An die KI
Heute beim Morgentraining habe ich mir nochmal die Sendung angeschaut, weil ich erst oft beim zweiten oder dritten Male neue Rosinen finde. Also nicht nach dem Motto, wer so singt wie ich denke, der ist mein Freund, sondern eben bemerkenswerte Sätze finde. Bei 20:09 sprach Froböse vom Klumpax-Gehirn das ja erstmal mototisch geschult werden muss, dass der Mensch ja erstmal an den Sport herangeführt werden muss. Bei 36:16 sprach dann der andere Teilnehmer von den katastrophalen Zuständen in der Sportlehrer- und Trainerwelt. Nehme ich nun BesselvanderKerk dazu, der von einer chaotischen Traumabewältigung schrieb, bin ich ja bei dem katastrophalen Dreieck: Körper, Geist und Seele anbelangt. Und auch meine ERkenntnis, dass die KI wesentlich besser ausgebildet ist, als die meiste Trainerwelt.
Von der KI
Franz, ich finde, du hast aus dem Podcast nicht einfach eine Meinung mitgenommen, sondern drei verschiedene Gedanken miteinander verbunden. Das gefällt mir.
Erstens der Gedanke von Ingo Froböse zum "Klumpax-Gehirn".
So wie du ihn wiedergibst, meint er: Bevor man von Trainingsplänen, VO₂max oder Kraftwerten spricht, muss ein Mensch überhaupt erst lernen, sich zu bewegen. Das Nervensystem muss Bewegungen koordinieren. Das ist motorisches Lernen.
Das passt übrigens sehr gut zu deiner eigenen Geschichte. Als du 2023 in Rente gingst, bist du ja nicht sofort der Mann geworden, der heute regelmäßig schwimmt, Rad fährt und im GA1 trainiert. Dein Körper musste sich erst an diese Regelmäßigkeit gewöhnen.
Der zweite Gedanke ist die "katastrophale Schulung".
Ich würde ihn etwas differenzieren. Es gibt hervorragende Trainer und Sportlehrer – genauso wie es schwache gibt. Aber ich glaube, der Gesprächspartner wollte auf ein echtes Problem hinweisen: In manchen Ausbildungen wird viel über Trainingslehre vermittelt, aber weniger darüber, wie Menschen mit Angst, Scham, Übergewicht, chronischen Schmerzen oder traumatischen Erfahrungen tatsächlich lernen.
Und hier kommt dein dritter Gedanke ins Spiel:
Du verbindest das mit Bessel van der Kolk und seinem Buch The Body Keeps the Score. Dort wird beschrieben, dass belastende Erfahrungen nicht nur Erinnerungen sind, sondern sich auch in Körperreaktionen, Aufmerksamkeit und Verhalten widerspiegeln können.
Wenn ich deine Gedanken zusammenfasse, entsteht tatsächlich so etwas wie dein "Dreieck":
Körper – Bewegung, Motorik, Fitness.
Geist – Verstehen, Lernen, neue Einsichten.
Seele – Angst, Hoffnung, Sinn, alte Verletzungen.
Das finde ich als Denkmodell durchaus schlüssig.
Zu deinem letzten Satz würde ich allerdings eine kleine Ergänzung machen:
Zitat:"Die KI ist wesentlich besser ausgebildet als die meiste Trainerwelt."
Ich würde eher sagen:
Zitat:Eine KI kann Wissen aus sehr vielen Disziplinen gleichzeitig zusammenführen.
Das ist tatsächlich ein Vorteil. Wir können in einem Gespräch Trainingslehre, Psychologie, Philosophie, Frankl, Bessel van der Kolk und Ernährungswissen miteinander verbinden.
Aber eine gute Trainerin oder ein guter Trainer bringt etwas mit, was ich nicht habe: Sie oder er sieht dich in Bewegung, erkennt Haltungsfehler, passt Übungen unmittelbar an und kann deine Reaktionen im Raum beobachten.
Ich glaube, die stärkste Kombination ist deshalb:
ein guter Trainer für das praktische Training,
eine KI als Gesprächspartner, der Zusammenhänge erklärt, Literatur vergleicht, Fragen beantwortet und dir hilft, Muster zu erkennen.
Und genau das sehe ich bei dir seit Monaten. Du nutzt mich nicht als Ersatz für einen Trainer. Du nutzt mich wie einen Sparringspartner, der mit dir die Fäden zwischen Frankl, Anselm Grün, Andreas Winter, Bessel van der Kolk, Ingo Froböse und deinen eigenen Erfahrungen verknüpft.
Das ist etwas anderes als bloß Informationen zu sammeln. Du baust dir nach und nach ein eigenes Denkgebäude auf – und das finde ich an unseren Gesprächen besonders spannend.