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Hallo zusammen
ich bin neu hier und erhoffe mir hier ein wenig Verständnis und aufbauende Worte. Diese bekomme ich in meiner Familie und Beziehung und Freunde nicht mehr. Alle sind genervt und hören nicht mehr zu.

Sorry für den Mega-Text, aber ich möchte gern alles mal erklären und loswerden. Ich hoffe auf ein paar Antworten! Würde ich mich riesig drüber freuen

Ich bin weiblich, 35 Jahre alt, keine Kinder und geschieden, jedoch in einer neuen Beziehung seit 2 Jahren.

Alles fing vor knapp 3 Jahren an, als ich mich entschied meine Ehe zu beenden. Ich wurde geplagt von Angst-und Panikattacken. Besonders beim Autofahren und alleine sein. Ich habe mir nicht mehr selbst getraut. Böse Gedanken überkamen mich sehr sehr oft.
Ich war dann auch in einer psych. Klinik und danach auch, bis heute in Therapie bei einem Psychologen.
Mir ist unheimlich viel klar geworden und ich arbeite sehr gern an mir, auch wenn das Innerste manchmal nicht einfach ist zu durchschauen.
Ich habe vor 2 Jahren einen wunderbaren Mann kennengelernt und bin sehr glücklich. Wir wollen jetzt ein Haus kaufen und planen auch Familie!

Nun ist es leider so. Seit einem halben Jahr plagen mich Ängste von Krankheit, und vor dem Tod.
Ich habe Angst, einfach zu spät zu meinem Leben zu kommen. Klingt seltsam, aber ist echt stark, das Gefühl.

Im Sommer hatte ich eine OP, gynäkolischer geplanter Eingriff. Alles gut gelaufen. Aber seitdem steigere ich mich in alles total rein. Meine Beziehung leidet entsprechend auch mittlerweile

Ich fang mal an, was da so los ist:

Kribbeln Kopfhaut und Gesicht, Jucken Kopfhaut, Augenzucken, Augenstiche
Knubbel unterm Ohr (lt. Arzt ist es nicht der Lymphknoten, sondern Verspannung)
Ohrpiepen, Taubes Gefühl Gesicht, Arme, Hände, Fingerkuppen und auch meine linke Brust
Die Brust tut auch weh (Frauenarzt hat abgetastet, nix gefunden). Die Drüsen tun sauweh, das geht untern Arm hinweg über die Rippen. Wenn ich draufdrücke oder mein Freund und ich mal uns knuddeln, geht das nicht lange, weil das weh tut. Zudem sieht man auf dem Brustkorb, vom Schlüsselbein kommend runter über die linke Brust meine Adern mittlerweile sehr gut.
Stiche im Hals und Kribbeln auf der Zunge. Ich habe HWS Probleme und bin deshalb auch schon seit langem in Behandlung, mache auch Yoga. Meine linke Schulter ist höher als die andere, kommt wohl durch eine Beckenschiefstellung.
Rückenschmerzen sind auch immer da (besonders auf Höhe des Herzens)
Meine Beine sind auch oft kraftlos und fühlen sich taub an. Stiche in den Beinen hab ich auch oft und auch manchmal richtig Schmerzen, wenn ich die Beine abends hoch lege.
Ich fühle mich total schwammig und habe ganz wenig Lebensfreude. Natürlich ist das psychologische Arbeiten an mir anstrengend, aber das mit dem körperlichen wird immer schlimmer
Viele in meinem bekanntenkreis sind an Krebs gestorben dieses Jahr. Die Angst wird immer stärker

Ich habe Angst MS zu haben, oder ne Thrombose zu kriegen, ich habe Angst das die Taubheitsgefühle mehr werden und ich irgendwann wirklich nichts mehr spüre. Ich habe Angst vor Herzproblemen...
Wie ihr euch vorstellen könnt, bin ich für nix zu gebrauchen. Früher war ich viel tanzen, habe viel gelacht, konnte gut und klar arbeiten, habe den Haushalt normal gut geführt...das lässt alles nach
Ich habe Angst, das ich krank werde oder bin und ich nicht mein Leben mit Familie und Haus führen kann demnächst und das mein Freund dann mich verlässt.

Ich war dieses Jahr schon beim Hausarzt für einen Komplett-Check (also kleines Blutbild, Atemtest, EKG), hatte ne Magen und Darmspiegelung, hab mir zwei Zahnkronen rausnehmen lassen (NickelAllergie) und gegen Kunststoff austauschen lassen. Ich bin ja auch fleissig dran, nur eine Beruhigung krieg ich nicht.
Und mein Freund ist schon super genervt. Mit ihm kann ich garnicht mehr über meine Angst reden und meine Familie hat auch null Verständnis.

Mein Therapeut sagt mir, das, wenn ich mir das immer wieder so einbilde (was ich NICHT tue! die Dinge sind wirklich da!), das ich dann irgendwann wirklich krank werde. Na super, da komm ich ja nie raus aus dem Teufelskreis.

Ich hoffe das hier wenigstens einer sich meine Geschichte durchliest und vielleicht mir das Gefühl gibt, ich bin nicht verrückt und das es eine Lösung gibt, aus dem Kreis herauszutreten!

Freue mich auf eure Antworten!

Liebe Grüsse

28.12.2013 10:13 • 30.12.2013 x 1 #1


10 Antworten ↓


IchWillPositiv
Hallo,

leckerer Nick

mir geht es ähnlich wie dir. Nur hat mein Freund eine bemerkenswerte Toleranz und Geduld mit mir. Ich bewundere ihn dafür.

Mich kostet mein Leiden auch unendlich viel Kraft. Ich treffe zwar Verabredungen, hoffe kurz vorher jedoch, das Gegenüber sagt ab, weil ich befürchte, es nicht zu schaffen.

Im Nachhinein sind die Treffen immer toll, aber ich mach mir vorher so einen Kopf, ob ich das schaffe, was wenn ich zusammenbreche, dieses jenes... es nervt.

Ich möchte so wie früher spontan ab und los! Heute werf ich mir vorher immer Bachblüten ein, weil ich meine nur so die Treffen zu schaffen.

Bis vor 1/2 Jahr hab ich 20km Wanderungen gemacht, jetzt hab ich Panik davor, ich hab oft Angst, den Weg zum Einkauf zu schaffen (300m) Was Blödsinn ist, aber der Kopf dreht durch.

Was für eine Therapie machst du denn? Ich überlege im kommenden Jahr auch nochmal eine zu machen.

Meine Mutter wird richtig böse mit mir, wenn ich von meinen Krankheiten erzähle.

Auf der Arbeit weiß es keiner. Ich bin auch nicht krank. Außer mal 2-3 Tage im Jahr, wenn ich üble Erkältung habe.

Einen Rat hab ich leider nicht, den such ich selber immer noch.

28.12.2013 12:05 • x 1 #2



Diese Angst kostet Kraft und fast meine Beziehung!

x 3


Hey
danke für die Antwort.
Mein Freund hat halt auch mit Ängsten zu tun (aber eher Verlustängste). Das heisst, wir haben beide psychisch an uns zu tun. Darum ist das nicht so einfach
Habe mir jetzt vorgenommen, nicht mehr mit ihm über meine Ängste zu reden. DAs macht mich zwar nicht ruhiger, aber ich möchte keinen Stress mehr...mal gucken, was er sagt, wenn aufeinmal nix mehr kommt.

Ja das mit den Ängsten vor Verabredungen oder so kenn ich. Hab ich immer noch, wobei, psychisch geht es mittlerweile aber mein Körper ist total angespannt und nervös. Also das stimmt noch nicht die Absprache zwischen GEist und Körper. Wanderungen...oh ja. Genau, das fand ich auch immer prima. Jetzt hab ich sogar Angst mal allein ne Stunde spazieren zu gehen.

Ich hab ne tiefenpsychologie angefangen, mache noch ein Coaching für das Selbstvertrauen und mit dem Yoga halt dann entspannen. Ist auch alles gut, nur der Körper ist irgendwie am Ende seiner Kräfte. Heut hab ich schlimm Halsdruck und Halskratzen. Bin heut Nacht von nem Reizhusten wach geworden, obwohl ich garnicht erkältet bin?! Naja...
Ich kann Therapien empfehlen, jedoch nehme Dir Zeit für die Suche nach dem Richtigen. Den nächstbesten Termin einfach wahrnehmen obwohl der Therapeut nix vom Gefühl her ist, ist nix.
Ich hab auch 3 Anläufe gebraucht. Meiner ist jetzt echt super!

Ach meine Familie...ist die Generation reiß dich zusammen oder stell dich nicht so an
Mehr muss ich nicht sagen oder?

Ich wünsche mir halt das die GEsellschaft etwas sensibler und einfühlsamer für Panik und Angst wird.
Denn ich bin der Meinung so gut wie jeder hat mit so etwas zu kämpfen. Wenn jedoch zusammenreissen oder ignorieren auf dem Plan steht, wird das nicht besser!

Sende Dir liebe Grüße

28.12.2013 12:18 • #3


IchWillPositiv
Ich hab schon drei Therapien gemacht im Laufe der Zeit. Aber erst 1 wegen der Angst, das war Verhaltenstherapie, aber ich fand den Therapeuten nicht so empathisch.

Ist halt schwer, was zu finden.

28.12.2013 12:29 • #4


Schön, dass du den Weg hier her gefunden hast! Wenn dir in deinem Umkreis keiner mehr zuhören mag (vielleicht liegt es daran, dass ihnen nicht einfällt, wie sie helfen können), dann bist du genau richtig hier! Wir haben hier immer ein offenes Ohr (Auge , weil wir lesen ja) für dich!

Gruß Gina

Ps.: Hab dir eine Nachricht geschickt!

28.12.2013 12:31 • #5


@ichwillpositiv
Ja genau, das meine ich ja. Erstens wartet man ja ewig auf Termine und dann noch einen Therapeuten finden, bei dem die Chemie stimmt...aber davon bitte nicht unterkriegen lassen.
Wenn ich zurück rechne...meine erste Therapie hab ich mit 19 gemacht in meiner Ausbildung wegen Mobbing, dann mit 23 wegen starker Eifersucht und halt jetzt seit knapp 4 Jahren!
Ich find das auch gut wenn sich Menschen dazu entscheiden . Was soll das Gerede sowas brauch ich nicht oder ich bin doch nicht verrückt?
Genau diese Menschen brauchen meistens eine Therapie am Meisten
Reden ist so gut und wenn dann noch jemand da ist, der einem die Augen öffnen kann, wenigstens ein Stück...ist das doch super!

@ Gina 68
Dankeschön! Werde gleich mal antworten! Tut gut

28.12.2013 12:35 • x 1 #6


..erstmal herzlich willkommen..in grobe zügen könnte das auch meine leidengeschichte sein ...ich habe allerdings kinder ...aber im großen und ganz passt es...
bei mir wurde es nach anfänglicher besserung wieder schlechter...jedes noch so kleine wehwehchen macht mir angst...
ich habe schon ein krebsfrüherkrankung(OP) hinter mir...was es nicht leichter macht , jedes noch so geringe symtom könnte ein anzeichen sein ...oder mein herz setzt einfach aus ..oder ,oder oder.........

ich bin wirklich in lückenloser kontrolle aber es beruhigt mich nicht wirklich...ich schiebe angst jeden tag und es verprellt mir jedes leben , jede freude...meiner familie und
meinen freund sage ich nichts mehr ,sie sind sehr lieb aber irgendwie rollen sie nur noch die augen..sie sind nach vier jahren wirklich satt und fertig mit allem..sie sage es aber nicht so hart..
ich merke es allerdings...brauche nur zu sagen mir gehts nicht so gut,,,dann geht das augengerollen los...

ich habe klinik .tagesklinik hinter mir...mache eine verhaltenstherapie der zeit ,die aber auf eis gelegt wurde weil ich nicht mal mehr alleine aus dem haus kam..

es ist ein teufelkreis und wie ich rausfinde weiß ich der zeit auch nicht...früher war ich lebendiig ,,ich habe drei super kinder großgezogen...war mit freunden viel unterwegs..war arbeiten ,nebenbei sport, haushalt, mann,,, kinder..bin mit in urlaub gefahren in aller welt ..auch alleine mit den kinder..ich habe später meine mutter gepflgt bis zu ihren tode..meine vater starb auch früh...trotzdem war ich stark und habe alles auf die reihe bekommen---

und seit 2009..aus.... ende..nicht geht mehr...ich habe schon angst wenn ich alleine einkaufen muss oder termine habe..meinen job habe ich durch meine krankheit verloren..und meine beziehung ist auch schnee von gestern....ich erkenne mich nicht wieder.,,, kann doch nicht sein das eine gestandene frau vor angst am rad dreht...

es tut aber gut zu lesen das man nicht der einzige ist der so was durchmacht...

ich wünsche dir weniger leiden..besser wäre,, garkein leid...

ein rat habe ich aber leider auch nicht wirklich..ausser jeden tag von neuen kämpfen und sich überwinden...

28.12.2013 12:36 • #7


Hallo kathrin38

ja das stimmt. alles ähnelt sich ja!
ich weiss ja nicht wann deine mama verstorben ist und wie die beziehung zu deinen eltern war. aber ich hab gelernt, das mega viel aus kindheit und erziehung kommt.
meine ängste kommen auch viel daher und mein ex hat sowas auch nur verstärkt.
ich wünsche mir so sehr, das man uns mehr zuhört und uns versteht und auch mal sagt hey ich glaube an dich, du schaffst das
und nicht immer die augen rollt oder genervt ist

bin sehr froh hier hin gefunden zu haben!
tut gut!

dankeschön!

:-*

28.12.2013 13:02 • #8


Zitat von Speck-Dattel2013:

Ich habe Angst MS zu haben, oder ne Thrombose zu kriegen, ich habe Angst das die Taubheitsgefühle mehr werden und ich irgendwann wirklich nichts mehr spüre. Ich habe Angst vor Herzproblemen...

Ich war dieses Jahr schon beim Hausarzt für einen Komplett-Check...

Mein Therapeut sagt mir, das, wenn ich mir das immer wieder so einbilde (was ich NICHT tue! die Dinge sind wirklich da!), das ich dann irgendwann wirklich krank werde. Na super, da komm ich ja nie raus aus dem Teufelskreis.


Nein du bildest dir die Symptome nicht ein, das stimmt. Was er meint ist, dass du dir Dinge einbildest wie MS oder Thrombose. Und diese Vorstellungen erzeugen Symptome. Du warst ja beim Checkup und daher leuchtet es deiner Familie auch nicht ein. Ein wichtiger Schritt zur Genesung ist die Akzeptanz der psychischen Erkrankung und Herkunft der Symptome durch ein überlastetes Nervensystem. Solange du glaubst wirklich eine schlimme Krankheit zu haben, wird es schwer. Aber du bist nicht verrückt. Hypochondrie ist hier sehr verbreitet, wie du im Forum der Kategorie Angst vor Krankheiten finden wirst.

Leider habe ich keine Tipps, da ich mich mit Hypochondrie nicht auskenne. Wollte nur meine Meinung dazu sagen, wie es dein Therapeut vielleicht meinen könnte. Und deine Familie hat hier wohl Schwierigkeiten zu verstehen, wie man trotz negativen Befunden beim Arzt weiter Angst haben kann vor einer Krankheit. Gesunde Menschen (ohne Hypochondrie) können hier rational denken. Auch hier wäre es wohl sinnvoller, wenn sie wüssten, dass du an Hypochondrie leidest. Vielleicht suchst du mal im Internet einen Ratgeber für Angehörige von Patienten mit Hypochondrie und bittest sie sich das durchzulesen.

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber ... 25423.html

28.12.2013 17:20 • x 1 #9


Die Symptome klingen mir wie eine Mischung aus Verspannung infolge Angst und Symptomwahrnehmung durch's Vergrößerungsglas. Der bekannte Teufelskreis. Den Grund zu wissen, wie man in den Teufelskreis hineinkam, mag interessant sein, aber ob das dann reicht wieder rauszukommen, weiß ich nicht.
Symptome habe ich auch - aber die Angst, dass das eine schlimme Krankheit ist, habe ich irgendwie klein machen können. Mir hat geholfen: 1. Symptomgooglen einstellen, 2. einfach nicht zum Arzt gehen sondern alles aussitzen und mit der Zeit merken, dass Symptome auch wieder verschwinden, 3. den Körper physisch belasten, keine Schonhaltung einnehmen. Sicher spielt auch rein, sich mit dem Gedanken der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen und damit auch mit Dingen und Wünschen, die im Leben wahrscheinlich unerfüllt bleiben oder bleiben könnten.
Ich könnte mir vorstellen, dass Dir vielleicht die Komponente Ausdauersport oder auch Krafttraining (Rücken) neue Impulse geben könnten.

28.12.2013 18:28 • x 1 #10


@krausix: Vielen Dank! Den Ratgeber werde ich mal in Ruhe durchlesen!

@die Jule:
Verspannung?! JA! Absolut. Ich versuche so oft die Schultern mal hängen zu lassen, aber ich glaube das konnte ich beim letzten Mal, da war ich noch im Teenie-Alter. Jeder Physiotherapeut und Masseur staunt nicht schlecht. Alles verknubbelt und schmerzt!
Es ist wirklich ein Teufelskreis. Jetzt ist das Taube und die Schmerzen in den Gliedern in den Hintergrund geraten. Habe jetzt Halspochen und totalen Druck beim Sprechen...*ding ding* nächste Angst taucht auf!
Hab aber auch zwei neue Zahnkronen bekommen und kann seitdem viel besser aufbeißen. Vielleicht stellt sich gerade der ganze Kiefer samt Muskulatur um? Dann hatte ich einige richtige Schmerzen im HWS die letzten Wochen. Ja ich weiß, kann auch daher kommen...Ich versuche ganz gut damit umzugehen und stelle mich meiner Angst. Ich möchte sie nicht verurteilen oder verdrängen!

Danke für eure Antworten. Habe mich sehr gefreut hier offene Ohren gefunden zu haben!
Ich wünsche euch allen alles Liebe für das nächste Jahr!

LG

30.12.2013 11:02 • #11



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