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Solche Beziehungsmuster aufzudecken ist echt Hardwork,weil da jeder bei sich selbst schauen muss,statt permanent den "Schwarzen Peter" dem anderen zuzuschieben.
Es ist so leicht,beim anderen Fehler zu entdecken und ungleich schwieriger,bei sich selbst zu schauen.
Natürlich betrifft das beide.
Was es besonders schwierig macht,sind die gegenseitigen Verletzungen,die ja immer wieder neu "abgespult" und damit neu entfacht werden.
Hoffe,die Paartherapie kann helfen.
Wie war die Stimmung während der Paargespräche?
Hast Du das Gefühl,ihr profitiert davon?
Man kann davon natürlich keine Wunder erwarten aber meiner Meinung nach sollte eine Tendenz durchaus schon nach den ersten Gesprächen fühlbar sein.
Grundsätzlich denke ich,dass eine Paartherapie ja immerhin die Bereitschaft von beiden Seiten signalisiert,in ganz kleinen Schritten wieder aufeinander zuzugehen.
Zu einem weiteren "Kriegsschauplatz" darf das nicht werden,dafür hat die Therapeutin Sorge zu tragen.
Das klingt jetzt vielleicht komisch aber manchmal bewirken Kleinigkeiten schon eine Menge.
Z.B. kann man der Partnerin mal am Wochenende ein Frühstück bereiten aber manchmal sind es noch kleinere Dinge.
Vielleicht sogar mal ein paar Blumen mitbringen oder noch besser:
Das Lieblingsgericht Deiner Frau kochen.
Es wird sie positiv überraschen und dann wäre die Stimmung beim Essen sicher eine andere.
Hoffe,das wird jetzt nicht belächelt aber ich stelle zum Beispiel meinem Mann morgens noch den Wasserkocher an,wenn ich früher losgehe als er.
Und wenn die berühmte Zahnpastatube fast leer ist,stelle ich bereits eine neue hin.
Man muss nicht die Welt bewegen,wenn man positive Signale setzen möchte.
Aber solche Kleinigkeiten "sagen": Ich hab an Dich gedacht.
Es sollte allerdings von Herzen kommen und nicht als "Strategie".
Dieses "herzliche" ist euch irgendwann mal auf dem Weg verloren gegangen.
Aber sowas kann man sich zurück erobern.
Mit "Kleinigkeiten" hat es sicher auch bei euch angefangen aber eben diese Kleinigkeiten summieren sich auf und resultieren schliesslich darin,dass ihr euch beide nicht mehr wert geschätzt fühlt.
Gegenseitige Wertschätzung ist meiner Meinung nach ganz wichtig.
Das hat wohlgemerkt mit "Unterordnung" absolut nichts zu tun.
Echte Wertschätzung kommt an,die bringt wieder Wärme rein.
Sowas spürt der Partner und öffnet sich (nach einer gewissen Zeit) gleichermassen.
Und nach dieser Wärme sehnt ihr euch glaub ich beide.
Man kann z.B. mal loben und sagen: "Danke,dass Du mir das heute abgenommen hast"
Oder:" Mir ist durchaus bewusst,wieviel Du leistest,da zieh ich den Hut vor."
Oder mal fragen: "Kann ich Dir evt. heute noch was abnehmen?"
Oder einfach Interesse bekunden:" Wie war Dein Tag,wie fühlst Du Dich?"
All das sind Beispiele für Wertschätzung indem man den anderen mit seinen Befindlichkeiten und Bedürfnissen einfach nur mal bewusst wahrnimmt und ihm das auch spiegelt.
Die Verletzungen sind Vergangenheit.
Ihr wollt gemeinsam in eine andere Zukunft.
Manchmal muss man dabei über seinen eigenen Schatten springen und den Anfang machen,weil es der andere vielleicht gerade nicht so (oder noch nicht) kann.
Auch das ist Liebe.