Hallo,
auch ich kenne diese Problematik nur allzu gut...
Hier ist schon vieles Richtige gesagt wurden:
... Freundschaften muss man pflegen, etwas investieren
...Es sollte aber eben nicht nur ein Geben von einer Seite aus sein
...Nur hinterher rennen ist mühsam, macht nachdenklich
...Denke nicht zuviel drüber nach, denn entweder lohnt es sich nicht oder es sind eben alle (gerade zurzeit) sehr mit sich selbst beschäftigt
Man kann eigentlich nichts anderes machen, als weiterhin offen, kontaktfreudig zu bleiben. Abwarten, was sich ergibt mit neuen Bekanntschaften. Ich habe damals nach dem Tod meiner Eltern viele, viele "Freunde" verloren. Heute weiß ich, dass es auch daran gelegen haben kann, dass sie einfach nicht wussten, wie sie mit mir in meiner Trauer umgehen sollten.
Viele Menschen sind heutzutage mit dem Gefühlsleben anderer überfordert. Teils, weil sie "kein Bock" drauf haben ("ich, ich, ich"), teils aber auch, weil nicht jeder gleich-empathisch ist.
Vielleicht geht es dem Gegenüber auch manchmal so wie einem selbst. Hat schlechte Erfahrungen gemacht und verliert irgendwann die Geduld und Kraft noch auf andere zuzugehen.
Dann endet es mit dem fast schon Typischen "wenn der/die sich sich nicht meldet, melde ich mich auch nicht mehr.".
Dabei kann es aber alles nur ein Missverständnis sein.
Ich hab mir zurzeit eine ziemlich drastische Auszeit genommen, weil ich auch nicht mehr hinterher rennen möchte. Oder zumindest fühle ich, wie ich so eine Pause davon brauchte, um auch ein Stück weit wieder zu mir selbst zu finden.
Mein Handy ist derzeit aus - somit auch Facebook, WhatsApp und andere Messenger. Vom Gedanken, dass mich jemand vermisst, lerne ich derzeit, mich zu verabschieden. Das sind Erwartungen und je mehr man erwartet, umso mehr wird man enttäuscht...
Wie gesagt, die Beschäftigung mit sich selbst, ist derzeit sehr, sehr hoch in dieser "Corona-Krise". Von meiner ehemaligen Therapeutin hab ich erfahren, dass sie mehr als ausgebucht ist, selbst die Warteliste wird bis Ende des Jahres (Stand Juni!) nicht mehr weitergepflegt.
Immer mehr Menschen haben immer mehr Sorgen, Ängste, Probleme, Kummer.... Vieles kann man vielleicht reparieren. Aber manchmal muss man auch einfach seinen Weg weiter gehen. Keinen Frust oder Wut auf andere empfinden, sondern weiter offen sein - für die Menschen, die man bislang kannte und die, die hoffentlich noch kommen!
Wenn ich wieder online gehe, werde ich trotz allem wieder den Kontakt suchen. Ich werde dann merken, wer so "tickt" wie ich und am liebsten immer da weiter macht, wo man aufgehört hat, auch wenn man sich ewig nicht gesprochen hat. Oder wer vielleicht dann nicht mehr da ist. Dafür kommen aber dann neue Kontakte. Z.B. hier im Forum gibt es echt nette Menschen, mit denen man sich gut verstehen kann!
Ich wünsche der Themenerstellerin und allen Leserin nur das Beste!
Viele Grüße
Yannick