Pfeil rechts
4

Moin zusammen,

Ich glaube ich bin mit jetzt 25 an einem sehr tiefen Punkt in meinem Leben, nur weiß ich nicht wie ich etwas geändert kriege.
Letztes Jahr bin ich aus meiner Heimatstadt weggezogen um Betriebsleiter eines Unternehmens zu werden. So weit so gut. Der Job macht mir Spaß, ich habe eine tolle, aber junge Freundin kennengelernt, das Arbeitspensum ist groß, wir führen eine tolle Beziehung, allerdings gibt es bis dato auch nur die Arbeit und die Beziehung.
Meine Freunde zurückgelassen in der Heimat, trotzdem sehr sehr glücklich. Der Lockdown kommt und es dauer 2 Wochen und ich bin depressiv - meine Angstsstörung (Emetophobie) mit der ich einst ohne Therapie sehr gut klar kam, holte mich wieder ein. seitdem ist alles anders.

Ich bin so unzufrieden mit der Situation, mit mir selbst, mit meinem Leben, dass ich nur negative Energie in meinen Alltag und dem Alltag der Partnerin reinbringe -> Konsequenz. Beziehung vorbei. Allerdings erst jetzt. Zusammen wollten wir - sie hat jetzt erst ihr abi gemacht - beruflich in eine neue Stadt gehen. taten das auch - zum glück bezahlt aktuell das Unternehmen aufgrund des Wechsels noch die Unterkunft. Vor kurzem dann das aus. Ich habe zur neuen Stadt jetzt zugesagt, in der alten ist meine position jetzt "vergriffen"

Ich bin festgefahren. Ich mache mein Glück abhängig von anderen, als meine "Freundin" mir sagte sie möchte erstmal alleine wohnen statt wie ständig gesagt zusammen ziehen, war ich sehr verletzt und gekränkt - mittlerweile verstehe ich die reaktion.

Ich kann meine freien Tage nicht genießen und verbringe diese im Bett mit schlafen und irgendwas schauen. Ich habe praktisch keinen social Circle, mir ist oft schlecht aufgrund von kummer und meiner angststörung, ich rauch viel und bin wieder in eine Essstörung gerutscht. Ich fange zum Glück bald eine Therapie an, aber ich habe so viele Baustellen und weiß einfach nicht, was mich im Leben glücklich macht. Ich suche mein Glück bei einer Partnerin die ohne Umstände hinter mir steht und habe herausgefunden, dass dies nur so ist, weil ich keine Liebe in der Jugend Erfahren durfte famililärerseits.
Ich suche praktisch 'ne Ersatzmutti und das ist der absolut falsche weg.

über tipps freue ich mich.

Liebe Grüße

11.10.2021 20:26 • 14.10.2021 x 1 #1


4 Antworten ↓


domi89
Du solltest dir erstmal ganz klar bewusst werden, was willst du wirklich? Das kann alles mögliche sein. Beruflich, privat, beziehungsmäßig, etc...
Wenn du das heraus gefunden hast kannst du die nächsten Schritte unternehmen um voran zu kommen.

11.10.2021 20:33 • #2



Keine Ahnung wo ich hingehöre

x 3


Liucid
Hey @maexishd

Du magst deine momentane Situation sicherlich gerade als Tiefpunkt erleben, ich würde es vielleicht eher einen Wendepunkt nennen.

In der 'Jugend' .. Schul- / Ausbildungs-Zeit, Studium etc., die wir obendrein meist auch noch eher 'heimatnah' verbringen, haben wir im Allgemeinen recht viele Leute ähnlichen Alters um uns, die möglicherweise auch unsere Interessen teilen und 'ungebundener' sind. Da ist das Potential für persönliche Bindungen - auch für ansonsten tendenziell 'kontaktscheue' Menschen - relativ hoch. So kennen wir das bisher aus unserem Leben und sind es schlichtweg gewöhnt.

Nun seilt man sich aber ab, geht an einen komplett fremden Ort, nimmt einen Job an und lernt zunächst einmal lediglich die Leute kennen, mit denen man zusammen arbeitet. Im Gegensatz zu 'früher' gehören diese nun meist den unterschiedlichsten Altersgruppen an, haben eigene Familien und / oder Freundeskreise und eigene Interessen. Und was viel wichtiger ist: dadurch auch nicht unbedingt sooo viel 'Bedarf' an zusätzlichen Kontakten. Natürlich gibt's auch hier Ausnahmefälle, aber die Wahrscheinlichkeit dafür, ist deeeutlich geringer als bisher. (Ganz davon abgesehen, dass darüber hinaus diese ganze Corona-bedingten 'Ausnahmezustands-Maßnahmen' die Sache ja auch nicht gerade vereinfacht haben.)

Dies ist ein Umstand, den viele von uns zuvor wahrscheinlich kaum oder gar nicht bedacht haben, weil's bisher schlichtweg kein Thema war. In dieser Hinsicht ist nun also ein Umdenken vonnöten, denn die Regeln, die bisher galten, greifen nun so nicht mehr. Was uns bisher u.U. 'einfach so zugefallen' ist, fällt nicht mehr oder bestenfalls mal eher zufällig. Wir müssen nun selbst aktiv werden, um unsere Wünsche und Bedürfnisse erfüllen zu können, denn von nix kommt .. i.a.R. nur ausgesprochen selten etwas. So ist das 'erwachsen-Sein' eben. Da hilft kein Quengeln und Zetern. (Hab's selbst auch auf 'die Harte' lernen müs.. dürfen. )

Okay, nun steht man also da und hat den Salat. Watt nu'?
Eine Möglichkeit hast du bereits angesprochen: man stürzt sich in ein Techtel und hofft dadurch etwas zu kompensieren. Kann vielleicht funktionieren oder eben auch in die Hose gehen. Bei mir hat's, als ich das mal probiert habe, nicht funktioniert. So wie's aussieht, bei dir wohl auch nicht. Ist aber - glaub' - ohnehin nicht die 'beste' Wahl, sich lediglich auf eine Person zu fokussieren .. sowas kann imo auch schon schnell mal zu einer gewissen 'Anhängigkeit' (mit all ihren Folgen) führen.

Also was gibt's da denn noch?
Tjoaa .. schau dich hier im Forum um und du wirst feststellen, dass du mit dieser Frage gar nicht mal allein da stehst. =)

Die grundsätzliche Frage ist wahrscheinlich eher: was würdest du jetzt gern tun?
Was glaubst du, was das beste für dich wäre? Die ganze Sache 'aussitzen' und hoffen, dass eine zukünftige Therapie 'all diese Probleme' (was-immer-sie-auch-sein-mögen) vom Tisch fegt, wird's wohl hoffentlich! nicht sein.

Ich - persönlich - finde es völlig legitim, auch mal down zu sein. Finde ich auch gar nicht problematisch und von mir aus dürfen sich auch Leute, die zumindest vorübergehend davon in gewisser Weise 'profitieren' können, gerne mal im Selbstmitleid suhlen. Nicht, dass ich dich damit jetzt konkret ansprechen würde .. meine ich nur so ganz allgemein.
Aber irgendwann sollte dann auch der Punkt kommen, an dem wir uns konkret realistische Optionen durch den Kopf gehen lassen, wie's denn nun weiter gehen sollte und kann. Meine Fresse!.. du bist 25! Die (altersmäßig) eigentlich coolste Zeit deines Lebens fängt gerade erst an. Hau' rein, wenn du nicht Gefahr laufen willst, bereits jetzt und für die nächsten 60 Jahre in einen Teufelskreis zu geraten ..

11.10.2021 22:09 • x 2 #3


Spaceman
Zitat von Liucid:
du bist 25! Die (altersmäßig) eigentlich coolste Zeit deines Lebens fängt gerade erst an. Hau' rein, wenn du nicht Gefahr laufen willst, bereits jetzt und für die nächsten 60 Jahre in einen Teufelskreis zu geraten ..


Ganz genau! Mitte 20 ist ein spannendes Alter, mit unzähligen Möglichkeiten. Man ist erwachsenen, gehört aber noch nicht zum "alten Eisen". Es kann aber auch ein verwirrendes Alter sein. Ich habe bei einigen meiner damaligen Freunde oft eine Art "Früh-Midlife-Crisis" (wenn man das mal so nennen kann) beobachtet. Die "Flegeljahre" sind vorbei und die böse große 30 und damit das "Grufti-Alter" sind nicht mehr fern, also muss man jetzt unbedingt wissen, was man will. Aber das ist ein Irrtum junger Jahre. Dir Fähigkeit sich zu ändern, zu wachsen, das Leben neu zu entdecken, endet nicht mit 30.

Zitat von maexishd:
aber ich habe so viele Baustellen


Du darfst nie an alle Baustellen auf einmal denken. Was ist jetzt gerade das größte Problem? Gehe zunächst das an und arbeite Dich Schritt für Schritt aus der Misere heraus.

Zitat von maexishd:
weiß einfach nicht, was mich im Leben glücklich macht.


Auch das ist ein Denkfehler junger Jahre. Es gibt nicht diese eine (oder zwei) Sachen, die einen für den Rest des Lebens glücklich machen. Für viele Menschen ist das Leben ein ständiger Prozess der Veränderung und Neu-Orientierung. Und das ist auch gut so, denn alles andere ist Stillstand und führt in die Langeweile und Trostlosigkeit. Versuche etwas Abenteuerlust zu entwickeln und einfach unterschiedliche Sachen auszuprobieren.

Zitat von maexishd:
dass dies nur so ist, weil ich keine Liebe in der Jugend Erfahren durfte famililärerseits.


Ich weiß sehr gut, wie Erfahrungen der Kindheit und Jugend sich negativ auf das ganze restliche Leben auswirken können. Aber Kindheit und Jugend sind vorbei. Es ist nicht unsere Schuld, dass wir zu dem wurden, wie wir sind, aber jetzt liegt es in unserer Verantwortung, das beste daraus zu machen, was eben möglich ist.

Versuche deshalb auch im Rahmen der Therapie herauszufinden, was Du möchtest.

Viel Glück, Du schaffst das!

12.10.2021 19:01 • x 1 #4


Hoffnungsblick
Zitat von maexishd:
Ich suche mein Glück bei einer Partnerin die ohne Umstände hinter mir steht


Diesen Wunsch finde ich eigentlich legitim. Du bist jung. Sie wartet schon auf dich.

Vor 5 Minuten • #5




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag