@glückskind3
Och, das ist nicht so verstörend. Wir Menschen haben trotz aller Emanzipation noch unsere Biologie aus alten Zeiten. So Beschützertypen kommen gut an. Das ist bei mir nich anders. Trotzdem ist es wichtig, aus dieser inneren Gewaltspirale auszusteigen. Es kann ja sein, dass ich zu viel reinsehe, aber mir scheint es schon so, dass Du schnell die alten Dämonen mit drinnen hast und dann an sich harmlose Situationen "explosiv" werden können. Und das schadet Dir und anderen eben auch.
Ich kenne das z.B. von Soldaten mit Combat-PTSD. Die haben vor jedem Mülleimer in einer Großstadt Fracksausen. Der Hintergrund ist, dass sie bei Selbstmord-Anschlägen Kameraden verloren haben oder verletzt oder einfach traumatisiert wurden. Die schwitzen Blut und Wasser, wenn sie durch eine Innenstadt laufen, nur weil überall eine Mülltonne für die Öffentlichkeit steht.
Für Dich und mich sind die harmlos. Aber für diese Soldaten sind sie die pure Gefahr. Ihr Gehirn kann die Gefahr und die reale Gefährlichkeit nicht mehr richtig einschätzen. Diese Soldaten haben so viel Angst vor den Mülleimern, als wenn jeden Tag in jeder Kleinstadt überall Mülleimer explodieren würden. Und in Wirklichkeit explodiert in Deutschland kein einziger Abfalleimer in einer Innenstadt.
Und ich meine, so erlebe ich es bei Dir, dass die innere Bedrohung so hoch ist, dass Du schnell in sowas reinfällst, wo Du Panik schiebst und die alte Sache wieder aktiviert wird.
Du solltest Dich echt auf die Suche nach einem guten Traumatherapeuten machen und ihm mehr diese Seite aufzeigen, wo Du sensibel bist und wo Du Angst vor anderen Menschen hast. Und dass Du dagegen was mit Kraft und Widerstand und Versuchen, sich zu schützen, reagierst, wird der gut verstehen.
Für mich bist Du jemand, der sehr durch die alte Gewalt und Ablehnung gelenkt wird.
Und ich würde Dir wünschen, dass Dich jemand so sehen kann, wie ich es heute konnte, der Dich kompetent abholt. Diese ganzen Streitereien und das Gerede um Respekt ist nur an der Oberfläche. Was darunter liegt, ist die Angst, dass Dich jemand verletzt. Das macht der Organismus. Jedes Lebewesen ist dadurch gesteuert, dass es sich vor Verletzungen und vor möglichen Angreifern schützt. Und das ist bei Dir jetzt stark aktiv. Dafür kannst Du nix.
Du hast nur die Not damit.
In den nächsten Jahren kommen viele gute Therapien, manche Therapeuten können das schon. Da kann man Dir sicher noch weiter helfen als es bisher passiert ist. Einfach mal Traumatherapeuten anrufen und sich kümmern, dass man was findet, was passt. Manchen Leuten hilft für die Übergangsphase auch ein Antiaggressionstraining, weil man da einfach lernen kann, wie man deeskalierend, aber nicht unterwürfig die Situation beeinflussen kann. Sinnvoll kann es auch sein, reine Defensivtechniken zu lernen, wie man sich z.B. befreien kann, wenn einen jemand würgt. Das hätte ich mal gut brauchen können, kannte aber damals die Technik noch nicht. Aber heute kenne ich sie. Es hilft schon was, wenn man heute weiß, wie man sich schützen kann.
Es geht so vielen so und es gibt Wege da raus.
