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Ist zwar mein erster Eintrag hier im Forum... (Hallo zusammen!)
Aber, vielleicht kein schlechter Anfang an ein bestehendes Thema anzuknüpfen.
A) Für alle mit Geduld sich Unsinn anzuhören, den ich amüsant finde:
"Normal" ist meiner Meinung nach eine komplette Illusion!
(Achtung: bewusst gestakste und überstrapazierte Wortwahl!)
Man kann selbstverständlich gewisse Grundvariablen und Attribute isolieren, die !typisch! oder statistisch relevant bei einer breiten Mehrheit von Menschen vorzufinden sind, aber
wird es hier ziemlich schnell offenkundig, dass diese "Norm" nur für die Betrachtung einzelner
Variablen oder eines sehr begrenzten Satzes von Variablen funktionieren wird.
Grundsätzlich ist hierbei gerade bei komplexeren Sachverhalten mit größeren
"Normabweichungen" zu rechnen, als bei simplen (z.B. Sozialverhalten gegenüber
Grundbedürfnissen)
Jepp - Schluss mit dem Humbug.... das war Mathematik. Ich kann bei Funktionen und somit
bei sehr einfachen Systemen, gerade auch mit naturwissenschaftlichem Bezug sehr schnell
Normen und Gesetzmäßigkeiten feststellen und selbst da stoße ich schnell an meine
Grenzen... Erfahrungsspektren wäre wahrscheinlich eine gesündere Wortwahl, da dieses
Wort eine Ausgrenzung durch sich selbst oder durch andere erschwert.
Ich glaube es ist gerade in Bezug auf soziale und gefühlsmäßige Fragen für ein
Individuum immer die schlechteste Idee nach den "Norm"Menschen zu schielen und sich
zu überlegen warum man grundsätzlich anders ist oder keine Chance hat diesen Normen
zu entsprechen.
Diese Normvorstellungen sind völlig diffus und zu einem großen Teil auch simpel so wie
sie sind entweder unrealistisch, überzogen oder unerträglich/ungesund.
Meine Theorie... es gibt keine Norm - es gibt nur Spektren innerhalb derer sich unsere
Psychen überschneiden ... oder aber eben auch nicht überschneiden.
Da mache ich im Übrigen auch keinen Trennstrich zu extremeren Spektren wie
Depression, Borderline u.ä. und zwar aus einem einfachen Grund... Ich möchte diese
Sachverhalte nicht herunterspielen und ich weiss selbst, dass es sich dabei nicht um etwas
ganz alltägliches oder gar harmloses handelt - aber auch diese Spektren sind für Menschen
aus verschiedenen Gründen und Situationen heraus typisch... es ist nicht "abnormal"
in dem Sinne, sondern eher ein Spektrum das eben auch im menschlichen Leben
vorkommen kann - um es abnormal zu nennen, müsste ich davon ausgehen, dass
es unnatürlich sei für einen Menschen Depressionen zu entwickeln.
Es kann aber nicht unnatürlich sein, da es in der Natur sogar in relevantem Maße beobachtet
werden kann.
Etwas als "abnormal" zu ettiketieren oder somit als wider die Natur darzustellen, erleichtert
simpel den Umgang mit einem Sachverhalt, indem ich ihn in eine Niesche schieben kann
und mich nichtmehr damit beschäftigen muss.
Ich gäbe jede Form von Verantwortung ab, indem ich Menschen (welcher Art auch immer)
simpel durch den Normbegriff ausgrenzen kann und somit als "anders" und nicht
dazugehörig definiere.
Andersherum ist der Hinweis eines Individuums der Norm nicht entsprechen zu können,
oder sie niemals und in keinem Punkt zu verstehen bei einigen... gerade auch die ich kannte...
(wohlgemerkt nicht bei allen) eine simple Ausrede und eine Kapitulationsbegründung.
(Im Sinne... Ich gehöre eh nicht zu dieser Spezies...)
Das ist jetzt relativ wertungsfrei, aber ich denke mehr oder weniger mathematisch
korrekt gedacht - (da es sich ja sehr eindeutig um eine mathematische Frage handelt;P)
Folge ich meiner Gedankenkette zu ihrem Ende, verschwimmen die Normvorstellungen
immer mehr und mir bleibt nichts anderes übrig als einzusehen, dass das Etikett
"wünschenswerte Eigenschaften und Erfahrungen" leider weder als Norm, noch als
realistisch beschrieben werden kann und dass es am Ende immernoch darauf hinausläuft:
Jeder Einzelne für sich bleibt ein multikausales, komplexes System, das dankenswerter-
weise nicht so leicht zu erfassen ist, selbst wenn ich die gesellschaftliche Etikettiermaschine
den ganzen Tag auf Hochtouren laufen lasse... es bleiben doch nur Grundannahmen, die
von meinen Erwartungen (Gesellschaft als Ich) subjektiv beeinflusst werden.
B) Die Kurzfassung:
Anders: Normvorstellungen variieren allein schon von Person zu Person... wie sollte
man da überhaupt an die einheitliche Normdefinition glauben (wollen!?)
Eine Norm in dem Sinne wird es nicht geben und jedwede Argumentation, die ich bisher
von mir und anderen hörte, die dieses Wort auch nur enthielten, schienen mir eher
mehr hinderlich, denn hilfreich zu sein...
Das ist meine Meinung - Ich kann mich selbstredend dabei komplett irren.
Achja... in eigener Sache - Ich hoffe das rutscht niemandem in den falschen Hals - ich
will hier niemanden angreifen und ich weiss dass ich teilweise eine recht pedantische
Wortwahl habe - Ich hoffe es kommt trotzdem nicht gefühlskalt rüber... meine
Intention war eher auf meine Art zu sagen - Kopf hoch und halt daran besser nicht fest!