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Hallo zusammen,

ich weiß, dass dieses Thema vielleicht schon des öfteren hier vertreten war, doch ich weiß einfach nicht weiter. Ich drehe fast schon durch. Ich hoffe, ihr könnt mir vielleicht trotzdem helfen.

Ich bin männlich, 25 Jahre alt. Zur Zeit mache ich eine Therapie gegen meine Anststörung (hypochondrische Erkrankung bzw. generalisierte Angst).
Ich bin am Ende meiner Therapie und mir ging es sehr sehr gut.

Und dann war es an der Zeit die Tabletten (20mg Escitalopram) auszuschleichen.

Oktober 2015 habe ich dann von 20mg auf 10mg, also auf eine halbe Tablette reduziert. Hatte 1 Woche lang Kopfschmerzen (an den ersten Tagen war nichts zu merken). Dazu kam eine unruhige Müdigkeit.
Doch noch ca. 1,5 Wochen ging es mir wieder besser.

So jetzt habe ich letzte Woche Donnerstag meine Tabletten auf 0mg reduziert. Und mir gehts ziemlich dreckig damit.

Ich hoffe, dass meine Symptome wirklich nur von den Absetzerscheinungen kommen.

Ich weiß nicht so recht wie ich es beschreiben soll. Mir ist so komisch schwindelig. Alles wackelt im Kopf, so als wenn man sich erschreckt. Beim Erschrecken bekommt man ja auch erst so einen Schockmoment (ich hoffe ihr wisst, was ich meine). Kennt das jemand? Könnten das die so genannten Brain Zaps sein? Auf jeden Fall habe ich diesen Schwindel nur wenn ich stehe oder gehe? Im Liegen bin ich fast beschwerdefrei. Zudem wird mir von diesem merkwürdigen Schwindel stark übel (Übelkeit nehme ich als normale Absetzerscheinung an). Ich bin gereizt, sehr schnell auf 180, möchte eigentlich nur meine Ruhe haben. Und ich bin sehr emotional, was ich von mir garnicht kennt. Diese Symptome nehme ich auch als normal an und hoffe, dass diese bald wieder verschwinden.

So jetzt bin ich genau eine Woche auf 0mg Escitalopram. Der Schwindel macht mir den Tag zur Hölle. Er ist einfach nur widerlich, wie er in meinem Kopf für Unruhe sorgt. Ist dieser Schwindel denn normal beim Absetzen? Habt ihr Erfahrungen damit gemacht und könnt mir Mut machen bzw. Tipps geben? Ich habe erst am Donnerstag nächste Woche wieder einen Termin bei meinem Therapeut. Wie lange haben die Symptome bei euch gedauert. Vielleicht sollte ich dazu noch sagen, dass der Schwindel auch dann kommt, wenn ich meine Augen nach rechts bewege, also nach rechts schaue. Dann bekomme ich auch wie so einen Schlag durch den Kopf.

Es muss endlich aufhören, sonst werde ich verrückt. Ich weiß, mein Körper muss sich jetzt erst einmal wieder dran gewöhnen, dass er keine Hilfe mehr bekommt.

Lg Andi

21.01.2016 19:39 • 22.06.2020 #1


9 Antworten ↓


toocrazy4life
Hey Andi

Zu aller erst. Mach dich nicht verrückt, vor Allem, wenn die Symptome mit dem Absetzen, bzw den Tag darauf begonnen haben. Wie lange nimmst du Escitalopram denn schon?

Ich habe Escitalopram 20mg über eine längere Zeit eingenommen. Ungefähr 1.5 Jahre und dann von heute auf morgen abgesetzt. Zwei Tage gings mir richtig dreckig,(Kopfschmerzen, Übelkeit, zusätzlich starke Depression) danach hat sichs jedoch wieder langsam eingependelt und schon nach ca einer Woche gings mir wieder "gut". Das heisst Symptomlos, aber stärker depressiv als je zuvor. (Die Dauer der Entzugserscheinungen ist sowieso von Person zu Person unterschiedlich, wenn überhaupt vorhanden).
Trotzdem habe ich mich; gerade deswegen entschlossen keine Antidepressiva mehr zu nehmen, da sie lediglich das Symptom "verdrängen". Es war keine einfache Zeit, aber mit der Zeit gings mir immer besser. Ich habe zwar heute noch diverse Phobien (Sozial, Krankheit)(welche auch während der Ecitalopramtherapie vorhanden waren) die Depressionen und früheren Gedanken sind jedoch weg.
Probiere dich abzulenken, und so bescheuert es sich anhört, versuch dir einzureden, dass die Symptome von nun an täglich verbessern, was sie sehr wahrscheinlich auch werden.
So wie du deine Symptome schilderst, gehe ich schwer davon aus, dass diese mit dem Absetzen zusammenhängen.

Probiere deine Konzentration auf anderes zu lenken und versuch dich ausgewogen zu ernähren und viel zu trinken.

Sprich definitiv beim Therapeuten die Symptome an, falls sie dann noch vorhanden wären

Liebe Grüsse

21.01.2016 22:52 • #2



Absetzerscheinung Escitalopram

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05.06.2017 17:09 • #3


PS

Ich reagiere generell hochsensibel auf alles, und wiege nur ca 50 kg, daher sind 5 mg für mich eine hohe Dosis


Gegen die These dass es sich bei den Depressionen um ein Absetzsymptom handelt spricht:

- kurze Einnahmedauer
- nach Absetzen zwei Wochen bis zum Ausbruch
- keine körperlichen Symptome

Für die These spricht:

- Alle Zustände waren nach B12 sofort für zwei Wochen weg

05.06.2017 17:36 • #4


Für ein gesundes Nervengerüst braucht man mehrere Vitamine der B-Gruppe. Ferner Vitamin D, Zink, Magnesium, und die Aminosäure L-Tryptophan als Vorstufe von Serotonin. Es ist aber nicht ganz so einfach indem man bestenfalls Lebensmittel wie z.b Pseudogetreide(Quinoa, Amarant) die recht viel L-Tryptophan enthalten zu sich nimmt. Da andere Lebensmittel wie Frischmilch,Käse und bestimmte Fleischsorten ebenfalls viele Aminosäuren besitzen wird die Aufnahme von L-Tryptophan im Gehirn twl. dadurch blockiert. Da SSR die Vermehrung von Serotonin ankurbeln sollen, muss aber das Gehirn erst mal der Lage sein genug davon zu produzieren. Ein gesunde ausgewogene Ernährung ist wohl maßgeblich bei der Behandlung unserer psychischen Erkrankungen. Da ich z.b ein Gewohnheitstier bin wird es mir nicht leichtfallen den Konsum von Fleisch und Milchprodukten wo auch Käse zugehört, mal längere Zeit etwas einzuschränken. Großen Hunger habe ich in letzter Zeit nicht wirklich, aber wenn dann sind es halt nebst Obst und Gemüse die o.g. genannten Klassiker.

05.06.2017 19:30 • #5


21.06.2020 19:11 • #6


Hallo!
Es kann sein, dass der Schritt von 10 auf 5mg zu groß war.
Ich setze auch gerade escitalopram ab, habe bei 10mg begonnen. Habe vor 6 Wochen auf 9,5mg reduziert und vor 2 Wochen auf 9,0mg. Sogar diesen kleinen Schritt konnte ich ganz leicht, in Form von Schwitzen, spüren. Sonst zum Glück nichts.
Liebe Grüße

21.06.2020 19:48 • x 1 #7


Dankeschön, ich bleibe einfach mal am Ball und strenge mich an, dass ich nicht wieder hochdosieren muss. Die nächsten Schritte mache ich dann nicht mehr um 50% und lass mit eventuell Tropfen verschreiben.

21.06.2020 22:44 • #8


Hallo!
Man kann Escitalopramtabletten sehr gut in Wasser lösen, so kommt man dann auf jede Dosis.
Google mal nach wasserlösemethode und escitalopram.
Liebe Grüße

22.06.2020 05:21 • #9


Hallo. Ich kann dir sagen, es wird besser! Habe selber, allerdings stationär citalopram abgesetzt. Innerhalb einer Woche von 50mg auf 0. War hart keine Frage. Aber die absetzerscheinungen klingen wieder ab. Leider muss man das mehr oder weniger aushalten. Ist doof ich weiß, aber das schaffst du. Evtl kannst du auch erstmal 7,5 mg nehmen. Und ggf weiter runter dosieren. Versuche es mal ein paar Tage auszuhalten. Normalerweise sollten die absetzerscheinungen immer weniger werden. Viel Glück dabei. Und viele Grüße

22.06.2020 06:38 • x 1 #10



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Dr. med. Andreas Schöpf