Zitat von mugedu:Ich häng mich jetzt einfach mal hier rein.
Honeypie, ist das Dein Ernst? Wenn ja, ist das denn nicht ein bißchen oberflächlich gedacht? Ich kenn jemanden, der hatte eine Scheidung hinter sich, wirklich böse Geschichte. Ist damals mit Baby und einer Reisetasche abgehauen, zu Bekannten ca. 700km weg, die waren schon beide sehr alt- keime Familie. Hat sich nach ein paar Wochen dann dort eine kleine Wohnung gesucht. Völlig fertig mit der Welt, kannte keinen... Rausgehen war erst mal psychisch gar nicht drin, Geld fehlte, ein Babysitter auch. Für Fremde stellt es sich genau so dar: keine Familie, keine Freunde, lebt völlig zurüchgezogen und alleine. Spricht vielleicht auch nicht sonderlich viel. Wenn sich das ganze jetzt in einer kleineren Ortschaft abspielt hat derjenige verloren. der kommt nie wieder in richtig auf die Beine, wenn alle so denken. Als komisch abgestempelt...
Das ist keine Kritik, jeder darf seine Meinung haben und die darf auch sein. Aber vielleicht sollte man manchmal mehr Geduld haben, bevor man ein Urteil über haben/nicht haben wollen fällt.
Und noch ein Gedanke zu den einsamen Abenden und Wochenenden:
"rausgehen und was unternehmen" ist sicher die einzige Möglichkeit, was zu ändern. Aber wenn jemand das kann, ist er auch schon fast gesund. Für jemanden, der schüchtern und voller Selbstzweifel ist, ist das ein sehr sehr schwerer Weg. Würde ich jetzt sagen, "heut geh ich raus und versuche, Spaß zu haben," würde es so ablaufen:
1. Große Überlegung: Ich wohne zwar in der Nähe von Berlin, aber wo geht man hin mit 40, weiblich, alleine, was nicht viel kostet?
2. Was tut man, wenn man da ist? sich hinsetzen, dumm gucken, sich von oben bis unten anglotzen lassen? Oder eine größere Veranstaltung, wo man nicht so auffällt? Und dann? Selbst eine Single - Party ist nicht so einfach für Menschen, die aufgrund Krankheit, Erfahrung oder Angst und Unsicherheit schlicht und einfach am Boden liegen. Zumal es viele Nicht-Singles gibt, die sich auch so fühlen.
Ich bin verheiratet, bekomme auch EU -Rente, wir haben ein Haus zur Miete. Die Kinder zwar noch zu Hause, aber groß. Familie besteht aus einer Oma, 300 km weg. Ich bin wahrscheinlich einer der einsamsten Menschen überhaupt. Jeden Tag.
Wen sonst würde man am Sonntag nachmittag hier finden...
Moment mal, nicht zu schnell beurteilen, ja? Vielleicht habe ich mich nicht richtig ausgedrückt. Ich selbst beurteile niemanden, da ich selbst einsam bin und kaum Kontakte habe.
Es ist jedoch eine Tatsache, dass solche Menschen wie mich oder andere einsame Menschen hier im Forum komisch rüberkommen. Die Mehrheit (nicht ich!!) denkt leider so. Hat man viele Freunde, sieht man gut aus, zieht man Leute automatisch an. Das ist ein Gesetz, das nicht von mir erfunden ist. Hat man Geld, bekommt man mehr... Ist man oben, bekommt man Hilfe, damit man noch höher steigt.
Hat man keine Freunde, findet man nur schwer welche. Alle denken gleich, dass etwas nicht in Ordnung ist, weil die Person niemanden hat. Hat man kaum Geld, gibt es immer einen Weg, wie einem das Geld aus der Tasche genommen wird... Liegt man am Boden, lässt sich eher einer finden, der auf einen tritt als jemanden, der einem hilft... So einfach ist das.
Ausgehen ist nicht einfach, das weiß ich auch. Man weiß einfach nicht wohin, man kennt niemanden... nur ich denke, dass wenn man sich nicht selbst helfen kann oder es zumindest nicht versucht, wie kann man Hilfe von anderen erwarten??