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Panicgirl221

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Hey ich Lieben!

In letzter Zeit plagen mich wieder vermehrt Angstzustände!
Vielleicht kurz zu meiner Situation: Ich bin 28 Jahre und ich habe seit Oktober 2013 Panikattacken, mittlerweile würde ich es als Angststörung bezeichnen, Meine größte Angst ist, an einer schweren Krankheit zu leiden und zu sterben bzw. aus dem Leben gerissen zu werden weg von meiner Familie und meinen Freunden, oder dass jemanden den ich liebe, wie Eltern oder meinem Freund, etwas zustößt. Dabei machen mir die meiste Zeit eigentlich nur Symptome Probleme: ständig angespannt Nackenschmerzen, Schultern tun weh, manchmal Kopfweh, Sehstörungen, Gelenkschmerzen ich schlafe extrem schlecht usw. Das sind so die Beschwerden die ich eigentlich ständig mit mir trage. Hinzu kommt dann bei einer PA Schwindel, Schweißausbrüche, Benommenheit, das Gefühl jeden Moment wegzukippen, extreme innere Unruhe.
Nun zu dem was mich in letzter Zeit sehr beschäftigt! Ich dachte eigentlich immer, dass ich was meine Angststörung betrifft ein "leichter FAll" sei. Ich lese im Forum von Menschen denen einkaufen Probleme bereitet oder überhaupt mal außer Haus zu gehen. Von mir selber kann ich sagen, dass ich meine Alltag eigentlich jeden Tag problemlos bewältige. Im Schnitt kommt einmal in der Woche eine Panikattacke die mich dann aber für einen ganzen Tag völlig aus der Bahn wirft. Ich komme damit nur sehr schwer klar und es ist für mich unvorstellbar wie es Menschen gehen muss, die das jeden Tag erleben und erleiden. Ich wünsche mir endlich Besserung. Ich nehme keine Medikamente außer wenn es mir wirklich nicht gut geht Baldrian und mache auch keine Therapie. Ich denke zwar immer daran wenn ich einen schlechten Tag hab, verwerfe den Gedanken aber immer an den vielen guten Tagen mit der Hoffnung dass es irgendwann von alleine aufhört. Ich habe noch dazu panische Angst vor Ärzten. Ich habe zwar als das mit den Panikattacken anfing einige Untersuchungen machen lassen, Blut, EKG usw. seitdem aber nicht mehr beim Arzt gewesen, weil ich Angst davor habe dass mir ein Arzt die schlimme Nachricht überbringt ich sei todkrank. Ich weiß das ergibt keinen Sinn, ist aber leider so Ich schäme mich auch etwas dafür weil natürlich jeder in seinem Umfeld Menschen kennt die wirklich krank sind, Krebs haben und ich mir jeden Tag aufs neue einen Gehirntumor einbilde oder denke, dass ich jeden Moment einen Schlaganfall erleide wenn ich eine PA habe. Also was meint ihr? Habts ihr Ratschläge oder sollte ich mich glücklich schätzen dass meine Symptome eher "harmlos" sind?

Liebe Grüße und ich bedanke mich bereits für eure Antworten

14.09.2016 15:40 • 17.10.2016 #1


8 Antworten ↓


TheCheshireCat

TheCheshireCat


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Hallo du,
das kommt mir teilweise doch schon auch recht bekannt vor. Ich habe oft Phasen, da bin ich ein totaler Hypochonder, jedes kleinste Symptom wird dann gleich analysiert, dann hab ich Angst, dass es was schlimmes ist (Beispiel: mein Bein tut weh und ich habe Angst, dass es Thrombose ist). Auch bekomme ich oft Panik, wenn ich weiß, mein Freund ist unterwegs und antwortet aber ewig nicht. Dann gehe ich gleich von Schlimmsten aus, Autounfall oder ähnliches. Auch dieses Benommenheitsgefühl kenne ich, kommt aber eher von meiner DP/DR (hast du das vielleicht auch ...?)

Was ich dir auf jeden Fall rate - wenn dich dieser Zustand wirklich so belastet, dass du schon über Therapie nachdenkst, würde ich an deiner Stelle eine machen. Ich habe das auch soooo lange vor mir her geschoben, dann, an guten Tagen, dachte ich mir wieder ach, das wird schon, ich brauch das nicht. Aber bei mir wurde es eben auch nicht besser, als habe ich mich doch überwunden, und es ist kein Fehler und auch keine Schande.
Jeder nimmt Probleme anders wahr, da darf man sich auch niemals mit anderen vergleichen und denken, "Dem geht es ja viel schlechter, ich hab ja gar kein Recht, mich so anzustellen", zum Beispiel. Sobald es dich belastet, belastet es dich. Da können andere auch Krebs haben, das heißt nicht, dass dein Problem irgendwie herabgestuft werden sollte.
Und meiner Meinung nach gehören solche Angstgeschichten sowieso mal einem Therapeuten vorgestellt - das muss ja irgendwo herkommen.
Denk einfach mal drüber nach, es kann nicht schaden, sich Rat zu holen.

14.09.2016 15:50 • x 1 #2


Panicgirl221


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Danke für deine Antwort!

Naja, in meinem Leben gibt bzw. gab es einige Baustellen, also die Ursache für meine PA wäre schnell zu finden, nur bin ich leider nicht wirklich bereit diese Dinge einer fremden Person anzuvertrauen. Da kommt wieder meine Angst vor Ärzten ins Spiel bzw. mein Misstrauen, aber vielleicht ist es alles auch nur eine Ausrede.

14.09.2016 15:58 • #3


TheCheshireCat

TheCheshireCat


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Zitat von Panicgirl221:
Da kommt wieder meine Angst vor Ärzten ins Spiel bzw. mein Misstrauen, aber vielleicht ist es alles auch nur eine Ausrede.


Therapeut ist ja auch nicht gleich Arzt. Oder spielt das bei deiner Angst keine Rolle?
Ich mag Ärzte auch weniger als z.B. Psychologen, Therapeuten etc. (habe auch ganz doll Angst vor medizinischen Eingriffen und Spritzen).
Aber so ein Therapeut oder eine Therapeutin, die sind ja dazu da, um dir zu helfen, du bleibst anonym, sie hören dir zu und erzählen auch nichts weiter. Da bräuchte man ja (eigentlich) keine Angst haben. Liegt es vielleicht daran, dass du dich dafür schämst und es deshalb niemandem erzählen willst? Dass man dich nicht ernst nimmt?
Ich habe auch Hemmungen, und man kommt nicht mit jedem Therapeuten gleich gut aus.
Mir fällt es zwar nicht schwer, mich zu öffnen, aber weinen in Therapie, das versuche ich immer zu vermeiden, auch wenn ich oft gern will. Das ist MIR dann einfach unangenehm. Aber sprechen kann man da wirklich über alles (selbst über sexuelle Themen, wenn das einen belastet, da war ich wirklich überrascht).

14.09.2016 16:07 • #4


Panicgirl221


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ja, wahrscheinlich ist es so dass ich mich für gewisse Dinge in meiner Vergangenheit schäme, und um mir wirklich helfen zu können muss es wohl die ganze Wahrheit sein.

14.09.2016 16:18 • #5


TheCheshireCat

TheCheshireCat


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Naja, wenn du noch nicht bereit dazu bist, hilft es dir vielleicht, gewisse Dinge aufzuschreiben?
Muss ja gar keine bestimmte Reihenfolge haben oder ein Fließtext sein. Können auch einfach nur z.B. Schlagwörter sein oder Gedankenfetzen, Sachen, die dir ständig und immer wieder im Kopf rumgehen. Vielleicht hilft es, das alles mal auf Papier festzuhalten. Das macht es erstens einfach überschaubarer und "greifbarer" und zweitens geben die Gedanken dann vielleicht ein bisschen mehr Ruhe? Als würde man den Kopf "ausmisten" und alles was raus soll aufschreiben, dann hat man auch wieder Platz für andere (schöne?) Dinge, und trotzdem hat man die Gedanken festgehalten.
Vielleicht hilft dir das?
Man kann das ja, sollte man sich doch zur Therapie entscheiden, auch zeigen, dann müsste man es nicht direkt selber sagen, wenn einem das unangenehm ist.
Das würde mir dazu noch einfallen...

Du kannst dich ja auf jeden Fall melden, wenn es etwas zu berichten gibt

14.09.2016 20:10 • x 1 #6


Panicgirl221


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Muss mir mal wieder etwas von der Seele schreiben! Hatte letzte Woche wieder eine etwas schlimmere Panikattacke! Habe dann mit einer Freundin geschrieben und ihr mein Leid geklagt. Hab zwar schon befürchtet, dass das nicht viel bringen wird aber ich dachte einen Versuch ist es wert. Es kamen dann die üblichen Floskeln wie: es ist unfair Menschen gegenüber die wirklich krank sind, und das Leben ist viel zu kostbar, zu Tode gefürchtet ist auch gestorben (den Satz hör ich oft und hasse ihn am meisten), geh doch zur Therapie. Habts ihr einen Rat? Lohnt sich eine Diskussion? Ich hätte gerne, dass eine meiner besten Freundinnen mich versteht.
Meine Angst wird in letzter Zeit auch immer schlimmer statt besser, habe auch ein neues Symptom: jucken kribbeln wie wenn ich zu salzig gegessen hätte oder so in der Art und dazu diese ständigen Knochen oder Gelenkschmerzen, es macht mich wahnsinnig
Gestern war ich mit meinem Freund in der Therme, mir ging es ganzen Tag super, dann waren wir im Dampfbad eher schon gegen Schluss und danach fing das mit den Gelenkschmerzen wieder an und ich wurde unruhiger. Entweder weil ich wusste wir fahren bald heim und der Alltag hat mich wieder oder es hat was mit wärme/kälte zu tun in der Therme, keine Ahnung. Jedenfalls ist heute nichts mehr von Erholung zu spüren und mir geht es wieder bescheiden!

17.10.2016 09:00 • #7


TheCheshireCat

TheCheshireCat


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Hallo du,

Ich kann dich gut verstehen. Ich bekomme leider auch oft Angstschübe und oft ohne Grund - zurzeit geht nicht mal Fernsehen, und manchmal will ich nicht mal, dass mein Freund (oder sonst jemand) mich anfasst, weil das sofort Angst auslöst.
Für Außenstehende ist es dann auch oft schwer zu verstehen, klar, man "sieht" es ja nicht direkt.

Ich werde dann oft gefragt: "Warum/wovor hast du denn Angst?" und wenn ich sage nichts, stiftet das oft viel Verwirrung. Es ist ja eine "andere" Angst, wie als würde man fallen.

Mein Arzt hat mich mittlerweile zu einem Psychiater überwiesen, ich habe Medikamente gegen Depression und gegen Angstattacken bekommen. Ich war zwar nie ein Freund von Medikamenten, aber wenn da tatsächlich irgendwelche Stresshormone im Körper verrückt spielen und mich so sehr einschränken...

Die Wirkung hat noch nicht zu 100% eingesetzt, aber es geht mir schon um einiges besser (auch wenn die Angstattacken sehr hartnäckig sind - muss mal mit meiner Therapeutin drüber sprechen - vll steckt ja doch was dahinter).

Ich empfehle dir weiterhin, dich mal nach Therapeuten (und ggf einem Psychiater?) umzusehen. Klar hättest du gern, dass deine Freundin dich versteht, aber manche Menschen fühlen ich da einfach überfordert
Meine Mutter hat auch permanent gesagt, geh in Therapie, such dir Therapie. Ich dachte immer, sie will mich bloß abschieben und sich mit dem Thema nicht befassen, aber sie hatte recht - nur Experten können bei sowas wirklich helfen. Freunde und Familie haben ja auch ihre persönlichen Grenzen... Das heißt nicht, dass es sie nicht interessiert.

17.10.2016 09:50 • x 1 #8


Panicgirl221


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Danke The CheshireCat! Ja das mit der Therapie hab ich mir auch überlegt und werde ich wohl auch angehen müssen, bei mir kommt auch hinzu, dass ich kurz vor meinem Studienabschluss stehe und einfach Angst habe, dass ich dann im Berufsleben nicht zurecht komme mit meinen Ängsten. Wie geht es dir damit? Bist du berufstätig?
Vielleicht würde es auch besser werden wenn der Stress dann wegfällt. aber darauf will ich es nicht ankommen lassen. Habe jetzt mal für mich angefangen ein Paniktagebuch zu führen, immer wenn es losgeht versuche ich meine Gefühle und Gedanken und alles was mir am Herzen liegt aufzuschreiben, lenkt ab und ist auch sehr befreiend.
Mich beschäftigt es dann einfach so wenn mir jemand sagt "es ist unfair Menschen gegenüber die wirklich krank sind" aber ich such es mir ja auch nicht aus, ich will ja nicht ständig daran denken müssen dass ich krank sein könnte und wenn ich könnte würd ich das auch abstellen!

17.10.2016 10:47 • #9



Dr. Christina Wiesemann


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