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Hallo zusammen,

ich bin 19 Jahre, werde aber in 2 Monaten 20. Alles, was ich bisher in Sachen Beziehung erlebt habe, war eine 2 monatige Beziehung. Und das war mit 17. Seit dem hat sich nichts mehr groß ereignet.

Meine Freunde haben bereits alle Beziehungen und wohnen auch etwas verteilt. Eine wird nächste Woche heiraten, die andere macht BA in Stuttgart, ihr Freund wohnt in Ulm den sie dann nur am Wochenende sieht. Ich bleib da öfters auf der Strecke und muss zusehen, was ich an den Wochenenden mache. Schon immer habe ich mich mit Gleichaltrigen verglichen, was immer mehr dazuführte, dass ich mich immer schlechter fühlte. Ich erkannte, dass ich nicht normal war. Ich bin nicht die typische 19 Jährige, die jedes Wochenende einen draufmachen kann, einen riesen Freundeskreis hat und immer etwas zu tun hat. Meine Erfahrungen in Sachen Liebe sind recht gering und doch möchte ich sogern mehr erfahren.

In bin verzweifelt, da mir an den Wochenenden oft nichts anderes bleibt, als alleine wegzugehen. Ich verbringe dann einige Zeit in Bars und weiß nicht, was ich mit mir anstellen soll. Wenn ich in Discos gehe, dann geht es, ich tanze gerne, aber Mr. Right findet man dort vermutlich nicht.

Meine Angst, alleine zu leben bis ich sterbe, ist so enorm, dass es mir oft die Luft zum atmen nimmt. Ich habe schon versucht, mit meiner Mutter über meine Probleme zu reden, aber sie meint immer nur Geh öfters weg . Ich komme dann immer mit dem Gegenargument alleine macht das doch keinen Spaß! Es schmerzt sehr, zu wissen, dass die eigene Mutter mich nicht ernst nimmt, sogar noch Salz in die Wunde streut und mir keine Unterstützung bietet. Meine Freunde meinen immer, dass auch ich irgendwann jemanden finden werde, dass ich nicht zwanghaft suchen soll. Aber das ist einfach zu sagen, wenn man schon das Glück gefunden hat.

Jede Nacht ist für mich schlimm, denn mir wird bewusst, dass mir mit jedem vergangenen Tag, weniger Zeit bleibt. Zeit, in der ich Spaß haben soll, in Beziehungen sein soll und, und, und. Ich habe Angst, nichts zu erleben. Ich habe Angst, einsam zu sein und dass mir das Leben aus den Fingern gleitet. Ich weiß, jeder ist seines Glückes Schmied. Ich versuche wirklich, mir aus dieser Lage zu helfen, suchte Hilfe auf unzählbaren Singlebörsen, ich gehe alleine weg, usw.

Ich weine mich oft in den Schlaf, weil ich einfach keine Hoffnung mehr sehe. Dabei bin ich unter Freunden ein sehr lustiger Mensch, mit Fremden gehe ich normal um (also nicht extrem schüchtern) und bin freundlich. Dieses Gefühl der Machtlosigkeit und Einsamkeit kommt meist, wenn ich alleine bin. Wie in Schuben kommen sie plötzlich und hinterlassen ein Chaos.

Ich wünsche mir so, dass ich mit jemandem aus meiner Familie darüber reden kann, denn es belastet mich sehr und ich würde mich vielleicht besser fühlen, wenn ich diese Last heruntergesprochen habe. Aber ich weiß nicht, wie ich das ansprechen soll. Ich habe Angst, dass sie mich nicht ernstnehmen.

Eins weiß ich jedoch: So kann ich nicht weiterleben. Ich bin mir sicher, bevor ich vereinsame, mache ich dem ganzen ein Ende.

11.01.2010 00:56 • 16.01.2010 #1


11 Antworten ↓


Hallo
Das Problem kommt mir irgendwie bekannt vor... Von mir selbst. Diese Phasen, in denen man sich so Einsam fühlt, dass man verzweifelt, kenn ich leider nur zu gut. Ein Unterschied ist allerdings, dass ich jetzt noch gar keine Beziehung hatte (auch keine Beziehung, wie du bei dir eine erwähnst). Jedenfalls hab ich beim Lesen deines Beitrags gedacht, dass unsere Grundsituationen sehr ähnlich klingen. Das Problem war einer der beiden Gründe, warum ich mich hier angemeldet hab. Deswegen kann ich dir leider auch nicht direkt helfen, aber ich weiß, wie schwer das sein kann. Das Problem, wenn man mit anderen darüber reden will, also Familie oder Freunde, ist nur, dass sie selbst meistens das Gefühl so intensiv nicht kennen. Ich habs probiert, meine Leute sagen mir auch nur immer Das passiert schon irgendwann, oder ähnliches. Ich hab für mich erkannt, dass es das Wichtigste ist, sich nicht unter Zeitdruck zu setzen. Das ist nicht einfach, vor allem, wenn dieses Gefühl allgegenwärtig ist, aber leider ist es wohl so. Was auch helfen kann, ist sich einen anderen Grund zum weitemachen zu suchen (Sprich: Damit man dem Ganzen nicht ein Ende macht), bei mir ist es z.B. das Schreiben. Das Dumme ist, je weniger man über die Sache nachdenkt, desto eher ändert sich objektiv gesehen mal etwas daran.
Ja... Viel mehr kann ich im Moment nicht dazu schreiben, weil mir grad auf Anhieb nichts Hilfreiches mehr dazu einfällt. Vielleicht schreib ich später noch was...
Weiß auch nicht, ob es dir helfen würde, sich genauer auszutauschen, dafür würd ich mich sonst auf jeden Fall anbieten, aber das musst du wissen.

Ok, dann noch alles Gute

11.01.2010 03:43 • #2



Ein Leben lang einsam?

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Hallo Bailey und herzlich Willkommen im Forum...

Zitat von Bailey:
Wenn ich in Discos gehe, dann geht es, ich tanze gerne, aber Mr. Right findet man dort vermutlich nicht.


Du gehst in Discos oder? Warum sollte Mr.Right dann nicht auch ein bisschen Spaß haben wollen und in Discos gehen? Dieses Disco Argument werde ich nie verstehen...^^ weil fast jeder normale Erwachsene in Deutschland schon einmal in einer Disco war....

Ich finde du schlägst dich schon ganz tapfer... vor allem dass du auch alleine weggehst und nicht zuhause rumlungerst finde ich großartig, deswegen verliere nicht deinen Mut.

Irgendwann wird schon der richtige kommen, jedoch nicht von selbst, sondern du musst weiter dran arbeiten. Viele meinen Ja der richtige würde immer von selbst kommen, dass ist meiner ansicht nach aber falsch, da man damit sein Schicksal aus der eigenen Hand gibt, arbeite lieber selbst daran, denn richtigen irgendwann zu bezaubern.

Wodurch du dass nach meiner Meinung am besten machst?
Persönlichkeitsentwicklung. Erweitere deine Persönlichkeit. Lern neue Sprachen. Geh zu einem Tanzkurs. Schauspielkurs. Malkurs. ZUm Sport.
Tritt einem Kegelclub bei...
Rede mit den Leuten auf der Straße, als wenn du sie schon ewig kennen würdest. Trainiere alles. Trainiere deine Sozialen Fähigkeiten. Flirte mit jedem wo du nur kannst und komm dir dabei nicht als Schlampee vor, denn sollte es denn verboten sein, als Frau genau das Gleiche zu wollen, wie als Mann? Ich denke nicht.

Ich sage nicht das es einfach wird, aber es ist machbar, vor allem wenn du es unbedingt willst... und den anschein habe ich...

Und immerhin hattest du schonmal eine Beziehung. Ich kenne Leute die noch nie eine Beziehung hatten und schon längst 20ig sind, also verdränge die Gedanken an die Einsamkeit und mach dich daran die Welt und deine person zu entdecken...

viel Glück und spaß noch...

11.01.2010 12:28 • #3


Hallo,

naja, mir geht es ja auch so, dass ich noch nie eine Beziehung hatte, noch nichtmals ein paar Wochen oder so .

Ich kann von daher auch keine Tipps geben oder so, halt höchstens schreiben, dass ich das Problem auch habe. Allerdings ist es bei mir nur eins von vielen vielen...
Mir hilft das manchmal ein bisschen, wenn man liest, dass man zumindest nicht allein damit ist, aber wie gesagt wirklich Tipps kann ich nicht geben, höchstens halt drüber reden .

Lg, Berliner

11.01.2010 16:33 • #4


Danke für eure Antworten.


Heute habe ich meinen Eltern meine Sorgen gebeichtet; eigentlich wollte ich dabei nicht heulen wie ein Kleinkind, aber ich war so verzweifelt. Meine Mutter sagte mir, dass ich nur noch vor dem PC sitze, schon seit der Realschule und einfach nicht schwatzhaft genug bin. Dass man mir einen roten Teppich ausrollen müsse und die Menschen mir in den Ar*** kriechen müssen. Ich war sehr erschrocken und fassungslos, noch immer begreife ich nicht so recht, dass sie sowas gesagt hat. Mit dem PC wird sie wohl Recht haben.

Ich habe Angst, dass ich meiner Mutter keine gute und ideale Tochter bin. Dass ich die beschäme und nicht ihren Erwartungen entspreche. Ich habe Angst, dass mich nicht liebt. Sie meinte, sie habe mir immer Ratschläge gegeben, aber ich würde immer Ausreden suchen wie z.B. Alleine macht es keinen Spaß oder Da gehen doch nur solche Leute hin... Mir ist bewusst, dass sie auch hier recht hat. Aber dennoch hätte ich mir von ihr mehr Unterstützung und ja, irgendwie auch Verständnis gewünscht. Klar kann sie mein Leben nicht steuern, das muss ich schon selber, aber wenn meine Tochter Probleme haben würde, würde ich ihr helfen und für sie da sein.

Meine Eltern meinen, ich solle alleine ausgehen, einfach schauen, in welchen Bars ich mich wohl fühle, dort etwas trinke, mich ein wenig umschaue und wenn es mir nicht gefällt, dann könne ich ja noch woanders hin. Sie haben mir erzählt, dass sie früher auch alleine weggegangen sind. Und dass man so auch neue Menschen kennenlernt.

Zudem möchte ich am Donnertag meinen alten Badminton Verein besuchen und evtl. wieder eintreten. Ich hoffe nur, dass dort welche in meiner Altersrichtung sind : /

Ein weiterer Ratschlag, war das Fitnessstudio, aber da bin ich mir immer noch unsicher

Ich habe so viel vor, und dennoch habe ich Angst, dass ich das alles nicht einhalten kann. Ich weiß nicht, ob ich es durchhalte, jedes Wochenende, jeden Freitag und Sonntag, meine Abende in Bars, Clubs, etc. zu verbringen.

11.01.2010 22:08 • #5


Hallo Bayley,

die Phase kenne ich auch als ich so alt war wie Du:
alle sind in Beziehungen, andere sind schon verheiratet, mein Gleichgesinntenkreis wird immer kleiner, ect.

Mich hatte es aber nur kurze Zeit beschäftigt, ich wollte erst mal meine Freiheit geniessen die ich vorher nie hatte und fühlte mich damit sauwohl, bin allein durch die Welt gereist, bin immer allein weg gegangen.
Es kam dann aber, als ich so um die 30 war, dass mir das Bewundern der schönen Dinge im Leben, allein keinen Spaß mehr machten, naja aufgrund vieler negativer Erlebnisse wurde ich dann auch immer unsicherer mit meinem Alleinsein. Dennoch habe ich es nie bereut dass ich mir die Welt angesehen habe und meine Ressourcen gelebt habe.

Was ich Dir mitteilen möchte ist, das es nicht wichtig ist was in der Gesellschaft normal ist oder erwartet wird wie z.B. aus der Schule raus, Lehre machen, heiraten und Kinder kriegen.
Wichtig ist was Du willst.

Eine Partnerschaft ist zu jeder Zeit möglich. Es ist tatsächlich so dass z.B. es in meinem Alter schwieriger wird weil der Partner-Markt kleiner geworden ist und man die Ansprüche aus jungen Jahren in höherem Alter etwas runterfahren muss. Aber Partner findet man immer.

Ich selbst habe eben (auch aufgrund meiner Krankheiten) auch meinen Hintern nicht nach draußen bekommen, ein richtiger Partner kommt nicht einfach vom Himmel gefallen.

Du bist noch sehr jung und glaube mir, Du hast noch sooooo viel Zeit. Mach´ das was DU machen möchtest und wenn Du unbedingt eine Beziehung möchtest, musst Du tatsächlich aktiv werden.

Hast Du ein Hobby? Suche Dir einen Verein oder Gleichgesinnte. Wenn Du aktiv wirst, dann wirst Du erkennen dass Du Dich von Partnerangeboten wahrscheinlich garnicht retten kannst...

Wenn Du so gerne tanzt, dann findest Du in der Disco ganz bestimmt mal jemanden. Wenn Du dort jemanden kennenlernst dann taste Dich ran (gehe nicht gleich in die Vollen) und dann siehst Du ob es das richtige ist. Sollte es mal nicht der Richtige/die Richtige sein, dann wirst Du aus dieser Erfahrung lernen und machst einfach weiter.

Alles Gute für Dich

LG
Shaliah

11.01.2010 22:32 • #6


Hallo Bailey, schau mal deine PNs an.

13.01.2010 11:32 • #7


Es ist alles im Moment einfach furchtbar schwer für mich.

Ich wollte nie wahrhaben, dass ich so jemand sein kann, der in der Welt fast völlig alleine ist. Ich habe immer irgendwelche Rechtfertigungen parat gehabt.

Alleine ausgehen ist für anstrengend, mich aufzuraffen und zu sagen heute gehe ich weg - auch wenn ich eigentlich weiß, dass ich wahrscheinlich an der Bar sitze für 2 Stunden und an meiner Cola schlürf.

Ist es nicht so, dass man neue Freunde über alte Freunde findet? Und nicht in einer Bar oder Disco? Ist es nicht normal, seine Freunde auf Feiern kennenzulernen? Geburtstagsparties, Silvester und sowas? Und genau das fehlt mir. Meine Freunde kennen selbst nicht viele, und vor allem keine Jungs in meiner Alter.

Gestern konnte ich leider nicht zum Badminton Verein, da ich für heute auf eine BWL Arbeit lernen musste. Am Montag werde ich dann hingehen. Ich bin unsicher, was mich erwarten wird.

Meine Eltern meinten, es wäre früher so normal gewesen, alleine wegzugehen und dass es heute auch normal ist. Aber ich denke, dass sich zu heute vieles geändert hat. Dass man einfach nicht mehr angesprochen wird. Meine Mutter hatte das Glück, und wurde von meinem Vater angesprochen

Oh, ich wurde schon öfter angesprochen, mehrmals angetanzt. Ich hatte wirklich viele Chancen, und ich war so dumm und hab nicht zugegriffen *seufz* ich glaube also nicht, dass es an meinem Charakter liegt. Ich bin unter FRemden nicht sehr schüchtern, freundlich und interessiere mich für die Gespräche. Ich glaube eher, es liegt wirklich daran, dass ich über meine FReunde niemanden kennenlernen kann, weil da niemand ist. Und sowas selbstverständliches wie Geburtstagsparties jeden Monat gibt es bei mir einfach nicht : /


Heute werden ich wieder weggehen, auch wenn ich von der Arbeit geschafft bin. Es kostet mich viel Überwindung und Motivation.


Ich glaube auch, dass ich mit zu hohen Erwartungen fortgehe. Ich gehe weg, um jemanden fürs Leben zu finden (oder für eine längere Zeit) und nicht, um Spaß zu haben. Das ist ein großer Unterschied, das weiß ich, und ich sollte mir diesen Druck eigentlich nicht machen, aber es ist so schwer

15.01.2010 19:29 • #8


Sorry für Doppelpost, gibt es hier keine Edit-Funkion? ^^

Was mir noch eingefallen ist:

Bspw. wenn samstags ein guter Film im TV kommt, hätte ich den früher immer angeschaut. In letzter Zeit ist es aber so, als dürfte ich das nicht. Als ob ich diesen Tag bzw. diesen Abend verschwendet habe. Ich frage mich dann immer: Andere 19 Jährige würden an deiner Stelle nicht den Film anschauen, sondern feiern gehen mit ihren Freunden und dann überkommt mich das furchtbar schlechte Gewissen und ich denke mir meine Mutter hat Recht, ich nutze sowas nur als Ausrede um nicht fortgehen zu müssen.

Oder freitags immer fortzugehen, kann ich mir kaum vorstellen, zumal mir gegen 22 Uhr langsam die Augen zu fallen ^^ wie schaffen das andere Leute nur?

15.01.2010 19:37 • #9


Wenn dich oft welche ansprechen, wieso gehst du dann nicht darauf ein? Liegt es dann nicht doch an dir?

15.01.2010 21:25 • #10


Hi

bin 17 und hab das selbe problem wie du mit beziehungen...mit dem unterschied, dass ich noch nie auch nur so was ähnliches hatte^^

Am anfang hat mich das auch richtig fertig gemacht, vor allem wenn ich mich mit andern verglichen hab...der größte fehler den man meiner meinung nach machen kann: sich ständig mit andern zu vergleichen...zumindestens bei mir ist das nämlich so, dass ich mich immer nur mit leuten vergleiche, die mir in der hinsicht überlegen sind.
Is klar dass man sich damit immer runterzieht.

16.01.2010 10:14 • #11


Hallo Bailey,
Vorweg will ich dir erst mal sagen, dass es viele in deinem Alter gibt, die ähnliche Ängste und Gedanken habe wie du (ich selbst z.B.). Das ist also erst mal nichts Schlimmes und nicht etwas das nicht ,,normal‘‘ ist, damit bist du nicht allein. Außerdem bist du schon wesentlich weiter als andere, die in ähnlichen Situationen wie du stecken, du gehst in Diskos, Bars etc. und versuchst andere kennenzulernen und das alleine, dafür gebührt dir schon ne Menge Respekt. Hut ab. Das solltest du dir vielleicht mal selbst klar machen.

Zitat von Bailey:
Schon immer habe ich mich mit Gleichaltrigen verglichen, was immer mehr dazuführte, dass ich mich immer schlechter fühlte. Ich erkannte, dass ich nicht normal war. Ich bin nicht die typische 19 Jährige, die jedes Wochenende einen draufmachen kann, einen riesen Freundeskreis hat und immer etwas zu tun hat. Meine Erfahrungen in Sachen Liebe sind recht gering und doch möchte ich sogern mehr erfahren.


Jep, das vergleichen kenne ich auch nur zugut, dass führt aber meistens nur dazu das du dich selbst als ,,schlechter als die anderen‘‘ einschätzt, was überhaupt nicht der Fall ist und was oftmals in einem Teufelskreis aus schlechten Gedanken endet. Denn letztlich weiß man nie, ob die Person mit der man sich gerade vergleicht, nicht genau die selben Ängste etc. hat, beziehungsweise was sie wirklich denkt, von einem hält.

Du sprichst hier von ,,normal‘‘ was ist das schon? Ist wirklich alles erstrebenswert, nur weil es offenbar als ,,normal‘‘ angesehen wird? Sollte man nicht sein Leben so leben, dass man selbst zufrieden ist und zu der eigenen Person stehen kann, unabhängig davon was andere dazu sagen? Der Weg dahin ist natürlich alles andere als leicht. Aber man darf niemals vergessen, dass man einzigartig ist und über positive Seiten verfügt, die die anderen halt nur noch nicht kennen .

Zitat von Bailey:
Ist es nicht so, dass man neue Freunde über alte Freunde findet? Und nicht in einer Bar oder Disco? Ist es nicht normal, seine Freunde auf Feiern kennenzulernen? Geburtstagsparties, Silvester und sowas? Und genau das fehlt mir.


Kann ich gut verstehen, dass dir das fehlt, aber dort hört die Welt ja noch nicht auf .
Das sind alles nur Möglichkeiten die du aufzählst, aber nicht das eine und wahre Patenrezept für jede Person, denn auch in der Schule, Arbeit, Kino, Theater, Lesungen, auf der Straße, Kochkursen, Sportvereinen (wo du ja bereits anknüpfen willst), politischen Organisationen oder sonst wo. Halt an Orten wo Menschen sind, die deine Interessen teilen, denn so ergeben sich Gemeinsamkeiten und Anknüpfpunkte. Aber ich denke das weißt du bereits alles .



Zitat von Bailey:
Bspw. wenn samstags ein guter Film im TV kommt, hätte ich den früher immer angeschaut. In letzter Zeit ist es aber so, als dürfte ich das nicht. Als ob ich diesen Tag bzw. diesen Abend verschwendet habe. Ich frage mich dann immer: Andere 19 Jährige würden an deiner Stelle nicht den Film anschauen, sondern feiern gehen mit ihren Freunden und dann überkommt mich das furchtbar schlechte Gewissen und ich denke mir meine Mutter hat Recht, ich nutze sowas nur als Ausrede um nicht fortgehen zu müssen.


Lass dir von der Einsamkeit niemals diktieren, was du zu tun, bzw. was du zu lassen hast, denn das ist meiner Meinung nach der falsche Weg. Du bist der Steuermann/frau deines ,,Bootes‘‘, auf dem Meer deines Lebens, und nicht die Einsamkeit also deine Gefühle, Ängste, Erwartungen, Hoffnungen, Erfahrungen sind zwar ein Teil deiner Crew und sie sind unentbehrlich, aber leider geben sie manchmal nicht so tolle Ratschläge. Wenn man jedoch versucht sich konstruktiv und differenziert mit ihnen auseinander zu setzen, dann können sie zu einem guten Gelingen beitragen. Und es gibt ebenfalls auch Jugendlich die sich lieber den Film anschauen, als in die Disko zu gehen oder statt Disko ins Theater, Kino etc. Vielleicht hilft dir das in solchen Situationen, wenn dir das bewusster ist :

Zitat von Bailey:
Heute habe ich meinen Eltern meine Sorgen gebeichtet; eigentlich wollte ich dabei nicht heulen wie ein Kleinkind, aber ich war so verzweifelt. Meine Mutter sagte mir, dass ich nur noch vor dem PC sitze, schon seit der Realschule und einfach nicht schwatzhaft genug bin. Dass man mir einen roten Teppich ausrollen müsse und die Menschen mir in den Ar*** kriechen müssen. Ich war sehr erschrocken und fassungslos, noch immer begreife ich nicht so recht, dass sie sowas gesagt hat. Mit dem PC wird sie wohl Recht haben.


Wieder ein sehr wichtiger Schritt den du getan hast und alleine das du ihn gemacht hast, zeigt doch wieder das du aktiv versuchst was zu verändern. Denn den Eltern sein Leid zu beichten ist leider verdammt schwer (war es zumindest auch für mich), weil man sie nicht enttäuschen will bzw. sie nicht belasten will. Die Reaktion deiner Eltern ist leider nicht so ,,toll‘‘ ausgefallen und das kann einen echt runterziehen. Aber auch hier solltest du dir klar machen, was du geschafft hast und wie ,,stark‘‘ du eigentlich bist.
Vielleicht solltest du aber auch noch versuchen, deinen Sorgen einer neutraleren Person zu ,,beichten‘‘, die diese aufgrund seiner eigenen Geschichte wahrscheinlich ganz anders aufnehmen wird und dir vielleicht für dich ,,bessere‘‘ Ratschläge geben kann. Wer das sein soll, dass kannst nur du selbst entscheiden, auch ,,professionelle Hilfe‘‘ kann man ganz ungezwungen in Anspruch nehmen, ohne sich schämen zu müssen oder dergleichen.



Zitat von Bailey:
Ich wollte nie wahrhaben, dass ich so jemand sein kann, der in der Welt fast völlig alleine ist.


So eine Lebensphase (ich betone hier bewusst Phase – also ein temporärer Lebensabschnitt), kann einen ebenso erfahrener und reifer werden lassen. Denn wer ,,Einsamkeit‘‘ einmal selbst erlebet und durchlebt hat wird meiner Meinung nach später offener mit dem Thema umgehen können und ein Stück selbst-reflexierender leben können. Solch eine Phase hat nicht nur schlechte Seite und dem sollte man sich ,,immer‘‘ bewusst sein, denn sonst versperrt man sich selbst den Blick auf Chancen, die einem eine einseitig Negative Sicht niemals ermöglichen würde.

Zu guter letzt:

Vielleicht solltest du in Momenten in denen du dich einsam fühlst versuchen, deine Gedanken aufzuschreiben um diese einerseits bewusster zu verarbeiten und dich andererseits dadurch abzulenken. Außerdem würde dir das die Möglichkeit geben, diese Gedanken in einem ,,für dich besserem Gemütszustand‘‘ zu reflektieren und nachzuvollziehen. Denn oftmals weiß man meiner Meinung nach überhaupt nicht, was man ,,da alles denkt‘‘. Ebenso kannst du auf Basis dieser Gedanken versuchen, deine Gedanken dementsprechend Stück für Stück umzustellen, sodass du mit solchen Situationen besser zurecht kommst und sie verändern kannst. Ob dir so etwas hilft, kannst du nur durch ausprobieren herausfinden, denn ein Patenrezept gibt es nicht, weil wir nun mal alle unterschiedlich sind (glücklicherweise ).

Ich hoffe mein Gebrabbel hat dir ein bissel geholfen.

Mfg Sushi

16.01.2010 13:55 • #12



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