Hallo zusammen,

ich bin weiblich und 27 Jahre alt. Ich bin seit über 10 Jahren in einer Beziehung und trotzdem fühle ich mich teilweise einsam.
Ich ziehe mich immer mehr von Freunden zurück und sitze dann zuhause und heule, weil ich mich einsam fühle.
Ich kann und will aber auch irgendwie nichts ändern. Ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll. Einerseits möchte ich mich mit Freunden treffen und andererseits auch nicht, weil ich lieber mit meinem Freund zusammen sein will. Das ist für mich ein Teufelskreis.
Ich habe zudem auch einen Job mit beschissenen Arbeitszeiten (Einzelhandel).
Zudem bin ich sehr schüchtern und ich kann nicht gut auf andere zu gehen.
Die Ursache für alles liegt meiner Meinung nach in meiner Kindheit, als meine damals beste Freundin und ich die 4. Klasse verliessen und auf weiterführende Schulen gingen. Sie ging damals auf ein Gymnasium und ich auf eine Gesamtschule. Für ihre Eltern war das unmöglich das sie weiterhin Kontakt mit mir hat. Ich war nicht gut genug. Ich wurde damals nicht auf ihren Geburtstag eingeladen mit der Begründung, dass er nicht gefeiert wird. Er wurde gefeiert nur ohne mich. Für mich war das ein Schock. Seitdem denke ich immer wieder das ich nicht gut genug bin und das mich alle oder viele für doof halten und mich nicht mögen.
Das das Blödsinn ist, weiß ich im Grundegenommen, aber die Gedanken kommen immer wieder.
Mit meinen folgenden Freundinnen war es auch nicht besser.
Ich bin sooft enttäuscht worden, dass ich mich auf einen Freundschaft irgendwie nicht so richtig einlassen kann. Dadurch vergraule ich natürlich auch viele.
Ein Teufelskreis.

Ich hoffe dieses Forum kann mir aus meinen Probleme helfen.

09.04.2012 11:59 • 19.04.2012 #1


3 Antworten ↓


Hi Gary85,

deinen Beitrag hätte auch von mir sein können! Ich hatte ähnliche Erfahrungen wie du und befinde mich in einer ähnlichen Situation. Ich bin 28 Jahre alt und auch seit 10 Jahren in einer festen Beziehung. So wie du habe ich mich von meinen Freunden zurückgezogen. Ich hatte noch nie viele Freunde, aber immerhin eine beste Freundin und mehrere guten Freunde/Bekannte, mit denen ich ab und zu was unternehmen konnte. In ihrer Anwesenheit fühlte ich mich jedoch recht einsam... oft fühlte ich mich von ihnen missverstanden und konnte nicht über alles mit ihnen reden.

In der Kindheit hatte ich auch eine beste Freundin. Ich war 2 Jahre älter als sie und wir waren Nachbarinnen, waren in der gleichen Schule, nur in einer anderen Klasse. Nach der Schule waren wir immer zusammen, auch an Wochenenden, in den Ferien....wir waren unzertrennlich. Bis sie irgendwann die Schule wechselte und neue Freundschaften schloss. Somit hatte sie keine Zeit mehr für mich... diese Erfahrung hat mich sehr geprägt.

Nach vielen Jahren hatte ich andere Freundschaften geschlossen, aber sie waren nicht mehr so intensiv. Vor drei Jahren hatte ich jemanden, den ich "eine beste Freundin" nennen konnte. Nach einiger Zeit hat sie dann Abstand von mir genommen. Ohne Streit haben wir uns einfach distanziert. Jetzt weiß ich, dass sie neue Kontakte hat und neue "Freundinnen". Somit bin ich wieder überflüssig geworden...

In mit steckt der Wunsch nach neuen Freunden, aber andererseits sitzt die Enttäuschung tief, denn ich denke "wozu? wenn ich eh kaum Leute vertrauen kann..." Manchmal fühle ich mich echt wohl in meiner Haut, ohne Verabredungen, ohne Telefonate... andererseits denke ich auch, dass es kein Dauerzustand sein kann.Doch wo kann man ehrliche Freunde finden?

09.04.2012 15:01 • #2



Hallo Gary85,

Einsamkeit.

x 3#3


Hallo Honeypie,

das kenne ich auch, dass man überflüssig geworden ist oder das man sowieso nur der Lückenbüßer für irgendwen war.
Manchmal denke ich, ich habe gar keine Menschkenntnis.
Letztes Jahr haben wir auf der Arbeit eine neue Kollegin bekommen. Ich fand sie sehr nett und wir haben uns dann auch mit unseren Freunden zusammen privat getroffen.
Das hat mir einfach gut getan.
Irgendwann habe ich dann das Gefühl bekommen, dass ich ihr vielleicht nicht alles von mir erzählen sollte.
Dazu muss ich ein wenig ausholen damit man es auch versteht.
Ich arbeite seit ein paar Jahren als Kassenaufsicht. Ich mache das mit meiner besten Freundin zusammen. Wir machen aber privat fast gar nichts zusammen. Sie hat mit ihrem Freund zusammen vor ein paar Jahren ein Haus gekauft, welches noch umgebaut wird. Wodurch sie auch nicht so viel Zeit hat und ich bin immer wieder froh, wenn ich die Sonntage mit meinem Schatz verbringen kann.
Vor einiger Zeit als wir auf einem Geburtstag waren, sagte sie mir, dass sie sich vorstellen könnte, das wir beste Freunde werden könnten. Ich war damals richtig happy
Mittlerweile ziehen wir uns beide zurück. Sie wahrscheinlich, weil von mir nicht viel kommt.
Zurück zur eigentlichen Geschichte.
Ich bekam wie gesagt, das Gefühl das ich ihr nicht so recht trauen kann, das sie hinter meinem Job her war. Sie war als Stellvertretung von uns eingesellt worden. Ich ignorierte das aber und traf mich weiterhin mit ihr. Ich erzählte nur nicht alles von mir.
Wie sich später herausstellte, hat sie es wohl wirklich auf meinen Job abgesehen. Das Gefühl, das man nur ausgenutzt wurde, war für mich Hölle. Das tat mir so weh und es tut immer noch weh, wenn ich drüber nachdenke.

Ich denke aber teilweise auch so, dass man ohne Freunde manchmal besser dran ist. Ein Dauerzustand ist das aber wirklich nicht. Wo findet man wahre Freunde? Ich denke, entweder man findet sie irgendwann oder nicht. Ich suche nicht mehr. Bringt doch nichts, außer Enttäuschung.

10.04.2012 08:57 • #3


Dubist
So seh ich das auch..damit bist du nicht alleine.
Meine damals beste Freundin hat mich als sie umzog für ne andere Freundin hocken lassen.
Beide verarschten mich in den Sommerferien zusammen am Telefon miteinander.
Das ist mir dann Jahre später nochmal mit jemand passiert.
War echt schrecklich, ich habe noch niemals so einsame Ferien verbracht. Mein Vater haute mich, als ich deshalb weinte.
Schlimm sag ich euch.

19.04.2012 17:59 • #4





Dr. Reinhard Pichler