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Hallo Plumplum,
ich weiß nicht, warum dieses Thema nicht in Schwung kommt. Ich hatte sogar Anfangs über die Wortsuche einen Threat wie diesen gesucht.
Liegt es vielleicht daran, dass da steht ein Leben lang Angst wegen Hochsensibilität.
Sollte es vielleicht heißen: Mit der Hochsensibilität leben?
Ich selbst bin hochsensibel in allen 6 Sinnen. Ich habe die Hochsensibilität an meine Töchter weitervererbt. Sie sind nicht in allen Sinnen hochsensibel. Aber verrückter Weise was die Eine hat, hat die andere nicht und was die andere hat, hat die Eine nicht. Was sie aber beide haben ist das Mitfühlen. Tja und ich hab halt das volle Ganze mitbekommen.
Auch bei mir hieß es immer zu viel. Und meine Mutter sagte sogar mal wegen meines 6. Sinnes. "Man muss grad Angst vor dir haben."
Anfangs haderte ich damit. Weil ich sah das Ganze nur als etwas an, was für andere gut ist, aber nicht für uns selbst. Auch meine Töchter litten von an, wo sie in die Schule und die Jüngere schon in die Kita gingen. Zu Hause war immer alles o.k. Instinktiv taten wir das Richtige für unsere Kinder, und sie lernten damit umzugehen. Vor allem mussten wir sie immer davor bewahren, dass sie nicht emotional ausgeraubt werden. Inzwischen haben sie da selbst ihre Schutzfunktionen entwickelt.
Und zu mir. Jo, ich wurde halt immer als irgendwie anders bezeichnet. Komisch. Da stimmt was nicht und viel war zu viel. Zu Feinfühlig, zu intelligent, zu Emotional.
Sogar in der eigenen Familie kamen sie mit dem "Anders sein" nicht immer zu Recht. Aber ich dachte ja auch immer, dass mit mir was nicht stimmt.
Nach meinem Burn Out vor ca 3 Jahren, hatte ich dann endlich den Mut, sich mal mit mir selbst zu beschäftigen. Ärzte und Therapeuten konnten mir leider nicht weiter helfen. Viel zu wenige kennen sich damit aus. Aber sie bestätigten die Hochsensibilität. "Und zwar ganz extrem", sagte mein Allgemeinmediziner.
Also kaufte ich mir das Buch: Mit viel Feingefühl. Hochsensibilität verstehen und wertschätzen von Ulrike Hensel. Ich lachte, ich weinte, ich haderte mit meinen Mitmenschen und mit mir selbst. Das ganze Buch durchlesen, wie ich es sonst immer tue, ging gar nicht. Immer erst Kraft sammeln fürs nächste Kapitel.
Naja, das unheimlich sein hat sich Gott sei Dank gelegt, weil ich es mir jetzt erklären kann. Z.B. lehnte sich mal ein Kind das erste Mal an mich. Ich sah nicht wer. Plötzlich zog sich mein Herz und meine Lunge zusammen. Ein ganz beklemmendes Gefühl. Ich sah nach hinten. Es war das Herzkranke Kind, das auch mit der Atmung oft zu tun hat. Damals war mir das Unheimlich. Heute macht es mir nicht mehr so viel aus. ich muss nur ordnen, ob es mein Gefühl ist, oder das Gefühl des Anderen. Das Problem ist nur, dass ich aufpassen muss, dass nicht zu viel Kraft aus mir raus gezogen wird. Vor allem klärte sich plötzlich das komische Gefühl, wenn ich alleine bin. Das ist dann mein "Ich" . Meine eigenen Gefühle.
Es wäre schön, hier einen Austausch zu finden. War halt damals schön zu lesen, dass man nicht so alleine auf der Welt ist.