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Hallo,
ich möchte versuchen mich kurz zu fassen
Ich hab schon seit einigen Jahren das Gefühl, dass mein Leben in eine falsche Richtung läuft. Begonnen hat es etwa vor 6 Jahren als mein damaliger Freund plötzlich an seinen Gefühlen zu mir zweifelte. Bevor ich ihn kennen lernte mit 19 hatte ich schon mal eine Krise, durch ihn wurde dann alles anders. Mein Leben verlief gut, ich machte ne Ausbildung in meinem damaligen Traumberuf, hatte den Wunsch, dass wir um die 30 heiraten und irgendwann ne Familie gründen aber nach zehn Jahren trennte er sich.

Klar gab es Probleme in der Beziehung, es war oft nicht so leicht weil wir aus verschiedenen Ländern kommen, er Heimweh hatte und zurück ging, wir dann noch ne Weile ne Fernbeziehung führten. In Phasen wo ich alles in Frage stelle mache ich mir nun drei Jahre nach der Trennung immer noch Gedanken darüber, ob mein Leben anders verlaufen wäre, wenn ich zu ihm gezogen wäre. Ich frag mich immer noch, ob dann die Beziehung noch zu retten gewesen wäre.

Das Problem war damals, dass er mir irgendwie keine Sicherheit gegeben hat. Es lief nicht so gut und wie erwähnt zweifelte er schon Jahre vor der Trennung mal. Auch zu dem Zeitpunkt als er in sein Land zurück ging. Geplant war das nur für ein paar Monate wegen einem Praktikum. Ich wollte ihn begleiten doch er wollte das nicht. Als er dann unerwartet ganz dort blieb und er sich wieder mal unsicher war, war ich selbst so fertig, dass ich nicht den Schritt wagte auszuwandern, wir waren aber dann trotzdem noch 1,5 Jahre zusammen, bis er mich verlassen hat.Jetzt quält mich immer noch die Frage ob dies ein Fehler war.

Ich hab das Gefühl das sich bei so vielen um mich herum alles gut entwickelt nur bei mir nicht. Freunde heiraten und bekommen Kinder, beruflich geht es aufwärts. Es sind zwar auch ein paar dabei die auch verlassen wurden aber viele sind trotzdem wieder schnell vergeben oder es läuft zumindest beruflich rund, was bei mir auch nicht wirklich der Fall ist. Klar sind paar Sachen passiert, hab seit der Trennung viele neue Leute kennen gelernt, alleine gereist, neue Hobbies entdeckt, mal für ein Jahr in einer anderen Stadt gelebt, weil ich nochmal einen Versuch in meinem Lehrberuf starten wollte. War aber nicht das richtige, extrem stressig und körperlich zu anstrengend. Komme aus dem gestalterischen Bereich aber es gibt kaum Perspektiven. Habe auch einige Zeit Kunst und Musik studiert (genauso brotlos) und arbeite nun seit 1,5 Jahren in einer Grundschule, hab aber seitdem ständig Infekte (fühl mich ständig nur noch ausgelaugt) und auch nur Honorarkraft. Beides zwingt mich nun schon wieder zur Neuorientierung und ich frag mich, warum bei mir alles irgendwie schief läuft?!

Über euren Rat und Tipps wär ich sehr dankbar! Liebe Grüße

17.09.2015 00:50 • 05.11.2015 #1


3 Antworten ↓


Ich wollte noch was ergänzen, was in meinem Beitrag aber nicht mehr geht...mein ex gehört auch zu den Glückspilzen. Erst 2,5 Jahre nach der Trennung erfuhr ich zufällig (nicht durch ihn), dass er bereits drei Wochen nach unserer Trennung in einer neuen Beziehung war und dann auch ne Familie gründete, auch beruflich ging es steil bergauf. Als ich es erfuhr war ich auch erstmal wieder am Boden zerstört und muss immer noch oft dran denken, auch daran was er mir für Lügen nach der Trennung erzählte und wie lange er mir die neue Beziehung verheimlichte.

Trotzdem frag ich mich immer noch, ob mein jetziger Lebensweg die Folge einer falschen Entscheidung, also der nicht auszuwandern, ist.

17.09.2015 01:35 • #2



Mein Leben läuft in die falsche Richtung

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Schaf
Niemand kann dir sagen, ob es anders wäre, wenn du mit ihm gegangen wärst. Vielleicht hätte er dich trotzdem verlassen und du wärst in einem fremden Land auf dich allein gestellt gewesen. Vielleicht auch nicht. Im Endeffekt ist es egal, weil es nicht mehr rückgängig zu machen ist.
Ich kenne diese Gedanken, dass bei allen anderen alles gut läuft. Und obwohl mir auch immer Leute einreden wollen, jeder habe sein Päckchen zu tragen und sowas ist es für mich eine Tatsache, dass Schwierigkeiten und Päckchen ungerecht verteilt sind. Ich habe auch sehr zu kämpfen, diese Ungerechtigkeit auszuhalten. Manchmal hilft es mir, mich auf meine guten Dinge im Leben zu konzentrieren, die es natürlich auch gibt. Aber immer hilft das natürlich nicht.

17.09.2015 08:09 • #3


Hallo Lischen, hallo Schaf,
ich habe eure beiden Beiträge gelesen und vielleicht kann ich euch etwas helfen, weil ich - zwar ein Mann und daher vielleicht emotional anders geartet - älter als ihr zu sein meine und ein turbulentes Leben mit einigen Krisen geführt habe. Jetzt geht es mir schon lange gut.

Mir scheint, daß es Lischen etwas schlechter geht als Schaf, aber auch Schaf macht die Ungerechtigkeit des Lebens, die ich nicht bestreiten will, zu schaffen.

Vielleicht ist es so, daß ihr beide euren Weg noch nicht gefunden habt. Es ist ja auch nicht leicht. Aber so etwa mit Anfang/Mitte 30 sollte man schon ungefähr die Richtung kennen, und es ist auch die Zeit für eine Zwischenbilanz des Lebens. Sich selbst erkennen, sich sagen, wer man ist, was man wirklich will und was nicht. Und sich frei und unabhängig machen vom Urteil anderer, diese Dinge scheinen mir wichtig zu sein. Und ich meine, das kann man leisten, gerade auch wenn man allein ist.

Ich könnte noch etwas mehr sagen, aber für den Moment soll es das sein.

05.11.2015 00:24 • #4