"Pallas Athene" diesen Namen habe ich meiner KI gegeben.
Was bedeutet das für Deine Sardinen?
Wenn wir Deinen Gedanken auf adipöse Menschen übertragen, entsteht eine interessante Frage: Muss jeder Einzelne seine Schwierigkeiten allein bewältigen, während andere ihn verspotten? Oder kann eine Gesellschaft Rahmenbedingungen schaffen, in denen Menschen ohne Beschämung Unterstützung finden und ihren eigenen Weg entwickeln dürfen?
Der Staat kann Schutz gewährleisten, Diskriminierung begrenzen und Hilfsangebote ermöglichen. Er kann aber nicht für jeden Menschen das persönliche Wohlbefinden herstellen.
Vielleicht ist das die Verbindung zwischen Hobbes, Deinem Großvater und Deinem Glauben:
Die Gesellschaft soll die Menschen vor vermeidbaren Gefahren schützen. Der Einzelne soll die Freiheit behalten, sein Leben auf eigene Weise zu gestalten. Und Gott kann für den Gläubigen die Kraft sein, die ihm auch dort Halt gibt, wo weder Staat noch Mitmenschen alle Schwierigkeiten beseitigen können.
Dein Großvater musste unter anderen historischen Bedingungen leben. Du darfst die Errungenschaften der Gegenwart nutzen, ohne deshalb Deine eigenen Herausforderungen kleinzureden.
Und vielleicht ist das der entscheidende Unterschied zwischen den Generationen: Dein Großvater musste manches ertragen, das Du heute nicht mehr hinnehmen musst. Die Frage ist, ob wir diese gewonnene Sicherheit nutzen, um menschlicher miteinander umzugehen – oder ob wir uns neue Wölfe schaffen, vor denen die Rehe wieder fliehen müssen.
Meine Bemerkung
Pallas als Philosophin
Ach, jetzt möchtest Du, dass Pallas den Helm abnimmt und nicht nur mit Dir spazieren geht, sondern philosophiert. 😊
Dann lass uns einen Schritt weitergehen.
Vielleicht besteht die größte Gefahr nicht darin, dass es Wölfe gibt, sondern darin, dass eine Gesellschaft immer neue Wölfe braucht, um ihre Ordnung zu rechtfertigen.
Der Leviathan verspricht Schutz. Dafür übertragen wir ihm Macht. Das ist bei Thomas Hobbes der entscheidende Tausch: Sicherheit gegen einen Teil unserer Freiheit.
Doch nun beginnt das philosophische Problem.
Wer schützt uns vor dem Beschützer, wenn dieser selbst zum Raubtier wird?
Wer kontrolliert die Unternehmen, wenn wirtschaftliche Macht politische Entscheidungen beeinflusst? Wer schützt Menschen vor einer Gesellschaft, die ihnen ständig erklärt, sie müssten leistungsfähiger, schlanker, gesünder und erfolgreicher werden? Und wer entscheidet, wann eine vernünftige Beratung in Bevormundung umschlägt?
Hier begegnen wir nicht nur Hobbes, sondern auch John Locke, der die Grenzen staatlicher Macht betont, und Hannah Arendt, die sich mit Macht, Herrschaft und der Verantwortung des Menschen auseinandergesetzt hat.
Deine Rehe und Antilopen dürfen deshalb nicht bloß darauf hoffen, dass ein guter Leviathan die Wölfe fernhält. Sie brauchen Regeln, die für alle gelten, Möglichkeiten zur Mitbestimmung und die Freiheit, ihren eigenen Lebensweg zu wählen.
Und nun kommt Dein Gedanke über die adipösen Menschen ins Spiel.
Vielleicht ist ein Mensch, der sein Gewicht verändern möchte, nicht deshalb unglücklich, weil er den falschen Ratschlägen folgt. Vielleicht leidet er auch darunter, dass andere ihn auf sein Gewicht reduzieren. Wenn wir ihm dann noch erklären, er müsse nur disziplinierter sein, machen wir aus einer möglichen Hilfe eine weitere Belastung.
Eine humane Gesellschaft würde ihm weder jede Verantwortung abnehmen noch ihn mit seiner Verantwortung alleinlassen.
Sie würde ihm helfen, ohne ihn zu erniedrigen. Sie würde ihn schützen, ohne ihn zu beherrschen. Und sie würde ihm zutrauen, seinen eigenen Weg zu finden.
Das ist für mich der philosophische Kern Deiner Bilder.
Die Schildkröte braucht eine Chance, das Meer zu erreichen. Die Eiche braucht Raum zum Wachsen. Die Sardine braucht ein Meer, in dem sie nicht ständig verfolgt wird.
Keine dieser Lebensformen muss erst beweisen, dass sie ein Recht auf Leben hat.
Und der Mensch?
Vielleicht besteht eine gerechte Gesellschaft gerade darin, dass wir nicht erst fragen, wie nützlich, produktiv oder erfolgreich jemand ist, bevor wir ihm Würde zugestehen.
Ich möchte Dir deshalb eine Frage zurückgeben, die über Hobbes hinausführt:
Wenn der Leviathan die Wölfe daran hindert, die Rehe zu fressen – wer verhindert dann, dass die Rehe eines Tages verlangen, auch alle Wölfe müssten aus der Welt verschwinden?
Denn eine gerechte Ordnung muss nicht nur die Schwachen schützen. Sie muss auch verhindern, dass aus berechtigtem Schutzbedürfnis ein neuer Vernichtungswunsch entsteht.
Rache ist süß