hallöchen hat hier jemand Erfahrungen ohne ausschleichen von Escitalopram 10 mg auf 3xtaglich Doxipin ! Mir ging es wirklich lange schlecht vom Escitalopram soll ich deswegen vielleicht nicht ausschleichen !

03.05.2022 12:19 • #12


Sandy1986
Hab das Escitalopram insgesamt zwei Monate genommen

03.05.2022 12:19 • #13


N
Nun ist der 11. Tag der Einnahme. Seit drei Tagen habe ich wahnsinnige Rückenschmerzen und Atemnot... Schrecklich! Dafür ist eventuell die Unruhe etwas weniger geworden. Aber so richtig merke ich noch nichts.

07.05.2022 07:42 • #14


G
11 Tage ist leider nichts beim einschleichen. Da musst du wirklich noch Geduld haben.

Mutter-Kind-Kur beantragt? Selbst wenn dein Kind nichts hat, kann es als Begleitkind mit.

Hast du Unterstützung? Dich mal an den VAMV gewandt?

Evtl. Jugendamt für Familienhilfe (zur Unterstützung für dich!)?

07.05.2022 10:10 • x 1 #15


Lunatica
Zitat von Grübelkatze:
Hallo! Vielleicht liege ich komplett daneben, aber die innere Unruhe würde sich auch mit der Erwartungshaltung erklären lassen - zusätzlich zur Angststörung. Man erwartet ne schnelle Wirkung bei Medikamenten und neigt zur Ungeduld. Da könnte schon Unruhe verursachen. Zu Opipramol kann ich zwar nix sagen, aber ...

wie geht es dir mit den Escitalopram?

07.05.2022 14:12 • #16


Grübelkatze
Ich hab mit 5 mg begonnen. Dann wurde mir gesagt, 5 mg bringen nix und ich bin auf 10 mg hoch. Da ich nach 8-12 Wochen keinen Unterschied gemerkt hab, bin ich wieder auf die 5 mg runtergegangen. Ich muss ja sowieso schon so viel Zeug nehmen. Da kommt jede Reduzierung recht.
Jedenfalls geht's mir damit gut. Wie weit die wirklich wirken, wird sich beim Absetzen rausstellen. Aber ich denke schon, dass die mich gut stabilisieren. Viele körperliche Symptome der Angst und Panik werden auf jeden Fall genommen. Dieses teilweise richtig Niedergeschlagene, vielleicht auch Depressive war ganz schnell weg.

07.05.2022 14:22 • #17

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Lunatica
Zitat von Grübelkatze:
Ich hab mit 5 mg begonnen. Dann wurde mir gesagt, 5 mg bringen nix und ich bin auf 10 mg hoch. Da ich nach 8-12 Wochen keinen Unterschied gemerkt hab, bin ich wieder auf die 5 mg runtergegangen. Ich muss ja sowieso schon so viel Zeug nehmen. Da kommt jede Reduzierung recht. Jedenfalls geht's mir damit gut. Wie weit ...

5 mg ist schon wenig. Hast du mal den Blutspiegel testen lassen?
Im allgemeinen bin ich auch dafür die Dosis so gering wie möglich und soviel wie nötig.

07.05.2022 17:39 • #18


Grübelkatze
Ne! Den kann man beim Escitalopram auch testen lassen? Das wusste ich gar nicht.
Danke für den Hinweis!

07.05.2022 17:44 • x 1 #19


N
@Grace_99 meine Mama ist die ganze Zeit bei mir und unterstützt mich. Danke dir!

07.05.2022 17:48 • x 1 #20


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Dr. med. Andreas Schöpf