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Hi,

seit meiner Kindheit leide ich an Zwangsgedanken verschiedenster Art. Später kamen noch andere Dinge hinzu, zum Beispiel das Anspannen verschiedener Nerven etc, all das ist auch sehr varibal. Meiner Psyche fällt immer wieder etwas neues ein. All das kommt meist dann zum Vorschein wenn ich in Krisensituationen bin. Und da meine Psyche sehr fantasievoll ist, wird es immer schlimmer, so, dass ich die Hölle durchlebe und mich gefangen fühle in mir selbst.

Meine Thera antwortet mir nicht auf die Frage wie ich diese Dinge je los werden kann. Sie meint ich muss dafür sorgen, dass die Krise die das in mir auslöst aufhört. So dass meine ZGs usw keine Gründe haben mich weiter zu beschäftigen.
Scheinbar hält sie es nicht für möglich, dass sie jemals GANZ verschwinden. Doch das kann und will ich nicht glauben, so sehr wie mir diese Dinge das Leben zur Hölle machen!

Ich bin der Meinung, dass eine Ursache vorlag die all das erst zum Entstehen brachte. Und ich kenne sie. Sie liegt in meiner Kindheit. Deshalb glaube ich daran, dass meine Psyche lernen kann auch in schlimmen, schweren Zeiten nicht mehr auf ZGs und ähnliches zurück greifen zu müssen.

Was glaubt ihr? Welche Erfahrungen haben andere Betroffene gemacht?! Können sie jemals wieder KOMPLETT verschwinden? Welche Wege zieht ihr für dieses Ziel in Betracht?

LG Aengstlerin

28.01.2017 23:50 • 07.02.2017 #1


9 Antworten ↓


cube_melon
Hi,
ob Zwänge und Zwangsgedanken komplett verschwinden hängt von so vielen Faktoren ab, dass ich dir da keine Antwort darauf geben kann. Vermutlich auch kein anderer.
Dabei spielt es auch eine Rolle wie diese ausgelöst wurden. Z.B. durch ein oder mehrere Tramata, eine PTBS, Vernachlässigung in der Kindheit, lang anhaltender Stress oder durch physische Faktoren.

Was ich aus Erfahrung bei anderen gesehen habe ist, das es durchaus genug Beispiele gibt wo die Betroffenen eine gute Lebensqualität erreichen konnten.
Gibt auch den einen oder anderen bei dem das völlig verschwunden ist.
Und auch andere die da ein Leben lang am Gegenhalten sind.
Es zu pauschalisieren halte ich für falsch und auch für eine negative Programmierung.
Wie sagte der Schauspieler Jon Voight in dem Film Pearl Harbor - "Sagen sie mir nicht was möglich ist und was nicht". Und genau daran solltest Du dich orientieren. Denn es geschieht nur in deinem Kopf - nicht in ihrem.

Eine gute Wahl ist es der Sache gezielt und analytisch auf den Grund zu gehen und dein Leben entsprechend anpassen.
Wenn man Zwangsgedanken hat spiralt man sich Gedanklich auch gerne weiter rein - teilweise bis zur völligen Erschöpfung.
Und genau da setzen diese Übungen an. Erkennen des eigenen Erregungsszustandes und verringerns dieses.
Diese erlernten Mechanismen können einen so hohen grad an automatisierung erreichen, dass man sie nicht mehr Bewusst wahrnimmt und somit auch nicht mehr so viel Energie durch bewusstes Gegenlenken benötigt.

Wege die für mich da in Frage kommen sind:

Langfristig den Stresslevel reduzieren. Arbeit, Privatleben, Freundeskreis, Umgebung.
Ressourcenbildung
Erlernen von Skills, Körperwahrnehmung, Innere Achtsamkeit, Erdungs und Zentrierungsübungen, Körperwahrnehmung, Körpergrenzen, Realitätswahrnehmung.
Erlernen von Imaginationsübungen
Meditation, Zen Übungen.
Und zu guter letzt - der Mass. wenn es Richtung Streßtoleranz geht.

In dem Moment wo Du diese Zwänge hast, bewertet ein dir die Realität überzogen oder falsch. Je mehr Stress Du hast, desto stärker sind die Symptome.
Also Stress verringern, Mittel gegen erhöhte Stresslevel erlernen und vor allen Dingen Übungen die dich wieder in die Mitte und/oder zurück in das hier und jetzt bringen.

Die Ursache, warum Du denkst das es das ausgelöst hat, ist ein ganz anderes Thema. Das solltest Du in der Therapie angehen.

Gruß
Cube

29.01.2017 00:36 • x 2 #2



Zwangsgedanken und ähnliches ein Leben lang?!

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Hallo clube melon,

danke für deine ausführliche Antwort ja, den Stress zu reduzieren etc wurde mir in meiner Therapie auch geraten, aber dabei dachte ich mir: mein Ziel ist es, auch in Stresssituationen etc keine ZGs oder ähnliches mehr zu bekommen.

29.01.2017 13:57 • #3


cube_melon
Naja Würfel in englisch schreibt man "cube" also ohne "L", aber das lassen wir mal so durchgehen.

Ich kann dir wirklich anraten dich, mit dem was Du hast auseinander zu setzen. Das hatte ich ja schon woanders erwähnt.
Dir wird nur eine strukturierte, mehrstufige Therapie helfen ein halbwegs symptomfreies Leben, mit guter Lebensqualität zu führen.

Es gibt einige sehr gute Kliniken an denen das auch erforscht wird. Mannheim, Heidelberg und Freiburg sind Orte im der Südhälfte Deutschlands.
Gibt noch andere. Einfach DBT mal auf der Seite des Dachverbandes DBT sie Suchfunktion nutzen. Oder Google nach DBT Klinik fragen.
Google auch mal Begriffe wie Skills, Streßtoleranz, Imaginationsübungen. Auch solltest Du dich darüber informieren was Angst eingentlich ist und wie sie entsteht.

29.01.2017 14:14 • #4


Sorry ich dachte da nicht an die deutsche Bedeutung xD

Naja, es ist ja so, ich habe bereits mehrere Therapien hinter mir, die jetzige läuft bald aus. Und auch einen psychiatrischen Aufenthalt habe ich hinter mir. Aber das was du beschreibst war da wohl nicht dabei. Ich werd mich mal drüber informieren.

LG Aengstlerin

29.01.2017 14:24 • #5


cube_melon
Seit Ende der 80er Jahre wird es in Deutschland auf breiter Linie erforscht. Seit Mitte der 90er Jahre gab es sehr gute Erfolge damit.

Ja das ist echt klassisch - Ich sehe und lese das so oft, dass Betroffene keine oder nur unzureichend Wissen über Therapieformen haben.
Es ist halt einfach so. Je später man Anfängt, desto geringer wird die Chance auf "Heilung". Ich kenne da positive und durchaus negative Beispiele.

Google die Begriffe die ich bereits genannt habe, kaufe dir Bücher über das Thema und gehe evtl. in eine Selbsthilfegruppe - neben der Therapie.

Wirst Du aktiv, verringerst Du langfristig dein emotionales Leid.

29.01.2017 14:36 • #6


Hat euch der zwang auch schon bis zur maximalen Erschöpfung getrieben? Außer wildem Herumlaufen ging Wochenlang fast gar nix mehr.

Sucht artiges Verhalten, Panikattacken, Notaufnahme etc etc.

07.02.2017 00:37 • #7


cube_melon
Ja, das hat er früher.

Heute sieht es zum Glück anders aus. Ist sehr selten geworden. Emotionales ausbluten (ich mag das Wort nicht) ist auch so ein Faktor wo einen bis zur Erschöpfung bringen kann. Gönnt man sich dann nicht entsprechend Ruhe kann es schon mal eng werden.

07.02.2017 01:44 • #8


Es gibt irgendwie keinen Gegenstand und keine völlig abstruse Idee, die ich noch nicht hatte. Vom zwang Dinge zu lesen bis hin zu verrückten Ideen wie nicht mehr unterscheiden können, ob ein Staub Korn wichtig ist.

07.02.2017 13:02 • #9


cube_melon
Zitat von cube_melon:
Ja, das hat er früher.

Das sollte "Ja, das hatte ich früher" heißen

07.02.2017 16:27 • #10



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