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Hallo,

am Sonntag war ich bei meinen Eltern zu Besuch. Meine Mutter hatte Geburtstag und wir hatten vor mittags zum Chinesen esssen zu gehen. Ich muss dazu sagen, ich habe eine Sozialphobie und Depressionen und Panikattacken.

Auf den Restaurantbesuch hatte ich mich sogar gefreut, Panikattacken hatte ich schon länger nicht mehr.

Aber als ich bei meinen Eltern ankam, erzählten sie mir, meine Tante und mein Onkel würden später noch kommen. Oh, Schreck, da kam schon wieder leichte Angst auf, aber da musste ich durch.

Das Essen war lecker, ich habe keinen Anflug von Angst gehabt, so weit so gut, aber ich war ein bisschen besorgt was später noch passieren würde.

Was dann geschah, war einfach verblüffend, beim Klingelton habe ich noch ein ungutes Gefühl gehabt, aber dann war die Angst wie weggeblasen.

Ich muss dazu sagen, dass ich schon als Kind Probleme hatte bei Familienfeiern, ich hatte Angst was zu sagen und Schweißausbrüche und Panik dabei.

Später habe ich die Treffen nicht völlig gemieden, bin aber auch nicht immer hingegangen. Diese Angst war immer da, mal mehr und mal weniger, das hatte sich über die Jahre nicht geändert.

Deshalb bin ich jetzt positiv überrascht, dass ich bei diesem Treffen keine Angst mehr hatte, nur vorher war sie da. Ich konnte mich so locker mit ihnen unterhalten wie noch nie. Das hätte ich echt nicht gedacht.

Ich nehme allerdings seit etwas über einem Jahr Citalopram 20 mg. Jetzt frage ich mich, ob ich meine Sozialphobie durch Konfrontationen irgentwann mal ganz besiegen könnte, obwohl ich diese Probleme schon mein ganzes Leben lang habe (bin 46).

27.02.2012 19:45 • 27.02.2012 #1


2 Antworten ↓


Hallo ängstliche Katze,

Zitat:
Aber als ich bei meinen Eltern ankam, erzählten sie mir, meine Tante und mein Onkel würden später noch kommen. Oh, Schreck, da kam schon wieder leichte Angst auf, aber da musste ich durch.


Sind es bei Dir ängstliche Gedanken um unvorhersehbare Situationen ?
Etwas nicht unter Kontrolle haben oder abschätzen können ?

Ich habe oft Probleme, einen Gesprächsfaden zu finden und an dem oberflächlichen Blablabla Diskussionen zu führen, die unnütz sind, der Vermeidung von Sprechpausen und Unsicherheit dienen und sehr schnell in Vergessenheit geraten oder wo ein bestimmter gesellschaftlicher Status ach so wichtig ist (vgl. Eric Berne, Spiele der Erwachsenen: Meins ist besser als Deins oder Thomas A. Harris: Ich bin o.k. / Du bist o.k. - Transaktionsanalyse).

Es gibt bei mir Situationen, wo ich super kommunizieren kann und mich das in keinster Weise anstrengt oder nervt, sondern eher anregt und freut.

Dann kommen aber auch Nebensächlichkeiten, eine sture Sitzordnung dazu, Namensschildchen, gefaltete Servietten, so richtig schön am Menschen und am Eigentlichen vorbei ... (kotz)

Also, daß sind so meine Erfahrungen.

Bei meinem Vater heißt es seit einiger Zeit: Ruf an, wenn Dir danach ist - darauf kann ich mich gut einlassen. Da habe ich mittlerweile einiges erreicht. Ich durfte und konnte ihm ja nie etwas abschlagen / verneinen / schuldig sein.
Das war eine lange und harte Arbeit, doch die hat sich gelohnt.

Gruß
Dirk

27.02.2012 23:04 • #2


Zitat von Dirk aus Bonn:
Hallo ängstliche Katze,

Zitat:
Aber als ich bei meinen Eltern ankam, erzählten sie mir, meine Tante und mein Onkel würden später noch kommen. Oh, Schreck, da kam schon wieder leichte Angst auf, aber da musste ich durch.


Sind es bei Dir ängstliche Gedanken um unvorhersehbare Situationen ?
Etwas nicht unter Kontrolle haben oder abschätzen können ?

Ich habe oft Probleme, einen Gesprächsfaden zu finden und an dem oberflächlichen Blablabla Diskussionen zu führen, die unnütz sind, der Vermeidung von Sprechpausen und Unsicherheit dienen und sehr schnell in Vergessenheit geraten oder wo ein bestimmter gesellschaftlicher Status ach so wichtig ist (vgl. Eric Berne, Spiele der Erwachsenen: Meins ist besser als Deins oder Thomas A. Harris: Ich bin o.k. / Du bist o.k. - Transaktionsanalyse).

Es gibt bei mir Situationen, wo ich super kommunizieren kann und mich das in keinster Weise anstrengt oder nervt, sondern eher anregt und freut.

Dann kommen aber auch Nebensächlichkeiten, eine sture Sitzordnung dazu, Namensschildchen, gefaltete Servietten, so richtig schön am Menschen und am Eigentlichen vorbei ... (kotz)

Also, daß sind so meine Erfahrungen.

Bei meinem Vater heißt es seit einiger Zeit: Ruf an, wenn Dir danach ist - darauf kann ich mich gut einlassen. Da habe ich mittlerweile einiges erreicht. Ich durfte und konnte ihm ja nie etwas abschlagen / verneinen / schuldig sein.
Das war eine lange und harte Arbeit, doch die hat sich gelohnt.

Gruß
Dirk


Hallo Dirk,

ja, ich habe oft Angst vor unvorhersehbaren Situationen, ich plane immer alles sehr genau. Wenn dann irgendwas dazwischen kommt, kommt die Panik.

Ich habe oft Angst ausgefragt zu werden, zu viel von mir preisgeben zu müssen, mit anderen verglichen zu werden. Selbst würde ich andere Menschen auch nicht über persönliche Dinge ausfragen, ich würde immer warten, bis derjenige selbst was erzählt. Ich unterhalte mich auch lieber über ernste Themen als über Unwichtigeres.

Wenn mich ein Thema nicht interessiert, bin ich auch schnell gelangweilt. Wenn ich dann eine längere Zeit nichts gesagt habe, kommt bei mir dann aber Panik. Dann habe ich schnell das Gefühl ausgeschlossen zu sein. Mir sind die Unterhaltungen auch oft zu laut, das verstärtkt dann die Angst noch zusätzlich.

Diese Familientreffen sind oft ein einziges Geschreie

Was ich auch überhaupt nicht verstehe ist, wenn jemand sich selbst beweihräuchert bäääh , fürchterlich

viele Grüße, ängstlicheKatze

27.02.2012 23:42 • #3