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Hi roter Schnee,
da bist Du ja wieder. Sieht so aus als bleibst Du uns noch ein wenig erhalten. Hat doch auch was gutes, oder?
Dann wünsche ich Dir erstmal ein frohes neues Jahr. Für Dich hat es ja schon mal das positive, das Du Dich nun der Aufgabe, Dein Leben zurück zu erobern, nicht mehr alleine stellen mußt. Hast Du doch noch einen Therapeuten im Ort gefunden, der nicht ausgebucht war.
Damals meintest Du mal,
Zitat:
"die angst vorm arzt hatte weniger damit zu tun das es ein arzt ist. es geht eher darum das es eine person is die ich nicht kenne mit der ich mich aber beschäftigen muss und mich mich vorstellen muss. ich habe keine angst vor ärzten sonder vor menschen.
Das bezog sich aber nur auf unbekannte Menschen, oder?
Wie sieht das mit Bekannten oder Freunden aus. Hat sich da was geändert? Ich meine jetzt nicht , das erfolglose Rettungsversuche von Freunden auch nerven können oder Du Dich nicht mehr dazugehörig fühlst, da Du nicht mehr alles machen kannst?
Du meintest es wäre schlimmer geworden. Was ist zu dem bisherigen noch dazu gekommen? Und wie sieht es mit der Medikamentierung aus, hat sich die auch verschärft? Hat es beruflich negative Auswirkungen gehabt?
Du merkst schon, meine Fragen einzustellen war für mich kein Neujahsrvorsatz
Weißt Du , ich habe da immer noch Probleme damit, daß so in die Reihe zu bekommen. Du hast soviele Resourcen in Deinem Leben auf die Du Dich stützen kannst. Bist Du Dir dessen eigentlich überhaupt bewußt?
Die Sache mit " der Frau fürs Leben " ist für mich sehr schwer einzuschätzen. Grundsätzlich will ich nicht leugnen, daß wenn man glaubt den geeigneten Partner fürs Leben gefunden zu haben und der sagt dann Nein, man einer gewissen Orientierungslosigkeit ausgesetzt ist. Aber dann hat es ja wohl doch noch geklappt. Genau hier ist der Punkt wo ich sagen würde, das war wohl die beste Therapie, die es geben kann, wenn das wirklich Dein Problem war. Aber Dein Zustand hat sich nicht gebessert.
Bliebe immer noch der Verdacht, daß erfolgreiche Menschen sich mit negativen Erfahrungen ( nicht ereichte Ziele, Ablehnung, Kritik, scheitern usw.) viel schwerer tun als Menschen, für die dies alltägliche Begleiter des Lebens sind.
Im Laufe Deines Lebens hast Du bestimmt auch mal Mißerfolge gahabt, und konntest das alleine schon auf Grund der überwiegenden positiven Erfahrungen leicht verarbeiten. Villeicht ist sogar das Geheimnis Deines bisherigen Erfolges, das Du das sogar besser wie andere kannst?!
Irgendwie drängt sich mir der Gedanke auf, das Deine Angst vor Menschen nur der Angst vor Mißerfolg entspringt. Die Frage ist dann natürlich, wo ist Dein Selbstbewußtsein (die Frage wer oder was bin ich) und Dei Selbstwertgefühl geblieben. Zum Selbstwert erlaube mir eine Zitierung einer Wikipedia Theorie:
Selbstwertgefühl resultiert aus dem Vergleich der vermeintlichen subjektiven Fähigkeiten mit den Anforderungen, mit denen sich die Persönlichkeit konfrontiert sieht. Es lässt sich an ganz konkreten und zunehmend verallgemeinerten Anforderungssituationen bestimmen, zum Beispiel auch in psychologischen Tests. Ein hohes Selbstvertrauen gegenüber Anforderungen zeigt sich, wenn vorausschauend eingeschätzt wird, dass diese Situation gut gemeistert werden kann.
Der Grad des Selbstvertrauens hängt im Normalfall von der unterschiedlichen Befähigung für bestimmte Tätigkeiten ab und ist zeitlichen Änderungen (etwa durch Emotionen oder Müdigkeit) unterworfen.
Personen können situativ oder ständig ein inadäquates Selbstvertrauen haben, indem sie ihre Leistungsmöglichkeiten über- oder unterschätzen. Derartige Fehleinschätzungen entstehen auf der Grundlage individueller Besonderheiten, Einstellungen und anderer Eigenschaften. Ein zu hohes Selbstwertgefühl muss jedoch keineswegs günstig sein und kann sich zu Überheblichkeit entwickeln, was bei anderen Abneigung hervorruft.
Der beste Zustand ist ein Gleichgewicht zwischen den vier psychischen Säulen oder Grundbedürfnissen, insbesondere zwischen den jeweils ersten und letzten beiden:
Eigenständigkeit und Freiheit
zwischenmenschliche Beziehungen und das Bewusstsein gewisser Abhängigkeit
Wechsel in manchen Lebenssituationen
Dauer bei wichtigen Lebensgrundlagen
Vielleicht solltest Du mal Deine eigenen Gedanken und Gefühle in Bezug auf Konfrontationen mit fremdem Menschen damit vergleichen.
So, langsam wird es draußen schon hell, was bedeutet das ich zurück in meinen Sarg muß. Deswegen bleibt mir nur noch Dir viel Erfolg mit Deinem Therapeuten zu wünschen. Ich hoffe ihr werdet gemeinsam der Sache auf den Grund gehen und den einen schwachen Feiler Deines Lebens gegen einen autarken auswechseln.
Würde mich sehr darüber freuen über die Entwicklung in dieser Angelegenheit hir mehr zu lesen
Liebe Grüße und ein gutes neues Jahr
Chris