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Oktewia
Hallo, ich wurde in meiner Klinik erneut darauf angesprochen ob ich nicht vll doch Medikamente gegen meine Angstgedanken / zwangsgedanken einnehmen solle,
Ich bin jetzt etwas verunsichert, da ich natürlich merke das ich noch Probleme habe klar zu kommen in meinem Leben. Ich bin eben noch sehr unstabil. Und es kommen alle 3-4 Tage ein Tag wo es mir so schlecht geht mit meinen Gedanken, das ich denke ich bin wieder am Anfang. Immerhin sind diese schlechten Tage nicht mehr täglich, aber trotzdem fühle ich mich noch unsicher und nicht gut.

Meine Ärztin in der Klinik hat mir nun zwei Medikamente vorgeschlagen
Entweder sertralin oder Escitalopram , hab noch nie zuvor solche Tabletten geschluckt und bin SEHR ängstlich , ich habe Angst davor das ich mich nicht mehr fühle wie ich selbst, was ja mein akuter zwangsgedanken Momentan ist, der mir Riesen Angst macht, das ich mich dauernd beobachte ob ich mich gerade zu mir gehörig fühle , ob das alles ich entscheide, so ne Roboter Funktion. Und ich habe Angst das durch so eine Einnahme das Gefühl stärker wird, zudem habe ich Angst das ich mir zu viel einrede, ich kenn mich zugut, ich kann mir alles einreden, d.h ich kann schon davon ausgehen das meine Angstgedanken oder zwangsgedanken erstmal schlimmer werden , einfach nur weil ich es mir einrede. Ich hab vor den körperlichen Nebenwirkungen gar nicht so viel Angst wie vor den psychischen , also Angst dadurch nimmer drauf Klar zu kommen oder das sich meine Gedanken verschlimmern.
Kennt jemand von euch diese beiden Medikamente? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht ? Ab wann ist bei euch eine Verbesserung aufgetreten ? Und hattet ihr bei einem Medikament von den zwei genannten, eine psychische Veränderung euere Persönlichkeit? Bzw , hat das euere Ängste verstärkt ?

Ich weis das jeder Mensch unterschiedlich auf bestimmte Medikamente wirkt, aber ich hätte trotzdem noch Meinungen dazu, da ich mir wirklich so unsicher bin , auf der einen Seite, denke ich, is es vll wirklich sinnvoll etwas einzunehmen um einfach mal wieder besser im Leben klar zu kommen, und gelassener zu werden, ich kämpfe seit Januar so hart gegen meine Angst , und ich hab wirklich in den letzten Monaten eine Menge durchgemacht , durch den Klinik Aufenthalt eben auch.
Und auf der anderen seite denke ich mir, das ich es auch ohne medis schaffen kann und werde... Es ist wirklich schwer für mich, das zu entscheiden
Ich darf mir das bis Montag mal durch den Kopf gehen lassen und dann der Ärztin Bescheid geben.

14.04.2016 15:17 • 14.04.2016 #1


7 Antworten ↓


Hallo Oktewia.
Ich kann Dir zu Escitalopram (Cipralex) von meinen Erfahrungen berichten.
Seit nunmehr 12 Jahren nehme ich es immer wieder mal, auch über längere Zeiträume.
Es hat immer einen positiven Effekt auf mich gehabt, ich hatte keine Nebenwirkungen durch das Medikament,
auch das ein -und ausschleichen ging immer problemlos. Bis die Wirkung eintritt vergehen immer so 4-6 Wochen.
Ich hatte mich anfangs gesträubt Medikamente zu nehmen und tue es paradoxer Weise auch heute noch.
Derzeit bin ich seit Januar wieder einmal in der Phase ohne Medikament, mal sehen wie lange es diesmal gut geht.
Sollte es wieder deutlich schlechter werden, nehme ich wieder Cipralex.
Ob und wie es bei Dir wirkt kann ich natürlich nicht vorhersagen.

Grüße
Kai

14.04.2016 18:28 • #2



Hallo Oktewia,

Sertralin und Escitalopram

x 3#3


Kommt immer drauf an, wie sehr diese Angst Dein Leben beeinflusst? Bist Du eingeschränkt in irgendwelchen Aktivitäten der Außenwelt? Soziale Kontakte? Beruf? etc.
Bei mir selbst war es so, dass durch die Einnahme von Escitalopram der Leidensdruck deutlich besser wurde und ich erst damit in der Lage war, an den Ursachen zu arbeiten.
Und seither geht es jede Woche ein Stück bergauf.
Ohne dem Medi ging es mir Monate immer gleich mies oder schlechter.

Das Medi hat in keinster Weise meine Persönlichkeit verändert, das ist eben der große Unterschied zu Suchtmitteln.

Angst vor der Einnahme ist nicht nötig, da beide Medis sehr gut vertragen werden, Escitalopram noch etwas besser. Lass Dir die Escitalopram Tropfen verschreiben und dosiere langsam ein, jede 2-3 Tage einen mehr, bis Du bei 10 (10mg) bist.

Ich habe mich auch lange gewehrt und bin durch die dauerhafte Angst in eine Depression gefallen.

Im Nachblick bereue ich es, solange gewartet zu haben, mit der Einnahme.

Depression und Panikattacken wurden nach einer Woche Einnahme besser, meine Ängste nach ~ 3 monatiger Einnahme.

14.04.2016 19:08 • #3


Oktewia
Mein Hauptproblem sind meine Gedanken , zwangsgedanken , die mir sehr Angst machen, dadurch verfalle ich ins grübbeln und fühle mich schlecht , sehr angespannt und unruhig , ich hab das Gefühl als würde ich die Angst überall mit hinschleifen, ich spüre sie dauerhaft , am meisten morgens .... Oder eben wenn ich in meinen Angstgedanken verfangen bin.

Vor panikattacken habe ich noch nicht mal mehr so Angst , weil ich weis was eine Panikattacke im Körper macht etc. Is zwar unangenehm klar , aber ich kann damit umgehen. Hab auch immer weniger Probleme Orte zu besuchen oder in Höhe Gebäude zu gehen. Oder einkaufen zu gehen. Das geht immer besser.

Mein größeres Problem sind wirklich meine Gedanken

14.04.2016 19:17 • x 1 #4


Und beide Medis stoppen auch das ewige Gedankenkreisen.

Wofür Leiden? Es nimmt Dir ja anscheinend einiges an Lebensqualität.

14.04.2016 19:25 • #5


Sertralin ist antriebssteigernd. Brauchst du mehr Antrieb?

Escitalopram hat mir bei meiner Depression etwas geholfen. Es erhöht den Serotoninspiegel.
Aber mein neues Medikament, erhöht den Serotonin- und den Noradrenalinspiegel und wirkt um einiges besser.
Persönlichkeitsverändernd finde ich das überhaupt nicht.
Man nimmt das ja im Normalfall einige Monate damit das Gehirn sich wieder regulieren kann.

Ich kann dir nur zuraten. Falls du unerwünschte Nebenwirkungen hast und es dir nicht besser geht, kannst du das du wieder absetzen.

Würde dir auch raten den "Gedankenstopp" zu üben? Mir hat das sehr geholfen.

14.04.2016 19:37 • #6


Oktewia
Nein Antrieb brauche ich keinen, mich stoppen eher die Gedanken oder das grübbeln , Dinge zutun.
Gedankenstopp und andere Hilfsmittel habe ich schon ausprobiert , manchmal hilft es, manchmal eben gar nicht. Und ich habe Tage dazwischen wo ich wirklich denke ich werde verrückt und verliere die Kontrolle , was mir wiederum so Angst macht.
Klar sind diese Gedanken besser geworden , aber meine Angst findet immer ein neuen Gedanken der mich aus der Ruhe bringt.

Dann wäre meine Frage noch, ob ich mir vll lieber ein Medikament von einem psychater oder Neurologen verschreiben lassen sollte , als von der Klinik ? Weil ich nur noch 1,5 Wochen dort bin und wenn ich jetzt Tabletten nehmen würde und damit nicht klar komme, hab ich gar kein Ansprechpartner mehr, wenn ich es stattdessen aber bei einem psychater mache , kann ich ja jeder Zeit mit ihm Rücksprache halten.
Oder was denkt ihr ? Sinnvoll noch ein Medikament in der Klinik zu versuchen ? Bis es wirkt bin ich ja gar nicht mehr dort.

14.04.2016 19:51 • #7


Nimm das mal in der Klinik. Eine Niedrigdosierung kannst du später auch allein absetzen.
Die Psychiater sind überlaufen, die Frage wann man einen Termin bekommt. Und ein guter muss es ja auch sein.. Normalerweise kann man da auch mit dem Hausarzt drüber sprechen.

An deiner Stelle würde ich mal das Escilopram ausprobieren in Niedrigdosierung. Bin auch kein Freund von Medikamenten. Mir geht es damit aber deutlich besser. .. ja, und schön am Gedankenstopp dranbleiben..

14.04.2016 20:02 • #8




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Dr. med. Andreas Schöpf