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Hallo.
vor einigen Monaten habe ich schon mal von dem Problem mit meiner besten Freundin berichtet, dass sie aufgrund von Depressionen einen kompletten Kontaktabbruch mit all ihren Freunden durchgeführt hat und auch die Schule nicht besucht hat.

auf jeden fall war es nun so dass wir bis vor kurzem wieder regelmäßig Kontakt hatten, also sms geschrieben und einige wenige male persönlich Kontakt. Zur Schule ist sie nicht mehr gegangen aber dies wollte sie zum neuen Schuljahr ändern da sie dachte dass wir dann gemeinsam in eine Klasse kommen. Jetzt ist es aber so, dass ich das Schuljahr nicht geschafft habe und die Schule verlassen muss, da ich nicht noch mal wiederholen darf. Und seit dem meine Freundin das weiß..bam kein Kontakt mehr. Nichts, rein gar nichts kommt mehr. Ich schreibe ihr aber es kommt nichts zurück. Ich hab ihr gesagt auf welche Schule ich gehe und als Antwort kam nur : 'was soll ich jetzt damit'. das letzte dass ich von ihr gehört habe und das ist jetzt auch schon bestimmt 2 Wochen her. Es ist nun alles wie vorher.Jetzt habe ich sie schon zum 2. mal so enttäuscht und dafür gesorgt dass es ihr noch schlechter geht. Das erste mal als ich mitten im Schuljahr zurückgestuft wurde und sie dadurch ihren einzigen halt in der Klasse verloren hat und deswegen nicht mehr zur Schule gegangen ist und jetzt, als es ihr endlich wieder eeeetwas besser ging und sie sich sogar ein bisschen gefreut hat endlich wieder mit mir in einer Klasse zu sein muss ich wegen meiner Faulheit die Schule verlassen. Ich weiß ehrlich gesagt wieder nicht was ich machen soll. Bestimmt hasst sie mich oder will gar keinen Kontakt mehr zu mir haben. oder, oder, oder..

Ich hab so eine angst dass unsere Freundschaft nun endgültig zu ende ist oder dass sie zu sehr unter der gesamt Situation leidet, Ich bin einfach viel zu überfordert mit dieser Situation und ich habe angst; angst davor etwas falsch zu machen.

06.08.2012 01:59 • 09.08.2012 #1


6 Antworten ↓


Hi Barbaroiuz,
ich finde es zwar toll, dass du deiner Freundin helfen willst, aber ich denke, dass du dich damit viel zu sehr überforderst. Du solltest dir möglichst selbst erst einmal professionellen Rat holen, weil du ansonsten daran kaputt gehen könntest.
Du trägst sicherlich keine Schuld daran, dass es deiner Freundin nun wieder schlechter geht. Selbst wenn diese beiden Dinge nicht geschehen wären, wäre deine Freundin früher oder später aus irgendwelchen anderen Gründen wieder ins depressive Loch gefallen.
Ich war jahrelang selbst sehr depressiv und daher weiß ich, dass in diesem Zustand irgendwann einfach alles zum Auslöser einer neuen schweren depressiven Phase werden kann.
Du hast nichts falsch gemacht und musst dir daher auch keine Selbstvorwürfe machen, besonders solltest du die Schuld nicht bei dir suchen.
Für Angehörige und Freunde ist der Umgang mit depressiven Menschen oft mit viel Unsicherheit und Selbstvorwürfen verbunden, weil die Kommunikation mit dem Betroffenen oft sehr ungewohnt und schwer oder gar nicht zu verstehen ist.
Es ist schwer mit einem depressiven Menschen zurecht zu kommen, weil man diese so schwer erreichen kann und weil sie sich nicht so verhalten, wie man es von einem gesunden Menschen erwarten würde.
Leider führt dies bei Angehörigen und Freunden leicht zur Verunsichrung, Selbstzweifeln und sie fühlen sich schuldig. Dies kann dann sogar soweit gehen, dass die Depression auf die Angehörigen und Freunde abfärben kann - sie also ebenfalls depressive Symptome zeigen.
Das Beste, was du nun tun kannst ist, dass du dir professionelleren Rat holst und auch sonst erst einmal viel über die Depression lernst, um so das Verhalten und die Denkweise deiner Freundin besser nachvollziehen zu können - wirklich verstehen wirst du sie wohl eh nie. Für einen gesunden Menschen, der selbst nie eine Depression erlebt hat und der auch sonst kaum etwas darüber weiß, ist das Verhalten eines Betroffenen einfach nicht nachvollziehbar und somit ist auch kaum eine Hilfe möglich. Hilfsversuche können sogar, so gut wie sie auch gemeint sind und so gut sie in der Theorie erscheinen, bei depressiven Menschen ins Gegenteil umschlagen.
Beispielsweise war es zwar gut gemeint, dass du zusammen mit ihr die Schule besuchen wolltest, um ihr damit einen Bezugspunkt zu geben. Dies hätte aber sehr wahrscheinlich trotzdem an den Depressionen nichts geändert und nur eine starke Fixierung deiner Freundin auf dich bewirkt - die früher oder Später wieder zu depressiven Problemen geführt hätte.

06.08.2012 07:50 • #2



Es fängt wieder an

x 3


ja und wenn ich mir deswegen professionelen Rat holen möchte an wen muss ich mich da wenden, wär es eigentlich so falsch sie spontan zu besuchen ? oder ist das keine gute Idee ?

06.08.2012 15:36 • #3


Du hast keine Schuld an den Problemen deiner freundin. Auch wenn sie dir ein schlechtes gewissen einreden will, es ist Quatsch das sie nicht mehr zur Schule geht nur weil du nicht in ihrer klasse bist. Für sie ist es leicht ihren Frust auf dich abzuladen und du springst darauf an. Dafür gibt es aber keinerlei Grund. Es ist schön das du helfen willst, aber das kannst du nur sehr begrenzt. Sie muss in Therapie und du kannst nicht mehr machen, als dich als Gesprächspartner anbieten und für sie da sein. Zu Schule gehen, Leistungen erbringen und Ängste überwinden, dies kann und muss sie alleine tun und die Verantwortung für sich selber übernehmen. Das sie nicht hin geht zeigt, dass sie voll im Vermeidungsverhalten ist und das macht ihre Situation immer schlimmer. Das ist auch sehr schade, aber sie muss sich selber überwinden nichts zu vermeiden. Ich würde an deiner stelle auch mal persönlich hinfahren und versuchen zu klären, wie es um eure Freundschaft steht. Aber Denk dran, erzwingen kannst du nichts, wenn sie nicht will, aber einen Grund für ein schlechtes gewissen für dich, gibt es nicht.

06.08.2012 17:04 • #4


Ich muss gestehen, dass ich selbst nie professionelle Hilfe in Anspruch genommen habe, so dass ich nicht genau weiß wo man alles solche Hilfe bekommen kann. So viel ich weiß kann man seinen Hausarzt fragen, zumal dieser dann meist weitere Adressen kennen sollte. Man kann wohl auch bei der Krankenkasse anrufen, wo man ebenfalls entsprechende Adressen bekommt. Zudem gibt es in vielen größeren Städten entsprechende Beratungsstellen.

Ich glaube, dass dir niemand sagen kann, ob es jetzt falsch wäre deine Freundin nun spontan zu besuchen. Manche Betroffene ziehen sich sehr zurück, weil sie einfach niemanden sehen wollen. Genauso gut kann es sein, dass sich deinen Freundin über einen Besuch freuen würde. Du kannst sie ja einfach mal anrufen und fragen, ob du vorbei kommen darfst, aber sei nicht enttäuscht, wenn sie dies ablehnt.
Wenn du dieses Thema bei dem Besuch ansprechen solltest, dann rechne lieber nicht damit, dass du damit auf offene Ohren bei ihr triffst. Depressive halten einen Arztbesuch in der Regel nicht für nötig, wollen alleine damit klar kommen und glauben meist auch nicht, dass ihnen geholfen werden kann, zudem fehlt ihnen oft einfach die Kraft, um damit zu einem Arzt zu gehen.

06.08.2012 17:12 • #5


Du kannst dich an Beratungsstellen wenden und dich dort beraten lassen. Es gibt kirchliche Beratungsstellen wie z.B. Diakonie und noch andere, welche für Menschen eingerichtet sind, die sich in Lebenskrisen befinden und den Vorteil haben, dass du dort nicht lange auf einen Termin warten musst!! Dort sitzen Psychologen und diese helfen ganz gut und geben Rat!! Google mal nach, welche in deiner Stadt vorhanden sind.

Viele Grüße, Sumi

06.08.2012 18:20 • #6


oke vielen dan für die Infos !
ich war gestern vor ihrem Haus und hab ihr davor ne Sms geschrieben dass ich an dem Tag mal vorbeikomme und dass sie doch wenn sie mag die Tür aufmachen soll wenn es klingelt. Und kurz bevor ich klingeln wollte kam ne sms das gar nicht daheim sei und wir uns die nächste Woche treffen. am besten nicht bei ihr daheim und das sie 'angeblich' ihr handy nicht hatte um auf die vorherigen sms'n zu antworten. naja mal schauen was draus wird.

08.08.2012 23:35 • #7




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