Zitat von Rya.Reisender:Also bin jetzt ich verantwortlich wie andere meine Sätze interpretieren? Das liegt doch an den anderen, aber was zählt ist wie die Person es selbst gemeint hat.
Vor wem, für wen "zählt" das deiner Meinung nach? Es zählt vielleicht vor Gott und manchmal vor Gericht.
Aber es zählt nicht im Alltag vor den normalen Menschen, Ray.
Neulich haute mir ein Mann - versehentlich - die Schließe seines Rucksacks in die Brille rein, als er sich den Rucksack im Bus umschnallte, während er im Gang stand und ich auf einem Sitz saß. Als ich erschrocken und verärgert reagierte: "Aber hallo! Sie haben mir Ihren Rucksack ins Auge geschleudert!" sagte er ganz empört: "Das habe ich doch nicht absichtlich gemacht!!" Sprach's und stieg aus.
Wie findest du das?
Er hielt es weder für nötig, mich um Verzeihung zu bitten, noch sich darum zu kümmern, ob er dabei meine Brille oder mein Auge kaputtgemacht hat, noch, sich erstmal umzuschauen,
bevor er seinen Rucksack auf seinen Rücken schleudert, also vorausschauende Rücksichtnahme zu üben. Sprich, er hat sich leicht bis grob fahrlässig verhalten.
(Das zu klären, wäre dann wohl Sache eines Gerichts gewesen. Aber Schadensersatz hätte er mir auf jeden Fall zahlen müssen, falls meine Brille oder womöglich mein Auge Schaden genommen hätte.)
Diese Einstellung "ich habe es ja nicht absichtlich gemacht!" oder "so habe ich das nicht gemeint", wenn man gedankenlos-fahrlässig eine beleidigend klingende Formulierung verwendet hat, findet man leider inzwischen recht häufig.
Was nützt es dir denn, wenn du so kommunizierst, dass andere Menschen dich "falsch" verstehen, also anders, als du es gemeint hast,
wenn sie dich dann entweder attackieren oder sich einfach von dir abwenden?
Im ganz normalen Leben "zählt" das, was der andere versteht. Davon hängt nämlich sein/ihr weiteres Verhalten ab. Und das ist ja das, woran dir eigentlich liegt, das weitere Verhalten der Person. Das sie z.B. bei dir bleibt. Dass sie sich bei dir wohl fühlt. Dass sie gerne wiederkommt.
Oder nicht?
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Dies zu deiner Aussage, du hättest es
anders gemeint.
Aber ich empfinde es nach wie vor so, dass du es
genau so gemeint hast wie du es geschrieben hast, nämlich: "Analysiert mich nicht! Das will ich nicht." Sprich: "Kritisiert mich nicht."
Das war ja nicht das erste Mal, dass du dich entsprechend geäußert hast.
Es ist schwer, Kritik anzunehmen und konstruktiv darauf einzugehen, wenn man es nicht gewohnt ist, aber es gehört dazu, wenn man mit Menschen zusammen sein will. Man kann andere überhaupt nicht glücklich machen (was du offenbar anstrebst), wenn man ihre Kritik zurückweist. Denn damit behauptet man ja, perfekt zu sein. Oder erwartet vom anderen, jegliche Kritik für sich zu behalten. Meinst du, dass so ein Zusammenleben glücklich möglich ist?
Bei etwas Übung ist es aber nicht mehr schwer und es kann sogar Spaß machen, über die eigenen Macken zu reden und nachzudenken.
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Was mich aber doch wundert, ist deine Meinung, jeder verhalte sich praktisch ständig irgendwie kriminell. Ein Beispiel mit den illegalen Downloads hast du schon gebracht. Was tust du denn sonst noch Kriminelles? Und warum kannst du das nicht einfach lassen?