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Hab keine Freunde

200814.10




5
BaWü
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Tja GastB...

dazu muss man erstmal erkennen was mit einem nicht stimmt.
Ich litt immer wieder an Depressionen, ohne bestimmen zu können, woher diese eigentlich kamen. Ich hatte sogar zwei Therapien hinter mir, die allerdings nicht die wirklichen Probleme beleuchteten, sondern den Umgang mit den Depressionen (was mir eine zeitlang auch wirklich gut gelungen ist) + Medikation.
Solange sich alles im kleinen (familären) Rahmen bewegte war alles i.O., doch als das Leben wieder anfing...

Meine (ex)Frau hat mir tatsächlich angeboten Weihnachten mit der Kleinen und Ihr zu verbringen (jetzt!), doch ob ich dieses Angebot tatsächlich annehmen kann, oder es dann immer noch besteht?! Immerhin würde ich u.U. versuchen wieder eine Nähe aufzubauen die nicht mehr existent ist (vor lauter Verlustangst o.ä.). Und dies bereitet mir sogar noch zusätzliche Ängste, da die Abfuhr ja auch nicht gerade amüsant wäre.

und ach ja...
ob da nun schon ein Neuer im Spiel ist, entzieht sich meiner Kenntnis und ich möchte das auch gar nicht weiter aufbohren.

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  14.10.2008 18:17  
Hallo blueMamba,

ich litt 15 Jahre an mehr oder weniger starken Depressionen und habe nach 3 Therapien jetzt eine alternative Methode gefunden. Zudem habe ich viele Bücher zum Thema gelesen und bin auf dem Weg Dinge so anzunehmen, wie sie kommen.
Auch ich habe meine Heilung gefunden und stelle plötzlich fest, dass mein Mann sich all die Jahre hinter einer Maske verborgen hat (er musste sich ja um mich kümmern) und sich jetzt gerade vor mir zurückzieht , mit der Begründung nicht beziehungsfähig zu sein. Ich habe gestern Abend angefangen etwas mit ihm darüber zu reden und heute auch. Viele von uns kommen doch mit Defiziten aus der Kindheit in eine Beziehung und erwarten, dass uns die Defizite in einer Beziehung erfüllt werden müssen, weil wir das endlich verdient haben. Da fangen die Probleme an. Wenn wir etwas vermissen, das uns noch gegeben werden soll, dann müssen wir lernen uns das selbst zu geben (Eigenliebe, Selbstliebe). Und dann sind wir auch in der Lage dem Partner zu geben - und das ohne die Erwartung, dass unsere eigenen Bedürfnisse auch erfüllt werden, sondern wir können geben, ohne etwas dafür zu erwarten.
Es geht natürlich auch darum, die eigene Kindheit und Vergangenheit loszulassen und vor allem - zu verzeihen. Das geht nicht innerhalb von 4 oder 5 Wochen. Aber es geht, wenn man will.
Wenn Deine (ex)Frau Dich zu Weihnachten einlädt, dann sag zu. Sie macht doch damit einen Schritt auf Dich zu. Überleg mal, wer ist der Mensch, dem Du am meisten weh tust, wenn Du absagst? Das bist doch Du. Wenn Du noch etwas für sie empfindest, strafst und verletzt Du Dich mit einer Absage am allermeisten. Rede mit ihr über Deine Ängste oder schreib ihr einen Brief.
Und, wenn es Dir hilft. Ich stecke gerade in der gleichen Situation, nur dass wir noch zusammen wohnen.
Aber ich möchte auf meinen Partner zugehen. Ich wünsche mir, dass auch er es schafft, das Alte loszulassen. Ich weiß nicht, ob er dazu bereit sein wird, aber ich will von meiner Seite her alles dafür tun, was ich kann.
Sollte er sich dafür entscheiden den Weg in den Rückzug und die Einsamkeit zu wählen (=Selbstbestrafung), statt an sich zu arbeiten und sich weiter zu entwickeln, dann muss ich das akzeptieren. Ob ich will oder nicht. Aber dann werde ich mich auch trennen. Aber erst als allerletzte Konsequenz.
So, das war jetzt hier mein fast längster Text im Forum, den ich je geschrieben habe.

MissErfolg



5
BaWü
  14.10.2008 18:58  
kaum hier, schon fordere ich lange Texte...

Briefe und Mails habe ich noch und nöcher geschrieben. Es gab auch stundenlange Gespräche und Debatten, Anschuldigungen und Streits. Speziell die Streits taten immer mehr weh, da es die vorher niemals gab.

Das Angebot ablehnen und mir selbst damit wehtun?
Wehgetan habe ich mir schon so unendlich schmerzvoll, da ich keinen anderen Ausweg mehr sah, als uns zu trennen.
Was macht das träumerische Ausmalen eines Neuanfangs?
Zudem glaube ich da einfach an den Mitleidsfaktor, den ich jedoch nicht möchte, da stark macht sowas nicht.

Man kann vom Gegenüber nichts erzwingen.
Ich hätte mir gewünscht, dass Sie jetzt auch mal für mich da sein kann, doch zieht so eine Depression eben kräftig runter. Ich kenne das ja selbst, und weiß bis heute noch nicht woher ich die Kräfte hatte, das alles zu überstehen, was in den letzten Jahren vorgefallen war.
Von Klinikaufenhalten, Selbstverletzung bis zu Suizidgedanken war alles dabei.

Ich bin ihr nicht mal böse, dass sie es nicht zulassen möchte, Ihr positiveres Leben wieder zu verlieren. Sie hat mächtig Angst davor, und dies bezeugten viele echte Tränen.
Das ist für mich zwar katastrophal, da ich jetzt schon massive Panik schiebe vor dem Alleinsein, doch kann ich es sogar verstehen.

Angebote können noch viele gestellt werden, doch bleibt abzuwarten, ob diese all die "Trennungsabwicklung" überleben werden. Ich hoffe es, doch so recht dran glauben...

Was bleibt ist die unendliche Traurigkeit und der düstere Blick in die Zukunft, die gepaart mit Visionen aus der Vergangenheit, die eigenen Fehler wie Stachldraht ums Herz nageln.

Danke MissE für den langen Text



  14.10.2008 20:47  
Ja, die Vorwurfsgespräche sind mir auch bekannt. So lief das die letzte Zeit (seit 1 Jahr) auch bei uns ab.
Erst der Tipp einer Freundin, dass ich ja auch nicht deutlich mache, was ich will und das mal ausdrücken soll, hat mich dazu angeregt am Sonntagabend mal einen Anfang zu machen.
Ich selbst habe durch die Depressionen natürlich auch viel von meinem Partner abverlangt - ohje - , aber man darf sich selbst auch vergeben und sich nicht dauernd deswegen Vorwürfe machen. Es war nun einmal so. In einer Depression ist man halt nicht wirklich man selbst. Für ihn war unsere Verbindung passend, da er sein Helfersyndrom ausleben konnte, das er schon als Kind aufbauen musste. Und er macht sich selbst auch Vorwürfe.
Gut, ich habe inzwischen etwas mehr zeitlichen Abstand und bei Dir ist quasi alles noch frisch. Wobei mein Partner momentan auch in der totalen Opferrolle hängt. Ich will uns aber im Moment nicht aufgeben und meinen Teil dazu beitragen.

MissErfolg



5
BaWü
  14.10.2008 20:57  
Ich sehe mich gar nicht als Opfer, sondern eher als Täter, der diese Beziehung erdolcht hat. All das was ich mir für Sie wünschte hat Sie ja jetzt, und mir ging einfach die Puste aus, dass tut zwar unangenehm weh, da wir auch erst im Mai geheiratet hatten (und Sie befand sich bereits auf dem Weg der Besserung), doch die Opferposition widerstrebt mir.
Vielmehr ist es jetzt das Suchen nach Gründen, weshalb alles so rapide schnell den Bach runterging, damit ich diese Fehler nicht nochmal wiederhole, denn so langsam vergisst man den Spass am Dasein... irgendwie.




  15.10.2008 17:26  
Hi blueMamba,

jo, meinem Mann ging auch die Puste aus. Er sagt, er hat sich ausgegeben. Ist bei Dir wahrscheinlich ähnlich.
Man kann sich nur ausgeben, wenn man gibt, um etwas zurück zu erhalten (nämlich das, was man meint noch aus Kindheitsdefiziten bekommen zu müssen) und wenn man unfähig ist wirklich zu empfangen, weil man seinen Selbstwert zu gering schätzt.
Durch die fehlende Fähigkeit wirklich empfangen zu können, verlangt der im Helfersyndrom immer größere Opfer von sich selbst ab und gibt sich immer mehr aus. Ein Teufelskreis, in den der Gegenüber mit einbezogen ist und dann dreht sich das Ganze irgendwie immer schneller nach unten.
Du tust Dir besser, wenn Du Dich nicht als Täter siehst. Es gibt keine Schuldigen. Wir sind Opfer von Umständen nicht Opfer von Menschen. Und - jeder trägt für sich in einer Beziehung 100% und für diese 100% ist ausschließlich jeder selbst verantwortlich.
Das mit dem Heiraten ist ne komische Sache. Bei vielen Paaren geht es dann irgendwie bergab. Vielleicht fühlt man sich so wie im Gefängnis - unbewusst natürlich. Zumal, wenn man Eltern hat, die einem selbst keine glückliche Ehe vorgelebt haben.

MissErfolg



99
8
Mönchengladbach
  30.10.2008 22:00  
Hallo wieder mal....ich wollt noch was zu mir schreiben, was ich vor kurzem herausgefunden habe....
Bei der Therapie in die ich mich begeben habe wurden ein paar Tests gemacht...und es wird jetzt aufgrund der Testergebnisse vermutet, dass ich unter einer schwachen Form von Asperger-Autismus leide...wenn das wirklich der Fall ist werde ich wohl, wie man es mir gesagt hat, "nie wirklich ein Partylöwe" sein...



1
  16.11.2008 18:24  
hallo mensch90

es ist echt krass... wir haben ne ganze menge gemeinsam. ich weiss, es ist sehr schwer aus diesem teufelskreis wieder herauszukommen aber vllt durch eine therpie!? eine verhaltenstherapie... wie man mir vorgeschlagen hat.

ich finde es schön, dass wir kontakt haben und uns austauschen.

lg _pain_



1
  03.02.2009 11:05  
hallo,

danke für deinen beitrag. es hat mir sehr geholfen, zu lesen, dass es anderen auch so geht. ich bin 31, ganz hübsch sagen manche, habe einen job und das war es. ich habe auch keine freunde und genau wie bei dir dreht sich mein ganzes leben darum, das zu verstecken, um nicht noch mehr ins abseits zu geraten. wie man da raus kommt? ich weiß es nicht. ich denke momentan an suizid, denn meine einsamkeit erscheint mir unerträglich, aber denken ist das eine und machen das andere...



99
8
Mönchengladbach
  05.02.2009 18:47  
sugar92...ich weiß, dass die Einsamkeit sehr schlimm sein kann, glaub mir, aber das kann doch nicht die Lösung deiner Probleme sein!
Denk doch zum Beispiel daran, was das für deine Familie bedeuten würde! Willst du denen das wirklich antun?
Ich weiß, dass man dabei oft deprimiert ist und nicht weiß, wie es in der Beziehung weitergehen soll, aber es gibt für alles eine Lösung.
Gib die Hoffnung nicht auf, denn wenn du selbst aufhöst zu glauben, dass man deine Probleme lösen kann, kann es nicht besser werden.
Kopf hoch!


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