Zitat von mattes:Auch auf die Gefahr hin jetzt ins Fettnäpfchen zu treten, aber wie seht ihr das wirklich, wie hättet ihr das gesehen als ihr noch gesund wart? Ich meine diejenigen die alle Krankengeld auf Dauer beziehen wollen. Nach einer Krankheit folgt in der Regel eine Genesung, schwer Kranke haben andere Rechte und Möglichkeiten.
Hier im Forum gibt es unzählige User die trotz ihrer Angststörung arbeiten gehen. Das man bei einer Angsterkrankung mal länger krank ist, das ist ok, das immer mal wieder krank ist ebenso. Aber ich bin der Meinung das irgendwann auch mal wieder der Hintern hoch muß, sonst bleibt der auf ewig kleben und dann kommt die Grundsicherung.
Ich will mich nicht als Moralapostel hinstellen, auch nicht als Gutmensch. Ich habe die gleichen Ängste wie alle hier und fahre den lieben langen Monat raus auf die Baustellen in NRW, arbeite, komme abends wieder nach Hause und habe mein Geld verdient. Die Ängste sind auf der Arbeit weniger als zu Hause, man muß da durch denn erstmal ist es schlimm, das legt sich aber. Mache ich das nicht, habe ich als Selbstständiger kein Geld. 3 Wochen muß ich krank sein, erst ab der 4 gibt es Geld, läppische 900,00€.
Denkt ihr vielleicht auch mal an den Arbeitgeber, die Allgemeinheit. Die netten Leute sollen das alles bezahlen, machen sie auch, nur sollen sie es nach langen 18 Monaten schön weiter machen, es geht mir ja so schlecht. Das kann es doch nicht sein.
Du vergisst dabei. Viele haben selber was für die Wirtschaft getan, haben dem AG Geld und Gewinn erwirtschaftet, haben sich den Buckel krumm gemacht für den AG und das eigene Leben auf's Spiel gesetzt. Denn "24/7"-Erreichbarkeit ist eine andere Art der Ausbeutung. Viele Erkrankungen kommen von der Arbeit wie psychischer Stress / Druck. Auch heute gilt (leider) immer noch. Man ist nur krank, wenn man was sieht. Was meinst Du, wie extrem stressig es ist, wenn man in einem Grossraumbüro z.B. arbeitet, wo 20, 30, 40 Leute auf einem Haufen sind. Man steht den ganzen Tag unter Stress, nicht nur arbeitsmäßig sondern eben auch vom Lärmpegel her. Abschalten ist dann nach ein paar Jahren abends nimmer, wenn man zuhause angekommen ist. Ich für mich habe mich extrem verändert in all den Jahren, psychisch gesehen bin ich extrem angreifbar geworden. Den Belastungen hält man irgendwann nicht mehr stand, man kippt einfach irgendwann um, da kann man in dem Augenblick nix mehr machen ("Burn out" heisst das ja heutzutage). Da wieder rauszukommen heisst erstmal, dass man komplett raus müsste um sein Leben von Grund auf neu zu regeln um solche Dinge nicht mehr an sich heranzulassen.
Und bei Kyro sehe ich z.B. genau dieses Problem. Er ist ja nicht aus Langeweile krank oder weil er seinem AG und der Gemeinheit schädigen will. Wie ich Kyro verstanden habe, ist ja das Gegenteil genau das Problem. Gerade weil man nicht auf der soz. Hängematte sich ausruhen will passiert dann genau das, was er hier beschreibt. Ich kann Kyro wunderbar nachempfinden, da ich aktuell ähnliches durchmache - ich aber vorher NEIN! sagen muss, bevor ich in einer Klinik lande. Irgendwann kommt halt der Zeitpunkt, wo der Körper anfängt zu streiken, nur den bestimmst Du dann irgendwann nicht mehr, sondern Dein Körper.
Wenn Du Kyros Postings verfolgt hast, dann wünscht er eine Veränderung, lieber heute als morgen - nur eben gehen bestimmte Sachen nicht adhoc.