Zitat von Greengate:Meine Partnerin hat die Diagnose PTBS erhalten.
Hallo Greengate,
meine Meinung zu dem Thema habe ich dir schon ausführlich erklärt.
Hat deine Patnerin nun eine PTBS oder eine kPTBS? Weil das ist ein erheblicher Unterschied.
Generell gibt es einige Überschneidungen bei der Diagnose kPTBS und Borderline.
Bei der einem Trauma Typ I, kombiniert mit Typ II und der Art der Traumata/Art des Übergriffs, können weitreichende Folgen für die Betroffenen entstehen.
Generell - mit angepasster, professioneller Therapie und guter Strategie kann man sehr viel überwinden und eine Beziehungsfähigkeit erreichen.
Wie hier schon erwähnt wurde - das braucht Zeit. Wieviel - das ist unmöglich zu sagen. Es ist schlicht individuell.
Eine Behandlung besteht im groben aus drei Teilen - Stabilisierung, Verhaltenstherapie und verschiedene Formen der Traumatherapie (PITT, Somatic Experiance, EMDR usw.)
Es gibt für die kPTBS eine etwas abgewandelte Form der dialektisch bohevialen Therapie (DBT) - die DBT-PTBS.
Dies bieten nur wenige Kliniken an.
Es ist verständlich das Du Nähe zu ihr suchst. Aber ich tendiere dazu ihr Freiraum zu geben. Auch wenn dich ihre Abwehr- und Schutzmechanismen verletzten - bedenke das jede dieser Reationen auch Stress für sie bedeutet.
In der Anfangsphase der Therapie kann für sie belastend sein.
Bedenke - die Welt in der sie Lebt, ist eine die Du nicht komplett verstehen kannst und auch nicht komplett verstehen solltest. Aus dem Gedanken der Überbelastung heraus.
So wie Du es beschreibst, braucht sie diese "Kontrolle" über die Situation. Das klingt egoistisch, ist es ein Stück weit auch. Es ist aber wie es aktuell ist.
Du kannst ihr gute Rahmenbedingungen bieten unter der Beachtung eine Co-Abhängigkeit zu vermeiden.
Auf der anderen Seite gilt absolut der Grundsatz des Selbstschutzes.
Zum einem das Du keinen Schaden erleidest.
Zum anderen, dass wenn Sie sehen sollte das es dir wegen der Situation schlecht geht, ein gewisser Druck, ein Gefühl der Scham oder Toxizität o.ä. bei ihr entstehen kann.
Eigentlich werden Partner ab einem gewissen Punkt, etwas mit in die Therapie eingebunden.
Zudem gibt es auch die Möglichkeit dich selbst beim SpDi zu informieren, ob es moderierte Gruppen für Angehörige/Partner von Menschen mit psychischen Symptomen gibt.
Denke das eine Kombination von etwas mehr Abstand, in Kombination einer solchen Gruppe Dir und somit auch in Folge euch beiden etwas bringen kann.
Abschließend - Jede Abwehr- und Schutzreaktion ist gegen etwas gerichtet, was ihr Angstzentrum als Gefahr definiert. Aus dieser Sichtweise ist das also nicht gegen Dich persönlich gerichtet.
Glaube mir wenn ich dir sage, das ein durch Traumata ungünstig programmiertes Angstzentrum so seine Spiele mit den Betroffenen spielen kann. Trotzdem ist Selbstschutz auch ein Thema.
Deine Situation ist anders als leicht. Kann dir nur nahelegen bei dem SpDi/PIA deines Landkreises die so viel Unterstützung und Rat zu holen wie möglich.
Gruß
Cube