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Bracae
Guten Abend, (:
Ich bin zur Zeit in Therapie ( Angst und Selbstwertprobleme) und irgendwie habe ich die ganze Zeit das Gefühl, dass ich rum spinne und mir die Angst und das alles nur einbilde, obwohl ich von meinem Freund immer gesagt bekomme, das es real ist und er findet es auch gut, dass ich in Therapie bin, er hat mir letztendlich dazu geraten. Und in den Sitzungen hat meine Therapeutin auch schon heftige Angstreaktionen ausgelöst. Irgendwie weiß ich, das die Angstreaktion in der Situation alles übertrieben ist. Ich habe auch schon mal probiert, die Reaktionen (Herzrasen, Zittern, gedanklich weit weg sein) zu unterdrücken, was auch nicht klappt. Sie kommen einfach immer in einer bestimmten situation. Ich weiß nicht was ich machen soll, ich glaube mir einfach nicht. Ich wollte meine Therapeutin auch schon darauf ansprechen, und bin immer am Anfang super nervös und überlege, ob ich da wirklich hin soll weil ich mir halt selbst nicht glaube. Aber wenn ich dann bei ihr in der Praxis bin ist sie immer so nett zu mir, dass ich nicht mehr das Gefühl habe dort falsch zu sein. Ich weiß auch nicht, mein ganzes Verhalten verunsichert mich und beschäftigt mich zurzeit ziemlich oft. Vor allem zwischen den Sitzungen. Durch das Grübeln und darüber nachdenken vernachlässige ich blöderweise meine Wohnung etwas , sodass unordentlich ist was mich irgendwie unzufrieden macht. Ich habe einfach das Gefühl dass ich ständig übertreibe und mein Leben nicht wirklich auf die Reihe kriege.( erste eigene Wohnung , Ausbildung , Therapie , Facharzttermine, familiäre Probleme Auto in der Werkstatt mit dem Freund zusammenziehen). Ich weiß , das ist ziemlich viel was zurzeit bei mir los ist. Aber irgendwie habe ich das Gefühl keine Lösung für das alles zu haben, aber gleichzeitig irgendwie auch zu wissen was ich machen kann. Ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll. Ich kenne mich einfach nicht oder bilde mir einen mich nicht zu kennen. Oder will ich nur Aufmerksamkeit? Eigentlich mag ich es nicht im Mittelpunkt zu stehen. Ich weiß nicht was ich machen soll. Wie ich allgemein mit mir umgehen soll. Das verunsichert mich und schränkt mich irgendwie auch etwas ein.

Kennt das jemand von euch? Wie kann ich jetzt am besten mit mir umgehen, habt ihr Tips? bis zur nächsten Therapiesitzung ist es auch noch etwas hin.

LG Bracae

21.07.2018 22:43 • 27.02.2021 #1


48 Antworten ↓


Hey Bracae,

Mir sticht die Frage, wie du mit dir umgehen sollst, direkt ins Auge
Versuch, verständnisvoll mit dir selbst umzugehen, hört sich äußerst komisch an ...aber du hast ziemlich viel um die Ohren und die ersten Wochen und vielleicht auch Monate in der Therapie sind definitiv kein Zuckerschlecken. Geh nicht so hart mit dir ins Gericht, wenn die Wohnung mal nicht top ist . Kümmere dich lieber gut um dich selbst, tue dir viel gutes und nimm dir bewusst Zeit für schöne Dinge. Damit dir auf dem Weg zur Genesung nicht die Luft ausgeht...deine Gedanken , das du übertreibst und dir deine psychischen Probleme nur einbildest sind übrigens nicht selten bei Leuten wie uns . Das Gehirn HASST Schmerzen und versucht dich mit aller Macht daran zu hindern, über traumatische Erlebnisse nachzudenken , weil es dir neue Schmerzen ersparen will . Das du definitiv traumatisiert bist , ist klar , sonst würdest du sicher nicht depersonalisieren oder Herzrasen bekommen in ' bestimmten Situationen' .

21.07.2018 23:12 • x 1 #2



Ich verstehe mich irgendwie nicht

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Ich hab zu Beginn meiner Therapie auch ständig Selbstzweifel gehabt - ich hab doch keinen Grund, mich schlecht zu fühlen, mir geht's doch gut . Anderen geht's viel schlechter, ich nehme wirklich kranken Menschen doch nur einen Therapie Platz weg usw.

Aber gaaanz tief in mir drin war klar, das es mir gar nicht gut geht. Das ich traumatisiert bin.

Wenn du magst, such mal bei Google


Hilf mir- ich bin es leid, mich so schlecht zu fühlen.
Paul Vereshack

Ist ein kostenloser Download. Manche Abschnitte darin sind ziemlich krass und werden nicht jeden ansprechen. Aber in vielen Kapiteln wird die frühkindliche Traumatisierung erklärt und wie das menschliche Gehirn versucht, sich vor Erinnerungen zu schützen. Hat mir wirklich weiter geholfen!
Alles liebe für dich

22.07.2018 10:42 • x 1 #3


Bracae
Danke ichliebekuchen für deine Antworten (:

Das Problem mit der Wohnung ist, dass ich es dann gar nicht mache und es mir dann einfach alles zu viel wird. Bitte nicht falsch verstehen,Ich bin kein Messie der alles sammelt, ich werfe richtig viel weg. Es ist nur so, dass alles was mal in den Schränken (vor allem Kleiderschrank, Geschirr) dreckig irgendwo rumsteht. Und das nervt mich aber irgendwann ist es dann halt so viel, dass ich mich mit der Wohnung überfordert fühle. Deshalb fällt es mir so schwer mir einfach mal was gutes zu gönnen. Wenn ich dann mal raus an den See gehe, vergesse ich das Chaos dann für den Kurzen Zeitraum, aber wenn ich dann wider zu hause bin.. naja sehe ich das Chaos und denke mir, das ich nicht hätte raus gehen dürfen.

Ich bin schon knapp 2 Monate bei der Therapeutin und das mit den Selbstzweifeln hat streckenweise nachgelassen, aber jetzt ist es irgendwie wider so extrem. Das ich anderen den Platz weg nehme denke ich mir auch regelmäßig. Ich arbeite im Gesundheitswesen und werde teilweise mit den "richtig Krassen" fällen konfrontiert werde (Psychosen,Schitzophrenie,...), wo ich mir dann immer denke, eigendlich geht es dir ja ganz gut. Ich liebe meinen Beruf und es belastet mich meiner Meinung nach nicht wirklich. Jedoch, wenn man dann mal auf Psychisch kranke zu sprechen kommt ist selbst in meinem Umfeld immer die Rede von durchgeknallten. Meine Kollegen wissen aber auch nicht, dass ich in Therapie bin und sozusagen selbst grade mit jemanden der psychische Probleme hat sprechen. Meine Engsten Freunde, denen ich mich anvertraut habe meinten auch nur "Krass, hätte ich nicht gedacht, dass du zu einem Psychologen gehst". Es ist zur Zeit einfach alles komisch. Dazu kommt noch, dass ich die letzte Sitzung kurzfristig (10-20 min vorher) absagen musste weil mein Auto unterwegs nicht mehr angesprungen ist und ich den ADAC rufen musste. Was mache ich, wenn sie sauer auf mich sein sollte? Ich war sonnst immer Pünktlich und habe mich an die Abmachungen gehalten. Was mache ich, wenn sie mir nicht glaubt und denkt ich wollte nicht zu Ihr?

Danke für den Buchtipp, ich werde das mal gleich googlen

LG

22.07.2018 11:22 • #4


Ach krass wir sind wohl Seelenverwandt.
Ich arbeite auch in der Psychiatrie. Und ich hasse das abfällige Gerede zB in der Supervision...da überkommt mich so ein Hass. Mir sind unsere Patienten tausend mal lieber als meine gesunden Kollegen.

22.07.2018 11:49 • x 1 #5


Bracae
Ich arbeite nicht in der Psychiatrie, sondern im Rettungsdienst
aber aber während der Ausbildung auf einer Psychiatrischen Station (Abhänggkeitserkrankungen) Praktikum gemacht und fand es teilweise auch komisch, wie über manche Patienten geredet wurde. Die meiste können ja nicht wirklich etwas für ihr Veralten.

22.07.2018 12:05 • #6


Die können genau so viel zu ihrer psychischen Verfassung wie wir- nichts.

Das Problem mit der Wohnung hab ich auch . Ich bin zwar täglich dran, das Chaos so gering wie möglich zu halten aber wir sind 5 Personen und das ist schon ne Menge Arbeit...und ich immer müde weil Vollzeit Nachtdienst. Und ich hasse Unordnung weil ich so zwanghaft bin.
Ich versuche mir gerade die Einstellung anzutrainieren, das ich immer noch die perfekte Wohnung haben kann, wenn die Kids mal groß sind...an manchen Tagen geht's mir gut damit, an anderen gar nicht

22.07.2018 12:17 • #7


Bracae
Ja, das mit dem Schichtdienst ist bei mir genauso. Da ich zur Zeit in der Ausbildung bin habe ich nur 12 Stunden Schichten, nächstes Jahr gehts los mit den 24 Stunden(:
Ich wohne zur Zeit noch alleine, aber nach einem anstrengenden Dienst komme ich nach hause, esse vielleicht noch etwas und schlafe. Am nächsten Tag muss ich dann meistens wider arbeiten.
Mal gucken, wie es wird wenn mein Freund zu mir Zieht, der ist ordentlicher als ich.

Das mit der neuen Einstellung antrainieren ist gar nicht mal so schlecht. (: Ich habe es mal mit einem Putzplan probiert, aber irgendwie hat mir zwischen der Schichtarbeit der Elan gefehlt jeden Tag ein Teil meiner Wohnung zu putzen
jetzt versuche ich das immer an meinen freien Tagen nachzuholen, aber da hat man dann auch anderes Vor, meistens

22.07.2018 12:44 • #8


Oh gönn dir bloß deine freien Tage

Versuch es vielleicht mal mit: ich kann immer noch perfekt werden im Haushalt wenn ich die Ausbildung geschafft habe / die Therapie fertig ist . Putzpläne setzen mich immer zusätzlich unter Druck weil , na ja, Kind 1,2oder 3 wird krank oder ich hab mal einen richtigen Durchgänger gesundheitlich. Dann ist eh alles andere hinfällig...

22.07.2018 13:04 • x 1 #9


Bracae
Ja, die Puzplansache hat bei mir ja letz endlich auch nicht funktioniert. Ist irgendwie nicht das wahre weil wenn man es nicht macht entsteht halt auch ein bisschen ein schlechtes Gewissen, wahr bei mir so (: und es kommt immer etwas dazwischen.

Wenn ich frei habe bin ich oft draußen, bei dem schönen wetter zur zeit. Hatte die letzten Wochen nur Sonne

Danke für den Vorschlag, der hört sich gut an. Das werde ich mal probien.

LG

22.07.2018 14:00 • #10


Ach ja, fällt mir gerade noch ein, dein Problem mit dem kaputten Auto/ der Terminabsage.

Also. Mein Therapeut hat mir ganz zu Anfang der Therapie gesagt, das er es hasst , wenn Patienten zu spät kommen / und/ oder den Termin zu spät absagen. Na gut. Hat mich persönlich etwas unter Druck gesetzt, aber okay. Ich komme nämlich gerne mal ne akademische Viertelstunde zu spät.

Hab mir ganz besonders viel Mühe gegeben, immer brav pünktlich zu erscheinen. Und immer richtig Schiss gehabt, es mal nicht zu schaffen.

Jetzt der Clou.
Ich, mal wieder in Panik, zu spät zu kommen, auf dem Weg zur Therapie. Klingelt mein Handy. Ich rechts ran mit dem Auto. Mein Therapeut ist dran. Fragt, ob ich schon auf dem Weg bin , und ich so, ja , bin in einer Minute da.
Omg der arme Kerl hat fast geweint. Hatte einen Notfall in der Praxis und MUSSTE TATSÄCHLICH FÜNF MINUTEN vor Therapie Beginn ABSAGEN .

Mir hat das nichts ausgemacht , ich weiß durch meinen Job, wie schnell sich Situationen zuspitzen können usw, ist doch logisch, das Therapeuten bei Suizidgefahr nicht die Leute nach Hause schicken.

Kannst du dir vorstellen, was für eine Genugtuung diese Situation für mich war? Nicht weil ich schadenfroh bin ! Sondern weil mein Therapeut selbst gegen seine eigenen Regeln verstoßen hat und ich sozusagen einen gut hatte...

Also bitte mach dir KEINEN STRESS , du KANNST NICHTS DAZU, wenn dir dein Auto verreckt! So was kann man schwerlich planen und auch die superklugen Therapeuten können es nicht!

Sind halt auch nur Menschen...
Hoffe, ich konnte dich etwas aufmuntern

22.07.2018 21:54 • x 2 #11


Schlaflose
Mein letzter Therapeut war da ganz radikal. Dreimal Termin (aus welchen Gründen auch immer und auch weit im Voraus) abgesagt und Therapieplatz weg. Ich fand das gut. Ich habe von 50 Sitzungen keine einzige ausfallen lassen und bin auch hin, wenn es mir schlecht ging.

23.07.2018 09:33 • #12


Boah das ist ja hart...So krass war meiner nicht...drei mal absagen kann ja passieren in fünfzig Sitzungen....bin mal trotz Kehlkopfentzündung zur Therapie , weil ich keinesfalls absagen wollte. Hatte halt auch immer Schiss, das der Thera das als Desinteresse oder Ausrede deuten könnte.

Er hat mich an diesem Tag direkt nach Hause geschickt und gesagt, das ich ins Bett gehöre und sobald ich wieder fit bin, einfach anrufen soll wegen Ausweichtermin. Fand ich weltklasse.

An einem anderen Tag hab ich den Termin ganz kurzfristig absagen müssen wegen familiären Problemen ( Ehemann Suizidgedanken) hab ihn aber nicht persönlich erreicht , musste also auf AB quatschen. Zu dem Zeitpunkt war mir das völlig egal, was der Thera wohl von mir hält oder was er denkt oder so. Hatte einfach so schrecklich Angst um meinen Mann.
Aber...meinem Therapeut war das gar nicht egal. Er hat mich an diesem Tag zigfach angerufen und sich nach der Lage erkundigt, gefragt, ob ich klar komme, ob ich mit ihm reden möchte usw.

Jetzt, fast am Ende der zweijährigen Therapie, fühlt es sich fast schon so an für mich, als würde ich einen guten Kumpel oder einen großen Bruder verlieren. Auch wenn es oft sehr hart war in der Therapie und er mich sicher nicht mit Samthandschuhen angefasst hat, hat er mir emotional mehr Sicherheit gegeben und mir mehr Wertschätzung entgegengebracht als je ein Mensch zuvor.

23.07.2018 21:38 • x 1 #13


Bracae
Danke für eure Antworten (:

Ich wahr heute bei der Therapeutin und wir haben anfangs drüber gesprochen. Sie wahr nett und ich war total nervös . Eigentlich wollte ich die Selbstzweifel heute ansprechen, habe es aber irgendwie nicht geschafft. Wir haben stattdessen über andere Themen gesprochen, aber jetzt ist es irgendwie wider extrem. Ich bin so anhänglich, dass mein Freund genervt ist, weil er sich vorkommt wie ein Kuschelbär. Ich entschuldige mich wider für wirklich jeden Blödsinn und habe dann ein schlechtes Gewissen weil ich mich entschuldigt habe. Mein Kleiner Bruder (Ich habe keinen Kontakt zu ihm weil ich ihn nicht mag)hat meine Nummer von irgend jemanden bekommen und mir heute geschrieben. Mein Freund hat es mitbekommen und meine Reaktion auf seine Nachricht ( wahr nichts schlimmes,wahr ein Hey, wie geht's? ) habe ich mit einem warum hat er meine Nummer und schreibt mir?. Mein Freund ist genervt von meiner Einstellung zu meiner Familie und von den ständigen entschuldigungen, dem Klammern, ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich mache mich gedanklich ständig selber fertig Du bist zu Blöd/Dumm/Behindert und habe den Drang mich zu Schlagen. Ich habe es bis jetzt noch nicht gemacht aber es ist einfach schieße. Ich weiß nicht was ich machen soll, meine Therapeutin ist zu dem ab morgen 3 Wochen im Urlaub. Ich verunsicher mich einfach permanent selbst mit meinem Verhalten und denke mir gleichzeitig, dass ich mir das alles nur einbilde. Ich weiß nicht so ganz weiter.

25.07.2018 21:17 • #14


Bracae
Ich habe das Gefühl, durch meine Selbstzweifel und mein anhängliches Verhalten meine Beziehung zu versauen. Er ist genervt von meiner schlechten laune und meiner anhänglichkeit und davon, dass ein normales Beziehungsleben, grade was Sex, Küssen angeht zur Zeit nicht möglich ist. Ich schaffe es ja nicht mal über meine Gefühle zu reden, weil ich sie von klein auf immer aufgeschrieben und versteckt habe. Ich versuche ja schon mich ihn an zu vertrauen (nach 2 Jahren Beziehung) aber er ist halt auch nicht mein Therapeut und ich will ihm auch nicht zur last fallen. Somal er letztens schon gesagt hat, dass er auf mich aufpasst und es ihm zu viel wird, da er selber auch nicht so ganz ohne ist. Ich kann verstehen, dass er von mir genervt ist, ich bin es ja mittlerweile selber von mir... Es ist einfach alles blöd.

29.07.2018 23:35 • #15


Bracae
Guten Abend,

Ich wollte kein neues Thema eröffnen und schreibe deshalb einfach weiter hier rein. Ist ja auch ein Thema, was ich irgendwann mal eröffnet habe und passt thematisch vielleicht dazu .

Also heute war irgendwie ein blöder Tag. Ich bin Tante geworden. Mein kleiner Bruder (19 Jahre) ist jetzt Vater. So weit, so gut. Ich bin ja vor knapp einem Jahr umgezogen. Seit dem kapsel ich mich irgendwie kontinuierlich immer weiter ab von meiner Familie. Ich habe 2 Brüder (19,27Jahre) und halt meine Mutter und Papa. Mit meinen keinen Bruder habe ich mich wirklich noch nie gut verstanden. Als die Nachricht kam, dass ich Tante bin habe ich ersteinmal geflucht und dannach geheult. Ich weiß nicht warum ich war sauer und traurig zugleich.Mittlerweile finde ich meinen Neffen eigendlich ganz süß, aber irgendwie interessiert er mich auch nicht. Generell Interesse ich mich irgendwie nicht für meine Familie. Mein großer Bruder und meine Mum schreiben mittlerweile immer mit meinem Freund, wenn sie etwas neues wissen wollen. Vorhin haben sie darüber geschrieben, dass ich mich ja nie melde, und mein großer Bruder meinte, dass ich das ja noch nie gemacht habe. Das stimmt ja auch, aber wenn meine Familie weiß, dass ich mich nicht oft melde, warum wundern sie sich dann überhaupt?

Irgendwie tuen mir meine Eltern auch leid, weil ich mich nicht melde, ich bekomme es irgendwie nicht gebacken. Meine Mutter ist besonders traurig deswegen. Zu ihr habe ich irgendwie auch ein extrem schlechtes Verhältnis, auch wenn sie mich über alles liebt. Ich möchte nicht, dass meine Familie traurig ist, weil ich mich nicht melde. Ich will einfach Abstand.

Am Anfang des Jahres kam raus, dass mein Kleiner Bruder einen bewaffneten raubüberfall (ohne verletzte) mit seinem Kumpel begangen hat, weil der Kumpel schulden beim Dealer hat(te). Die Verhandlung war bestimmt schon, oder ist demnächst. Ich habe keine Ahnung, von meiner Familie meldet sich ja auch nie jemand bei mir. Ich weiß, das könnte auf Gegenseitigkeit beruhen, aber naja, ich weiß nicht weiter und fühle mich schlecht, weil wenn ich meiner Mum schreibe ich nur irgendwelche Fragen zu irgendwelchen Problemen stelle. Smaltalk bekomme ich nicht hin. Ich komme mir vor, wie die schlechteste Tochter der Welt.

Ich habe den Vergleich zur Familie von meinem Freund. Seine Eltern kommen z.B. auch mal ein Wochenende vorbei und besuchen uns. Von meiner Familie würde keiner zu mir fahren (ca. 3-4 h mit Auto)wenn ich nicht explizit darum bitte.

Zu dem steht Geburtstag leider bald an ich will nicht, dass irgendwer anruft, weder meine Brüder, Eltern, Großeltern, Freunde,... . Ich habe da keine Lust drauf. Ich will nicht, dass sie mir Aufmerksamkeit schenken. Ich hasse es im Mittelpunkt zu stehen. Ich hasse Geschenke. Am liebsten arbeite ich an meinem Geburtstag, dass habe ich wenigstens einen Grund nicht ans Telefon zu gehen.

Naja. Heute hatte ich dann noch eine Therapiestunde, wo ich das alles ansprechen wollte. Ich habe es nicht geschafft. Irgendwie belüge ich alle immer, sage, dass alles in Ordnung ist. Das ist es aber nicht. Der nächste Termin ist in 4 Wochen, weil sie Urlaub hat und sonnst nichts frei war. Sie hat mir angevoten, auf den AB zu sprechen, aber ich weiß nicht, ob ich das machen sollte. Ich kann ja bestimmt fragen, ob wir in der nächsten Stunde über meine Familie sprechen können, oder? Ich weiß es einfach nicht.
Meine Familie weiß auch nicht, dass ich im Therapie bin. Sie weiß gar nichts aus meinem jetzigen leben, ich will nicht, dass sie sich Sorgen machen.

Ziehmlich langer Text, tut mir Leid

10.10.2018 22:52 • #16


Hey Bracae,

Ich hab den Kontakt zu meiner Ursprungsfamilie komplett abgebrochen, weil ich schon immer das schwarze Schaf war ( war für sie nie ein Vorzeigekind, hab den falschen Mann geheiratet und bin sowieso verdorben und von einem Dämon besessen)

Das war auch lange Zeit Thema in meiner Therapie.

In meiner Kindheit ist mir immer eingebläut worden, das Blut dicker als Wasser ist- aber DAS STIMMT NICHT.

Freunde kannst du dir aussuchen, Familie nicht.

Alles, was dir nicht gut tut- weg damit.

Du lebst DEIN Leben.

Und du hast nur dieses eine Leben.

Blut ist NICHT dicker als Wasser!

Und lass dir nichts anderes erzählen!

10.10.2018 23:07 • #17


Bracae
Hi ichliebekuchen,

danke für de Antwort. (:

Ich war nie das schwarze Scharf.Das war immer mein kleiner Bruder. Ich war immer eher das Vorzeigekind, was gute Schulnoten hatte (zumindest in der Oberschule) und das ABI (laut meinem Vater) locker geschafft hätte. Ich habe ab einem gewissen Alter schon immer meine Eltern aus allem raus gehalten. Schulnoten hatten sie irgendwann überhaupt keinen Überblick mehr drüber ( war auch besser, die Noten im ABI waren schlecht, ich hatte keine Lust) und naja sie haben dtänfig gedacht, das die Noten gut sind und ich es locker geschafft hätte. Vielleicht wäre es auch so gewesen, wenn ich Lust darauf gehabt hätte.. Naja plötzlich war meine Mum dann in der ABI stufe Elternsprecherin und keine Ahnung, es war mir schon immer egal, was sie gemacht hat.

Ich werde warscheinlich noch etwas Zeit brauchen, bis ich mich wider mit meier Familie befassen will. Ich habe jetzt irgendwie andere Ziele.

Das hört sich aber irgendwie auch alles meiner Meinung nach falsch an, da meine Eltern mich lieben und wirklich vieles für mich machen würden und auch total viel gemacht haben. Ich schäme mich dafür,so wenig Interesse für sie zu haben. Ich kann es ja nicht mal wirklich erklären...

10.10.2018 23:22 • #18


Bracae
Ich habe grade diesen Text geschrieben, und weiß nicht mehr weiter. Es kam alles irgendwie einfach so. Was kann ich jetzt am besten machen? Den Text meiner Therapeutin in der nächsten Stunde (in 2Wochen) vorlegen? Ich weiß nicht, ob ich mich traue. Ich weiß nicht mehr weiter. Und damit das klar ist, auch wenn das da unten sich noch so verzweifelt ließt, ich bin nicht suizidgefährdet, das wollte ich schon mal vor weg nehmen. Danke, dass ihr euch die Zeit nehmt und es lest.

Ich weiß nicht so recht, wie ich es sagen bzw schreiben soll. Ich komme mir vor, wie eine Lügnerin. Eine Simulantin. Ich hasse mein schei. Verhalten und meine *beep* Ängste. Ich habe die Schnautze sowas von voll. Warum bekomme ich meine schei. Fresse nicht auf, in der Therapie. Warum schütte ich Felix (Internet bekanntschaft aus einem Forum beruflich Psychologe,mit ihm kann ich schreiben, wenn ich Probleme habe) immer mein verdammtes Herz aus. Warum rede ich nie über mich und meine Probleme? Weil es leichter ist zu schreiben, wow. Ich hasse mich für meine verkackte Unfähigkeit. Dafür, dass ich mich selbst und mein Umfeld ständig belüge, Probleme runter spiele und mir einbilde es wäre nicht so schlimm.Und ich schaffe alles alleine. Vielleicht ist es das ja auch nicht und vielleicht schaffe ich es ja auch alleine. Aber wenn es verdammt noch mal nicht so schlimm ist, warum zur Hölle belastet es mich dann verdammt noch mal und warum bekomme ich alleine rein gar nichts gebacken? Warum kann ich nicht mal sagen, was es verdammte schei. noch mal ist, das mich belastet, was ich schaffen will. Wogegen kämpfe ich eigendlich an? Ich hasse es. Ich weiß nicht mehr was ich machen soll. Ich weiß ja nicht mal was was es ist. Zum *beep* nochmal. Ständig suche ich im Internet bei fremden Aufmerksamkeit, hoffe, dass sie mir weiter helfen können. Mir Lösungsvorschläge für Probleme geben, die ich nicht benennen kann. Ich habe darauf keine Lust mehr. Ich will mich verdammt noch mal endlich selber kennen. Dazu müsste ich aber auch endlich mal im realen Leben mit Leuten reden, denen Vertrauen. Das bekomme ich aber nicht hin, ich bilde mir ja ständig ein, dass alles verdammt noch mal nicht so schlimm ist. Deshalb ist ja auch alles kein *beep* Problem. Es gibt keine Probleme. Ich hasse mich dafür, dass ich so bin, wie ich bin. Ich hasse mich für meinen schei. Selbstwert, für die Art und weise, wie ich mich behandel. Ich tue mit meinem Abwertenden Verhalten denen weh, die mich lieben. Meinem Freund z.B.. Ich kapsel mich ab, von meinen Eltern, meiner Familie ich ignoriere sie, melde mich nicht bei ihnen. Sie machen sich Sorgen, um mich.Warum?Ich bin eine schei. Tochter . Ich bin einfach nur erbärmlich.

18.11.2018 23:41 • #19


Safira
Ich finde den Brief sehr gut. Und ich glaube es ist auch an der Zeit dass du dich deiner Therapeutin voll und ganz öffnest. Ich kann auch überhaupt keine Suizidalität erkennen in dem Brief. Also mach dir da mal keine Sorgen.

Wenn du dich nicht öffnest kann sie dir auch nicht helfen. Es bringt dir ja nichts alles schönzureden in ihrer Sitzung. Das Huhn muss gerupft werden. Und das tust du mit diesem Brief. Du reißt ihm praktisch die erste Feder aus.

Wie ich bei dir lese bist du dir nicht genug. Du genügst dir einfach nicht und glaubst anderen auch nicht zu genügen. Kann das sein?
Dein ganzes Sein reicht einfach nicht aus. Verstehst du was ich meine?

19.11.2018 00:07 • x 1 #20



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