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Kaische
Es fällt mir ziemlich schwer einen Anfang zu finden und obwohl ich glaube es macht wenig Sinn, die 4 Jahre meiner Beziehung komplett aufzuschreiben, versuche ich es kurz und knapp von Beginn an zu erzählen. Ich befürchte aber, dass der Text länger wird und möchte mich dafür auch jetzt schon mal entschuldigen.

Ende 2019 habe ich meine Freundin kennengelernt, sie ist 13 Jahre jünger als ich. Genaue Zeitangaben fallen mir jetzt schwer, aber bevor man wusste, was Corona alles auslösen wird, haben wir und entschlossen das sie bei mir mit einzieht. Sie war vorher meine Nachbarin.
Wie sollte es auch anders kommen, Corona nimmt fahrt, sie verliert ihren Job, die Wohnung ist gekündigt und plötzlich hocken wir von jetzt auf gleich 24/7 aufeinander, da ich schon seit 2019 nicht mehr berufstätig bin.

Sie ist dann in eine Art Depression verfallen und plötzlich stand ich mit allem alleine da. Ihre Wohnungsauflösung, ihr Arbeitslosengeld, der Haushalt, Einkaufen planen und durchführen und was man sich alles so vorstellt. Das obwohl ich seit Feb 2019 nicht berufsfähig war, einen Pflegegrade, eine Schwerbehinderung (beides ist durchgegangen) und einen Rentenantrag gestellt habe. Das ist so ein typischer Modus von mir (der mir gerade beim Rentenantrag auch sehr negativ ausgelegt wird), ich funktioniere, wie verrückt, weil ich so eine Angst habe, dass ein Amt oder sonst etwas mit ärger macht. Deswegen bin ich bei solchen Sachen, sofort auf 500% und gehe über alle meine Grenzen.

Nach einigen Druck von mir, sich darum zu kümmern, wie es weiter geht nach dem Arbeitslosen Geld, hat sie sich dann einen Job gesucht und das war für sie auch ein 6er im Lotto. Also eigentlich hatte sich scheinbar alles zum Guten gewendet, leider war das aber der Anfang von etwas. etwas, was ich bis heute nicht verstehe und an dem ich langsam, aber sicher auch zerbreche.

Bis Ende 2022 hat es sich so entwickelt das ich jegliche Verantwortung übernommen habe, sei es bei wichtigen Themen wie Finanzen, Steuern usw., aber auch bei Dingen wie wann wir einkaufen, gehen.
Egal was sie an die Hand nimmt, ich muss es kontrollieren, weil es sonst zu 80% nicht gemacht wird oder falsch gemacht wird. Ich meine da nicht falsch für mich, sondern wirklich belegbar falsch. So hat es sich ganz sicher auch so entwickelt das ich sie mittlerweile auch kontrolliere, damit es meinem Anspruch genügt, aber das ist nicht der Hauptanteil.

Jegliche Sexualität war und ist auch eigentlich nicht vorhanden, immer aus anderen Gründen.

An allem war aber ich schuld und der Grund dafür, dass sie etwas falsch gemacht hat oder dass sie es gar nicht gemacht hat. Auch an der Sexualität war ich schuld.


Ende 2022 habe ich dann ein, wahrscheinlich traumatisches, Erlebnis in Bezug auf meine Zähne erlebt und diese ganze Problematik, die sich danach entwickelt hat, kannte ich sogar durch die psychischen Probleme von meiner Mutter.

Ich habe psychosomatische Schmerzen im, am und ums Gesicht herum entwickelt. Dazu noch meine Hypochondrie und ich habe angefangen meine Zähne ständig abzuklopfen usw.
Dadurch taten mir die Zähne dann auch wirklich weh und ich konnte nichts mehr von den vorherigen Verantwortungen leisten und konnte mal zur Ruhe kommen. Das scheint wohl der Hintergrund dieser Schmerzen zu sein.

Das ging über einige Zahnarztbesuche, weil ich nicht glauben konnte, dass die Schmerzen nicht von den Zähnen kommen, hin zu kompletter Unselbständigkeit. Ich hatte täglich min. 1 Nervenzusammenbruch, musste 2 Urlaube extrem kurzfristig abbrechen/absagen.

Mitte 2023 bin ich dann in einer psychiatrische Tagesklinik, die hat schon fast Wunder bei mir bewirkt. Auch heute geht es mir dadurch viel viel besser und ich konnte in den letzten 2 Wochen sogar meine Zahnarztgeschichte wieder in Angriff nehmen und muss erst wieder in einem halben Jahr hin.

Seitdem nehme ich aber auch nicht mehr jegliche Schuld auf mich bzw. kann ich einschätzen, ob ich wirklich vor meiner Haustüre kehren muss oder ob der Fehler/das Problem von ihrer Seite kommt. Vielleicht blocke ich da mittlerweile auch schon zu viel ab. Mir ist sehr wohl bewusst dass es immer 2 Seiten einer Medaille gibt und das ich auch nicht immer recht habe, deswegen fällt es mir auch sehr schwer mich hier kürzer zu halten.

Aktuell ist sie Stationär in einer psychosomatischen Klinik, ist keine Akut Einweisung gewesen, aber damit ihr auch wisst, dass sie aktuell versucht an sich zu arbeiten. Zumindest hoffe ich das.

Sie diskutiert über alles mit mir, ich habe das Gefühl ich muss funktionieren und wenn ich mal nicht funktioniere und sie sich deswegen einschränken muss, ist das nicht okay. Das ist nur okay, wenn ich am Ende bin, so wie 2022/2023.
Sie möchte mir auch jetzt noch für alles die Schuld geben. Als sehr kleines Beispiel, wir waren spazieren und ich habe ziemlich große Höhenangst, wollte aber gerne durch diese Angst durchgehen und das hat auch super geklappt, so für 1 Stunde, dann wurde ich etwas unruhig, wenn es wieder etwas höher war, und das habe ich ihr mitgeteilt.
Keine 2 min später, stand sie wieder an einer hohen Stelle und ich hatte zu ihr gesagt, ob sie da vielleicht bitte wegkommen könnte. Weil ich es nicht ertragen habe. Daraufhin kam nur: Ich wollte ja nur und eine Diskussion darüber das sie gar nichts schlimmes machen wollte.
Natürlich wollte sie das nicht, ich habe sie ja auch nur gebeten, sie hätte wirklich sagen können: Nö ich möchte aber gerne, dann wäre ich da weg gegangen, um nichts zu sehen.

Das Allerschlimmste ist aber das sie mir immer wieder Dinge verspricht und am Ende ändert sich nichts.
Es ist wirklich so, dass sie das eine sagt, aber immer das andere macht. Immer nur nach ihren Bedürfnissen und ihrer Lust, ohne über irgendetwas nachzudenken und ohne Rücksicht auf Verluste.

Mein ehemaliger Therapeut (bis Ende letzten Jahres) hat mir mal vor den Kopf geknallt, dass es Personen gibt (er hatte da auch einen Namen für, weiß ich aber leider nicht mehr) die das genauso machen, damit es ihnen besser geht und sie daran nur etwas ändern könnten, wenn sie mit einem Therapeuten ganz ehrlich darüber reden. Da weiß ich tatsächlich nicht, ob sie das tut.

Ich weiß langsam wirklich nicht mehr weiter, ich weiß leider nur das ich nicht nur auf Grund von Ängsten mit ihr zusammen bin, da ich sie wirklich liebe.

12.02.2024 22:17 • 13.02.2024 x 2 #1


3 Antworten ↓


Achtsamkeit
Hallo lieber Kaische,

Ich habe nur zwei Fragen auf die Du nicht mir, sondern vielmehr Dir selbst antworten solltest.

1. Was ist an dieser Frau so liebenswert, dass Dich das alles andere, sämtliche Schwierigkeiten und offenbar unauflösbare Werte-Konflikte in dieser Beziehung, völlig vergessen, bzw. verdrängen lässt……?

2. Kann tatsächlich wahre Liebe zwischen zwei Menschen im Spiel sein, wenn der eine ständig bestrebt zu sein scheint auf Kosten des anderen zu leben…..?

Liebe Grüsse und nimm es mir bitte nicht krumm wenn ich so direkt frage.

Achtsamkeit

13.02.2024 01:05 • #2


A


Ich verstehe es nicht

x 3


Kaische
@Achtsamkeit

Danke für deine Antwort und natürlich nehme ich hier nichts krumm. Ich schreibe hier ja, um eben andere Meinungen zu bekommen und vielleicht einen anderen Blickwinkel.

Ich kann mir beide Fragen auch sofort beantworten. Da ich da schon lange und auch immer mal wieder drüber nachdenke. Vielleicht ist auch genau das aktuell noch mein Problem.

13.02.2024 13:20 • #3


E
Ich würde fragen, warum du bei jemandem bleibst, mit jemandem zusammen bleibst, die dich so mies behandelt. Ganz gleich, warum sie das tut, ob sie gute Gründe hat(haben wir im Endeffekt ja alle), selbst leidet.... DU wirst nicht gesehen. Deine Bedürfnisse sind unwichtig für deine Partnerin. Und für dich sind offenbar ihre auch bedeutender.

Ich find es daher tatsächlich wichtiger, bei DIR zu gucken, warum DU meinst, in einer solchen Beziehung bleiben zu wollen.

13.02.2024 15:53 • #4





Dr. Reinhard Pichler