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Ständig Streit wegen der Kinder

201822.02




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Ich kenne meinen Mann seit knapp vier Jahren. Meine Jungs aus erster Ehe sind 16 und 18 und - wie ich finde - total normal bis wohlerzogen. Sie trinken nicht (okay, der Große natürlich ab und an auf Feten mit Freunden), rauchen nicht, treiben sich nicht herum, sind auf dem Gymnasium und machen das, was Jugendliche heute so machen: sie chatten, zocken, sind meist zu Hause, lernen aber auch für die Schule und haben gute bis passable Noten.
Sie sind aber auch faul, unordentlich, vergesslich und haben halt so ihre Macken - für mich auch ganz normal, wenn auch ärgerlich; ich kann mich schließlich noch sehr gut an meine eigene Jugend erinnern...

Mein Mann hat viele gute Eigenschaften. Er ist pünktlich, zuverlässig, fleißig, ordentlich (meist ordentlicher als ich) und er arbeitet gerne (auch viel und hart, wenn es sein muss). Es geht allerdings so weit, dass er es fast schon damit übertreibt (wenn wir z.B. um 12 Uhr irgendwohin fahren wollen, ist er spätestens 11.55 Uhr komplett fertig und möchte schon los...). Und da liegt der Knackpunkt, denn das ist das krasse Gegenteil von meinen Jungs... Sie sind, wie sie sind, aber er erwartet irgendwie von ihnen, dass sie so sind wie er.
Sie haben ihre Pflichten im Haushalt, denen sie so mehr oder weniger nachkommen (Tisch decken/abräumen, Spülmaschine ausräumen, Müll rausbringen, Staubsaugen, einmal die Woche ihr Zimmer aufräumen). Natürlich machen sie es nicht gerne und meist nicht so ordentlich, wie sie es sollten. Das ist dann schon wieder der Punkt, an dem er sich aufregt.

Der andere Punkt ist, dass er von ihnen erwartet, dass sie von sich aus auch noch helfen. Also "die Arbeit sehen", z. B. Getränke aus dem Keller holen, wenn alle Flaschen leer sind. Ich weiß selber wie ich früher war und wie oft meine Mutter meckerte, dass ich nicht die leere Flasche mit in den Keller genommen habe, wo ich doch eh runtergehe, sie würde mich doch fast schon anspringen... Daher kann ich mich da einfach nicht drüber aufregen.

Wenn ich das meinem Mann erkläre, kommt nur, ich würde meine Kinder ja immer in Schutz nehmen, ich würde mich ja immer vor sie stellen und je nachdem stellt er mich dann als "Übermutter" oder ähnliches hin...

Mittlerweile kommt es immer wieder zu dem gleichen Streit bzw. er hat ständig schlechte Laune und motzt rum. Die Jungs sind zu faul, sie tun nix, er kann das nicht nachvollziehen, sie haben doch nicht viele Pflichten und selbst das bekommen sie nicht hin.
Klar, im Grunde genommen hat er ja Recht. Aber die beiden haben nunmal keinen Knopf, den man einfach drücken kann, damit sie so funktionieren, wie er es gerne hätte. Wir hatten schon viele Gespräche mit ihnen und haben an ihre Einsicht appelliert. Die ist dann auch durchaus vorhanden und es wird Besserung gelobt, aber das hält dann nicht lange an.

Diese Streits machen mich aber immer mehr kaputt. Ihn regt das Verhalten der Jungs immer mehr auf, und vor allem, dass sie es nach x Gesprächen darüber einfach nicht schaffen, ihr Pflichten ordentlich und pünktlich zu erledigen und am besten noch mehr.
Mittlerweile schreien wir uns regelrecht an und er wird dann auch teilweise fies und benutzt Ausdrücke (*beep*, Penner, Verstrahlte..), die mich sehr verletzen. Erst letztens bat ich ihn eindringlich, dass ich solche Ausdrücke absolut nicht hören möchte. Er wurde nur ironisch und meinte, er würde dann nur noch von den Hochwohlgeborenen sprechen, die ja eh alles dürften und mir ständig nur auf der Nase rumtanzen würden... Ich wäre ja sowieso nur auf ihrer Seite und das wäre keine Familie sondern ein Witz. Lustigerweise sehen meine Jungs es so, dass ich auf der Seite meines Mannes bin... Ich sitzte also immer zwischen den Stühlen, muss Verständnis aufbringen, versuchen zu vermittlen, schlichten... Das zerreißt mich... Ich bin nicht so stark, um das durchzustehen.

Diese Streits haben uns total entzweit und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.
Ich kann eigentlich nicht glauben, dass er sich ändern wird bzw. so weit Verständnis aufbringen kann, dass es nicht ständig zum Streit kommt. Der Jüngere kommt gerade so richtig in die Pubertät und ist manchmal bockig und gibt patzige Antworten. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was da noch auf mich zukommt...
Manchmal möchte ich einfach nur noch meine Ruhe haben.

Ist/war jemand in einer ähnlichen Situation und kann Rat geben...?

Danke,
Emmi

Auf das Thema antworten


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  22.02.2018 08:52  
Hallo, offensichtlich hat dein Mann keine eigenen Kinder?
Dann ist es oft schwierig.

Mein grosser Sohn ist auch so..wie Jugendliche eben sind..lässt Zeug rum liegen usw.

VON selbst sehen, was zu tun ist ? Fehlanzeige :-)

Das Verhalten ist völlig normal..obwohl ich mich auch oft darüber ärgere.

Vielleicht ist dein Mann eifersüchtig?

Danke1xDanke




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  22.02.2018 09:04  
Ja, das stimmt, er hat keine Kinder, sich aber immer eine Familie gewünscht. Von daher ist es für mich umso unverständlicher, dass er nicht von Anfang an mehr auf sie eingegangen ist. Manchmal benimmt er sich selber wie ein Kind bzw. stellt sich mit ihnen auf eine Stufe... Da kann es auch gut sein, dass er eifersüchtig bzw. neidisch ist. Er hatte selber keine so gute Kindheit.

Danke für deine Versicherung, dass ihr Verhalten vollkommen normal ist! :) Ich bin ja auch der Meinung, aber wenn man sich ständig was Anderes anhören muss, fängt man langsam an zu zweifeln...



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  22.02.2018 09:15  
:-)

Klamotten in die Wäsche..zwei Pullis ineinander.....klatschnasse Handtücher nach dem Duschen in die Wäsche....Berge von Wäsche im Zimmer...voller Mülleimer...egal...da geht noch was rein....da liegt was auf dem Boden...läuft man halt Drumherum :-)

Höre ich fast überall.





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  22.02.2018 09:48  
Das ist auch das Problem, dass wir im Umfeld keine Leute haben, die ebenfalls Kinder in dem Alter zum Austauschen haben. Obwohl er gerne sagt "Was bei anderen ist, interessiert mich nicht!" :roll:



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  22.02.2018 09:52  
Emmi- hat geschrieben:
Das ist auch das Problem, dass wir im Umfeld keine Leute haben, die ebenfalls Kinder in dem Alter zum Austauschen haben. Obwohl er gerne sagt "Was bei anderen ist, interessiert mich nicht!" :roll:


Das wäre aber mal gut für ihn.... :-)

Glaube mir..ich kenne mehrere Jungs in dem Alter......alle gleich :-))



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  22.02.2018 10:22  
Emmi- hat geschrieben:
Der andere Punkt ist, dass er von ihnen erwartet, dass sie von sich aus auch noch helfen. Also "die Arbeit sehen", z. B. Getränke aus dem Keller holen, wenn alle Flaschen leer sind.


Kennt er denn Jungs in dem Alter, die das genau so machen? Vermutlich nicht, ich auch nicht. Meiner Meinung nach liegt das daran, dass es das schlichtweg nicht gibt. Dass deine ihre Pflichten halbwegs erfüllen, ist doch schon sehr gut. Sie räumen wöchentlich ihr Zimmer auf, was will man mehr. Dann wandert immerhin einmal die Wäsche vom Zimmerboden in den Wäschekorb und die leeren Flaschen dahin, wo sie hingehören. :mrgreen:

Ich persönlich finde ja, dass das auch überhaupt nicht nötig ist, dass Jugendliche wie Roboter funktionen. So, wie sie sind, sind sie doch in Ordnung. Wenn es drauf ankommt, werden sie helfen. Als mein Vater pflegebedürftig wurde, haben beide Kinder wie selbstverständlich geholfen, mein Sohn war damals 17 und hat freiwillig seinen Opa z.B. zur Toilette begleitet. Was kümmert es mich da, ob er immer die Spülmaschine ausräumt.

So eine "Phase" kenne ich aber auch. Bei meinem Sohn war das Problem, dass er eine Zeit lang sehr "maulfaul" war und von einem gemurmelten Hallo oder Tschüss mal abgesehen kaum etwas von ihm zu hören war, zumindest seinem Vater gegenüber. Mein Mann hat das als Zurückweisung empfunden und kam damit überhaupt nicht klar. Das war tatsächlich so eine Art Eifersuchts-Situation, weil er mit mir ein bisschen mehr geredet hat. Ich habe das überhaupt nicht verstanden, mein Mann war ja wirklich in seiner Jugend kein Mustersohn, dass er so wenig Verständnis hatte.

Zum Glück hat sich das inzwischen wieder gegeben und die Situation hat sich entspannt. Jungen sind in der Entwicklung da einfach häufig langsamer und mit 16 und 18 halt wirklich noch Jugendliche und nicht erwachsen. Bei meinem wurde es mit Studienbeginn deutlich besser. Die Schule verlangt den Kids ja auch einiges ab, das darf man auch nicht vergessen.

Vielleicht kannst du versuchen, dieses ganze Thema mit dem Helfen ein bisschen zu entzerren. Es nimmt ja offenbar viel Raum bei euch ein. Wenn du deinen Mann dazu bringen kannst, dass er sich aus der Organisation raushält, was das Helfen der Jungs betrifft, hast du schon mal viel gewonnen. Also, Hauptsache die ausgemachten Sachen sind gemacht, wie das passiert ist deine Sache und er mischt sich nicht ein. Und ziehe ihm den Zahn mit dem "die müssen das sehen", das ist Illusion.

Danke1xDanke


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  22.02.2018 20:01  
Ich finde es "normal" ab einem gewissen Alter das mit 16+18 Jahren mit Sicherheit längst gegeben ist, zu lernen, was Pünktlichkeit und Ordnung heißt. Sie müssen es im Arbeitsleben auch können und wann lernt man solche Dinge wenn nicht als Kind und Jugendlicher. Wenn ich mir vorstelle, ich hatte mit 19 meine erste Wohnung, andere haben sie schon früher und du erzählst von deinem 18-jährigen, volljährigen Sohn, dass er einmal die Woche das Zimmer aufräumt und überfordert ist ein paar leere Flaschen weg zu bringen.

Wenn es um Erziehung geht scheiden sich halt die Geister. Zuviel des Guten ist nicht gesund aber reine Weichspülerei ist eben auch nicht förderlich.
Dazu kommt, dass es auch nicht die Kinder deines Partners sind, der Erziehungsauftrag im Grunde bei dir liegt, du es vermutlich auch nicht tolerierst wenn er einen härteren Tonfall ihnen gegenüber hat.
Da staut sich bei ihm sicherlich einiges auf. Kann auch sein, dass die beiden Süßen ihre Aufgaben bewusst nicht sehen wollen weil sie keinen Bock haben und genau wissen, dass es von Mutti Rückendeckung gibt.
In diesen Ausdrücken die dein Partner benutzt ist auch zu erkennen, was sich da bereits für Aggressionen bei ihm aufgestaut haben.
Es bleibt fraglich wie es überhaupt erst so weit kam, sicherlich wirst du auch gewisse Anteile daran haben gepaart mit fehlenden Absprachen und einem Ungleichgewicht in der Erziehungsverteilung.

Ich würde die grundsätzliche Rollenverteilung klären und die Karten neu mischen. Das du dich mit deinem Partner zusammensetzt und Regeln aufgestellt werden an die sich die "Kinder" zu halten haben. Diese Familie besteht nicht nur aus deinen Kindern und dir, auch dein Partner hat das Recht sich in der Wohnung wohlzufühlen und in Erziehungsentscheidungen mit eingebunden zu werden.

Danke2xDanke


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  22.02.2018 20:11  
FeuerWasser hat geschrieben:
Ich finde es "normal" ab einem gewissen Alter das mit 16+18 Jahren mit Sicherheit längst gegeben ist, zu lernen, was Pünktlichkeit und Ordnung heißt. Sie müssen es im Arbeitsleben auch können und wann lernt man solche Dinge wenn nicht als Kind und Jugendlicher. Wenn ich mir vorstelle, ich hatte mit 19 meine erste Wohnung, andere haben sie schon früher und du erzählst von deinem 18-jährigen, volljährigen Sohn, dass er einmal die Woche das Zimmer aufräumt und überfordert ist ein paar leere Flaschen weg zu bringen.

Wenn es um Erziehung geht scheiden sich halt die Geister. Zuviel des Guten ist nicht gesund aber reine Weichspülerei ist eben auch nicht förderlich.
Dazu kommt, dass es auch nicht die Kinder deines Partners sind, der Erziehungsauftrag im Grunde bei dir liegt, du es vermutlich auch nicht tolerierst wenn er einen härteren Tonfall ihnen gegenüber hat.
Da staut sich bei ihm sicherlich einiges auf. Kann auch sein, dass die beiden Süßen ihre Aufgaben bewusst nicht sehen wollen weil sie keinen Bock haben und genau wissen, dass es von Mutti Rückendeckung gibt.
In diesen Ausdrücken die dein Partner benutzt ist auch zu erkennen, was sich da bereits für Aggressionen bei ihm aufgestaut haben.
Es bleibt fraglich wie es überhaupt erst so weit kam, sicherlich wirst du auch gewisse Anteile daran haben gepaart mit fehlenden Absprachen und einem Ungleichgewicht in der Erziehungsverteilung.

Ich würde die grundsätzliche Rollenverteilung klären und die Karten neu mischen. Das du dich mit deinem Partner zusammensetzt und Regeln aufgestellt werden an die sich die "Kinder" zu halten haben. Diese Familie besteht nicht nur aus deinen Kindern und dir, auch dein Partner hat das Recht sich in der Wohnung wohlzufühlen und in Erziehungsentscheidungen mit eingebunden zu werden.


Alleine deiner ironischen Ausdrucksweise ist zu entnehmen, daß Du offenbar etwas zu kurz gekommen bist im Leben, und nicht verwöhnt wurdest, dir viel hart erkämpfen musstest?

Ich hatte eine unschöne Kindheit, von Verwöhnung ganz weit weg .Und trotzdem drille ich meine Kinder nicht auf Gehorsam.

Zuhause ist "Lernstube"...auch wenn es dort oft hapert, funktionieren die Heranwachsenden draußen sehr vorbildlich.

Und wer keine eigenen Kinder hat, kann es selten nachvollziehen. " ( solange du nicht in meinen Schuhen gelaufen bist.....)



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BaWü
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Status: Online online
  22.02.2018 20:15  
Hihi, meine waren auch so drauf. Und bevor ich meine Nerven kaputt gemacht habe, hab ich mir eine Putzfrau gegönnt, und 1 Tag vorher konnte sich einer von beiden für 1 Stunde Geld zuverdienen, damit das Haus putzfrauengerecht ausgesehen hat. Dann war Ruhe mit der ewigen Streiterei.

Heute sind beide in der Lage, zu kochen, zu putzen, zu bügeln usw. Der eine mehr, der andere weniger.


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