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PQhope2023
Ich wollte hier einen längeren Beitrag schreiben über meine Ex-Bekannte. Ich habe endlich beschlossen, das abzuhaken, so schlimm und bitter es auch ist, ohne Frieden mit ihr, und nach vorne zu sehen. Beim Schreiben merkte ich: Nein, das gehört hier nicht breitgetreten. Es frustriert mich momentan einfach nur; auch, stärker darüber nachzudenken.

Manche Dinge schlagen bei mir so ins Kontor, ich habe nicht die Kapazität, alles zu verarbeiten. Geht einfach nicht. Ich muss schauen, was mit mir ist. Warum ich immer wieder denke, ich bin nicht liebenswert - dafür jedoch extrem liebesbedürftig - und nicht so richtig der Mann, der ich gerne wäre. Ha, das ist die Untertreibung des Jahres.

Der Konflikt mit dieser Frau rührt aus dieser Richtung. Fehlende Selbstliebe. Du stehst selten dazu, wenn du fühlst, was du fühlst. DAS ist das Symptom. Ich habe mir diese Frau nicht wirklich zugetraut. Konnte aber dennoch nicht meine Finger von ihr lassen, im übertragenen Sinn. Auch im wortwörtlichen.
Wow, sie zu berühren, das war ... wie sich auf einem anderen, besseren Planeten befinden. Und ich verglühe als Meteorit ohne Leuchtspur in deiner Atmosphäre. Habe ich das nicht schon mal geschrieben?
Das mit dem ohne Leuchtspur ist wichtig.

Es gibt in den Liebesverwirrungen wenig Licht. Eher emotionales Chaos.
Wir müssen das Licht in uns selbst finden. Sonst bleibt alles im Schatten.

12.06.2024 14:05 • x 2 #221


PQhope2023
Letzte Nacht hatte ich wieder einen meiner typischen Träume, wie sie alle paar Wochen (oder eher alle 1-2 Monate?) vorkommen. Na, vielleicht doch seltener. Ich setze mal besser einen Trigger, weil es (wieder mal) um das Thema Nummer 1 geht.
Trigger

Ich oder wir bin/sind in irgendeiner Art Jugendherberge oder Sporthotel?. Eigentlich ist mir die Umgebung und das Ambiente diffus. Jedenfalls lerne ich dort zusammenhangslos eine Frau kennen. Das einzig Relevante in dem Traum ist, dass ich mich mit ihr wohl fühle, wir füreinander grundlos ein Lächeln übrig haben und der Tag irgendwie schön und leicht ist. Leicht für meine Verhältnisse. Ohne dass viel passiert zwischen uns.
Ich reise ab oder habe einen Termin; und ich kehre außerplanmäßig zu dieser Unterkunft zurück. Einzig, um sie zu sehen. Kein Abenteuer, sondern: Ich folge meinem Gefühl ...
Es ist eine beinahe Fremde, und doch lege ich mich einfach neben sie - sie macht gerade eine Pause im Liegen auf dem Sofa?. Es ist kein allzu privater Moment. Also ich bin nicht in ihr Schlafzimmer gedrungen, es ist eher eine Art Aufenthaltsraum, wo man sich ungezwungen gibt und halbprivat, halb-öffentlich ist. Was mir sehr angenehm ist. Es ist assoziiert mit Freiheit und einfach so-Sein.
Jedenfalls stütze ich mich dann mit meinen Ellbogen über ihr ab. Bin ihr viel zu nah. Sie protestiert nicht, im Gegenteil, es scheint ihr zu gefallen, dass ich zurückgekehrt und so dreist bin, solche Nähe zu ihr zu suchen, ungefragt. Die Verbindung ist größer, wenn man in geringer Distanz miteinander spricht. Es ist mir egal, wenn ich damit gegen die Konventionen verstoße; es fühlt sich schön und beinahe richtig an. Man beachte das beinahe!
Es ist der passende Moment: Wir küssen uns. Eher ich sie. Sie erwidert den Kuss, wundervollerweise; und doch ist in mir eine kleine Enttäuschung, dieses geringfügige Beigefühl, dass es nichts Exklusives zwischen ihr und mir ist, sondern wir Lust aufs Küssen haben - es also eine Spur unpersönlich ist. - So geht es mir häufiger, es ist mir fast egal, mit wem ich nachts kuschele, Hauptsache, sie hat ein bisschen Lust auf mich und mag den Kontakt. - - -
Am Morgen danach bin ich von ihr getrennt. Ich bin ein bisschen in Panik, dass mir das mit ihr hat passieren können; fühle die läuternde Frische des Tages und eine Mischung aus Sehnsucht nach ihr und gleichzeitigem Aufwachen, dass wir einander ja immer noch fremd sind; ich habe weder ihre Kontaktdaten noch weiß ich ihren Namen.
Und doch ist beim Aufwachen vor allem die Sehnsucht oder Gier präsent, die aus dem Traum spricht. Einfach mal diesen Gefühlen und Andeutungen, die ich häufiger bis ständig habe, nachzugehen. Statt immer nur im Kopf und in der Hoffnung zu leben.
Das Entscheidende scheint mir also dieser Knackpunkt: Was passiert, wenn ich statt zu zögern und mit meinem schlechten Gewissen befasst zu sein, mit meiner Scheu vor mir selbst, einfach jemanden küsse? Wenn ich diesen spontanen und unkontrollierten Impulsen folgen würde, wäre das a gut und b würde es mich ändern?
Am Ende fühlt es sich wie eine Flucht vor mir selber an. Erinnert mich an Kafkas Romane, auffallend. Da ist es auch stets das Natürlichste, dass die Hauptfigur sich mit Frauen einlässt. Und gleichzeitig eine schädliche oder jedenfalls nicht gerade positive Ablenkung. Etwas, was einen aus der Spur bringt, einen vom Eigentlichen abbringt und zurückwirft in den wichtigen Dingen.

21.06.2024 10:03 • x 2 #222


A


Tagebuch-Notizen aus meinem bescheidenen Leben

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PQhope2023
Ich fühle mich etwas k.o. und eigentlich übermüdet, vielleicht lege ich mich besser gleich noch mal hin. Es ist ja Sonntag. Der Tag, an dem ich meinen Schlafentzug der Woche(?) oder meine Mattigkeit, meine depressionsbedingte Abgespanntheit(?) am häufigsten(?) zu kompensieren suche(?). Die Fragezeichen zeigen an, das ich dazu fragen wollte: Ist es so? Ich hätte auch schreiben können: Am Sonntag hänge ich oft am meisten durch. Und ich kann so lange schlafen, wie ich will, beim Aufwachen fühle ich mich eher nicht erholt, sondern müde. Oder ich müsste mal drei Tage und Nächte durchschlafen. Draußen übrigens endlich schönes, irgendwie friedliches Wetter, das ein bisschen brach liegt, weil ich kaum rausgehe.

Was jetzt kommt, ist ein Beinahe-Trigger-Thema. Es geht um körperliche Nähe. Ich hoffe, für den, der das hier warum-auch-immer lesen sollte, nicht störend/irritierend.

Gestern jedenfalls traf ich mich mit meinem Kuscheldate. Ich komme gleich auf das Wesentliche: Irgendwas stimmt mit mir nicht.

Sie setzte sich zu mir aufs Sofa und schmiss sich an mich ran, ein wenig lachend mich fragend, ob das okay wäre, wenn sie sich so ranwirft an mich; sie legte ihren Kopf direkt an meine Schulter und meine Brust, war mir von null auf hundert gleich sehr nah, und ich dachte bloß: Jaaaaa. Go for it. Nur zu! Gleichzeitig wurde ich nervös. Ich hätte es ihr sagen sollen: Ich liebe es, wie du dich ranschmeißt. Doch vor lauter Endorphinen ist das fast ein kleiner Schock für mich. Vielleicht fangen wir langsamer an; nur um das klarzustellen, wir fangen langsam an, damit du mir möglichst nah kommst ... ich muss mich nur ein bisschen eingewöhnen.
Da gibt es überhaupt kein Vertun, ich mag ihre Nähe. Der erste Punkt, was mit mir nicht stimmt: Ich bin ein Junkie für Zärtlichkeit. Völlig egal, wer es ist - vorzugsweise eine Frau, sonst erscheint es mir eher sonderbar - , ich lasse mich extrem gerne berühren. Eigentlich ist es mir egal, mit wem ich Hautkontakt habe, solange es zärtlich und achtsam ist.

In L. bin ich, glaube ich, längst körperverliebt. Ein bisschen zumindest. Sie kann nichts falsch machen, ist mein Eindruck.
Gestern kam es dazu, dass wir viel miteinander redeten und die meiste Zeit über ging meine Nervosität nicht ganz weg. Ich hatte den Konflikt: Wir haben was zu bereden, das sollte nicht wegfallen. Gleichzeitig hätte ich sie noch viel mehr genießen wollen. Ich wusste, dass auch sie gerne mehr Kontakt hat. Zumindest ist das das, was sie sehr häufig sagt, dass sie den Hautkontakt sucht und mag.

Also hatte ich beim Reden das Gefühl, wir kuscheln zu wenig, und beim Kuscheln das Gefühl, wir müssten doch erst reden. Außerdem kann und darf ich doch nicht so gierig sein. Das ist die Hauptstörung.

Ich hatte vorher eine Stunde lang aufgeräumt, war noch mal duschen gegangen, hatte mir die Fingernägel nachgeschnitten und ein halbes Dutzend anderer Sachen gemacht. Bin da viel zu sehr in Stress geraten. Mir war zu warm und ich hatte Sorge, zu sehr zu schwitzen. Saß dann zehn Minuten auf dem Balkon, ohne T-Shirt, das half ein bisschen. Ich war definitiv ein wenig aufgeregt und nervös; und es war weniger ihretwegen, also nicht, weil ich Sorge wegen ihrer Reaktion hatte, sondern, weil ich so begierig danach war. Ich komme mir zu bedürftig vor. Das ist der Punkt. Das ist der Hauptpunkt.
Schon wie ich ein paar Stunden zuvor sie angerufen hatte. Wäre ich ganz offen und ehrlich gewesen, hätte ich ihr sagen müssen: Komm bitte vorbei, ich sehne mich nach dir.

Es fängt schon an, dass ich zumindest ein wenig körperverliebt in sie bin. Ihre Figur ist gar nicht perfekt, wobei sie durchaus auch hübsch ist. Sie hat schöne Hände (und Füße), sie sieht völlig okay aus. Ich wollte sie noch näher haben, als sie es ohnehin schon war. Dieses Gefühl hatte ich bereits beim allerersten Kontakt. Dass sie mir recht ist. Dass sie gut duftet. Dass sie mir auf die Pelle rücken soll!
Ich hatte mich beim ersten Treffen gewundert, wie selbstverständlich sie in mir eine positive und vertraute Stimmung weckt.

Sie hatte mir gestern einiges erzählt von einem Treffen mit einem anderen Kuscheldate, ich war ein klein wenig neidisch, aber das ist nicht der Punkt, das hielt sich in Grenzen. Ich hatte, wie ich es auch bei meiner Frau meistens entwickele, ebenso dieses Gegengefühl, dass ich es ihr gönne. Es hatte ihr sehr gefallen mit diesem Typen, und doch kam zum Ende des Treffens hin bei ihr das Problem auf, dass sie nicht rechtzeitig wieder ging. Was ihr dabei so großes Unbehagen bereitete: Dieser Mann wollte wohl möglichst Klarheit oder einigermaßen eine Zusage, wie man die Treffen intensivieren und für die Zukunft regelmäßig ausmachen könnte, und das war ihr zu viel. Sie ist mehr für spontane Treffen und keine Pflichtveranstaltungen. Sie kann und mag nicht wochenlang vorausplanen. Die Termine lieber offen lassen. Weil sie etwas Probleme hat mit ihrer Zeiteinteilung, häufig Sachen verschiebt, bei Terminen schlecht pünktlich sein kann etc. Es missfällt ihr, eingespannt zu werden, nicht unbedingt grundsätzlich, sondern weil sie von sich weiß, dass sie die meisten Sachen nicht halten kann. Es stresst sie übermäßig.
Zu mir war sie gestern nur eine halbe Stunde später als erwartet gekommen.

Aber auch das hatte mich etwas nervös gemacht. Eher deshalb, weil ich ahnte, dass wir dann wenig Zeit haben würden. Sie wollte an dem Abend noch weiterfahren zu ihrer Mutter.
Übrigens lief nebenher das Spiel Portugal - Türkei, ohne Ton.

Eigentlich war es ein gutes Treffen. Einmal streichelte sie meinen Arm auf eine Art, dass ich allein davon schon happy war; es war irgendwie genau richtig. Das Streicheln kann ja auch den Eindruck des Mechanischen bekommen. Sie jedoch war extrem sensitiv und aufmerksam. Sie formte beim Zurückstreichen die Hand ein wenig greiferartig wie beim Kratzen und berührte mich quasi nur mit den Fingerkuppen und Fingernägeln. Hat mich umgehauen. Davon kann ich definitiv nicht genug bekommen.

Also das ist mein Problem: Meine Gier. Meine Beinahe-(Körper)verliebtheit in sie. Ich sehne mich beinahe schon nach ihr. Und gleichzeitig kommt natürlich mein schlechtes Gewissen gegenüber meiner Frau auf. Sie hatte mir diese Treffen zwar zugestanden. Aber ich hörte ihrer Stimme an, dass es kein hundertprozentiges Ja war.

Oder ich selbst bin es, der sich das Ganze nicht richtig zutraut. Mein Grundthema: ich bin nicht liebenswert (genug). Vermutlich ist das der tiefere Konflikt. Ich bin bedürftig und versessen, was körperliche Nähe anbelangt. Dieses Gefühl ist beinahe übermächtig in mir. Abgrenzung ist nicht wirklich mein Ding. Dazu fühlt es sich zu gut an.
Gleichzeitig fühle ich mich nicht gut genug dafür.
Das will und kann ich jetzt/heute nicht näher ausführen. Ist mir gerade zu viel.

Ich hatte bezeichnenderweise gestern Abend ein wenig Kopfschmerzen. Und ich weiß nicht, ob die davon herrührten, dass ich die Berührungen gerne noch viel länger und ausgiebiger gehabt hätte, oder dass mir schon das bisschen von zu viel Stress (und auch von Hektik vor dem Treffen) begleitet war. Genossen habe ich es natürlich auch. Aber das Gefahrenmoment überwiegt.

23.06.2024 09:44 • #223


PQhope2023
DESINTERESSE AM JAHRESBERICHT

(Eine Mischung aus Traum und Erzählung)

Ich schreibe von der Hauptfigur als er, obwohl doch ich das Folgende erlebt und auf meine typische Art nachlässig niedergeschrieben habe; wenn man überhaupt von Erlebnissen sprechen kann, denn letztlich ist mir an jenem Tag wie auch an den allermeisten anderen Tagen meines bescheidenen Lebens nichts Bemerkenswertes passiert.
Auch, weil ich mir nicht ganz sicher bin, wer ich bin und wie ich von mir schreiben soll, ohne dass es unaufrichtig, herbeigeredet und verfälscht klingt, bevorzuge ich als Erzählhaltung die dritte Person.
Er ist ich oder zumindest ein Teil von mir, und ich bin er, mehr oder minder; vertiefen wir dieses Problem nicht unnötig, solange ich keinen Zweifel daran erkennen kann, dass mein Nachbohren in dieser Sache nichts Produktives zu Tage fördern wird. Das als zu geschwätzige Vorrede; ich fange an:

Um zu der Jahressitzung zu gelangen, musste er die ganze Stadt durchqueren.
Die Sitzung wurde in einem zehnstöckigen multifunktionalen Verwaltungsgebäude im Südosten abgehalten und er lebte in einem kleinen Bungalow in der Peripherie im Nordwesten. Dazwischen lagen das krakenhaft große Zentrum und etliche unnötig ausgedehnte Vororte, ein tödlich langweiliges Sumpfgebiet, ein lärmverseuchtes Flughafen-Areal, eine kleine lebensfeindliche Wüste und der sich um die Stadt ziehende Ring mit den äußerst lästigen einbetonierten Panzerbarrieren aus den letzten beiden Kriegen. Das ist natürlich eine Übertreibung und doch kommt sie die Wahrheit sehr nahe.

Das erste Teilstück hinein in die Stadt musste er mit dem Auto absolvieren; das war unvermeidlich, wollte er nicht zwei oder drei zusätzliche Stunden im Bus verbringen, der aus unerfindlichen Gründen wie mit angezogener Handbremse und an jeder Milchkanne haltend die Vororte durchschlich, als wollte er Rekorde in Unwesentlichkeit und Zeitverzögerung aufstellen. Die Bahnverbindung von seinem Zuhause aus war noch schlimmer. Fast hatte er den Eindruck, wannimmer er die Bahn benutzte, zu deren Station er mehrere Kilometer stadtauswärts, also entgegen seiner Zielrichtung fahren musste, dass der Zug in ebenso falscher Richtung den winzigen Bahnhof verließ (, an dem es nicht mal einen Kiosk gab, so unbedeutend und wenig frequentiert war diese Haltestelle), um sich erst nach einem ebenso kühnen wie unnötig weiten Bogen hinein in das Umland dem Zentrum widerstrebend anzunähern.

Wenn er aber das Auto nahm, musste er in der Stadt parken und in die U-Bahn wechseln, denn mit dem Wagen die morgens infernalisch verstopfte Innenstadt durchqueren zu wollen, war vollständig sinnlos. Dann hätte er das Vorhaben, halbwegs pünktlich zur Besprechung zu erscheinen, von vorneherein aufgeben und sich mit meditativer Gelassenheit dem Klammergriff des Staus überlassen müssen. Tatsächlich schien es ihm, als würde sich die Stadt, je näher er ihrer Mitte kam, in einen Moloch und ein raum- und zeitfressendes Monster verwandeln; dabei war sie ja, jeden einzelnen Quadratkilometer aus Baukörper, Asphaltdecke und bodennahen, störungsanfälligen Rohr- und Versorgungsleitungen für sich genommen, harmlos; in einen selbsttätig lebenden Organismus, der nichts Besseres im Sinn hatte, als ihm entgegen zu arbeiten und alle seine Ziele zu durchkreuzen oder mindestens zu erschweren, so dass man sie ohne äußerste Konzentration und übermenschlichen Einsatz aus den Augen verlor. Die Innenstadt war wie eine atmosphärische Planetenhülle, an der sein herannahendes Raumschiff, ein alter, nur noch vom Rost zusammengehaltener Opel, immer und immer wieder abprallte, ohne dass er verstand, warum.

Die stets überfüllte U-Bahn funktionierte ab dem Zentrum, das war ein kleiner Trost, doch vor dem Hinabsteigen in den Untergrund galt es, einen Parkplatz zu finden. Natürlich konnte er eines der großen Parkhäuser am Rande der City ansteuern; für die unverschämt hohe Tagesgebühr (gefühlt nahe zwanzig Euro) hätte er fast ein Taxi für die vom Zentrum aus verbleibende Strecke nehmen können; auf der Rückbank eines Taxis hätte er sich zudem optimistischer gefühlt; auch wenn es sich genauso wenig wie sein Opel durch den Stau hätte zaubern können. Oder er parkte gratis in der Vorstadt, musste dann aber von dort noch sechs bis acht Stationen mit der Straßenbahn zurücklegen müssen, bevor er in die U-Bahn hätte umsteigen können. Wie er es auch anstellte, es war verkehrt.
Die einzige ernsthafte Alternative wäre gewesen, einen Hubschrauber zu mieten und über dem Südosten der Stadt (wegen der nichtvorhandenen Landeplätze) mit einem Fallschirm abzuspringen; oder frühmorgens nicht später als 5 Uhr loszufahren; vor 6 Uhr lag die City noch im Dämmerschlaf, im apathischen Dunst der Dämmerung.

Das überfrühe Aufstehen war nun allerdings ganz und gar nicht seine Sache. Zwar wachte er zeitig mit dem ersten noch wie improvisiert den Himmel aufhellenden Sonnenstrahl auf; hatte jedoch regelmäßig die Empfindung, das Bett und seine wohlige Wärme und Traumsphäre zu verlassen, sei ein gigantischer, kaum wieder gutzumachender Fehler.
Nur morgens im Bett fühlte er seinen Körper als brauchbare und ausreichende Wohnstätte seiner Empfindungen; als eine Art innerer Mitte und sogar Tempel seines Selbst. Was immer das heißt. Morgens im Bett kuschelte er mit sich; er rieb sich mit beiden Händen die stets berührungssüchtige, zu echter Liebe anscheinend untaugliche Brust und dann beide Arme aneinander; oder er wickelte eine zweite Decke zu einer Rolle, die er seitlich fest an sich presste und über die er ein angewinkeltes Bein schob; diese Rolle ersetzte einen zweiten menschlichen Körper, mit dem er sein behagliches Nest gerne geteilt hätte. Er lebte zu lange schon als Single, vor lauter Desillusionierungen für alles Positive beinahe restlos verdorben, um noch ernsthaft zu hoffen, eine Freundin oder Geliebte zu finden. Eine, die er bewundern, mögen und abküssen und mit Ausflügen in den Tierpark, zur Landesgrenze oder zu von Algen und Seerosen übersäten Badeseen begeistern konnte. Denn darauf, jemanden zu bewundern, zu mögen, zu begeistern und in verschlingender Weise zu küssen, war er versessen. Das war noch gar kein Verlangen nach orgiastischen Exzessen, das ihn in den hinteren Ecken seines Bewusstseins diffus und geringfügig quälte; im Vordergrund stand eindeutig die Lust auf simple körperliche Nähe und die Sensation, jemand Vertrautem ins Gesicht schauen zu dürfen. Zumindest am Morgen hielt sich seine Sehnsucht angenehm in Grenzen; dennoch war es schwierig, aus den Federn zu steigen und sich dem Alltag zu stellen.

Er frühstückte einigermaßen gerne, mit Radiobegleitung in den Ohren und dem allmählich erwachenden leisen Rumoren der Vorstadt im Rücken; er war ein Morgenmuffel, der sich erst nach der Nahrungsaufnahme (in begrenztem Maße) zur Aktivität bereit fühlte. Wenn er durch das Küchenfenster nach draußen sah, suchte sein Blick nach aufsteigenden Vogelschwärmen, denen er versonnen hinterherblickte und ihre gedankenlose Ungebundenheit neidete.
Nach dem ersten Drittel seiner Autostrecke fuhr er mehrere Kilometer an einem schmalen Grünstreifen entlang, den Park zu nennen ein Euphemismus gewesen wäre. Doch hier in der Vorstadt bildete jedes bisschen Grün einen schönen Kontrast ... ja, zu welcher Farbe denn? Hatte die Stadt eine? Je näher man zum Zentrum rückte, desto mehr hochstockige Gebäude, Fensterreihen, Mauern, Container, LKWs und Werbe- und Leuchttafeln verstellten den Horizont. Die Bürgersteige wurden, zumindest an den Hauptverkehrsadern, breiter, belebter, bevölkerter, je tiefer man vordrang, und die geschäftsmäßige, ameisenartige Eile der Passanten prägte zunehmend das Bild. Eine klare Farbe besaß die Stadt gar nicht, vielmehr eine verwaschene Buntheit, und doch stach ihm das Rot der Ampeln wie eine Zumutung ins Auge.

In dem schmalen Park hätte er gerne ein oder zwei Stunden gesessen, den Berufsverkehr und mit ihm den Tag an sich vorbeirauschen lassen und sich seinen Lieblingstieren, den Eichhörnchen gewidmet, die aufgekratzt die Bäume hochsausten und irgendwie kokett über die Äste tanzten. Er unternahm es zu selten, doch wannimmer er Zeit in einem Park verbrachte, beruhigte das in der Regel seine von vielen kleinen Ängsten und Trübsinnigkeiten aufgewirbelte Seele; und meist geschah dort auch irgendetwas für ihn Besonderes. Er erinnerte sich an solche Kleinigkeiten wie das mal eine von einer Windböe herbeigewehte, dramatisch zerknitterte Zeitungsseite sich ausgerechnet an seinem rechten Hosenbein verfing; wie absurd sich das anfühlte; er nahm die Seite, glättete sie auf seinem Schoß und las als einzige deutlich erkennbare Schlagzeile natürlich etwas über den unmittelbar und unvermeidlich bevorstehenden Weltuntergang. Ein anderes Mal sprach ihn ein erstaunlich akkurat gekleideter und frisch frisierter, schmallippiger Jugendlicher mit blondem Milchbart an, ob er vielleicht Dro. für ihn hätte. Perplex fragte er bloß zurück, was für Dro. denn? Und der junge Mann blickte enttäuscht beiseite und ging wort- und grußlos weiter. Ein drittes Mal saß er so lange an einem eher kühlen, wolkenverhangenen Tag buchlesend im Halbschatten einer mächtigen Eiche - es war April und das Blattgrün noch kaum vorhanden -, dass er sich an seiner hohen Stirn und auf der linken Wange einen Sonnenbrand holte. Das war jedoch in einem anderen Park gewesen, vielleicht sogar in einer anderen Stadt.

Am Vorabend hatte er seiner Teamleiterin vom Homeoffice aus mehrere Mails geschickt, den Jahresbericht betreffend. Im Anhang eine Excel-Liste, mit der er sich die letzten Wochen immer wieder mal beschäftigt hatte und die ein umfangreiches Zahlenwerk zu seinem Ressort abbildete. Es hatte ihn anfangs gereizt, dann mit der Zeit angeödet und schließlich angewidert, diese Zahlen aufzustellen und zu bilanzieren. Die Teamleiterin, die ihm vom Rang her gleichgestellt und erst drei Jahre in der Firma war und bloß operativ eine Leitungsfunktion innehatte, hieß Viscontia; ein absurd seltener, ihn abstoßender und dennoch neugierig machender Vorname. Ihre Familie stammte aus Italien, der Lombardei oder den Abbruzzen oder aus Kalabrien oder Dalmatien oder Umbertonien oder woher auch immer, das war ihm ganz gleich, regte allerdings seine Phantasie an. Er wusste, dass sie sich kein bisschen für ihn interessierte, während er selber jede neue Kollegin auf eine mögliche Annäherung hin automatisch scannte. Einmal hatte sie ihn nach seinem zweiwöchigen Sommerurlaub im Büro begrüßt und er schon am geschäftsmäßigen Klang ihrer Stimme erkannt, dass ihr gar nicht bewusst gewesen war, dass er vierzehn Tage im Bürokalender auf abwesend gestanden hatte. Wenn man sich für einen Kollegen erwärmt, weiß man, wann er Urlaub hat; wann er da ist und wann nicht. Viscontia trug stets hochgeschlossene Kleidung über ihrem schmalen Oberkörper; eine zusätzliche Verkomplizierung für jeden Ansatz eines Flirtvorhabens.
Jedenfalls erinnerte er sich an diesem Morgen im Auto daran, dass er Viscontia am Vortag versehentlich eine private Mail weitergeleitet hatte. Es war ihm beim morgendlichen Überfliegen seiner Mails aufgefallen; und auf die Schnelle hatte er keine Lösung für diesen Vorfall gefunden, also auch noch keine Entschuldigungsnachricht an seine Teamleiterin geschickt. Das Ganze war ihm wegen des Inhalts der Mail hochgradig unangenehm und dann im Endeffekt auch wieder einerlei. Was immer Viscontia aus diesem Fehler machen würde; er schätzte sie als viel zu anständig und antiseptisch ein, um nicht nachsichtig und verschwiegen zu reagieren. Andererseits, man weiß ja nie wirklich, wie die Leute ticken.

Seit mehreren Jahren hatte er eine Mailfreundin namens Sabrina; und aus unerfindlichem Grund hatte sich zwischen ihr und ihm ergeben, dass sie kein Blatt vor den Mund nahmen, sie vielmehr einander in ungezügelter Weise wenig druckreife Dinge schrieben. Ein bisschen war das für beide ein Ventil, Dampf abzulassen. Da Sabrina fast tausend Kilometer entfernt unglücklich verheiratet in einem Nachbarland lebte, zogen sie beide nie in Betracht, sich real zu treffen.

Die Mail enthielt eine Unzahl an drastischen p orn og. Ausdrücken, libi di nös en Sehnsüchten und expliziten Handlungsaufforderungen; zumindest hatte er Sabrinas Vornamen in der Anrede der Mail stehen, so dass Viscontia sofort erkennen würde, dass die Nachricht versehentlich falsch adressiert war. Bei näherer Betrachtung schien ihm das Ganze dann doch äußerst peinlich; er verweigerte aus Selbstschutz diese bewusste, genauere Betrachtung; doch war ihm klar, dass das, was zwischen Sabrina und ihm als Spiel und Spaß galt, jemand anderes ernst nehmen und als kompromittierend und widerwärtig empfinden konnte. Daher beschäftigte ihn auf dem Weg zum Veranstaltungsgebäude weniger die wichtige Jahresbesprechung und der kleine Vortrag zu seinem Ressort, der ihm dabei zufiel (und ja nur die Zusammenfassung seines Excel-Zahlenwerks sein würde), sondern vielmehr der Drang, Viscontia in einem günstigen Moment beiseite ziehen und den Fehler mit der Mail aufklären zu können. Er hatte keine Angst, dass sie diese verfängliche Mail gegen ihn verwenden würde, wohl aber, sich ihre Verachtung und Missbilligung einzuhandeln.
Merkwürdigerweise stellte er sich im Auto vor, wie er Viscontia in einer Besprechungspause unnötig übergriffig an ihrem dünnen Oberarm packen und sie in eine ruhige Ecke zerren würde, um endlich auf sie einreden und von der Harmlosigkeit seines Fehlers überzeugen zu können. Diese Phantasie war natürlich unangemessen. Er hatte sie trotzdem.

(To be continued ... oder auch nicht ...)

28.06.2024 12:50 • x 1 #224


PQhope2023
DESINTERESSE AM JAHRESBERICHT (Teil 2)

Nach den Vororten gelangte er in das Sumpfgebiet. Es war natürlich kein echter Sumpf, doch der Baugrund in dieser Gegend so wässrig und schlecht tragend, dass auf beinahe zehn Kilometer kaum ein Haus stand; nicht mal eine Tankstelle, auch kein Firmengebäude.
Etwas abseits der Hauptstrecke auf einer kleinen, kaum spürbaren Anhöhe lag eine Siedlung mit etwa zwei- oder dreihundert flachen Wellblechhütten, die einzigen Slums der Stadt. Hier wohnten die Ärmsten der Armen, die Aussortierten und Ausgestoßenen, die von irgendwelchen Seuchen Befallenen und die aus welchen Gründen auch immer Hoffnungslosen, und natürlich auch die illegalen fremdländischen Saisonarbeiter, die die wenigen Rubel, die sie verdienten, per Briefpost in ihre Heimat schickten.

Von seiner Route aus konnte er die Hütten am Horizont nicht sehen; allerdings wehte bei ungünstigem Wind ein fauliger Geruch von dort herüber, weil die Slums keine Kanalisation kannten und sich Müll und Dreck in den schmalen Gassen und Zwischenräumen der Hütten sammelten.

Aber auch an Tagen, an denen der Slum-Gestank ausblieb, verabscheute er diese Teilstrecke. Außer Büschen, gelbem Gras und niedrigem farnartigen Gestrüpp wuchs seitlich der Straße so gut wie nichts. Nicht mal die Pflanzen wollten diesen Raum für sich erobern. Immerhin, die Hauptstraße blieb asphaltiert. Es hätte zu seinem mulmigen Gefühl gepasst, wäre der Asphalt in eine Schotter- oder Sandpiste übergegangen.
An der einzigen großen, mit ihrer Ampelanlage schon von weitem blinkenden Kreuzung dieser Zone, an der Ortsunkundige oft bei der Richtungswahl scheiterten, weil irgendwelche Spaßvögel die Masten mit den Wegweisern verdreht hatten, standen auf den Schildern außer der (falsch eingestellten) Richtung Centrum für die Innenstadt fast ausnahmslos nur Namen von Ortschaften, die man sonst nirgends im Stadtgebiet zu lesen bekam, darunter neben der Armensiedlung im Sumpf der Abzweig für Povarane 2.

Was dieses Povarane 2 bedeutete, ob ein Firmenname dahinter steckte oder die Bezeichnung für ein Bauprojekt oder eine Kobalt-Mine, war ihm auch nach fünf Jahren, in denen er diese Strecke zur Arbeit fuhr - das eigentliche Büro befand sich in der Innenstadt und somit wenigstens nicht im Südosten -, unbekannt. Es hatte ihn noch kein einziges Mal verlockt, zu diesem Ort hin abzubiegen. Auch war er nie dahintergestiegen, ob es eventuell ein Povarane 1 gab. Der in Versalien gesetzte Ausdruck auf den Wegweisern scheuchte ihm jedesmal Unbehagen und eine diffuse Sorge ein, noch mehr als das Slum-Viertel.

Zudem kursierten Gerüchte, dass die Sümpfe von endemischen Tierarten bevölkert waren, die es nur hier und sonst nirgends gab, kleinwüchsige graublaue Alligatoren, seltene Amphibien und das eine oder andere Fabelwesen. Er hatte unter anderem vom Schrundenfellkätzchen gehört, einer lichtscheuen Halbaffenart, die alles Mögliche fraß, auch Papier und manche Plastikstoffe. Nur vermochte niemand diese Tiere je zu erblicken.
Die Hüttensiedlung war seit dem letzten Krieg angeblich schon mehrfach von Herden riesiger Wildschweine plattgetrampelt worden, doch diese Geschichte mochte wohl bloß einer haltlosen Legende entspringen. Oder einer Umdeutung von Räumungsaktionen der städtischen Behörde, die die Slums als wuchernden Schandfleck von der Landkarte zu entfernen sich zum Ziel gesetzt hatte; was dann im politischen Tagesgeschäft jedoch anscheinend immer wieder von der Agenda rutschte.

29.06.2024 06:37 • x 1 #225


PQhope2023
(1. Fortsetzung von Teil 2)
Nach dem Sumpfgebiet näherte er sich dem Flughafenarreal. Schon lange bevor die Straße die letzten Kilometer schnurgerade darauf zulief, hatte er die Empfindung, die Gegend um ihn herum sei entvölkert, ja geradezu entseelt, falls es dieses Verb überhaupt gibt, von der unkaschiert drohenden Dominanz des Flughafens; und sein Auto eine Kapsel, die ihn knapp vor dem endgültigen Verschlucktwerden bewahrte; als sei der Airport, so der Ausdruck auf den Wegweisern, ein gefrässiger und alles überstrahlender Moloch. Formal betrachtet war er Barriere und Tor zur Welt gleichermaßen; ein Tor, das sich allerdings nur für die Auserwählten unter den Menschen, den zahlenden Fluggästen, öffnete.

In der Annäherung spürte er das zarte Aufgehen, das langatmige Herbeisehnen und schließlich das abrupte Zerplatzen einer unbestimmten Hoffnung. Oder war es bloß Fernweh? Jedenfalls vermochte er es nicht, unberührt zu sein vom Flughafen und seinem himmelstürmenden Wesen; doch war er nie Teil seiner bemerkenswert zielstrebigen und Bedeutsamkeit verheißenden Welt. (Er flog unheimlich gerne, konnte es sich aber in der Regel nicht leisten.)

Die sich endlos zu den Seiten erstreckende Absperrung des Arreals hatte etwas von einem Militärgelände oder Geheimlabor der Regierung zur Abwehr noch gar nicht in Aussicht stehender, allerdings auch nie ganz auszuschließender UFO-Angriffe. Sie bestand aus einer wie hingekegelten, asymmetrisch angeordneten Doppelreihe von Betonpöllern; jeder einzelne davon bestimmt eine Tonne schwer und doch wie eine im Sand treibende Boje wirkend; dahinter der übliche Maschendrahtzaun mit seiner auftrumpfenden Krone aus gewöhnlichem, erst bei näherem Hinsehen martialischem Stacheldraht.
Kurz vor dieser Abzäunung verzweigte sich die Straße in mehrere geschwungene Zulieferbahnen, mit der für Flughäfen eigenen überdeutlichen Ausschilderung. Wieder die Empfindung, diese Schilder und die Infrastruktur des Flughafen als Ganzes wären übertrieben und wie für halbblinde, tapsige Riesen angelegt.

(Noch nicht fertig mit dem Flughafen-Kapitel, aber zu müde ...! Müsste eigentlich alles noch überarbeiten und korrigieren.)

03.07.2024 01:31 • #226


PQhope2023
(Überarbeitung/Korrektur der 1. Fortsetzung von Teil 2)
Nach dem Sumpfgebiet näherte er sich dem Flughafenarreal. Lange bevor die Straße die letzten Kilometer schnurgerade darauf zulief, hatte er die Empfindung, die Gegend um ihn herum sei entvölkert, ja geradezu entseelt von der Dominanz des Flughafens; und sein Auto eine Kapsel, die ihn vorläufig vor dem Verschlucktwerden bewahrte; als sei der Airport, so der Ausdruck auf den Wegweisern, ein gefrässiger und alles überstrahlender Moloch. Er war Barriere und Tor zur Welt gleichermaßen; ein Tor, das sich allerdings nur für die Auserwählten, den zahlenden Fluggästen, öffnete.

In der Annäherung spürte er eine unbestimmte Hoffnung zart und vage aufblühen, die beim Erreichen der ersten, vorgelagerten Werksgebäude - darunter eine Feuerwehrstation und ein kleiner halboffener Hangar für anscheinend ausgemusterte Propellerflugzeuge - mehr oder minder wieder verebbte. Oder war es bloß Fernweh, das bei ihm immer nur ein paar Minuten anhielt? Jedenfalls vermochte er es nicht, unberührt zu bleiben vom Flughafen und seinem himmelstürmenden Wesen, und war dann doch ernüchtert, als er ankam.

Die sich schier endlos zu den Seiten erstreckende Absperrung des Arreals hatte etwas von einem Militärgelände oder geheimen Institut der Regierung zur Abwehr von UFO-Angriffen; die noch gar nicht in Aussicht standen, jedoch auch nicht völlig auszuschließen waren. Die Absperrung bestand aus einer hingekegelten, asymmetrisch angeordneten Doppelreihe von Betonpöllern; jeder einzelne davon bestimmt eine Tonne schwer und doch schienen sie wie Bojen im Sand zu treiben; dahinter der übliche hohe Maschendrahtzaun mit seiner aufgesetzten Krone aus gewöhnlichem, erst bei näherem Hinsehen martialischem Stacheldraht.
Kurz vor dieser Abzäunung verzweigte sich die Straße in die langen Bögen von Zubringerbahnen, mit der für Flughäfen typischen überdeutlichen Ausschilderung für die verschiedenen Terminals, Parkhäuser und Logistikgebäude. Wieder wie sonst auch der Eindruck, diese Schilder und die Infrastruktur des Flughafen als Ganzes wären übertrieben und für halbblinde, tapsige Riesen angelegt.

Die Hauptstraße tauchte in eine schwarze Tunnelröhre hinab und führte unter dem Airport hindurch. Ihm kam der Tunnel vor, als würde er unter dem Becken eines Flusses oder Kanals hindurchfahren. In der Röhre war auf den ersten fünfzig Metern die Beleuchtung ausgefallen. Umso aufmerksamer blickte er nach vorne. Er hatte die Empfindung, in das Maul eines riesigen Wales hinabzugleiten; das Hineinfahren in die grelle Leuchtspur der ersten Lichterreihe löste eine Empfindung wie bei einem Grenzübergang aus; der Ausgang am Ende des Tunnels schließlich so etwas wie Entwarnung und das Versprechen auf eine Einreise ins gelobte Land.

Tatsächlich kamen ihm die ersten Kilometer hinter dem Flughafen besonders real und in ein intensives, apartes, jede Einzelheit ausleuchtendes Tageslicht getaucht vor. Vielleicht war das einfach durch den Wechsel von der relativ düsteren Tunnelröhre zurück an die helle Oberfläche bewirkt. Der spürbare Wind draußen tat sein Übriges, ihn nach dem Tunnel in die Welt zurückzuholen; nicht nur die niedrigen Bäume bäumten sich hin und her, sogar das Gestänge der Straßenschilder und Ampeln wankte manchmal in einer heftigen Böe; und über den Himmel eilten ein paar Wolken aus schneeweißer Watte, von denen man ahnen konnte, dass sie sich nachmittags vielleicht verdunkeln und zu einem Regenschauer verdichten würden. Die Skyline der Stadt zeichnete sich nun in der Ferne ab wie die Rückenzackenlinie eines gigantischen am Horizont schlafenden Drachens. Die Agglomeration zu beiden Seiten der Straße wuchs rasch an, gab zwischendurch aber immer wieder unverstellte Flächen frei, als hätte man noch nicht alle Zipfel dieses Gebiets erschlossen oder sich nicht auf einen Bebauungsplan einigen können.

Er fuhr an kleineren Wäldern, Parks, Sportanlagen und Fitnesscentern vorbei, die einige Fußballplätze, mehr als ein Dutzend braune und hellgrüne Tennisfelder und die üblichen verglasten Hallenfronten mit den akkurat in Reih und Gl. aufgestellten Fitnessgeräten dahinter zeigten. Alle diese Plätze und Hallen waren menschenleer und noch nicht für den Rhythmus des Tages bereit.
Trotzdem überkam ihn Beklommenheit und Neid, dass er nicht zu jenen Privilegierten gehörte, die derlei Sportplätze und -geräte in ihrer Freizeit ansteuerten, und stattdessen zu einem Meeting fahren musste.

Als er das Ortsschild der Stadt passierte, klingelte sein Handy auf penetrante Art und zuckte und ruckte gleichzeitig im Vibrationsmodus in der Mittelkonsole; merkwürdigerweise kam es ihm vor, als hätte das Vibrieren nichts mit der Klingelmelodie zu tun. Er ahnte, dass jemand von der Arbeit ihn anzurufen versuchte und ignorierte das Klingeln.
Ein lebensfeindliche Wüste existierte natürlich nicht, die hatte er sich bloß ausgedacht.

04.07.2024 01:31 • x 1 #227


PQhope2023
Eine lebensfeindliche Wüste ... die Bäume bäumten sich ... herrje, was ist los mit mir? Ich sollte nicht nachts/müde schreiben. Am besten gar nicht. Das ist alles viel zu unecht, zerquält und unintelligent.
Die Abruzzen schreibt man übrigens mit nur einem b. Du weißt auch gar nichts ...

Andererseits ist es ja eine Traumbeschreibung. Und das Bedrängende und Verquere des Traums wollte ich vermitteln, darum ging es mir. Nur misslingt eben die Verlängerung oder Ausschmückung zu einer richtigen Erzählung. Ich bin tatsächlich müde und unkonzentriert. Das ist meine Ausrede.

05.07.2024 00:20 • #228


PQhope2023
Ich fasse die Geschichte mal besser zusammen, statt sie als Erzählung ausformulieren zu wollen:
Nach einigen Mühen und Problemen in der Stadt und mit der U-Bahn, mit Ablenkungen, mit enormen Stress, weil ich anderthalb Stunden zu spät dran bin und schon alles den Bach runtergehen fühle (drohender Jobverlust mit anschließendem Weltuntergang), komme ich doch noch halbwegs unauffällig und ohne von irgendwem zusammengestaucht zu werden in dem Besprechungssaal an.

Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen hat die Sitzung ohnehin mit einer Stunde Verspätung angefangen, so dass meine Unpünktlichkeit gar nicht groß auffällt.
Doch ich stelle fest, dass ich meinen Laptop vergessen habe. Was mir nicht weiter gravierend erscheint, denn für meinen kleinen Redeanteil benötige ich nur die Excel-Datei, die ich der Teamleiterin am Vorabend zugeschickt hatte. Sie erzählt mir allerdings in einem kurzen Pausengespräch - auf meine versehentlich an sie geschickte P. Mail geht sie nicht im geringsten ein -, dass die Datei gar nicht im Anhang gewesen wäre.

Ich kriege die Krise. Mein Vortrag ist allerdings erst am Nachmittag. Ich überlege ernsthaft, noch mal nach Hause und wieder zurückzufahren, um die Datei zu besorgen. Das würde aber zu lange dauern. Mir fällt ein, dass ich meine Nachbarin einspannen könnte, mit der ich mich schon seit Jahren recht gut verstehe, ohne dass es je zu einem Flirt oder irgendeiner Art von Verbindlichkeit gekommen wäre. (Das ist das Kernthema des Ganzen, ich meide Verbindlichkeit). Ich rufe sie an und bitte sie um Hilfe: Ob sie in meine Wohnung gehen könnte und an meinen Computer, um die Datei an meine Teamleiterin zu schicken? Meine Nachbarin weiß, dass ich meinen Ersatz -Wohnungsschlüssel unter einem Blumentopf im Treppenhaus liegen habe. So weit geht das Vertrauen also doch immerhin zwischen ihr und mir - sie sagt auch zu, mir zu helfen; mir fällt ein Stein vom Herzen und gleichzeitig beschleicht mich das ungute Gefühl, dass ich zu viel von meiner Nachbarin verlange.
Etwas später fällt mir zudem ein, dass ich mein Schlafzimmer nicht aufgeräumt habe. Dass mein Bett ungemacht ist; und noch schlimmer als das, auf dem Fußboden mehrere höchst fragwürdige Magazine herumliegen. Nicht die einzigen P. in meiner Wohnung, aber die, über die die Nachbarin am ehesten stolpern könnte, würde sie die Tür zum Schlafzimmer öffnen. Dazu besteht für sie eigentlich kein Anlass, doch ich befürchte, dass sie neugierig sein könnte und in meiner Wohnung herumstöbert. Oder sie könnte ja auch aus Versehen die falsche Tür öffnen. Es würde mich extrem beschämen, wenn sie meine hässliche Seite entdeckt. Dies wäre gewissermaßen ja schon das zweite Vorkommnis, dass ich Frauen mit meiner p. Seite verschrecke oder kompromittiere. Die Ungewissheit dabei, ob die Nachbarin in das Schlafzimmer geht oder nicht, irritiert und bedrückt mich am meisten. Ich versuche mir einzureden, dass das ja in Wahrheit nicht weiter schlimm wäre, dass vermutlich die meisten Menschen das nachsichtig betrachten würden, dass ein Single solche Magazine bei sich in der Wohnung hat ... aber es gelingt mir nicht so ganz. Auch der Vorfall mit der versehentlich verschickten anrüchigen Mail bedrückt und beschäftigt mich enorm.

In der Mittagspause werde ich plötzlich zum Aufsichtsrat der Firma gerufen. Dort haben sich auch noch zwei weitere Vorgesetzte versammelt, mein Chef und der IT-Verantwortliche. Außerdem irgendeine Hilfskraft, die damit beschäftigt ist, ein Fenster zu putzen. Man eröffnet mir, dass meine widerliche Mail vom Spam-Schutz des Firmennetzes abgefangen worden sei (und daher auch meiner Teamleiterin nicht zugestellt wurde). Was ich mir dabei denken würde, solche Mails zu versenden? Ich räuspere mich und will irgendetwas sagen. Da tritt plötzlich die ebenfalls herbeigerufene Teamleiterin in den Raum. Sie scheint völlig ahnungslos, worum es in der Sache geht. Ausgerechnet der IT-Typ, den ich am wenigsten leiden und ertragen kann, setzt sie ins Bild, was vorgefallen ist, ohne die expliziten Inhalte aus der Mail vorzutragen, aber doch mit überdeutlichen Worten die Art der Behelligung ansprechend. Ich rufe in den Raum: Das war doch nur ein Versehen ...!, aber niemand scheint mich zu hören.
Die Teamleiterin würdigt mich keines Blickes. Sie wird bleich im Gesicht und wankt plötzlich und kippt sogar um. Kreislaufkollaps. Ich reagiere als erster und rufe mit meinem Handy sofort den Krankenwagen. Als ich die Adresse sagen soll, stocke ich für einen Moment, weil ich sie nicht präsent habe. Der Aufsichtsrat ruft sie mir ein wenig wütend und unbeherrscht klingend zu, während die beiden anderen Herren sich um die Teamleiterin kümmern. Der eine geht etwas zu hektisch ein Glas Wasser holen, mein Chef hingegen fächelt ihr - irgendwie scheint mir das idiotisch - mit einem Aktenordner Luft zu. Dann bekommt mein Chef plötzlich einen Anruf, anscheinend sehr wichtig, raunt mir zu, dass ich mich um die Teamleiterin kümmern soll, und verlässt den Raum. Nicht nur er, auch die anderen Männer sind auf einmal verschwunden.
Ich bin allein mit ihr und fühle mich fürchterlich. Wieso kippt man wegen so einer Kleinigkeit, so unschön sie ist, denn gleich um? Ich beuge mich über sie, stelle fest, dass sie ohnmächtig ist und will ihr mit einer Mund-zu-Mund-Beatmung helfen. In Wahrheit ist es wohl eher ein Kuss, was ich da tue ... Wie kann ich mir das herausnehmen? Auch schiebe ich meine Hand auf ihren Körper, vorgebend, dass ich nach ihrem Puls fühlen will; doch was macht meine Hand dann am unteren Ansatz ihrer linken Brust? Bevor mich jemand ertappen kann, lasse ich die Teamleiterin wieder los. Genau in diesem Moment kommt mein Chef zurück, sieht, wie ich mich über sie beuge und deutet das wohl als Hilfestellung und nicht als übergriffige Aktion. Er wirft mir über einen erstaunlich weiten Abstand, bestimmt zehn Meter, ein Kissen zu, dass ich behutsam unter ihren Kopf schiebe.
Dann kommen die Rettungssanitäter hinzu. Während sie die Patientin versorgen und schließlich auf einer Trage wegschleppen - sie scheint sich bereits ein wenig zu erholen - lobt mich mein Chef dafür, dass ich so schnell den Notdienst gerufen habe. Wegen der Mail sollte ich mir keine zu großen Sorgen machen, so etwas würde jedem mal passieren. Leider hätte der Aufsichtsrat von der Sache Wind bekomme und würde das Ganze eventuell etwas aufbauschen. Schlimmstenfalls würde ich ich einen Verweis bekommen. Die Teamleiterin wirke schon seit längerem gestresst und ein wenig überempfindlich, er würde ihr eine längere Krankschreibung oder Urlaub verordnen. Im Weggehen aus dem Büro zwinkert er mir sogar zu.
Das erleichtert mich ein bisschen, gleichzeitig kommt es mir ein wenig merkwürdig vor, diese vertrauliche Art meines Chefs. Jedenfalls ist wegen dieses Zwischenfalls die eigentliche Besprechung und Anklage gegen mich wie von Zauberhand aufgelöst. Ich gehe in die geräumige Kantine des Gebäudes essen, freue mich darüber, allein sitzen und den anderen Anwesenden, lauter fremde Business-Menschen, bei ihrem arglosen Miteinander zusehen zu können, so als wäre ich ein ähnlicher Arbeiter oder Angestellter wie sie.

Der Nachmittag verläuft dann erstaunlich glatt. Da ich in der Abwesenheit der Teamleiterin als stellvertretender Teamleiter fungiere, kann und darf ich an ihren Laptop gehen. Ich fühle mich durch diesen eigentlich mega-peinlichen Zwischenfall für ein paar Stunden sogar erhöht und wichtiger denn je. Meine Nachbarin hat mir tatsächlich die fehlende Excel-Datei zugeschickt. Alles läuft problemlos. Das für mich aufregende und angenehme Gefühl des Kusses bleibt mir noch lange auf dem Mund spürbar, so, dass ich am liebsten gar nichts mehr gegessen und getrunken hätte an diesem Tag, aber der Hunger treibt es ja rein.
Nach meinem kleinen Vortrag, den ich ohne mich zu verhaspeln vorbringe, applaudieren sogar ein paar der Anwesenden. Zu meiner Riesenerleichterung bekomme ich einen kurzen Telefonanruf aus dem Krankenhaus, dass es meiner Freundin - keine Ahnung, warum die Krankenhausangestellte da anscheinend einiges verwechselt - gut ginge und sie am nächsten Tag auch wieder zur Arbeit erscheinen könnte. (Ich spare mir die Mühe, der Frau am Telefon zu erklären, dass es sich nur um eine Kollegin handelt.)

Die Rückfahrt nach Hause gelingt mir ganz anders als die Hinfahrt bestens. Sogar das Wetter erscheint mir schön und besonders friedlich. Obwohl ich falsch geparkt hatte, relativ nah zum Stadtzentrum, habe ich kein Strafticket erhalten.

Zuhause klingele ich als erstes bei der Nachbarin an. In ihrer Wohnung riecht es sonderbar, aber nicht unangenehm nach irgendwelchen Duftkerzen oder Weihrauch/esoterischen Heildüften. Ich bedanke mich bei ihr und versuche aus ihrer Reaktion herauszulesen, ob sie mein Schlafzimmer und die liederlichen Magazine gesehen hat. Ich an ihrer Stelle wäre vermutlich in Versuchung gewesen, in alle Räume hineinzuschauen. Aber die Nachbarin wirkt völlig normal und ungezwungen. Ich hatte wohl ohne Grund Panik geschoben. Die meisten Menschen sind viel vertrauensseliger und umgänglicher, als ich oft annehme.

Nur als ich mich, nochmals meinen Dank aussprechend und betonend, dass sie jetzt etwas bei mir gut hätte, verabschiede und sie ihre Wohnungstür bis auf einen kleinen Spalt schon beinahe geschlossen hat, sehe ich, wie die Nachbarin leise und irgendwie verschwörerisch lächelt und sich wegdreht.

05.07.2024 12:09 • x 1 #229


PQhope2023
Ich habe mal wieder die Krise. Mir geht es nicht gut. Arbeite sehr viel, schlafe mittags für eine halbe Stunde oder so, was mich nur fürs Weiterarbeiten gerade eben erfrischt, abends dann totaler Absturz. Eigentlich sollte ich rausgehen, was vom Tag mitbekommen, wäre gut.
Ich weiß kaum, was für ein Wetter draußen ist, ob es sehr warm oder kühler als gestern ist. Bewege mich fast nur im relativ kühlen Nordostflügel unseres Anwesens. Manchmal reflektiert ein vorbeifliegender Vogel (?) oder eine geöffnete Fensterscheibe (?) einen Sonnenstrahl oder ändert jedenfalls die Lichtverhältnisse, das fällt mir dann durchs Fenster auf. Das ich immer nur kurzzeitig öffne, weil relativ bald entweder Zig. oder Grillfeuerqualm von einem Nachbarn reinzieht. Ich mag ja Sauerstoff. Frische Luft. Ich bin Nichtraucher und Luftfanatiker. Luft aus der Alpenregion finde ich super. Auch Meeresluft, angereichert mit Salz und Möwenschreien. Mit der Hoffnung auf uferlose beeindruckende Natur und Grenzenlosigkeit. Die Natur soll mir den Blick weiten und mich beruhigen.
Ich öffne also nur selten das Fenster und schmore in meiner eigenen, selbstgemachten kleinen Sphäre. Manchmal bringe ich den Müll raus oder stapele Papier in eine Tonne. Höre über die hohe Mauer den nächsten Nachbarn herumwerkeln, mal sachte und fast verhalten, mal auf angenehme Art ungeduldig mit dem Werkzeug und Werksachen. Vielleicht sind es auch mehrere Herumwerkelnde, keine Ahnung. Die sind erst kürzlich eingezogen und haben sich noch nicht mal ansatzweise bei uns vorgestellt. Im Garten konnte ich sie ein paar Mal beobachten, ohne dass sie meine vereinzelt hingeworfenen Blicke erwiderten. Was mir nicht missfällt, so meine ich es nicht.

Sie haben jedenfalls ein kleines Kind, und dann ist die Welt groß. Ich kann übrigens meinen Fuß so halten und verdrehen, dass ich in der Wade beinahe einen Krampf bekomme. Oder es fehlt mir an Magnesium, Kalzium, Vitalität.

Das Grün der Bäume kippt so langsam in die dunkleren, angefressenen Töne, an manchen Stillleben-Stellen im Hof sind sogar ein paar Pflanzen herbstlich vertrocknet oder in der Übergangsphase ... der Sommer kommt, vergeht ruckzuck und ich bekomme ihn kaum mit.

Achtung, Trigger zum Thema Nummer 1 nun ...

Nein, ich lasse es bleiben.

10.07.2024 20:14 • #230


PQhope2023
Thema Neid triggerte mich neulich in einem jetzt aber schon etwas veralteten Thread hier.
Ich bin (manchmal) (sehr) neidisch auf Typen, die Erfolg bei Frauen haben - etwas, was ich nicht kenne -, und auf Leute, die im Leben viel erreichen, erleben, Dinge selbstbewusst so machen, wie sie es wollen - denn auch das ist mir eher fremd;
und manchmal auch auf schöne Menschen, einfach, weil sie wie die Traumbesetzung für das Leben wirken, dass ICH gerne hätte, und ich bin eher völlig zurecht nur eine Zweit- oder Drittbesetzung.

Interessanterweise ist der Neid bei mir aber meist nicht groß durchdringend oder bestimmend.
Jeder Mensch lebt letztlich nur sich selbst. Er kann alles immer nur aus seiner Perspektive erleben und fühlen und durchmachen; ja, er hat das Privileg und das Vorrecht, es so zu erleben und mitzumachen.
Es ist das vielleicht höchste Vorrecht des Lebens überhaupt, dass man man selbst ist, sein kann, sein muss, sein darf.

Anscheinend muss ich das mühsam lernen, selbstbewusst meine Dinge anzugehen. Doch manchmal tue ich das ja sogar, ein bisschen wenigstens, und ja, es fühlt sich meistens gut an. Ich bin nicht der Einzige, der Probleme mit der Liebe hat. Sei ehrlich, mit der Selbstliebe.
Das mit den Frauen spiegelt mir nur, dass ich es mir NICHT zutraue und die Nähe nicht wirklich verkrafte; weil ich mich nicht als liebenswert und ausreichend bewerte. Ich weiß noch genau, dass ich mit meiner ersten Freundin regelrecht ANGST hatte, sie könnte mich und wie ich wirklich bin, sehr genau erkennen. Denn dann würde sie ja wirklich wissen, mit wem sie es zu tun hat und mich sicher sofort verlassen. Das war ERNSTHAFT einer meiner Hauptgedanken. Mal abgesehen davon, dass mir meine erste Beziehung auch ein bisschen Auftrieb und Selbstvertrauen gab. Ich merkte ja, zumindest auf einem bescheidenen Level war ich für die Liebe anscheinend nicht total ungeeignet. Ich musste mich nicht komplett unter den Scheffel stellen, mich und mein verlässlich flackerndes Licht. Du denkst manchmal, du bist ein einziger Makel und dann gibt es doch Menschen, die mit dir etwas anfangen können/möchten.

Man kann nur sich selbst erfahren. Und das heißt:
Ich kann also in einer Gefängniszelle sitzen und mich innerlich frei fühlen. Vielleicht weil mich eine in Wahrheit heroische Tat hinter Gitter gebracht hat, wer weiß.

Andere Menschen fliegen mit dem Raumschiff durch die höchsten Sphären und empfinden trotzdem keine Freude. Soll man auf die neidisch sein?

Oder als Millionär sollte man doch eigentlich glücklich und zufrieden sein? Vielleicht ist man es dann doch nicht, nur weil in der Nachbarschaft noch reichere Typen wohnen?
Macht es Sinn, irgendwem seinen materiellen Besitz zu neiden? Vielleicht ist er ein Workaholic. Oder Erbe. Oder Lottogewinner, der mit seinem plötzlichen Reichtum nicht klar kommt. Arnold Schwarzenegger, der extrem Erfolgreiche, wäre beinahe mit Herzinfarkt abgetreten. Man weiß nie, was die Schatten und der Rucksack eines Menschen ist.

Es ist produktiv, zu erkennen: Ein Maserati macht mich nicht glücklich. Da kostest ein Satz neue Bremsen 10.000 Euro, ich bin doch nicht verrückt! Der ganze Luxus gibt mir nicht viel. Abgesehen von dem Südflügel unseres Anwesens, das ist wirklich schön, auf 750 netten Quadratmetern zu leben.
Wir können es uns nicht leisten, aber ein Mal die Woche kommt die Putzhilfe, für zumindest eine Stunde. In unseren Fluren kann man Feldhockey spielen. Der Kühlschrank in unserer Küche ist so groß, dass man ein Mammut im Eisfach unterbringen könnte.

In meinem Herzen ist ein noch viel größerer Raum, er reicht nach oben bis zu den Sternen.

(Ha, das ist eigentlich ein guter Titel: Mein verlässlich flackerndes Licht.)

11.07.2024 00:09 • #231


PQhope2023
Achtung, besonders langweiliges Thema - wie ich meinen Samstag verbringe/verbrachte:

Gestern waren meine Frau und ich 2-3 h aktiv - obwohl ich zunächst keinerlei Antrieb dazu hatte - , haben Sachen rausgekramt und zum Sperrmüll gebracht, u.a. drei alte kaputte Stühle los geworden, danach noch zum Getränkemarkt - wo übrigens die Verkäufer genau im richtigen Maß nett waren -, und dann noch zum Kuchenkaufen in die nächste Stadt (9 km) gefahren.
(Der Konditor dort lohnt durchaus die Fahrt, wobei wir uns mittlerweile darauf geeinigt haben, dass das Mö. in Münster noch besser ist. Nebenthema.)
Anschließend kurz in den Supermarkt. Das war alles harmonisch mit meiner Frau und ich fühlte mich (ausnahmsweise) gut dabei. Ich genoss ihre Gegenwart. Gegen 14 Uhr erst waren wir fertig.

Ich ahnte schon, dass ich danach wieder abstürzen würde. Ich war schon gegen 14.30 Uhr müde, daddelte etwas herum. Meine Müdigkeit war nach der letzten Nacht absehbar, ich hätte mich einfach hinlegen sollen.

Nun hatten wir beim Recyclinghof einen kleinen roten Beistelltisch abgestaubt, den jemand anders dort entsorgen wollte. Meine Frau kam darauf, wollte ihn dann doch nicht, bzw. ich reklamierte ihn für mein Arbeitszimmer. Er steht hier jetzt auch recht gut.

Ich habe das Teil bestimmt eine Viertelstunde sorgfältig (für meine Verhältnisse) abgeschrubbt, draußen auf der Außentreppe, erst mit Spüli, dann zwei Mal normal mit Wasser und trockengewischt. Und eine weitere Viertelstunde auf dem Treppenabsatz vor der Tür lüften lassen. Nötig wäre das alles nur in Maßen gewesen; ich habe mir die Art meiner Frau angewöhnt, die neue und gebraucht neue Sachen immer penibel reinigt. Tatsächlich hat sich das Putzen durchaus gelohnt. Erst hätte ich gedacht, man müsste ihn noch mal neu lackieren, doch die meisten Fehler sind durch das Schrubben weg. Der Tisch sieht nun zwar nicht wie neu aus, aber akzeptabel.

Der eigentliche Punkt kommt jetzt (erst):
Bevor ich eine neue Sache aufstelle oder auch nur die Kopfhörer einer Stereoanlage aufstelle oder ein neues Bild an die Wand hänge, muss ich vorher das Zimmer aufräumen.
Geht bei mir gar nicht anders. Ich glaube, ich habe das sogar, wenn ich neue T-Shirts kaufe und das erste Mal in den Schrank räume. Ich muss vorher die Umgebung schön machen. Sonst kommt die Schönheit der neuen Sache ja nicht zum Tragen.
Ich konnte damals auch meine beiden Regalbretter über dem Schreibtisch nicht montieren, ohne vorher auf dem Schreibtisch und überhaupt im Zimmer klar Schiff zu machen und zwar sehr grundsätzlich.

Das ist so eine Art, die ich seit meiner Kindheit habe. Das ist weniger Perfektionismus als die Sehnsucht nach Harmonie. Ein wichtiger Teil meines Wesens und sogar meine Berufswahl spiegeln sich in dieser Sache. Früher zog ich mich bei Weihnachten immer gerne so früh wie möglich in mein Zimmer zurück, wo ich dann erst richtig die Sammlung meiner Geschenke ausbreitete und ansah. Das war einer meiner Glücksmomente. RÜCKZUG und im sicheren Versteck die BEUTE begutachten; ein typisches Verhalten im Tierreich und auch von mir.
Das scheint ein Kern meiner Introvertiertheit. Und der Hauptgrund, warum ich relativ gerne Sachen sortiere, von Legosteinen bis zu Automodellen und Spotify-Songlisten. Aus der Ordnung strahlt mich so etwas an wie harmonische Kindheitserinnerungen, Wärme, Gelassenheit. Trotzdem würde ich sagen, dass ich nicht unbedingt pedantisch bin.

Beispiel: Hinter der Barriere meines ziemlich großen, halbringförmigen schwarzen Bildschirmständers liegen einige Erinnerungssteine, Batterien und Kabelwirrwarr eher ungeordnet herum. Erstickend chaotisch ist er nicht, dieser Bereich auf meinem Schreibtisch, doch richtig pedantische Leute würden schon die suboptimale Kabelführung nicht ertragen. Gemessen an unordentlichen Schreibtischen bin ich allerdings eher penibel oder jedenfalls um Klarheit bemüht. Kabel dürfen und sollen ein wenig mäandern und sich sträuben, den kürzesten Weg einzuschlagen. Auf meinem Schreibtisch stapeln sich niemals Akten oder gar Papieransammlungen, die durcheinander gehen und manchen Menschen ja produktives Chaos bedeuten.

Sorry, ich schreibe das alles viel zu lang.

Also, ich musste vor dem Aufstellen des neuen Tisches unbedingt mein Zimmer aufräumen. Erst wollte ich nur die zwei zentralen Regale (im Rücken meines Bildschirmplatzes) auf Vordermann bringen. Dann kam mir die Idee, meine Bücher neu zu sortieren, nach einem wichtigen Prinzip: In einem Regalfach alle meine selbstgeschriebenen Bücher und meine eigenen Kladden, davon einige neu gekaufte. Ansonsten Bücher nach Höhe des Buchrückens ordnen. Ich wollte meinen Kreativbereich KOMPLETT in einem einzigen Bereich haben, statt die Exemplare bisher zerstreut abgelegt zu haben. Nun reichen meine eigenen Bücher nicht aus, um ein komplettes Fach zu füllen. Die zweite Hälfte musste ich mit lauter GLEICHHOHEN anderen Büchern auffüllen. (Wir reden von einem Fach des IKEA-Klassikers Billy.) Ich tat beim Aufräumen ein neues drittes Fach für (alle mir gehörenden) Bücher auf, wodurch ich ziemlich viel herumändern und u.a. die Auswahl der Bücher auf meinem Schreibtischbrett neu bestimmen musste.
Jetzt stehen dort nur noch 12 statt 25 Bücher, natürlich immer noch die große Ausgabe von Der Herr der Ringe und Handkes Niemandsbucht als außen postierte Buchstützen ... aber die drei Regalfächer hinter mir sind vernünftig gefüllt. Gut. gut. Davor streunern nur noch meine Kopfhörer und ein kleiner Lautsprecher herum.

Außerdem musste ich meine CD-Sammlung komplett neu aufräumen und neu aufstellen. (Ich war fast davor, mir noch 3 weitere CDs zu bestellen, nur um die Sammlung perfekt zu haben. Jüngere Menschen werden sich wundern: Wer kauft den noch CDs? Ich, definitiv.)
Das habe ich dann auch noch gemacht. Und den Schreibtisch und die beiden Bretter darüber. Meine (verwaiste, nie gut befolgte) Englisch-Lern-Ecke hat einen neuen Standort. Ein Bild habe ich ebenfalls noch neu aufgehängt. Und den Stuhl getauscht.
Und das Zimmer natürlich entstaubt und durchgesaugt, sind ja nur ein paar Quadratmeter.

Jetzt ist es deutlich schöner. Weit entfernt davon, Begeisterung in mir auszulösen, doch es ist definitiv besser.
Ich habe letztlich drei Stunden gebraucht, leider kein Witz. Zwischendurch habe ich nur eine neue Playlist auf Spotify angelegt, die ich beim Arbeiten hören wollte. Und die besagten CDs auf Amazon in den Warenkorb gesammelt. Vor dem sofortigen Bestellen konnte ich mich gerade noch zurückhalten.

Ich habe insgesamt drei Stunden für diese Aktion vergeudet. Eigentlich wollte ich sie anders verwenden, das war der Hauptteil meines Samstags.

Vielleicht bin ich doch ein wenig perfektionistisch und nicht so ganz bei mir. Das ist der eigentliche Problempunkt des Ganzen. Wenn ich so ein Aufräumaktion starte, kann ich sie garantiert nicht auf halber Strecke bleiben lassen. Eher werkele ich bis tief in die Nacht, ehe ich auf halber Strecke abbreche. Denn dafür mache ich das nicht, ohne die Belohnung des fertigen Zustands herumzuräumen. Ich brauche quasi den Endzustand, um mir sagen zu können: Hat sich gelohnt.

Die meisten anderen Menschen hätten das nicht so überzogen. Oder sich gedacht: Hey, es ist Samstag. Hast du eigentlich noch was Schönes vor, in deinem Leben? Wenigstens mal entspannt auf dem Balkon sitzen? Freibad?

Na, gestern war es zu kalt fürs Freibad. Aber auch das ist so eine Sache. Manchmal - gestern ja nicht - bin ich so inhäusig, dass ich kaum das Wetter mitbekomme. Dass ich abends kurz vor die Tür trete und mich wundere, was für ein Sommerwetter draußen ist. Ich könnte mich auch in einer Kapsel im Weltraum befinden oder an einer Marsreise teilnehmen, so genügsam und eingesperrt ich oft meine Zeit verbringe.

14.07.2024 10:16 • x 1 #232


PQhope2023
Uh, oh, Thema Nr. 1, daher Trigger, sorry. Ich brauche das gerade zur nervlichen Entlastung, Ablenkung, Sedierung, keine Ahnung. Ich wiederhole zudem einiges. Der Nährwert hält sich also in Grenzen.

Was ja bei allen meinen Beiträgen der Fall ist.

Die Leser fielen vom Stuhl, aufgrund der ungenügenden Kost.

Ich möchte anbringen, dass ich mich mit mir selbst schwer tue.
Daher dieses gespreizte, geltungsbedürftige Geschreibsel.
Einfacher, als ich selbst zu sein, wäre für mich die Rolle meines Kritikers: Dieser Schreiberling hat Tastatur-Entzug nicht unter zwei Jahren verdient.
Trigger

Denke NICHT an sie, wenn du dir versehentlich auf die Zunge beißt - nur weil sie das früher öfter hatte, es dich an sie erinnert! Oder wenn dir eine Berührung perfekt erscheint.
Oder ein Oberkörper.
Oder wenn jemand den Tee ohne Teebeutel zubereitet.
Oder wenn ihr Vorname irgendwo fällt, wie eine Bemerkung, die man nicht laut aussprechen möchte.
Wenn du ausnahmsweise eine Sache richtig machst und dich dabei wunderst, warum das mit ihr nicht in Ordnung zu bringen ist.
Eigentlich wart ihr beide ja mal vernünftige, vertrauenswürdige Leute.
Denke nicht an sie, wenn du eine perfekte Frauenhandschrift siehst und dir bewusst bist, dass IHRE Handschrift noch deutlich schöner war/ist.
Wie eine Frau so eine umwerfende Schrift haben kann, ist mir ein absolutes Rätsel. Das hat mich noch mehr beeindruckt als ihre superben, an weiße Schneehänge, ram melnde Fellkaninchen und Alice im Wunderland erinnernden Br üste.
Allein für ihre Handschrift möchte ich sie küssen und verschlingen.
Doch es ist falsch, den Anderen küssen und verschlingen zu wollen, wenn man ihn/sie nicht liebt.
Halte dich zurück!
Dringe nicht in sie ein, habe keinen Spaß mit ihr. Ziehe nicht über Los, nimm keine 4.000 Euro ein;
reiß dich gefälligst zusammen.
Du möchtest mit ihr radfahren und ihr kilometerlang unabsichtlich auf den P o schauen.
Du möchtest sie neben dir spüren, selbst dann, wenn ihr euch nicht berührt. Sei stattdessen ein Mönch, ein Stein, ein wesenloser Gegenstand. Es steht dir nicht zu, S.. mit ihr zu haben. In welchem Universum lebst du eigentlich? Sie ist wie eine Parallelwelt, ein besserer, schönerer Planet und du ein Meteorit, der in ihrer Atmosphäre ohne Leuchtspur verglüht. Ich bin weniger als eine Sternschnuppe, weniger als ein Hoffnungsschimmer, nicht mal ein kurzes Aufleuchten am Horizont. Wenn ich ehrlich bin, haben mich Polarlichter noch nie sonderlich begeistert. Außer, sie spiegeln sich in deinen Augen. Das meiste Schöne ist auf gewisse Art Makulatur. Nur nicht die innere Haltung, aufrichtig sein zu wollen.

Ich denke stattdessen an die vier Elemente: Die Erde fragt mich ständig, ob ich mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehe. Das Wasser fragt mich, ob ich noch im Fluss bin. Das Feuer will wissen, ob ich noch brenne. Sogar die Luft moniert, dass mir der lange Atem fehlt. Allen vier ist nicht zu trauen.

Heute 13:15 • #233


PQhope2023
Wenn du nicht einsam und ungeliebt wirken möchtest:
Ziehe dir keine zu bunten, schrillen Farben an. ///

Schminke dich ein bisschen, aber nicht zu sehr. Alles andere wirkt verzweifelt.

Ziehe dich nicht zu jugendlich an. Wirkt verzweifelt.

Gucke nicht ständig Frauen/Männern hinterher.
In sich ruhende Menschen und solche, die das gerne vorgeben zu sein, orientieren sich nicht groß an anderen. Sie hecheln nicht jedem attraktiven Gegenüber hinterher. Das ist erstens unwürdig, zweitens immer verdächtig, dass Sie es nötig haben.

Lass dir deine Unruhe nicht anmerken. ///

Lass dir bloß nicht in die Karten schauen. ///

Trenne dich von dem Gedanken, dass es mit dir eh niemals klappen wird.
(Nur weil du seit 239 bis 8374 Tagen einsam bist, heißt das noch lange nicht, dass es immer so bleiben wird.)

Trenne dich von dem Gedanken, dass es klappen muss.

Trenne dich von dem Gedanken, jemand anderem niemals genug sein zu können.
(Du weißt nicht, was er braucht und was er an dir schätzt, schätzen könnte!)

Erst recht von dem Gedanken: der oder der wäre niemals gut genug für mich!

Geh davon aus, dass auch der Andere bedürftig ist.
(Alles sehr wichtige Sätze, die voranstehenden ...)

Sei dir sicher, dass du etwas zu bieten hast. Auch, wenn du selbst gerade wenig daran glaubst.

Werde deshalb aber nicht übermütig oder arrogant!

Lasse ich ein bisschen auf den anderen ein, bevor du ihn gleich als unzureichend verwirfst.
(Der letzte Satz scheint mir der wichtigste: Lassen wir uns auf das Experiment ein, dass fast jeder Mensch uns zumindest ein bisschen was geben kann; urteile nicht zu früh; lass Erfahrungen zu.)

(/// - Stellen mit Ironie.)

Vor 8 Minuten • #234


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