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Hallo Forum,

ich leide seit nem Jahr an einer schweren Depression mit Zwangsgedanken und Ängsten, und nehme aktuell 120mg Cymbalta. Obwohl sich mein Zustand stabilisiert hat, würde ich nur von einem Teilerfolg sprechen. Ich bin zwar in der Lage, meinen Alltag zu bewältigen, aber mit einigen Problemen komme ich nicht klar: Ich habe täglich sehr lebhafte, unangenehme Träume, und mir fehlt immer noch der richtige Antrieb trotz der SRNI-Höchstdosis. Außerdem treten schubweise mehrmals in der Woche unspezifische Angst- und Verzweiflungsgefühle auf, die mir immer noch übel zusetzen (unter Escitalopram hatte ich nichts davon und war relativ beschwerdefrei, leider habe ich die Aufdosierung irgendwann nicht vertragen und meine Leberwerte gingen durch die Decke...).

Nun meine Frage: Was tun? Vor einem Medi-Wechsel habe ich richtig Bammel, weil das schon einmal böse in die Hose gegangen ist.

Gibt es Medikamente, die ich als "Add-on" nehmen könnte und die auf die depressive Komponente einwirken? Probiert habe ich Quetiapin und Abilify. Ersters (bis 300mg) hat meine Depression hundertfach verschlimmert (fetter Zombie mit Suizidgedanken usw.), letzteres hat mich bereits bei 2mg seeeehr müde gemacht.

Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben. Habe in zwei Wochen zwar ein Gespräch mit meinem Doc, aber gänzlich unvorbereitet will ich da nicht reingehen.

Gruß,
wolarsen

30.11.2017 20:45 • 01.12.2017 #1


13 Antworten ↓


Hallo Wolarsen

Nehme seit Jahren 60mg Cymbalta trotzdem habe ich Kopfkino und Ängste doch ich habe bemerkt wenn ich die Einnahme einmal vergessen habe das es mir noch wesentlich schlechter ergeht.
Da ich Psychopharmaka im allgemeinen sehr ungerne nehme habe ich Schiss umzusteigen denn wer weis was die mit mir machen?
Dir wünsche ich das du den richtigen Weg für dich findest!

lg uschi

30.11.2017 23:33 • #2



120mg Cymbalta helfen nicht richtig Gibt es Add-ons?

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petrus57
Da würde mir noch Sertralin einfallen. Bei vielen scheint das ja gut anzuschlagen.

01.12.2017 09:57 • #3


Zitat von uschi 19 56:
Hallo Wolarsen

Nehme seit Jahren 60mg Cymbalta trotzdem habe ich Kopfkino und Ängste doch ich habe bemerkt wenn ich die Einnahme einmal vergessen habe das es mir noch wesentlich schlechter ergeht.
Da ich Psychopharmaka im allgemeinen sehr ungerne nehme habe ich Schiss umzusteigen denn wer weis was die mit mir machen?
Dir wünsche ich das du den richtigen Weg für dich findest!

lg uschi


Hallo Uschi,

ja, das wünsche ich dir auch. Mir gehts auch mies, wenn ich die Einnahme vergessen habe, das liegt wohl an der Halbwertzeit vom Cymbalta, die ja sehr niedrig ist...

Alles Gute!
wolarsen

01.12.2017 21:01 • x 1 #4


Zitat von petrus57:
Da würde mir noch Sertralin einfallen. Bei vielen scheint das ja gut anzuschlagen.


Mit Sertralin hatte ich meinen ersten richtigen Absturz in eine schwere Episode. Leider verstoffwechselt mein Körper das Medikament zu schnell, weshalb sich auch mit der Höchstdosis nur ein mickriger Wirkspiegel aufbauen lässt. Schade.

Ich frage mich, ob ein Wechsel zu Venlafaxin eine ernsthafte Option ist, da ich auch nach Recherche einfach keine gängige Kombination mit Cymbalta gefunden habe. Mirtazapin (ich bekam Wassereinlagerungen + Heißhunger), Quetiapin und Abilify fallen ja schonmal weg.

01.12.2017 21:06 • x 1 #5


Spreadhunter
Also dazu könntest du noch ein Trizyklikum nehmen. Dadurch wird allerdings das Thema Müdigkeit leider nicht besser. Ich denke du wirst um einen Wechsel der Grundsubstanz nicht umhin kommen. Hast du mal drüber nachgedacht den Wechsel mit einem niedrig dosiertem Benzodiazepin zu begleiten?
Was steht bei dir mehr im Fokus? Die Depression oder Angst?

01.12.2017 22:51 • #6


Ich würde sagen, dass ich im Moment mit regelmäßigen Stimmungstiefs, einem leicht verminderten Antrieb und schrecklichen Träumen zu kämpfen habe, gelegentlich kommen diffuse Ängste und Zwangsgedanken dazu. Also liegt der Fokus wohl auf der Depression. Ursprünglich (2015/2016) wurde ich wegen heftiger Zwangsgedanken und komorbider Depression behandelt.

Ein Wechsel der Grundsubstanz heißt ja entweder SSRI oder SRNI. Ist denn ein Wechsel von SRNI zu SSRI so ohne weiteres wieder möglich, da ja der zweite Wirkmechanismus wegfällt?

01.12.2017 22:58 • #7


Spreadhunter
Da ist es natürlich schade, dass Escitalopram keine Option mehr ist. Hoch dosiert wirkt es eigentlich recht gut gegen Zwänge und Depression sowie Ängste.
Das Träumen liest man beim Duloxetin öfter.
Hast du mal über Fluoxetin nachgedacht? Als Add on könnte ich mir ein Bupropion vorstellen. Wirkt nochmal positiv auf den Antrieb und die Kognition. Leider kann sich dadurch eben die Angstthematik verschlimmern.

01.12.2017 23:09 • x 1 #8


Nein, an Fluoxetin habe ich noch nicht gedacht. Hast Du damit Erfahrungen gemacht?

Mein Psychiater hatte mal ganz sachte Paroxetin angedeutet (Cymbalta wurde mir im KH verschrieben), aber auch da weiß ich nicht, was ich davon halten soll...

01.12.2017 23:20 • #9


Spreadhunter
Also da bei dir die Angstthematik nicht im Vordergrund steht ist das aus meiner Sicht ungeeignet, da besser auf Ängste wirkend.
Mit Fluoxetin habe ich persönlich noch keine Erfahrungen gemacht.
Hattest du mal Venlafaxin? Da könnte ein Wechsel auch recht unproblematisch erfolgen. Wirkt auch gut gegen Angst und Depression. Glaub aber nicht gegen Zwänge.

01.12.2017 23:24 • #10


Nee, Venlafaxin hatte ich noch nicht, wobei das Duloxetin ja auch keine Zulassung für Zwänge hat, soweit ich weiß. Keine Ahnung, warum ich das überhaupt bekommen hab. Mit dem Escitalopram habe ich mich bislang am wohlsten gefühlt (Antrieb ok, Stimmung gut, Ängste und Zwänge weg).

Mal sehen, ich frage ihn mal konkret nach Fluoxetin. Sein Standard bei Zwängen ist Paroxetin, gefolgt von Clomipramin.

01.12.2017 23:30 • #11


Spreadhunter
Also Clomipramin ist und bleibt der Goldstandard. Vielleicht denkst du mal drüber nach ob du nochmal einen Versuch mit Escitalopram wagst, mit Blutbildkontrollen alle 2 Wochen beim Einschleichen.
Wenn du dich damit ja wohlgefühlt hast wäre das das naheliegendste. Wie viel mg hast du genommen?

01.12.2017 23:35 • #12


Ich war mit 10mg beschwerdefrei, hatte nach einer Lebenskrise einen kleinen Rückfall und wurde auf 15mg aufdosiert (was ich dann nicht vertragen hatte; auch eine Reduktion auf 10mg brachte keine Stabilität mehr --> Krankenhaus)

01.12.2017 23:42 • #13


Spreadhunter
Also zumindest lt. Statistik gibt es keinen Vorteil zwischen 10 mg und 20mg. Ich war auch bei 10 mg und hab dann mal auf 20mg erhöht, weil ich sehen wollte ob sich etwas verändert. Bei mir hat sich damals nichts verändert.
Klar ist, dass das Medi natürlich die Krise nicht löst. Wäre dann nicht eher etwas zur Beruhigung besser gewesen? Ich war bisher noch nicht im Krankenhaus oder Reha oder sowas. Versuche es zu vermeiden, da ich mich auch dafür schäme. Ich bezweifle auch, dass das Krankenhaus besser ist als der stationäre Arzt. Ich bespreche immer mit diesem meine Wünsche. Mache meine Medikation weitestgehend selbst. Immerhin muss ich auch damit leben.

01.12.2017 23:47 • #14



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Dr. med. Andreas Schöpf