Goldbärchen

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Erst einmal guten Tag,
ich habe dieses Forum durch Zufall entdeckt und habe auch schon eine Weile neugierig gelesen. Ich weiß nun nicht, ob meine Frage hier rein passt, aber ich stelle sie einfach mal:

Ich würde gern eine Therapie machen, aber ich weiß nicht, was ich da sagen soll, wenn ich gefragt werde, was für ein Problem ich habe.

Ich habe viele kleine Probleme. Ich grübele zuviel, lege die Worte des gegenüber zu oft auf die Goldwaage, bin widersprüchlich - mal fast zu selbstbewusst, mal fühle ich mich total geringwertig. Meist ist das Gringwertugfühlen in der Partnerschaft. Ich bin eifersüchtig, kann nicht vertrauen. Nach außen hin wirke ich stark und lebenslustig, dabei würde ich am liebsten von dieser Welt abtreten. Ich habe das Gefühl, dass ich ganz einfach einen Knacks habe, den nicht mal ein Therapeut verstehen kann. Ich habe Angst, mein Innerstes zu offenbaren in der Befürchtung, ich würde als hoffnungsloser Fall abgestempelt. Also fresse ich alles in mich hinein. Ich zweifele an mir als Mensch und als Frau und Partnerin, ich heule fast jeden Tag, geh Problemen aus dem Weg und rutsche immer wieder in Löcher, die von mal zu mal tiefer und dunkler werden.

Ich habe schon viel gelesen darüber und irgendwie läuft es immer wieder darauf hinaus, dass ich zu wenig Selbstwertgefühl habe. Nur kann einem da wirklich geholfen werden? Ich kann mir denken, woran es bei mir liegen könnte: Meine Mutter hatte mich nicht gewollt, ich war ein Unfall, wie sie mir mal gesagt hat. In jeder Beziehung lies sie mich spüren, dass sie nicht viel von mir hält. Sie machte mich immer und wieder runter. Selbst als ich erwachsne war (bin jetzt 43), machte sie weiter. Ich erziehe mein Kind falsch, bin keine gute Ehefrau, bin schlampig usw. Das frisst sich tief rein und mein neuer Partner, mit dem ich jetzt seit 8 Monaten zusammen, muss das alles ertragen.

Wenn ich nichts dagegen tue, werde ich auch diesen Mann wieder verlieren. Doch seid bitte ehrlich: Kann einem menschen geholfen, der es zwar sehr hofft, aber tief im Inneren nicht daran glauben kann?

Viele Grüße vom Goldbärchen

31.01.2008 12:09 • 03.02.2008 #1


4 Antworten ↓


kajal


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Hallo Goldbärchen,
natürlich kann man dir helfen! Ich würde zu einem Therapeuten gehen und ihm/ihr, das genau so schildern wie du es hier getan hast! Du bist kein hoffnungsloser Fall! Und du bist etwas wert! Egal was deine Mutter dir eingeredet hat!
Du solltestmur langsam anfangen dich selber zu akzeptieren! Mach einmal eine Liste in der du deine positiven Sachen aufschreibst! Es werden bestimmt nicht wenige sein!
Aber lass dir wirklich professionel helfen. Da kann man dir Wege zeigen die Dir helfen und die auf dich persönlich abgestimmt sind!
Und den ersten Schritt hier hast du ja schon gemacht! Gratulation! Mach weiter und gib die Hoffnung nicht auf!
Auch für dich Leben vorher bestimmt!

31.01.2008 16:38 • #2


Engel74


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Liebes Goldbärchen erstmal würde ich dir auch eine Therapie empfehlen.Dein Selbstwertgefühl ist momentan ganz unten und daran solltest du Arbeiten.

Das was deine Mutter sagt ist einfach nicht wahr natürlich bist du etwas wert.Und du bist einzigartig.Du kannst nichts dafür das sie dich nicht wollte.
Ich kann dir nur raten grenze dich ab.Sprich wenn sie das nächste mal mit ihren Vorwürfen kommt, dann lege den Hörer auf oder schmeiss sie raus oder beende das gespräch.Grenze dich klar ab.
Du wirst dich wundern wie sie dann reagiert denn sie ist es gewohnt das du still hälst.Wenn du das nicht mehr tust wird sie vielleicht mal überdenken was sie dir antut.

Einen Hoffnungslosen fall gibt es nicht.Es gibt Hilfe auch für dich wenn du es zulässt.Also such sie dir,und bleib ruhig bei uns im Forum hier wirst du immer ein offenes Ohr finden wen es dir schlecht geht.

31.01.2008 16:53 • #3


Emina


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Hallo liebes Goldbärchen!

es ist schlimm wenn die eigenen Eltern einen als Ungewollt bezeichnen und das Du darunter leidet ist verständlich. Ich finde solch ein Verhalten Verantwortungslos, doch ändern kann man an der Vergangenheit nichts mehr. Wer auf dieser Welt existiert ist ein gewollter Mensch, gewollt von Gott, und für Ihn sind wir alle Wertvoll und einzigartig in unserer Art.

Es gibt auf dieser Welt keinen Menschen der einen anderen gleicht weil jeder ein Individuum ist. Jeder denkt anders, fühlt anders, versteht und Handelt anders. Wichtig ist das man sich von Menschen trennt die einen nicht gut tun. Ebenso ist es wichtig sich einmal Gedanken zu machen über die eigene Einstellung. Wenn in deinem Umfeld Menschen sind die Dir nichts gutes tun, warum lässt Du dieses dann zu und trennst dich nicht?

Ich weiß das es nicht leicht ist wenn das Selbstwertgefühl in mit Leidenschaft gezogen wurde. Vielleicht empfindest du es sogar als richtig das der ein oder andere dich schlecht behandelt. Dies ist aber absolut Falsch denn jeder hat in seinen Leben nur das Beste verdient! Wenn Du dir dessen bewusst wirst das nur Du alleine den weiteren Weg in deinen Leben bestimmen tust, dann wirst du mit der Zeit auch lernen dich wieder als Wertvoll zu sehen und danach Handeln. Ebenso wirst du mit ganz anderen Menschen konfrontiert werden als wie bisher.

Alles beginnt zuerst mit einen Gedanken, danach kommt das Handeln. Es ist gut das Du in Erwägung ziehst einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann mit Dir deine Vergangenheit auf Arbeiten und gestaute Gefühle können verarbeitet werden. Dinge die Dir unklar waren können erklärt werden und somit kannst du Schritt für Schritt deine Vergangenheit loslassen. Ohne Ärztliche Hilfe ist dass ein schweres unterfangen. Viel Grübeln wie Du ihm gegenübertreten sollst brauchst du nicht. Es reicht doch wenn Du dir Stichwörter machst, das hilft meist sehr. Diese könnten wie folgt aussehen:

1) Ich Grübel stetig über alles und jeden.
2) Die eigene Kindheit war diskriminierend.
3) Ich habe Beziehungsprobleme aufgrund meiner Vergangenheit usw.

Der Therapeut wird auf die jeweils einzelnen Themen dann nach und nach eingehen. So etwas kann man nicht im "Schnellverfahren" machen da tiefe Verletzungen/Wunden entstanden sind. Die meisten Angstsyndrome rühren aus der Vergangenheit. Ein Therapeut hat Erfahrung und wird mit Dir umzugehen wissen. Das Du Angst hast und nervös bist kann man verstehen, jedoch ohne Ärztliche Hilfe drehst du dich nur um Kreis und ziehst dein Leiden in die Länge.

Hier im Forum kannst du dich austauschen und Gleichgesinnte finden die Dich verstehen. Viele, einschließlich mir, kamen sich vor wie ein Wesen von anderen Planeten. Viele haben geglaubt das sie verrückt seien und mit ihrer "Verrücktheit" in dieser Welt alleine da stehen. Dann sind es hier aber schon fast 4000 Verrückte gel

LG Emina

01.02.2008 07:44 • #4


Cathy


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Hallo Goldbärchen,

Zitat:
Wenn ich nichts dagegen tue, werde ich auch diesen Mann wieder verlieren. Doch seid bitte ehrlich: Kann einem menschen geholfen, der es zwar sehr hofft, aber tief im Inneren nicht daran glauben kann?


Da Dich hier Niemand kennt und auch Niemand mit Dir lebt oder täglich mit Dir in Kontakt steht, kann Dir diese Frage natürlich auch Niemand beantworten.

Vielleicht solltest Du für Dich mal die wichtigsten Themen, die Dich am meisten belasten und bekümmern in einer Prioritätenliste zusammen schreiben...und dann Schritt für Schritt vorgehen...was ist Dir im Moment am wichtigsten, welches Problem würdest Du jetzt gerne als erstes angehen und warum etc.

Natürlich läßt sich mehr oder weniger alles bzw. nichts auf "fehlendes Selbstbewußtsein" zurückführen...wenn man das glauben mag und kann, aber z.B in Deiner Beziehung spielt Eifersucht eine große Rolle...

Glaubst DU denn, dass Du weniger eifersüchtig wärst, wenn Du selbstbewußter wärst? Eifersucht und nicht vertrauen können oder wollen, sind unterschiedliche Thematiken...für das eine und das andere kann es aber unendlich viele Gründe, Anlässe bzw. Grundmotivationen geben...Jemand der den Partner kontrollieren, an sich binden, unfrei machen will ist aus einer anderen Motivation eifersüchtig als Jemand, der seinem Partner nicht zutraut eigene freie Entscheidungen zu treffen, der glaubt, der Partner oder er selbst könnte ohne diese "Partnerschaft" nicht existieren, oder als Jemand, der von seinem "Partner" verlangt und notfalls erzwingt sich um ihn zu "kümmern" etc, etc, etc...mit Sicherheit mangelt es vielen Menschen, die grundsätzlich eifersüchtig und misstrauisch sind auch an Selbstvertrauen...aber nicht immer an Selbstbewußtsein..denn sonst würden sie sich nicht so "selbstverständlich" zugestehen, diese auch auszuleben bzw. auszudrücken. Eifersucht kann auch ein Ausdruck von Neid oder Missgunst sein "wenn ich mich nicht wohl und sicher fühle dann sollst Du das auch nicht"..."Wenn Du mich lieben würdest, wärst Du auch eifersüchtig" etc...

Selbstvertrauen ist auch etwas völlig anderes als Selbstbewu0tsein...Du bist Dir Deiner selbst sehr bewußt, Du fühlst und erkennst doch die Blockaden und Problemstellungen, die DEIN Verhalten und Deine Gedankengänge negativ beeinflussen...z.B. in dem Moment wo Du Deinem Freund mit Eifersucht begegnest, bist Du Dir deiner Selbst und Deiner Gefühle sehr bewußt...aber gleichzeitig unterstellst und vermutest Du in ihm "böse" Absichten, Betrug, Verrat und natürlich zweifellos, dass er Dich emotional verletzen WILL...Du vertraust also weder ihm noch Dir selbst...weil auch Deine Gefühle und Gedanken ihm gegenüber in diesen Situationen alles andere als schön, gut und liebevoll sind...dass kann heißen (ich sage kann, weil ich ja nicht in Dir drin stecke) dass Du Deine negativen und unguten Gefühle und Gedanken ihm gegenüber auch in ihm für Dich vermutest...also sollte das vorrangige Ziel nicht sein, ihm oder irgendwelchen anderen Menschen "mehr" zu vertrauen, sondern Deinen eigenen Entscheidungen und Gefühlen mehr zu vertrauen...

Weißt Du was ich meine? Ich glaube nicht, dass es angemessen oder möglich ist an dem Allgemeinen "Selbstbewußtsein" zu arbeiten und dann darauf zu hoffen, dass sich damit auch die anderen "Probleme" auflösen...ich vermute, das "funktioniert" eher anders herum, und damit kann Dir bestimmt eine Therapie weiter helfen...die liefern auch keine "Wegvorgaben" und allgemeingültigen groben Ziele (mehr Selbstbewußtsein muß her) sondern gucken sich ganz bestimmte Themen einzeln an.

z.B. Du sagst ja selbst, dass Du befürchtest, dass Du Deinen Freund "verlieren" könntest, weil er nicht mit Dir und den Problematiken umgehen kann und/oder will - Du hast natürlich Recht, theoretisch könnte er aber auch gehen, weil er sich in eine andere verliebt, oder in einer anderen Stadt arbeiten muß oder weil er lieber wieder alleine leben möchte, oder die Pflege seiner kranken alten Tante übernehmen möchte etc etc etc - es liegt nicht in Deiner Macht, derlei Entscheidungen für ihn zu treffen...es liegt nur in Deiner Macht zuzusehen, dass Du Entscheidungen für Dich triffst, zu denen Du auch in 2 Wochen, 6 Monaten oder 2 Jahren noch stehen kannst...und im besten Falle sprecht ihr Euch ab, und seht zu, dass ihr gemeinsam zufrieden seid...auch wenn Du jetzt zwei Liter Selbstbewußtsein trinken würdest, würde das keine Garantie dafür sein, dass er für immer und ewig an Deiner Seite bleibt...das würde vermutlich nur bewirken, dass Du sagen könntest "na und? Es gibt auch noch andere Männer"...

Auch die Einstellung Deiner Mutter könntest Du mit mehr Selbstbewußtsein nicht ändern, Du würdest Dich vielleicht offensiver gegen sie zur Wehr setzen aber geht es darum zu besiegen?...es ist ganz fürchterlich und gruselig soetwas von dem Menschen zu hören, der einen eigentlich lieben, unterstützen und trösten sollte...aber im Grunde geht es um die Frage,warum spielt die Meinung Deiner Mutter immer noch so eine große Rolle für Dich? Warum beeinflußt ihr negatives Verhalten Deine Beziehung negativ?Oder macht ihr Euch gegenseitig (Du und Deine Mutter) vielleicht gegenseitig für alles und jedes "verantwortlich" was in Euren jeweiligen Privatleben schief läuft? Auch das wär nicht ungewöhnlich - aber davon müßtest Du z.B. Abstand nehmen und loslassen bevor Du Dich auf den Weg machst, eigene neue Wege und Problemlösungen für Dich zu finden...so dass es Dir irgendwann "egal" wird, was sie sagt und tut...es wird Dich emotional niemals kalt lassen, aber das Ziel sollte sein, dass Du Dich, Deine Entscheidungen und Dein Privatleben nicht mehr von den "Äußerungen" Deiner Mutter beeinflussen läßt...Hat sie Dir z.B. eine gute, liebevolle und langandauernde Partnerschaft mit Deinem Vater vorgelebt? Nein? Dann ist sie wohl weder Expertin, noch Vorbild


...

03.02.2008 16:17 • #5




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