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Wörtchen

Wörtchen
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Hi zusammen,

da isser also, der Sommer. Und ich könnte kotzen. Ich sehe kurvige oder mehrgewichtige Frauen draußen auf der Straße und noch nie in meinem Leben habe ich jemals über eine davon gedacht: "Boah, sieht die fett aus!", eher im Gegenteil. Ich finde eigentlich alle Frauen schön und finds toll, wenn eine kurvig ist und sich, den Temperaturen angemessen, luftig kleidet. Aber ich selbst kriege so einen fiesen, ekligen Hass auf mich, wenn ich morgens in den Spiegel gucke. Ich habe Ende letzten Jahres angefangen, gegen eine Essstörung zu arbeiten und turns out: Wenn man nach Jahren des Hungerns beginnt, einigermaßen normal zu essen, dann nimmt man erstmal zu (Überraschung). So weit, so logisch. Damit bin ich auch einigermaßen klar gekommen, solange es nicht so heiß war. Aber jetzt gerade schießt mein Selbstekel ins Uferlose. Ich möchte mich luftig anziehen, weil mir warm ist aber ich kann nicht, weil ich mich so widerlich fühle. Und das ist so DÄMLICH, weil ich bei ausnahmslos JEDER anderen Frau nicht mal einen Gedanken daran verschwenden würde, ob "die Alde in ihrem Top jetzt dick aussieht" oder nicht, im Gegenteil, aber bei MIR ist es dann auf einmal das blanke Entsetzen und ich kriege es nicht gebacken, rauszugehen. Ich will nichts unternehmen, weil ich mich zwischen "zu Tode schwitzen" und "einen Zentimeter mehr Haut zeigen" entscheiden müsste und ES IST SO DUMM. Es kotzt mich so an. Gewicht ist doch so sch.gal und anyway, pendelt sich der ganze Driss doch wahrscheinlich eh demnächst ein. Ich weiß das. Ist mir rational sowas von bewusst. Ich kriegs trotzdem nicht hin. Dieser Selbstekel treibt mich in den Wahnsinn.

Und dabei geht es aktuell wirklich bergauf. Ich habe endlich einen Therapieplatz gefunden, die Diagnose komplexe Ptbs, meine Therapeutin ist großartig und hilft mir total, ich habe im Juli einen Termin bei einer Psychiaterin und werde medikamentös eingestellt und aus all diesen verffff. Gründen habe ich Anlass, richtig zuversichtlich zu sein. Aber klar, was ALLES ins Wanken bringt, ist mein Bauch, der in Tops jetzt gerade vielleiiiicht bissi dicker aussieht. Es ist so dumm.

Wie bekomme ich es hin, dass ich rationales Wissen und Gefühl zusammenbringe? Rational weiß ich ganz genau, dass die Welt nicht untergeht, weil mein Oberarm vielleicht ein wenig im lauen Sommerwinde wabbelt. Gefühlt ist es ein Todesurteil.

Danke fürs Lesen. Und sorry fürs Lesen. Keine Ahnung, was das hier sein soll, ich bin einfach so genervt von mir selber.

19.06.2026 x 6 #1


32 Antworten ↓
Sonja77

Sonja77
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Zitat von Sentinel2003:
Ja, adipös...Adipositas, Übergewicht ist eine Krankheit 😟😌😔und wird eigentlich so ...

Ja das ist es und von erwachsenen Menschen die auch ein wenig Intelligenz besitzen sollte man diesen Respekt eigentlich auch erwarten dürfen

keiner wird aus Spaß und Langeweile adipös keiner

Esssucht die sucht man sich sicher nicht aus
Psychische Erkrankungen die man mit Essen versucht zu bekämpfen sucht man sich ganz sicher auch nicht aus
Menschen die gezwungen sind Medikamente zu nehmen die zwangsläufig zu einer Adipositas führen können suchen sich das bestimmt nicht freiwillig aus

Aber nein !
Man wird von der Gesellschaft als „Fett,faul und ekehalft „abgestempelt

naja Menschen die so darüber denken sind es für mich nicht wert das ich auch nur einen Gedanken an sie verschwende

der Körper ist lediglich das Gefäß zur Seele und wer sich die Zeit nicht nimmt und sich die Mühe nicht macht hinter die Fassade zu schauen sondern sich von der Hülle abschrecken lässt…na der hat dann aber andere probleme die ich nicht haben möchte

19.06.2026 14:28 • x 4 #31


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A


Der Sommer und Körperhass

x 3


Kruemel_68

Kruemel_68
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@Wörtchen Das ist nicht dämlich, sondern ein Muster, dass Dir als Kind von Bezugspersonen eingepflanzt wurde. Das Thema dahinter ist fehlende Selbstliebe und ein überstarker, innerer Kritiker. Unsere Bezugspersonen haben das natürlich nicht absichtlich verursacht, sondern weil sie selbst mit Mustern kämpfen, die sie nie bearbeitet haben.

Bei mir war es z.B. mein übermächtiger Vater, der immer mit Liebesentzug strafte. Dadurch lernte ich als Kind sehr schnell, dass ich nicht so sein konnte, wie ich wollte, sondern so sein musste, wie mein Vater es wollte. Und da ich seine Vorstellungen nicht erfüllen konnte, war ich nie gut genug. Und bin es bis heute nicht.

Leider ist dieses Muster nicht so einfach zu bearbeiten, wie einige es hier geschrieben haben. Es wird nicht reichen, es einfach nur zu wagen und Dich dem auszusetzen. Daher ist dieses Thema ein guter Punkt, den Du mit in Deine anstehende Therapie nehmen und als Therapieziel formulieren kannst.

Mich hat es 6 Jahre Therapie gekostet, dieses Muster anzugehen und zumindest teilweise aufzulösen. Das ist tatsächlich möglich.

Der erste Schritt ist, es erst einmal zusammen mit dem Therapeuten dieses Muster zu erkennen, zu benennen und zu schauen, wo es im Alltag durchschlägt. Der zweite Schritt ist dann zu akzeptieren, dass es so ist. Dass man nicht zu blöd, zu unfähig oder dämlich ist, so zu sein wie andere. Dass es nicht die eigene Schuld ist. Und für den dritten Schritt reicht dann leider ein kognitiver Ansatz nicht mehr aus, sondern dazu braucht es den Körper. Ich mache eine Körper-Psychotherapie und da werden solche Dinge auch im Körper verankert. Sprich, man geht über den Atem oder über Wahrnehmungsübungen und lernt, sich wieder mit dem Körper zu verbinden, den Körper zu spüren und z.B. zu spüren, wie solche Dinge im Körper wirken. Man lernt, wieder Selbstvertrauen in sich und seinen Körper zu haben.

Und dann kommen solche spannenden Dinge, wie z.B. die Spiegelübung. Man muss sich eine Minute mit einem Handspiegel selbst in die Augen schauen und anschließend reflektieren, was das mit einem macht. Man lernt dann, sich wieder selbst mit Liebe und Verständnis anzuschauen. Oder sich auch mal vor einen Ganzkörperspiegel zu stellen und sich dabei immer wieder zu sagen, dass man gut ist, so wie man ist. Hört sich lustig an, ist aber recht heftig in der Auswirkung.

Lange Rede, kurzer Sinn – sieh das Thema nicht als gottgegeben an und geh es in Deiner Therapie an. Es braucht einen langen Atem, aber es ist machbar.

19.06.2026 08:56 • x 4 #16


Zum Beitrag im Thema ↓


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Du hast doch alles in die Wege geleitet, um dein gestörtes Selbstbild wieder auf die Reihe zu bekommen.
Psychotherapie in Verbindung mit medikamentöser Behandlung ist der beste und erfolgversprechendste Weg dabei.
Ich wünsche dir viel Erfolg und alles Gute.

x 4 #2


Gaulin
@Wörtchen ich glaube dir fehlen noch die guten oder besseren Erfahrungen damit. Der Kopf ist meist schneller, als das Gefühl. So sagte es meine Therapeutin. Und, statt zu vermeiden, könntest du üben. Erst recht raus, ganz unabhängig von den Gedanken. Für dich, für das Gefühl, zum Üben. Aktiv werden. Das ist das, was mir am meisten geholfen hat, nach dem Verstehen warum das so ist und das es ja "Blödsinn" ist. Theorie alleine reicht da noch nicht. Nun geht's noch ums Umsetzen und Fühlen. Du bist auf einem guten Weg 🍀

x 4 #3


Sonja77
Ich finde auch das du auf einem sehr guten Weg bist,du setzt alles daran das es besser wird
Du kümmerst dich um Therapie
Du kümmerst dich um eine Medikation
Dir ist bewusst das dein Denken völlig falsch ist,also deine Interpretation
Also ist der Weg bereits geebnet und nun kann es nur noch besser werden Schritt für Schritt
Nichts kommt von heute auf morgen bei niemandem und alles braucht seine Zeit
Aber du kannst es schaffen dein Denken umzuwandeln daran hab ich keinen Zweifel

Essstörungen sind etwas von schwersten in den Griff zu bekommen das darf man nicht vergessen da braucht es vorallem Geduld Selbstliebe und auch einen eisernen Wille und Dickschädel

Ich hatte selber so circa 19 Jahre meines Lebens eine sehr schwere Form der Anorexie und hab mich zum Teil fast zu Tode gehungert,seit kleines Kind an bis zu meinem circa 23igsten Lebensjahr war das die einzige Kontrolle die ich hatte und über ich alleine die Macht hatte
Es gab Zeiten da hab ich mich 2 Wochen nur von Fruchtsäften ernährt also absolut nichts festes oder überhaupt was gegessen
Ich war auch 3 Wochen stationär im KH weil mein Untergewicht gefährlich geworden war und die Mangelernährung natürlich

Man kann es schaffen da komplett raus zu kommen zu 100% wirklich es ist machbar ich selber hab es seit nun 26 Jahren nicht mehr

Viel Glück 🍀 alles Gute und viel Kraft auf deinem Weg

x 4 #4


Wörtchen
@Gaulin Vielen Dank, dass du mir antwortest. Ich hab so ein kleines Problem mit Panikattacken, wenn ich in solchen Momenten dann trotzdem versuche, rauszugehen. Aber ich versuche es, zu üben.

x 3 #5


Wörtchen
@Logo Dankeschön für deine Antwort. Ich versuch wirklich alles aber manchmal ist das alles so uferlos.

x 3 #6


Wörtchen
@Sonja77
Danke, dass du mir antwortest. Ich finds wirklich toll, wie du das alles bezwungen und in den Griff bekommen hast. Magst du mir vielleicht sagen, wie du das geschafft hast? Ich würde mir davon gerne was abgucken.

x 2 #7


Sonja77
Zitat von Wörtchen:
@Sonja77 Danke, dass du mir antwortest. Ich finds wirklich toll, wie du das alles bezwungen und in den Griff bekommen hast. Magst du mir vielleicht ...

Das ist ja ne liebe Antwort von dir,vielen Dank und gerne bin ich dir auch unterstützend an der Seite wenn du mal jemanden brauchst,ob ich jedoch als Vorbild genommen werden kann weis ich nicht…

Ich habe mehrere Diagnosen die hauptdiagnose ist bei mir eine Schwere kPTBS ausgelöst durch extrem schwerwiegende Traumata jeder Art beginnend bereits vor meiner Geburt bis zu circa meinem 29igsten Lebensjahr durchgehend

als kleines Kind habe ich angefangen nichts mehr zu essen,so circa mit 4 oder 5 hat es begonnen extrem aufzufallen wie schwer untergewichtig ich bereits war,man musste mich zwingen ein paar Brocken pro Tag zu essen….damals war mir natürlich nicht bewusst wieso das so ist,ich as einfach nicht weil ich keinen Hunger hatte
als ich 12 Jahre alt war ist dann mein damaliger Kinderarzt hellhörig geworden und hat gesagt das da was nicht stimmt ich wog mit 12 Jahren gerade mal knappe 28 Kilo…(das war damals natürlich allen bereits klar aber es hat niemanden interessiert)ist aber ne andere Geschichte
ich musste dann einiges über mich ergehen lassen um an Gewicht zu zunehmen unter anderem sehr starke Spritzen die mich zum Essen hätten bringen sollen,nun ja hat alles nicht funktioniert und ich blieb weiterhin extrem untergewichtig
mit 17 Jahren war ich bereits 177cm groß und wog 49 Kilo,wurde stationär ins Krankenhaus eingewiesen wo ich knappe 3 Wochen war,damals bekam ich zum ersten Mal die Diagnose schwere Anorexie mitunter schwere Mangelernährung
ich hab aber auch im KH kein Gewicht zugenommen
mit circa 23 Jahren wog ich immernoch weniger als 50 Kilo
Von 22 bis 23 Jahren war auch die Phase wo ich wochenlang nur noch Fruchtsaft getrunken hab und sonst absolut gar nichts und das auch über 2 Wochen durchgehend

Leider kann ich dir nicht sagen was und warum es dann anders gekommen ist,denn ich weis es selber nicht
ich weis nur noch das es irgendwann in meinem Kopf KLICK gemacht hat und alles war anders
ich hab von einem Tag zum anderen angefangen langsam normal alles zu essen und irgendwann hatte ich das perfekte Gewicht von circa 70 Kilo mit dem ich voll und ganz glücklich war und vorallem gesund

also kann ich dir sagen man kann es schaffen und zwar auch wirklich endgültig aber es muss im Kopf ankommen sonst bringt alles nichts

x 2 #8


Wörtchen
@Sonja77

Das ist so lieb, dass du mir antwortest, vielen Dank. Auch, dass du mir das anbietest (ich merks mir vor!).

Das klingt wirklich schlimm bei dir. Unglaublich, wie du das alles bestritten und überlebt hast. Das ist so stark. Ich hab auch ne kptbs aber bei mir fing das mit dem Essen viel, viel später an. Ich glaube, KLICK hat es bei mir schon gemacht aber das "Langsam" macht mir Probleme. Ich wünschte, ich hätte das mit dem Essen langsam steigern können. Bei mir ist es von 0 auf 100. Aber heeeeey, alles ist besser als hungern.

Danke danke danke, dass du mir geantwortet hast.

x 1 #9


P
Zitat von Wörtchen:
Wie bekomme ich es hin, dass ich rationales Wissen und Gefühl zusammenbringe?

Tatsächlich in erster Linie durch Handlung. Also rausgehen in sommerlicher Kleidung.

Nach der Handlung, die dir suggeriert "ich bin ein Mensch, der kein Problem hat, sich dem Wetter entsprechend luftig zu kleiden", zieht das Gefühl nach.
Erst die Handlung, dann das Gefühl.
Nur mit Theorie kommt man nicht weiter.
Es ist wirklich so simple.

#10


Wörtchen
@Pauline333
Danke für deine Antwort.
Okay okay okay. Dann probier ich das morgen.

(PS: UND WENN ICH WIE EINE WURST AUSSEHE?)

#11


Wörtchen
@Pauline333
Vielen Dank für deine Antwort.
Ich mach das morgen. Ich schmeiß mich in meine schönste lockere Hose und dann kannste mich mal sehen... *HILFE*

x 1 #12


P
Zitat von Wörtchen:
@Pauline333 Vielen Dank für deine Antwort. Ich mach das morgen. Ich schmeiß mich in meine schönste lockere Hose und dann kannste mich mal sehen... ...

Ja, mach das, genau das. Und du wirst nicht wie eine Wurst aussehen. Du wirst aussehen, wie eine Frau, die kein Problem hat, das anzuziehen, was sie möchte.
Es wird Frauen geben, denen du damit Vorbild bist.

x 3 #13


E
Zitat von Wörtchen:
@Pauline333 Danke für deine Antwort. Okay okay okay. Dann probier ich das morgen. (PS: UND WENN ICH WIE EINE WURST AUSSEHE?)

Bist du noch Untergewichtig oder normal gewichtig oder übergewichtig, das habe ich noch nicht verstanden, ich finde es super, dass du den Mut hast deine Essstörung anzugehen, das ist eine sehr gute Entscheidung.

x 2 #14


boomerine
@Wörtchen
Ich hab mir gerade dein Profil ( Alter ) angesehen
Klar in dem Alter sieht man sich noch anders.
Man möchte gesehn und bewundert werden.
Ich kann dich was das äußere angeht verstehen.
Zuviel / zuwenig Gewicht.
Hat man zuwenig ist es nichts, heißt es iss mehr.....
Hat man zuviel, nimm ab.
Hattest du mal zuviel.
Nimmst ab, bleiben Makel zurück,
überschüssige Haut.
Ich kenne beide Seiten.
Die überschüssige Haut kann man trainieren.
Du bist noch in einem Alter wo das geht.
Das andere ist Kopfsache und das dauert.
Ich verdecke meine Beine ( Knie aufwärts bis zu den Oberschenkeln )
Enge Kleidung trag ich überhaupt nicht. Ich fühl mich nur wohl, wenn ich das überspielen kann.
Im Kopf ist es mittlerweile angekommen, hat lange genug gedauert.
Ich fühl mich so wohl, für mein Alter.
Du schaffst das, es dauert, du musst und sollst dich so annehmen wie du bist.

x 3 #15


Kruemel_68
@Wörtchen Das ist nicht dämlich, sondern ein Muster, dass Dir als Kind von Bezugspersonen eingepflanzt wurde. Das Thema dahinter ist fehlende Selbstliebe und ein überstarker, innerer Kritiker. Unsere Bezugspersonen haben das natürlich nicht absichtlich verursacht, sondern weil sie selbst mit Mustern kämpfen, die sie nie bearbeitet haben.

Bei mir war es z.B. mein übermächtiger Vater, der immer mit Liebesentzug strafte. Dadurch lernte ich als Kind sehr schnell, dass ich nicht so sein konnte, wie ich wollte, sondern so sein musste, wie mein Vater es wollte. Und da ich seine Vorstellungen nicht erfüllen konnte, war ich nie gut genug. Und bin es bis heute nicht.

Leider ist dieses Muster nicht so einfach zu bearbeiten, wie einige es hier geschrieben haben. Es wird nicht reichen, es einfach nur zu wagen und Dich dem auszusetzen. Daher ist dieses Thema ein guter Punkt, den Du mit in Deine anstehende Therapie nehmen und als Therapieziel formulieren kannst.

Mich hat es 6 Jahre Therapie gekostet, dieses Muster anzugehen und zumindest teilweise aufzulösen. Das ist tatsächlich möglich.

Der erste Schritt ist, es erst einmal zusammen mit dem Therapeuten dieses Muster zu erkennen, zu benennen und zu schauen, wo es im Alltag durchschlägt. Der zweite Schritt ist dann zu akzeptieren, dass es so ist. Dass man nicht zu blöd, zu unfähig oder dämlich ist, so zu sein wie andere. Dass es nicht die eigene Schuld ist. Und für den dritten Schritt reicht dann leider ein kognitiver Ansatz nicht mehr aus, sondern dazu braucht es den Körper. Ich mache eine Körper-Psychotherapie und da werden solche Dinge auch im Körper verankert. Sprich, man geht über den Atem oder über Wahrnehmungsübungen und lernt, sich wieder mit dem Körper zu verbinden, den Körper zu spüren und z.B. zu spüren, wie solche Dinge im Körper wirken. Man lernt, wieder Selbstvertrauen in sich und seinen Körper zu haben.

Und dann kommen solche spannenden Dinge, wie z.B. die Spiegelübung. Man muss sich eine Minute mit einem Handspiegel selbst in die Augen schauen und anschließend reflektieren, was das mit einem macht. Man lernt dann, sich wieder selbst mit Liebe und Verständnis anzuschauen. Oder sich auch mal vor einen Ganzkörperspiegel zu stellen und sich dabei immer wieder zu sagen, dass man gut ist, so wie man ist. Hört sich lustig an, ist aber recht heftig in der Auswirkung.

Lange Rede, kurzer Sinn – sieh das Thema nicht als gottgegeben an und geh es in Deiner Therapie an. Es braucht einen langen Atem, aber es ist machbar.

x 4 #16


Sentinel2003
Zitat von Wörtchen:
Hi zusammen, da isser also, der Sommer. Und ich könnte kotzen. Ich sehe kurvige oder mehrgewichtige Frauen draußen auf der Straße und noch nie in meinem Leben habe ich jemals über eine davon gedacht: "Boah, sieht die fett aus!", eher im Gegenteil. Ich finde eigentlich alle Frauen schön und finds toll, ...

Seitdem ich so übergewichtig bin, sehe ich fast nur noch sehr, sehr schlanker Männer und natürlich auch Frauen... 🤔

Vor allem diese "bauchfrei" Mode , vor allem bei jungen (?) Frauen...ich kann diese Mode echt nicht mehr sehen....

Gestern eine Frau gesehen, übertrieben gesagt: hoch wie breit...also, geschätzte 1.65 und 70 kilo...keine Ahnung, und, die hatte so eine gute Laune, trotz ihres "strammen" Körpers....

Seit ich so derat zugenommen habe, gucke ich mich nicht mehr im Spiegel an, und, wenn ich dann zufällig mich in einem Fenster unterwegs sehe oder keine Ahnung wo, und dann meinen "dicken" Körper, erschrecke ich mich jedes mal, warum ich so zugenommen habe! 🤨


Im übrigen habe ich auch noch nie so gedacht, wenn ich dicke Menschen sehe: Gott im Himmel, ist der/die fett! 😦

x 1 #17

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Sonja77
Zitat von Sentinel2003:
Seitdem ich so übergewichtig bin, sehe ich fast nur noch sehr, sehr schlanker Männer und natürlich auch Frauen... 🤔 Vor allem ...

Darf ich dich fragen ob es einen Auslöser oder bestimmten Grund für dein so „starken“zunehmens gibt?

bei mir ist der Grund ja die Medis die ich über circa 7 Jahre lang genommen hab,waren zwar immer wieder andere aber alles sehr starke neuroleptika die alle als dickmacher gelten,zum Teil nahm ich bis vier verschiedene solcher Tabletten pro Tag und nun bin auch ich stark übergewichtig
ich hoffe das mir das behilflich sein wird,nun ein wenig Gewicht zu verlieren da ich keine Medis mehr nehme…laut meiner Psychiaterin sollte ich wenigstens so circa 10 bis 15 Kilo abnehmen durch das weglassen der Medikation
mal sehen ob sie recht behält

x 1 #18


Sentinel2003
Zitat von Sonja77:
Darf ich dich fragen ob es einen Auslöser oder bestimmten Grund für dein so „starken“zunehmens gibt? bei mir ist der Grund ja die Medis die ich über circa 7 Jahre lang genommen hab,waren zwar immer wieder andere aber alles sehr starke neuroleptika die alle als dickmacher gelten,zum Teil nahm ich bis vier ...

Antidepressiva! Seit ich im Sommer 2011 mit dieser Tablette angefangen habe, habe ich fast nur noch zugenommen!
Ich hätte mal, seitdem ich strich Liste machen sollen, wieoft ich gefragt wurde, bzw. wie oft hinter 10 Ecken ich auf mein Gewicht angesprochen wurde!

Es vergeht seitdem , etwas übertrieben, fast nicht 1 Woche, wo ich mir ewas "anhören" lassen muß über meinen dicken Körper... 🤨😌😥😔

x 1 #19


Schlaflose
Zitat von Wörtchen:
(PS: UND WENN ICH WIE EINE WURST AUSSEHE?)

Das passiert, wenn man hautenge Sachen anzieht. Bei locker sitzenden Kleidungsstücken kann man das gut kaschieren. Ich kämpfe schon mein Leben lang mit Übergewicht, aber wie eine Wurst habe ich noch nie ausgesehen.

x 1 #20


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