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Meine Mutter meinte heute, sobald mich jemand anspricht und nur frägt, wie es mir geht, bekommt er meine ganze Leidensgeschichte erzählt.

Mir fällt selber oft auf, dass ich kaum zu einem normalen Gespräch oder Smalltalk imstande bin und das Gespräch immer auf meine Poblembewältigung umleite.

Wer möchte schon mit einem Jammerlappen zusammen sein?
Ist das der Grund für meine Einsamkeit?

09.02.2008 19:36 • 07.03.2008 #1


7 Antworten ↓


Deine Mutter hat ganz recht.

Es ist leider eine grausame Wahrheit, daß deprimierte Menschen absolut unattraktiv wirken. Der Frust muss manchmal 'raus. Aber das mach besser hier oder bei der Telefonseelsorge. Im RL wirst Du nicht auf Verständnis stossen. Selbst gute Freunde würdest Du damit auf Dauer in die Flucht schlagen.

09.02.2008 23:17 • #2



Einsamkeit durch ständiges Jammern

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Ist das wirklich so? Ich für meinen Teil finde jammernde Menschen viel symphatischer und auch interessanter als all diese Gute-Laune-Typen, die ständig mit breitem Grinsen durch die Gegend laufen. Kennt hier jemand die Sitcom Becker? Genau sowas meine ich

09.02.2008 23:29 • #3


Hallo,

kann denn Deine Mutter halbwegs objektiv beurteilen, wie Du Dich im Umgang mit Anderen verhältst? Ich meine, ist sie denn oft dabei oder hat sie den Eindruck gewonnen, weil Du sie regelmäßig und detailliert über Deine Schwierigkeiten und Probleme involvierst?

Zitat:
Mir fällt selber oft auf, dass ich kaum zu einem normalen Gespräch oder Smalltalk imstande bin und das Gespräch immer auf meine Poblembewältigung umleite.
Was meinst Du denn mit Problembewältigung? Hast Du das Gefühl, die Leuten könnten Dich vielleicht auch für egoistisch oder/und für zu selbstbezogen halten? Ich glaube, grundsätzlich haben die meisten Leute gar nix gegen Jammern, nicht wenn es von anderen kommt und schon mal gar nicht, wenn sie´s selbst tun...das macht Dich auch menschlich und schafft ne Gemeinsamkeit...aber wenn Du seit Jahren das Gleiche erzählst und/oder den Anderen vielleicht ihre kleinen Erfolge, gute Laune oder auch richtig heftigen Probleme missgönnst (ganz schlimm für alle Beteiligten, dieses Wett-Schlecht-Gehen oder mir geht es immer viel schlechter als Dir), dann...wenn Du Lust hast, dann erzähl doch mal näher und differenzierter...

Anscheinend gehst Du Dir selbst auf die Nerven und das ist zum Beispiel etwas, was ich oft mit Selbstironie oder ganz einfach mit meiner Art von Humor quittiere...find ich jedenfalls wichtig...über mich selbst auch mal lachen können und es damit auch den Anderen erlauben und leichter machen, mit mir zu lachen und eben nicht alles was ich dann so von mir gebe als bierernste Tragödie zu begreifen und mich dann darauf reduzieren...mach ich selbst ja auch nicht. Wenn ich ulkig und entspannt und lustig drauf bin, will ich das ja auch (und gerade das) mit den Menschen teilen und ausleben, die ich mag und gerne habe

10.02.2008 14:18 • #4


Hallo Cathy,

es kommt mir halt oft so vor, als ob mich die Leute aus reiner Höflichkeit fragen, wie es geht oder wie es mir im Job gefällt. Dann denke ich, jetzt müsste ich doch sagen, es geht mir gut und der Job macht Spaß. Bei dieser oberflächlichen Anwort, bekomme ich aber schon einen Brechreiz.
Aso sage ich die Wahrheit und die klingt seit 20 Jahren depressiv. Manche Menschen vermeiden mittlerweile die Frage. Mein Chef ist auch so ein Musterbeispiel. Er läuft kurz duch die Abteilung und frägt: alles o.k. ?. Antworte ich mit: alles klar , läuft er weiter, ist zufrieden und lässt mich in Ruhe. Meist ist es alles andere als klar und wenn ich ihm das mitteile, meint er nur: ach du jammerst immer nur rum und die Kollegen haben noch mehr Stress. Soll ich also in Zukunft trotz meiner inneren Verzweiflung stets ein Lächeln aufsetzen, um vielleicht doch mal Freunde und eine Freundin zu finden?

Gruß euer Trauerkloß

10.02.2008 19:43 • #5


Hallo Pakeha,

ich kann DIch gut verstehen. Es ist nicht ganz einfach, seine Umwelt nicht damit zu belästigen, wenn sich in seinem Leben alles um das große Problem dreht. Ich habe zur zeit auch nur gesundheitliche Schweirigkeiten und es fällt mir schwer, immer so zu tun, als wäre nichts. Denn wenn man mal anfängt, von den problemen zu erzählen, endet das immer in einer Never-Ending-Story. Aber mit irgnedwem muß man doch auch mal über seine Probleme reden können. Ich hoffe, hier gleichgesinnte zu finden, für den Austausch von problemen.

03.03.2008 20:54 • #6


hallo pakeha und schmusekatze,

menschen sind egoistisch und schlecht. punkt.
das ist wahrscheinlich das verzweifelte bild, das ihr habt. ich kann da jetzt auch kein patentrezept geben, aber es stimmt schon, dass man dauerdepri- menschen nicht unbedingt um sich haben mag, wenn man selbst gerade entspannt und locker das leben laufen lässt.

ich selbst hab ja ein kleines helfersyndrom bei mir festgestellt (was auch peinlich ist, weil dich leute dann mit dämlichen ratschlägen belege... aber das ist ein anderes problem) und muss sagen, dass ich immer hoch erfreut bin, wenn es diesen leuten später besser geht.

soll heißen: ich philosophiere gerne über das leben und den tod und wie schlecht die welt ist (hunderte depri themen stundenlang), aber zur begrüßung kann es gerne etwas fröhlich, bunt, locker, small talk mäßig, meinentwegen zynisch sein. aber nicht sofort alle probleme auf einmal..... da kommt mein kleines gehirn nicht mit, wenn ich freizeit habe...

ich glaub, ihr macht das schon...

04.03.2008 01:17 • #7


Versuch doch mal auszuwählen, wem du immer gleich deine Lebens- und Leidensgeschichte auftischst und wem nicht. Deine guten Freunde werden damit schon richtig umgehen können und den anderen Leuten gegenüber kannst du dann vielleicht gelöster gegenüber treten, wenn du es dir einfach zum Prinzip machst, ihnen nicht als Jammerlappen zu begegnen. Oft ist es doch so, dass sich eine Haltung, die man nach außen hin einnimmt auch selbst auf einen zurückwirkt, auch innerlich.
Versuch das mal.

07.03.2008 18:43 • #8




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