Pfeil rechts
9

Vanessa-
Hallo, ich heiße Vanessa und bin 16 Jahre alt.
Ich hab die Hoffnung verloren, dass alles besser wird. Ich habe keine Kraft mehr.
In der Grundschule wurde ich gemobbt, weil ich nie meinen Mund aufgekriegt habe und vor jedem und allem Angst hatte. Auf der Realschule ging das so weiter bis zur 7. Klasse, da ich dann in eine neue Klasse kam, weil ich sehr schlecht in der Schule wurde. Ich war nur jeden Tag alleine zu Hause vor dem Laptop.
In meiner Familie lief auch nicht alles toll. Meine Mutter ist spielsüchtig und mein Vater war Alk.. Ich musste früher als kleines Kind immer die Streitereien mithören und meine Mutter hat mich und meinen Vater bei jeder Kleinigkeit angeschrien und mit einem Messer bedroht ( oder auch andere Küchengeräte ). Jetzt hat meine Mutter aber ihr aggressives Verhalten im Griff. Nie hat sich jemand um mich gekümmert und war immer alleine, hab geweint. Mit der Zeit wurde es schlimmer. Als ich 12 war entwickelte sich meine schlechte Laune zu einer Depression. Kam in eine Klinik, aber konnte es nicht durchstehen und hab die Therapie abgebrochen. Kurze Zeit später hat uns meine Mutter sozusagen verlassen, um "arbeiten" zu gehen, damit sie ihre hohen Spielschulden bezahlen kann. Eigentlich kam sie jede 2. Woche zu uns, aber jetzt habe ich sie seit knapp 5 Monaten nicht mehr gesehen. Mit 15 lernte ich meinen 1. Freund kennen. Habe angefangen zu rauchen und zu *beep*. Die Beziehung hielt nicht lange, da er mich betrogen hat. Ein weiterer Mensch der mich enttäuscht hat. Ich habe angefangen mich zu ritzen, hab versucht mich umzubringen. Warum sollte ich auch noch weiter leben? Ich hatte niemanden der sich um mich sorgte. Noch nicht mal richtige Freunde.
Paar Monate später, machte ich Bekanntschaft mit einem anderen (mein aktuellen Freund). Durch ihn lernte ich weitere Dro. kennen. Eine Weile fühlte ich mich gut durch die Dro., aber erkannte dann, dass das nicht so weiter geht. Ich habe es geschafft von den Dro. weg zu kommen. Mein Freund nur teilweise, er *beep* noch.
Am Anfang lief die Beziehung gut, ich hatte gute Laune, weinte nicht mehr. Jetzt hat sich alles verändert oder vielleicht hab auch nur ich mich verändert. Auf jeden Fall bin ich jetzt wieder depressiv geworden. Ich weine jeden Tag, denke ganze Zeit nur daran, wann dieses Leiden aufhört. Am liebsten würde ich einschlafen und nie wieder aufwachen. Ich fühle mich einsam, nutzlos, verraten, verletzt, enttäuscht. Außerdem hat sich ein Kontrollzwang entwickelt gegenüber meinem Freund. Ich bin sehr eifersüchtig und misstrauisch, da er schon öfters gelogen hat. Ich habe Angst ihn auch zu verlieren. Außerdem wohnt er auch bei mir und Papa, da er seine Wohnung verloren hat. Meine Vater sagt dazu nichts, da er geistig nicht in der Lage ist die Situation einzuschätzen, da er geistig eingeschränkt ist. Beide machen was sie wollen, keiner hört auf mich. Ich muss mich zu Hause um wirklich alles kümmern. Mein Vater sieht nicht wie schlecht es mir geht und mein Freund kann sich nicht in meine Gefühlslage hineinversetzen, er macht mich immer nur blöd an und schimpft, wenn ich weine, aber da durch macht er alles schlimmer und ich muss noch mehr weinen. Eigentlich gehe ich auch zu einer Therapeutin, aber sie kann ihrem Job wegen gesundheitlichen Gründen nicht mehr nachgehen, aber werde in paar Monaten eine neue bekommen. Außerdem habe ich eine Familienhilfe. Aktuell geht es darum, ob ich in eine Einrichtung einziehe, damit ich weniger Belastung habe. Aber ich bin mir unschlüssig.
Ich habe niemanden mehr zum Reden und fresse alles in mich hinein. Selbst bei Kleinigkeiten fange ich an zu weinen. Manchmal entwickelt sich meine Trauer auch zur Wut. Dann schreie ich alles nieder und fange an um mich zu schlagen. Ich kann nur noch negativ denken, es geht gar nicht mehr anders. Ich hab die Freude am Leben verloren. Außerdem habe ich eine Familienhilfe. Aktuell geht es darum, ob ich in eine Einrichtung einziehe, damit ich weniger Belastung habe. Aber ich bin mir unschlüssig.

Was soll ich nur machen? Soll ich ausziehen? Soll ich einfach hier weiter vor mich hin leben und weinen? Soll ich wieder in eine Klinik? Ich weiß einfach nicht weiter!

04.05.2015 16:00 • 04.05.2015 x 1 #1


13 Antworten ↓


dont_panic
Zitat von Vanessa-:
Aktuell geht es darum, ob ich in eine Einrichtung einziehe, damit ich weniger Belastung habe.


Definitiv ein ganz fettes JA !
Damit du wieder mit dir selbst klar kommen kannst, brauchst du zuerst einmal ein stabiles Umfeld, und das können dir (zur Zeit) weder Mutter noch Vater noch Freund geben. Du brauchst Unterstützung von Profis, alleine ist das (gerade mit 16 Jahren) kaum zu stemmen. Also laß dir helfen !

04.05.2015 16:24 • #2



Hoffnung verloren

x 3


Icefalki
Vanessa, von mir auch ein dickes JA.

Denke jetzt nur an dich. In deinem Alter bist du extrem überfordert. Du nimmst jetzt alle Hilfe, die du kriegen kannst. Alles was dir! hilfst, das nimmst du an.

du hast schon begonnen, hast die Finger von den Dro. gelassen, du willst definitiv mehr.

Ich denke, dass in einer Einrichtung geschultes Personal dir zur Verfügung steht, die dir helfen werden. Also ergreif die Chance, für dich.

04.05.2015 16:39 • x 1 #3


Hallo Vanessa,

auch rate Dir dazu, in eine Einrichtung zu gehen. Ich bin mir sicher, dass es Dir dort besser geht.
Eigentlich weißt du selber, was durch für Dich das Richtige ist, genauso wie du weißt, was falsch ist!
Du hast das Kniffen aufgehört, weil es nicht gut für dich ist....Das ist schon der erste richtige Schritt und da kannst du stolz drauf sein!
Deswegen glaube ich, dass du eigentlich sehr vernünftig denkst....Dass du in solch einer Situation wie sie im Moment in deinem Leben ist, depressiv wirst, halte ich für normal und dass du dass ändern willst, für sehr erwachsen !

Du bist nicht alleine!

04.05.2015 16:55 • x 1 #4


Jessica586
Liebe Vanessa

Ich kann gut verstehen was du durchmachen musst. Denke daran, dass du nur dir gehörst und aus deinem Leben alles werden kann, was du dir vornimmst! Du bist ein toller und einzigartiger Mensch und hast bestimmt Sachen, die du sehr gut kannst! Du brauchst nur ein anderes Umfeld und Freundinnen. Dann wird alles besser! Ich weis, hört sich schwer an. Aber wenn du den Menschen freundlich begegnest, lächeln sie dir zurück und du fühlst dich gleich schon besser. Ich bin mir sicher du schaffst den Schritt, erstmal aus deiner aktuellen Situation rauszukommen! Mach eins nach dem Anderen und es gibt im Leben nichts was du nicht schaffst!

Hier ist eine Hilfe für Jugendliche in solchen Situationen:
https://www.nummergegenkummer.de/cms/we ... elefon.htm

Alles Gute für Dich! <3

04.05.2015 17:00 • x 1 #5


Hey,
Würde dir auch absolut dazu raten, in diese Einrichtung zu gehen. Als ich 17 war bin ich auch in so eine Wohngruppe gezogen und das war definitiv die richtige Entscheidung (wobeis andere Gründe hatte). Die Strukturen dort würden dir sicher gut tun. Außerdem solltest du dann, wenn du soweit bist, mal in deinem Umfeld aufräumen find ich.
Tut dir dein Freund gut? Er klingt nicht grad wie ne Stütze.. Aber Respekt, dass du von allein von den Dro.gen weggekommen bist
Vielleicht findest du in der Einrichtung ja auch Freunde, ich hab dort zb meine beste Freundin kennen gelernt, selbst zu einem meiner Betreuer hab ich bis heute Kontakt (bin da mit 19 ausgezogen und werd jetzt 23). Ist alles halb so wild, bin mir sicher, dass dir das sehr helfen würde!

04.05.2015 17:06 • x 1 #6


Ich möchte mich den Worten von Icefalki nur Anschliessen. Vanessa es wäre für dich definitiv besser dir ein ganz neues Umfeld und einen neuen Freundeskreis aufzubauen. Und dein Freund ist definitiv der falsche. Du solltest diese Verbindung schnellstmöglich beenden. Dein ganzes Leben bestand bislang nur aus Trauer und Leid. Versuche dir ein neues aufzubauen. Schritt für Schritt wird dir das gelingen, ich glaube ganz fest an dich. Deine Zeilen haben mich berührt. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Stärke.

04.05.2015 17:24 • #7


Zitat von Icefalki:
Vanessa, von mir auch ein dickes JA.

Denke jetzt nur an dich. In deinem Alter bist du extrem überfordert. Du nimmst jetzt alle Hilfe, die du kriegen kannst. Alles was dir! hilfst, das nimmst du an.

du hast schon begonnen, hast die Finger von den Dro. gelassen, du willst definitiv mehr.

Ich denke, dass in einer Einrichtung geschultes Personal dir zur Verfügung steht, die dir helfen werden. Also ergreif die Chance, für dich.



Besser kann man es nicht ausdrücken

04.05.2015 17:25 • x 1 #8


Vanessa-
Danke für eure Antworten!

Falls ich ausziehen würde, würde ich mir aber sorgen machen um meinen Vater. Er kann nicht alleine klar kommen. Um meinen Freund würde ich mir ebenfalls sorgen machen. Ich hätte irgendwie Schuldgefühle. Ich weiß, dass ich an mich denken muss, aber ich habe immer erst an die anderen gedacht. Ich hab den Zwang, immer zu wissen, dass es den anderen gut geht. Ich hab auch das Problem das ich vor Neuem und neuen Leuten schreckliche Angst habe.
Wie kann ich das alles überwinden?

04.05.2015 17:28 • #9


Das mit deinem Vater verstehe ich voll und ganz. Es gibt aber auch Pflegedienste die dies übernehmen könnten. Solltest du diesbezüglich Fragen haben, könnte ich mich gerne für dich kundig machen. Was dein Freund betrifft, er zieht dich immer weiter in den Sumpf. So schlimm es auch sein mag, aber du musst jetzt an dich denken, sonst gehst du vor die Hunde. Du hast noch dein ganzes Leben vor dir.

04.05.2015 17:31 • #10


Icefalki
Vanessa, ich dachte es mir, dass dieser Einwand von dir kommt. Darum bist du ja so überfordert. Stellst das Wohl anderer über deines.

Aber, wie gesagt, meine Liebe, jetzt bist du dran. Schau, Venom bietet dir aktive Hilfe an.

Man kann alles regeln. Auch dein Leben.

04.05.2015 17:37 • x 1 #11


dont_panic
Du bist 16 ! Du solltest dir nicht Sorgen um deine Eltern machen sondern sie um dich !

Deine Mutter hat sich entschieden : Spielen und jetzt "arbeiten" und sie hat sich seit 5 Monaten nicht blicken lassen (was nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen sein muß). Sie wird dich nicht unterstützen können. Es ist weder dein Job noch deine Verantwortung, für sie zu sorgen, ihre Sucht zu "heilen" und/oder ihre Schulden zu bezahlen. SIE hat versagt, nicht du ! Also bist du auch nicht schuld.

Auch dein Vater hat sich entschieden, und zwar für den Alk. Und offensichtlich geistig nicht mehr in der Lage, für sich oder für dich zu sorgen. Durch den Alk ? Egal, es ist wiederum nicht deine Schuld, nicht deine Verantwortung. Wieder : ER hat versagt, nicht du ! Wenn er nicht alleine klar kommt, kannst du ihm über professionelle Betreuer erheblich besser helfen, als wenn du bei ihm bleiben würdest, z.B. durch eine Klinik oder ein Heim.

Und dein Freund hört sich (Sorry !) auch nach einem Voll-Versager an. Er *beep* also "nur" noch, er hat kein Verständnis für dich, versucht es scheinbar noch nicht einmal. Er wohnt bei dir, weil er seine Wohnung "verloren" hat ? Lass mich raten : arbeitslos und Schulden ? Deutlich älter als du ? Ziemlich geschickt von ihm, sich ein junges Mädel zu schnappen und dir einzuimpfen, daß du dir um ihn Sorgen machen musst. Aber ER ist für sein Leben verantwortlich und nicht du und wenn er scheitert, trägst du dafür nicht die geringste Verantwortung !

Sorry für meine Deutlichkeit : aber meiner Meinung nach wirst du -wenn du nicht gehst- in spätestens einem Jahr weiter ritzen und massiv Probleme mit Dro. und Alk. haben, wenn nicht noch erheblich mehr, darauf gehe ich fast jede Wette ein.

04.05.2015 17:54 • #12


Die Lage würde ich auch so in etwas sehen, aber nicht so deutlich schreiben. Ich vermute hier auch das der Freund einige Jahre älter ist und deine unreife diesbezüglich zu seinen Gunsten komplett ausnutzt. Nimm jede Hilfe an, die dir geboten wird, ohne wenn und aber.

04.05.2015 18:25 • x 1 #13


dont_panic
Ich weiß, ich war (hoffentlich) überdeutlich.
Aber das ist wohl kaum der Zeitpunkt für "Diplomatie" oder so.
Vanessa, du mußt verstehen, daß du genau JETZT die Weichen für dein ganzes zukünftiges Leben stellen kannst.
Und wer weiß, wie viele Chancen dafür du noch haben wirst ?

04.05.2015 20:47 • x 1 #14



x 4




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag