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Hallo liebe @Sonnenblume216
Also die Diagnose AD(H)S ist recht umstritten und es gibt dazu so wohl im Internet als auch in der Öffentlichkeit etliche Meinungen dazu. Ich würde Dir raten erst mal die Meinungen zu filtern falls Du recherchieren möchtest und Aussagen von Zeitschriften ala Bunte, der Schwiegermutter oder der Kollege welcher nie etwas mit dem Thema zu tun hatte zu ignorieren.
Meiner persönlichen Meinung nach klingt es zumindest so als das die Auffälligkeiten durchaus an ADS liegen könnte! Um wirklich eine klare Aussage zu bekommen wirst Du natürlich nicht um einen Kinderpsychiater rum kommen. Das hast Du sicher selbst schon geahnt!
Ich habe gelesen das Du von der Trennung geschrieben hast und diese zusätzliche Belastung als möglichen Grund in Erwägung genommen hast. Ich selbst lebe getrennt von Frau und Kind und das hat meinem kleinem Engel sehr zu schaffen gemacht. Ich denke insbesondere in Verbindung mit dem diagnostizierten ADS noch mal mehr als einem regulären Trennungskind. Dennoch weiss ich das es schlimmer gewesen wäre wenn wir ihm zu liebe zusammen geblieben wären. Ich kenne Eure Umstände und Gründe nicht bzgl. der Trennung (Will da auch nicht bohren und geht mich auch nichts an) nicht, aber nach einem Jahr probieren war es bei uns leider besser so.
Was ich Dir ohne weitere Diagnose empfehlen kann ist selbstverständlich den Konsum von Multimedialen Geräten zu bremsen. Sprich klare Regeln was Internet, Spielkonsole und Fernsehen etc. pp. an geht. Das ist sicher von Dauer des Konsums und Alter des Kindes weit unterschiedlich. Junior hat seiner Zeit zumindest weit zu viel konsumiert und nicht nur Tics kurzweilig dabei entwickelt sonder war immer sehr dadurch angespannt. Wir sind mit seinen 8 Jahren aktuell bei 30 min am Tag und Bonus Minuten für bestimmte Aufgaben. (Geschirrspüler einräumen/Müll etc.)
Auch habe ich gelesen das Du Dir zumindest Gedanken zu einer medikamenten Behandlung gemacht hast. Dies macht natürlich ggf. erst Sinn wenn eine Diagnose steht! Is klar... Auch ich habe mir große Sorgen dies bzgl. gemacht und somit komme ich zu meiner persönlichen Erfahrung um welche Du gebeten hast.
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Nun mein Sohn wurde vor etwa einem halben Jahr nach schulischen Problemen und einem Stups auf ADS diagnostiziert. Ich selbst wurde mit etwa 10 Jahren diagnostiziert und bin überzeugt das so wohl meine Mutter als auch mein Opa davon belastet sind/waren. Mit meiner Exfrau habe ich lange darüber diskutiert wie wir weiter vorgehen wollen und Meinungen als auch Erfahrungen ausgetauscht. Der Psychiater hat eine Medikamentation empfohlen welcher wir zunächst kritisch gegenüber standen. Irgendwann haben wir uns dafür entschieden da wir mit den vorherigen Versuchen scheiterten.
Vorab: Ich finde es gut und wichtig das jeder sich Gedanken macht ob alles gleich mit Medikamenten behandelt werden soll. Auch fehlt mir jegliches Verständniss dafür wenn Eltern angefeindet werden wenn sie sich für oder gegen Medikamente entscheiden! Dies ist eine sehr persönliche Entscheidung und sollte/muss akzeptiert werden. Ich spreche hier nur für mich und meine eigene Erfahrung!Die Ergebnisse einer Medikamentation waren erst mal überzeugend! Seine Noten als auch seine Konzentration wurden viel besser. Bei genauer Überlegung mal das dämliche Schul und Notensystem mal beiseite.
(Keiner wird sich in seinem späteren Leben darüber scheren ob ein Komma jetzt richtig positioniert ist...) Junior kam mit seiner Umwelt und seinen Emotionen weit besser zurecht als wäre eine Nebelbrille abgesetzt.
Wir hatten in der Folge auf unsere Diagnose noch ein Coaching welches in unserem Bundesland zum Glück von den Krankenkassen übernommen wird. 5 Elternteile welche sich gegenseitig mit Ihren Erfahrungen austauschen und eine Moderatorin welche an Fachkentnissen und Einfühlungsvermögen strotzte! Gerade das Coaching hat mir SEHR geholfen. So wohl im Umgang und Verstehen meines Sohnes aber auch in meiner Selbstbetrachtung wie ich ticke und warum ich so ticke!
Ich für mich will unbedingt meine eigenen Probleme angehen und bin inzwischen überzeugt das eine Behandlung mit Medikamenten mir viel Probleme und Trauer erspart hätten im Leben. Vorrausgesetzt das ich die Medikamente überhaupt vertrage (das ist leider sehr unterschiedlich).
Es tut mir leid das meine Nachricht so ausgeartet ist. Ich habe Schwierigkeiten mich kurz und pregnant zu halten. Das Thema beschäftigt mich allerdings sehr stark und ist mir aufgrund meiner persönlichen Betroffenheit sehr wichtig. Falls Du Fragen hast zu dem Thema kann ich Dir nur anbieten gerne im Umfang meines "eigentlich nicht viel" Wissens gerne versuchen Antworten zu geben.
Lieben Gruß und viel Stärke!