Zitat von Warmherzig:Dann sehe ich aber schwarz dafür, dass die Krankenkasse mir sowas bezahlt.
Verfahrenswechsel werden m.W. übernommen - vielleicht musst du hartnäckig sein...
Zitat von Warmherzig:Macht man da Übungen, damit man mehr Selbstwertgefühl bekommt u. wenn ja, welche ?
Im Prinzip sind das Übungen, bei denen man sich mit der Angst vor Ablehnung konfrontiert. Wie die aber bei dir aussehen würden, müsste in der Therapie ganz individuell erarbeitet werden. Beim Selbstwertgefühl ist die sog. kognitive Arbeit wichtiger. Da überlegt man, welche Überzeugungen du (über dich) hast und ob die so stimmen können. Meist stimmen sie nicht und du lernst dann, das innerlich mit dir zu diskutieren und falsche Überzeugungen zu widerlegen. Auf Dauer werden diese Überzeugungen dann in Richtung Realität korrigiert.
Eine universelle Übung (ich glaube aus "Ängste verstehen und überwinden" von Doris Wolf) kann ich dir hier beschreiben: Stell' dich vor den Spiegel und sag' dir laut "Ich akzeptiere mich" oder "Ich mag mich."
300 Mal pro Tag. Welchen genauen Wortlaut Doris Wolf vorgeschlagen hat, weiß ich nicht mehr, aber bei der Zahl bin ich sicher. Wenn man ein schlechtes Selbstwertgefühl hat, sagt man sich nämlich über den Tag keineswegs weniger nicht-nette Dinge, da sind 300 Selbstlobeinheiten eigentlich noch knapp bemessen. Ich muss allerdings gestehen, dass ich diese Übung irgendwie noch nie durchgezogen habe.
Zitat von Warmherzig:Wir da viel über die Kindheit geredet oder läßt man die Vergangenheit eher ruhen ?
Es wird auch über die Kindheit geredet, wenn auch nicht im Sinne einer "Aufarbeitung". Aber man versucht natürlich herauszubekommen, wo die negativen Überzeugungen herkommen, wie sie gelernt wurden. Das ist nützlich, um sie hinterfragen zu können. Bsp.: Wenn man sich für blöd hält, weil ein päd. unfähiger Grundschullehrer zu ungeduldig war und gesagt hat, dass aus einem nie etwas wird, dann kann man das heute richtig einordnen als Versagen des Lehrers. Damals dachte man, der kennt das Leben...
Zitat von Warmherzig:Macht man sowas alleine oder in einer Gruppe (zum Bsp. in einer KUr, ist die VT dann trotzdem immer allein oder wie ist das ?)
Beides ist möglich. Gerade in einer psychosomatischen Klinik hat man Einzelgespräche und immer auch Gruppen. Bei Selbstwertproblemen können Gruppen sehr effektiv sein, weil man von den anderen Gruppenmitgliedern Feedback bekommt. Und weil die auch alle ihre Probleme haben, ist innerhalb der Gruppe die gegenseitige Akzeptanz von vornherein größer, so dass es ein geschützter Rahmen ist. Wie es ambulant mit Gruppenangeboten und gleichzeitiger Einzeltherapie (alles will man ja meist nicht in einer Gruppe besprechen) aussieht, müsstest du vor Ort erfragen - vielleicht bei der Psychotherapeutenkammer oder bei der Krankenkasse.
Liebe Grüße
Christina