✔ Bereits empfohlene Antwort
Zitat von psychoprincess: Getrennt hatte ich mich von ihm Mitte Dezember, weil er betrunken gewalttätig wurde. Polizei war auch eingeschaltet, das rechtliche hat sich aber alles in Luft aufgelöst, trotzdem ist er seitdem „sauer“ auf mich und ignoriert alles von mir.
Hallo Psychoprincess,
oh, Wahnsinn, das klingt ja dramatisch und schlimm.
Da kann man ja von außen sicher keinen einfachen Rat oder so geben, das ist ja viel zu komplex und krass.
Ich kann aber die Erfahrung teilen, dass ich lange mit einem Alk. zusammen gelebt habe, der direkt zu Beginn der Beziehung trocken wurde.
Es gab dennoch viele Probleme und ich wollte es nicht wirklich wahrhaben, dass er sich da einfach nicht wirklich mit diesen Seiten von sich selbst konfrontieren kann, weil es zu schambehaftet war für ihn.
Er hatte auch solche sehr aggressiven Schübe, er hat viel gelogen, er hatte auch eine super liebenswerte Seite.
Ich habe gelernt und im Nachhinein kann ich es sehen, dass er, wenn er nicht fair sein konnte, einfach nicht ehrlich sein konnte zu sich selbst und mit sich selbst, weil diese Konfrontation eben unaushaltbar war.
Das, was Du schilderst, erinnert mich daran. Wenn er zu Dir so war und Doch damit geschädigt hat, müsste es ja schon einfach so besondere Größe heißen, wenn er es schaffen würde, das einzugestehen.
Aber in Eurer Situation ist es ja so klar, wie unfassbar er Dich da jetzt gerade hängen lässt mit der Situation in der Schwangerschaft, mehr geht ja schon gar nicht mehr.
Sich damit zu konfrontieren, was er da tut und wie er Dich allein lässt, das ist wahrscheinlich unvorstellbar schambehaftet für ihn und sicher würde er niemals in der Welt zugeben, dass es so ist.
Deshalb denke ich, es hat weniger mit Dir und dem Baby oder mangelndem Interesse seinerseits hzu tun, sondern damit, dass er sich dann bei sich selbst mit etwas konfrontieren müsste, was er nicht aushält. Und da ist weglaufen und vermeiden wohl das einzige, was für ihn möglich ist.
Mein damaliger Lebensgefährte hat zB nie Unterhalt für seine zwei Töchter gezahlt, aus seiner früheren Ehe, er hatte wohl, so wurde es von zwei Stellen erzählt, damals in seiner nassen Phase sogar Geld von den Sparbüchern der Kinder genommen, um trinken zu gehen. Er hat immer die Geschichte erzählt, wie sehr seine Exfrau ihn manipulieren würde, die Kinder manipulieren, den Kontakt nicht ermöglichen. Ich habe ihm das anfangs geglaubt, gesagt, wenn Deine Kinder volljährig sind, wird es besser, dann kannst Du den Kontakt suchen, dann können sie frei entscheiden. Sie sind beide nun volljährig, sie haben den Kontakt nicht gesucht. Seine älteste Tochter hat mir irgendwann geschrieben, er sei wie ein entfernter Verwandter für sie, sie kenne ihn quasi gar nicht, sie wisse gar nichts von ihm eigentlich.
Sucht ist eine schlimme Krankheit.
Er hat nicht viel verdient, aber eine Phase lang war wohl eine Art Kaufsucht da, er hat extrem viel Legomodelle gekauft, für über 1000 Euro letztlich, da habe ich rigendwann gesagt, ich kann das nicht mittragen, dass wir zusammen wohlen, er keinen Unterhalt zahlt für seine Kinder, dass das moralisch für mich schwierig ist, das zu sehen und zu sehen wieviel Lego er kauft. Er hatte immer irgendwelche Rechtfertigungen, total erstaunlich, er hat das perfekt vor sich selber weggeredet. Dass er damals "total abgezogen" worden wäre von seiner Exfrau, dass sie ihn habe fertig machen wollen, er lange für die Familie alles gegeben und gearbeitet hätte, ihm alles Geld durch den Prozess weggenommen worden sei, dass sie eh genug Geld hätte durch die Familie, und und und. Dass es nur Schikane sei etc. Er war sehr überzeugend dabei, sich als Opfer darzustellen.
Irgendwann hab ich immer mehr gefühlt, dass das so irgendwie nicht ganz aufgeht. Dass er ja auch bei mir oft lügt.
Jetzt im Nachhinein kann ich sehen, dass er selbst unter dem Ganzen, was er ja auch mit verursacht hat, am meisten leidet. Dass er überhaupt kein schönes oder erfülltes Leben führt und dass ich auf gar keinen Fall tauschen wollen würde.
Ich habe ihn lieb, ich sehe, dass er gar nicht mit sich selber zurecht kommt und man da niemandem helfen kann, der nicht aus sich heraus die Kraft und die Willensstärke findet, raus zu wollen und vor allem auch den Mut, sich mit sich selbst zu konfrontieren.
Super schlimm, ich fühe mit Dir!
Ganz liebe Grüße ud viel Kraft,
Nora