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Manchmal sage ich mir, es wäre besser, würde ich mich von allen Medien, die ich nutze und die ich aktiv meiden kann, trennen. Oder jedenfalls von den meisten. Ohne Computer könnte ich wohl nicht leben, da ich über diesem meine einzigen Hobbys abwickle.

Aber TV z. B. Es gibt Menschen, die gar keinen Fernseher haben und auch nicht stattdessen über das Internet fernsehen. Die meisten anderen wären wohl total verdutzt, sowas zu hören. Etwas moderner aber im Grunde dasselbe sieht man bei Smartphones. Es gibt bereits Shows auf so manchem Sender, die es als "Experiment" ansehen, hippe und trendige Menschen mal ohne Internet und ohne Smartphone und Facebook und What's App dastehen zu lassen. Ganz so als ob dies gleich deren Todesurteil bedeuten würde. Was ist ein Leben schon wert, in dem man nicht ständig von allen möglichen Informationen, Daten, Eindrücken und Werbebotschaften bombardiert wird? Und in dem man umso besser noch damit prahlen kann, "connected" zu sein und immer über alles und jeden bestens Bescheid zu wissen? Netzanbieter werben ja auch damit, immer schnellere Verbindungen und günstigere Datenflatrates anzubieten - und das nur damit Kiddies sich noch schneller irgendwelche lustigen Bilder und Videos herumschicken können.

Zu meinen "positivsten" Momenten gehören manchmal diejenigen, in denen ich nichts tue und nichts höre und nichts sage. Keine Meditation oder so. Einfach nur Ruhe. Kein Herumgetippe, kein Herumgezappel, kein Mitlauschen. Einfach mal die Augen schließen und möglichst nichts denken. Oder zumindest etwas "Kopfkino", wie es Neudeutsch heißt, damit meine Gedanken nicht zu meinen Problemen wandern. So kann ich am Besten abschalten. Nach stressigen Tagen und Stunden ziehe ich es nicht vor, erst mal anderen von meinem Frust und meinen Problemen zu erzählen (da gäbe es sowieso niemanden, dem ich das antuen wollte und könnte) sondern zu schlafen. Danach fühle ich mich manchmal wie neugeboren. Auch wenn ich manchmal nicht besonders tolle Träume habe.

Manchmal male ich mir vage aus, wie es wäre, wenn ich vielleicht einfach alles verkaufe oder wegschmeiße, was ich habe, und plump ausgedrückt in ein Kloster oder so ziehen würde. Oder - weil ich nicht religiös bin - halt irgendwo hin, wo man ein stilles und ruhiges Leben aktiv lebt und auch wertzuschätzen weiß. Wenn ich das, was ich hier schreibe, den meisten, denen ich in der Öffentlichkeit begegne, sagen würde, würden diese mich nur blöd anschauen und für verrückt halten. Sowas drastisches werde ich wohl nicht tun, aber manchmal frage ich mich halt, ob das nicht ein "besseres", weniger frustrierendes und enttäuschendes Leben sein könnte.

25.08.2014 04:51 • 09.07.2015 #1


33 Antworten ↓


Veritas
Guter Beitrag, kann ich größtenteils nachvollziehen. Ohne PC geht nichts, ohne TV auch nichts, wäre aber weniger wichtig. Mit WhatsApp, Facebook usw. habe ich nichts am Hut, generell geht mir auch dieser ewige Mitteilungsdrang auf den Senkel. Besonders lächerlich, wenn jemand 500 "Freunde" hier und da hat, wenn ich schon diese von Anglizismen verpestete Sprache höre... Wenn ich auch das Radioprogramm höre - da ware 90iger Boyband-Musik ein Witz dagegen. Anstatt sich auf wichtiges zu fokussieren (und mal Prinzipien zu haben, schließlich wird der ganze Murks überwacht, Beiträge können kommerziell ausgeschlachtet werden etc.), bombardieren sich alle mit Müll zu. Nicht meine Welt!

Ich glaube, ich wäre auch auf 'ner Alm oder so besser aufgehoben als in der Stadt.

Hier, zum chillen:

27.08.2014 01:01 • #2


Zitat von Arbiter:
Zu meinen "positivsten" Momenten gehören manchmal diejenigen, in denen ich nichts tue und nichts höre und nichts sage. Keine Meditation oder so. Einfach nur Ruhe. Kein Herumgetippe, kein Herumgezappel, kein Mitlauschen. Einfach mal die Augen schließen und möglichst nichts denken.


Darum beneide ich jeden der es kann, ich habe das Gefühl das es das ist was mir die Angst, und Panik genommen haben, wenn ich mich zurücklehne sind das immer die Momente in denen ich mich meinen Ängsten stelle, ist auch was wert, aber ich würde lieber mal entspannen, ich muss mich irgendwie ständig beschäftigen, Laptop, Games, Handy oder TV, das kommt mir schon lange komisch vor, selbst ein Buch lesen fällt mir schwer, aber ändern kann ich es im Moment irgendwie auch nicht, da steh ich mir selbst im Weg....

Idee......wir machen mal einen komplett Medien freien Tag, und beschreiben am nächsten Tag unsere Erfahrungen damit.

Sehr guter Beitrag Arbiter, Danke dafür

27.08.2014 04:57 • #3


Dubist
Hey, ich brauch den Fern um mich manchmal zu entspannen. Allerdings mag ich nur schöne Sachen oder was zum Lachen anschauen..
Da ich mein Handy so gut wie gar nicht benutze kann ich nicht mitreden wie das so ist, wäre jeden Tag mit dem Handy beschäftigt zu sein.
Arbiter eine gute Sache ist auch Tagebuch schreiben. Aber das ist vielleicht wirklich nur was für Frauen.
Die schönsten Momente sind manchmal, in der freien Natur spazieren zu gehen oder auf einer Bank gemütllich zu relaxen wie ich finde!

27.08.2014 13:55 • #4


Fernseher brauche ich nicht. Könnte direkt raus fliegen. Mache ich auch so gut wie nie an, wenn ich alleine bin.
Internet nutze ich natürlich und Handy auch. Aber ginge auch ohne. Im Fernseh läuft so viel Mist, dass man das echt nicht braucht.

28.08.2014 08:07 • #5


Dubist
Pumuckl für was brauchst du ein Handy?!

28.08.2014 08:36 • #6


Schlaflose
Ich könnte privat komplett ohne Telefon leben. Das Handy benutze ich nur, um ins Internet zu gehen, wenn ich zuhause mein Laptop nicht anhabe und ganz gelegentlich mal eine Whatapp Nachricht zu schreiben bzw. zu empfangen.
Aber ohne Fernsehen kann ich mir das Leben nicht vorstellen. Bei uns ist der Fernseher von morgens bis abends an. Meine Mutter schaut fast den ganzen Tag, ich ab nachmittags, wenn ich von der Arbeit komme während ich gleichzeitig ich am Laptop sitze und hier im Forum bin. Ab 18.00 ist für mich reine Fernsehzeit.
Ich kann völlige Stille zuhause nicht haben.
Stille habe ich während der Arbeit und wenn ich draußen sportlich unterwegs bin, was fast täglich ist.

28.08.2014 15:53 • #7


Ich habe kaum Stille während der Arbeit und draußen auch nicht. Bus und Bahn sind immer recht laut. Ständig kann/darf/muss man Gespräche mithören, Musik, Smartphone-Geräusche, Hunde, Babies, Zeitungsgeraschel, Kauen und Schmatzen usw.

Bei mir läuft der TV meist immer wenn ich zuhause bin. Irgendwas im Hintergrund laufen zu haben kann etwas beruhigendes haben. Manchmal glaube ich leichter einzuschlafen mit einem leisen TV-Programm im Hintergrund. Es gibt Sender mit recht einheitlichem Programm und wenigen/gar keinen nervigen Werbebotschaften (zum Beispiel PHÖNIX).

Aber letzten Endes fühlt es sich nicht so an, als ob mir TV etwas "Richtiges", "Sinnvolles", "Langfristiges" gäbe. Das tut der PC auch nicht zwingend. Es ist alles eigentlich nur eine "Berieselung" um mich von anderen Gedanken wegzuziehen. Aber unter bestimmten Bedingungen kann totale oder beinahe Stille (ich habe immer mindestens einen Ventilator "mitrauschen", absolute Stille beunruhigt mich eher, und wenn ich bei mir alles ausschalte darf ich mir wieder Geräusche von draußen antun oder Nachbarn über mir) sehr entspannen. Vor allem wenn mein "Kopfkino" funktioniert oder ich müde genug bin, um nicht sorgenvollen Gedanken Raum zu geben.

28.08.2014 16:41 • #8


Schlaflose
Komplette Stille kann ich auch nicht ertragen, weil ich seit 25 Jahren Tinnitus habe, den ich dann besonders wahrnehme. Normale alltägliche Hintergrundsgeräusche wie Autos, Schritte im Flur, Essensgeräusche usw. nehme ich bewusst nicht wahr, das kann ich komplett ausblenden.

28.08.2014 17:05 • #9


Winterrose
Ich glaube, wenn ich alleine leben würde, würde der Fernseher nur in der Ecke verstauben. Filme schaue ich zwar ab und zu, aber alleine eher ungern.
Derzeit lebe ich mit meiner Mutter zusammen und der Fernseher läuft eigentlich die meiste Zeit des Tages, was mich ziemlich nervt. Entweder Stille oder Musik, aber dieses unnötige Gebrabbel im Hintergrund kann ich nicht ausstehen. Allerdings kriege ich so wenigstens teilweise mit, was draußen so passiert, alleine würde ich mich wohl irgendwann wirklich abkapseln. Allein schon, weil ich schlichtweg kein Interesse an meiner Umwelt habe.

Mein Handy nutze ich sehr häufig, würde auch ohne niemals das Haus verlassen. Das liegt aber auch eher an bestimmten Personen, mit denen ich kommuniziere, ohne käme ich vermutlich auch gut ohne aus.
Mit Facebook ist es dasselbe, dort halte ich mich eigentlich nur aus Langeweile auf und im Grunde könnte ich darauf verzichten.
Ohne PC geht's natürlich nicht, vor allem da er einfach vielseitig nutzbar ist.

28.08.2014 20:04 • #10


Dubist
Es ist einfach schön mal nur in der Sonne zu sitzen.
Oder im Freibad das kühle Nass und danach die sonne zu genießen. geht ja grad leider nicht.
Oder an einem rauschenden Bach spazieren zu gehen.
Oder im Urlaub der Brandung des Meeres zu lauschen.
Das kann viel schöner sein, als drinnen am Pc hocken.

29.08.2014 09:05 • x 1 #11


na ja ich bin nicht gern in der sonne. keine ahnung was andere damit immer haben. es können 35 grad im schatten sein und man schwitzt sich tot aber hauptsache die sonne scheint. muss ich mir immer auf der arbeit anhören. und das geheule wenn es nur einen fitzel wolke am himmel gibt. ich mags bewölkt und regnerisch. jedenfalls solang es nicht aus eimern schüttet. wobei meine ängste es geschafft haben auch das irgendwie zu ruinieren weil ich bei regen nicht richtig lüften kann und eine übertriebene panik vor schlechtem raumklima und potentieller schimmelbildung in meiner wohnung habe.

30.08.2014 06:25 • #12


Na ich brauche natürlich ein Handy, Dubist, um von unterwegs aus jemanden zu erreichen! Ist doch wohl klar. Heutzutage gibt es schließlich kaum noch Telefonzellen, weil jeder ein Handy hat und wenn man alleine mit dem Auto unterwegs ist, ist das gar nicht so schlecht. Ich benutze das unterwegs aber nur zum Telefonieren oder mal um eine SMS zu schreiben. Zu Hause liegt mein Handy meistens in irgendeiner Ecke rum und alle meckern, dass man mich nicht erreicht, was ich bescheuert finde, da wir schließlich ein Festnetztelefon haben.
Der Fernseher gibt mir nichts. Klar schaue ich mir schon mal was an. Mal aus Spaß, mal aus Interesse. Aber wenn ich alleine bin, läuft an 100 Tagen vielleicht 5 Mal der Fernseher. Ich höre eher Radio. So nebenher. Muss aber auch nicht sein.
Meine Mutter und meine Schwägerin sind so Leute, die ohne die Flimmerkiste nicht leben könnten. Jedenfalls bilden sie sich das ernsthaft ein. Wenn der Kasten mal nicht geht, werden die regelrecht hysterisch. Kann ich nicht nachvolziehen. Mein Mann glotzt auch viel zu viel. Wenn es nach mir ginge, würde ich das ändern.
Früher ging das auch alles ohne. War auch nicht so schlecht.

01.09.2014 20:33 • #13


Dubist
Achso danke Pumuckl.
geht dein mann nicht mal mit dir spazieren, oder Fahrrad fahren, schwimmen, oder ins theater?
wäre doch schade drum.
Bei schönem Wetter nur daheimzusitzen.
Bei schlechtem Wetter ist es schonmal schön, einen schönen Film im fern anzuschauen.

02.09.2014 13:13 • #14


hört/lest/schaut ihr nachrichten? ich weiß nie so recht was ich davon halten soll. ich würd lügen wenn ich sagen würde mich würds nicht irgendwie etwas interessieren was draußen so vorgeht, aber von mord und totschlag zu hören ist jetzt auch nicht grad besonders aufheiternd. gerade jetzt mit ukraine, israel, irak und ebola. dass es in der welt da draußen vielfach schei*ße aussieht weiß ich auch ohne nachrichten, eigentlich. ich überleg mir manchmal obs nicht besser wäre ohne diese panik- und angstmache.

10.09.2014 21:00 • #15


ich lese nachrichten (internet/zeitung) im regelfall oder höre sie im radio. der fernseher war von meiner seite seit monaten nicht mehr eingeschaltet, kann dem überhaupt nichts abgewinnen. von mir aus könnte das ding auch rausfliegen, aber da streikt mein mann. ich kann jedoch verstehen, was du meinst. wenn es mir sehr schlecht geht, dann ist mir das ganze elend auch manchmal zuviel information.

10.09.2014 22:00 • #16


Dubist
Nachrichten anzuschauen finde ich jetzt eigentlich auch ok.
Darf man nicht wissen was in der Welt abgeht?
Wiederrum, wie würde es einem gehen, wenn man nicht anschaut?

11.09.2014 12:19 • #17


Veritas
Ich schaue auch Nachrichten, natürlich immer mit einer gewissen Vorischt. Will man tiefer graben, lohnen sich unabhängige Websites, aber auch da weiß man nicht, ob alles seriös ist. Zumindest wirkt vieles seriöser als Tagesschau & Co. Wenn ich schon immer diese Wertungen wie "sogar", "leider", "radikal-islamische" usw. höre, sehe ich schon immer, wie UNobjektiv das ganze ist... Am besten sollte man Nachrichten vielleicht nüchtern als reine Unterhaltung ansehen - so wie Politshows.

14.09.2014 09:19 • #18


Dieser Thread ist schon etwas älter, aber bei mir gerade wieder aktuell.

Ich überlege nämlich in letzter Zeit, ob ich die Zeitung nicht abbestellen soll. Ich habe das Gefühl, dass alles über dimensioniert ist. Besonders die Kommentare! Jetzt nach dem Flugzeugabsturz: "Der Amokflieger". Obwohl die Spezialisten sagen, dass noch nichts 100-prozentig geklärt ist. Dann in regelmäßigen Abständen: "Die Sichel des Terrors" usw.

Ich will jetzt nicht die Situation kleinreden, aber die Medien tun wirklich das Ihre dazu, den Leuten immer mehr Angst zu machen.

Nachrichten im Fernsehen sehe ich mir schon seit Jahren nicht mehr an. Ich höre zweimal am Tag die Radionachrichten. Die sind kurz und bündig. Allerdings hat es heute in den Radionachrichten eines öffentlich rechtlichen Senders geheißen: "Nach Informationen der Bildzeitung"... Also ehrlich!

Ich habe mir auch ein neues E-Mail-Programm zugelegt. Ich konnte GMX nicht mehr ertragen.

Den ganzen Tag den Fernseher laufen zu lassen, wäre für mich der Horror. Lieber gehe ich raus in den Garten oder laufen oder lese ein Buch.

Wie z. B. "Die Kunst des Müßigganges" - Prosa aus dem Nachlass von Hermann Hesse. In einer Geschichte beschreibt er, wie er täglich eine Stunde auf dem Balkon sitzt und den Wald unter sich und Wolken über sich betrachtet. "Welt, du kannst mir gestohlen bleiben. Du hast es nicht gut mit mir gemeint."

27.03.2015 10:55 • #19


Anschana
Super Beitrag!
Wir werden mit Informationen zugeschüttet und verlieren uns selbst darüber.

Ich habe für mich den Ausstieg aus sozialen Netzwerken durchgezogen. Und es geht mir besser. TV schaue ich bewusst. Hauptsächlich Dokus. Ich kann aber auch gut ohne und lese stattdessen. Mein Handy liegt oft tagelang unbenutzt herum. Wenn ich etwas zu klären habe, tue ich das per Telefon. WhatsApp nur zum kurzen Austausch.

Wer es schafft, sich vom Mainstream abzukapseln, hat den Weg zu sich gewählt. Und das ist der bessere Weg.

Ich kenne einen sehr lieben Menschen, der keinen Fernseher besitzt. Mit ihm kann ich stundenlang auf der Couch sitzen und ins Kaminfeuer starren und diese Stunden sind für uns beide erfüllter, als das Schauen eines Films. Das liegt aber am Menschen und der Chemie, die man gemeinsam hat. Wenn man solche Menschen kennt, ist man selbst auf dem besten Weg, tiefsinniger und feinfühliger zu werden.

Trotzdem schaue ich auch Nachrichten. Gerade jetzt nach diesem Unglück in den Alpen. Aber ich lasse es nicht an mich ran und schalte schnell wieder ab. Sowohl technisch als auch mental.

Lg, Anschana

27.03.2015 11:08 • #20




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