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Hallo an alle Leser !
Ich bin ja Neuling hier und habe bisher nur auf Elisas Beitrag geschrieben, weil es bei mir unglaublich viele Parallelen dazu gibt...-die lange Einsamkeit und immer weniger Antrieb, ingend etwas dagegen zu tun, auch immer weniger Ideen, was..
Mit noch ein paar Jahren Alter (47) mehr haben sich die Verzweiflung und Depression bei mir breitgemacht, ich war auch erst skeptisch, was dieses Forum angeht, aber viele Leute hier wissen ja durch die eigene Situation, wie man sich fühlt und es macht Mut, wenn jemand diese Zustände nachvollziehen kann.
Zustände sind es bei mir inzwischen wirklich, wo die (scheinbare ?) Ausweglosigkeit mich lähmt, etwas zu tun, und das Gefühl, wirklich wahnsinnig werden zu müssen.
Ich kann mich, das merke ich beim Schreiben, irgendwie schlecht ausdrücken (so etwas schriftlich zu formulieren, und auch hinterher das wieder zu erkennen, was man sagen will, braucht wohl bisschen Übung)
obwohl das sonst kein soo grosses Problem ist, aber dieser Zustand, und auch die Dauer haben mich inzwischen nervlich ziemlich fertiggemacht.
Meine Konzentration ist ganz schön im Eimer, aber ich versuche es trotzdem mal...
Ich möchte ja hier auch gern was Hilfreiches sagen können, aber das hört sich ziemlich kläglich an, wenn man sich ja selber nicht helfen kann, und man möchte ja auch das eigene Dilemma loswerden.
Natürlich möchte ich gern was an meiner Situation ändern, die eigene Antriebslosigkeit ist das eine Problem, aber immer mehr macht sich bei mir eine dumpfe Ratlosigkeit breit und ich habe das Gefühl, mich gedanklich im Kreis zu drehen.
Die bisherigen Versuche, etwas zu änderen , Kurse, Weiterbildung, der Versuch, unter Menschen zu gehen, waren relativ nutzlos (Vielleicht nicht ganz die richtige Sicht).
Auf der anderen Seite spielen halt die Rahmenbedingungen auch noch eine Rolle, alles lässt sich auch nicht immer umsetzen, manchmal kommt einfach noch normales Pech ins Spiel.
Einen kleinen(oberflächlicheren) Bekannten- oder Freundeskreis hatte ich auch zeitweise, inzwischen hat sich dies allmählich aufgelöst.
Mein Äusseres ist zwar auch keine Katastrophe (ich sag mal, grenzwertig),aber trägt auch seinen Teil dazu bei..., jedenfalls brauch ich gewisse Zeit, um Kontakte zu knüpfen.
Dies ist alles auch für Jahre so vor sich hin geplätschert, aber war trotz zunehmender Frustphasen immer noch erträglich, verglichen mit jetzt.
Ich bekomme zunehmende Panik, weil die Zeit unheimlich schnell verstreicht, ohne das ich etwas schaffe, ich brauche viel zu lange, um mich aufzuraffen. Für mich das schlimmste ist wirklich diese totale Isolation und das Nichtverstanden werden, wie mies es einem dadurch geht.
Eine Partnerschaft ist bestimmt auch nicht alles und kein Garant, dass es einem gut geht, ich selbst habe aber schon die Erfahrung (hatte nur eine kurze), das man das Leben ganz anders wahrnimmt (und dran teilnimmt). Das liegt natürlich auch etwas dran, wie jeder einzelne gestrickt ist.
Auch habe ich den Eindruck, mit einem Partner wird man, je nach Situation z.T. anders wahrgenommen als alleine (nur Einbildung?)

Allein das Bewusswerden meines vergangenen und gegewärtigen Lebens ist so schwer erträglich, ich müsste meine Nerven wenigstens soweit stabil kriegen, um evtl. Ideen konsequent umzusetzen.
Die zunehmenden Krisen sind nicht gerade die beste Voraussetzung dafür.

Es wäre schon gut, wenn jemand dies liest und vielleicht eine Antwort hat.

Allen einen schönen Tag, vielleicht bis später

23.11.2008 13:20 • 27.11.2008 #1


12 Antworten ↓


Begen
Liebe..nöööööö...Hübsche..Nette..Freundliche..ja..aber Yeti..geht kaum.....Nur ein Tipp...habe hier eine tolle Freundin gefunden und das Rätsel meines Lebens gelöst.... Diese Monate..wein..Jahre lang Ratter im Kopf...im Kreis denken...ist jetzt vorbei....pack es an...versuche zu lernen und es besser zu machen. Lies alles, es stärkt.Macht manchmal sehr klein..und riesengroß.....
Liebe Grüße...

23.11.2008 14:54 • #2



Das Gefühl, keinen Ausweg zu finden

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Zitat von Yeti:
... die lange Einsamkeit und immer weniger Antrieb, ingend etwas dagegen zu tun, auch immer weniger Ideen, was... haben sich die Verzweiflung und Depression bei mir breitgemacht... Ausweglosigkeit mich lähmt, etwas zu tun, und das Gefühl, wirklich wahnsinnig werden zu müssen.


Hallo Yeti,
du hast Recht, mit diesem Problem kennt sich hier fast jeder aus, es heißt - wie du selbst schreibst - Depression. Du schreibst du hättest ein Gefühl, keinen Ausweg zu finden - das ist auch korrekt, das gehört dazu. Der Ausweg aus dieser Situation ist eine Therapie und Einnahme von Medikamenten, die ich dir dringend empfehlen würde. Nach einer kurzen Zeit wird sich dann deine Stimmung aufhellen können - und dann wird hier im Forum ein zufriedener Yeti schreiben, dem Kommunikation und Kontakte noch mehr Lebensqualität auf seinem neuen Weg bieten werden... das wäre doch einen Versuch wert?

Zitat von Yeti:
Eine Partnerschaft ist bestimmt auch nicht alles und kein Garant, dass es einem gut geht, ich selbst habe aber schon die Erfahrung (hatte nur eine kurze), das man das Leben ganz anders wahrnimmt (und dran teilnimmt). Das liegt natürlich auch etwas dran, wie jeder einzelne gestrickt ist.
Auch habe ich den Eindruck, mit einem Partner wird man, je nach Situation z.T. anders wahrgenommen als alleine (nur Einbildung?)


Von wem wahr genommen? Mache dir nicht so viele Sorgen wie dich die anderen sehen. Du allein bist der Anfang und das Ende, Antworten auf alle Fragen sowie den Halt im Leben findest du nur bei dir. Ein Partner ist wie ein Spiegel, der einem vorgehalten wird, er hilft einem zu mehr Selbsterkenntnis. Die Partnerschaft ist eine Übung in der Fähigkeit zu lieben, in der Toleranz, Fairness usw. Man muss aber auch imstande sein alleine durchs Leben zu gehen, ohne Hilfe anderer, nur dann hat die Partnerschaft einen Sinn.

Zitat von Yeti:
Allein das Bewusswerden meines vergangenen und gegewärtigen Lebens ist so schwer erträglich, ich müsste meine Nerven wenigstens soweit stabil kriegen, um evtl. Ideen konsequent umzusetzen.


Das schafft unter diesen Voraussetzungen niemand alleine. Dafür sind Psychotherapeuten ausgebildet, sie bieten Hilfe zur Selbsthilfe an, nimm dir Zeit dafür, du wirst sehen, dass es dir bereits nach den ersten paar Stunden viel besser gehen wird. Von manchen Denkweisen muss man sich eben verabschieden, weil sie einem nicht gut tun, und sie durch andere, positive ersetzen. Das ist ein langer Prozess, der sicher mehrere Monate oder sogar Jahre dauert, aber wie es so schön heißt: Der Weg ist das Ziel.

Ich drücke dir die Daumen - und wünsche dir eine schöne Zeit im Forum!

Liebe Grüße, Isis

24.11.2008 00:34 • #3


Isis,

die Sache mit den Medikamenten interessiert mich auch sehr.

Ich bin eigentlich schon 10 Jahre neben der Spur, d.h. aus dem Leben raus.
Kein Job, keine Freunde mehr, kaputte Beziehung, totale Isolation und Verletztheit war die Folge.

Ich merke, dass ich keinen Bock mehr auf dieses Leben hier habe.
Suizid ist keine Lösung, aber ich würde auch niemandem fehlen, das schmerzt so.
Andere Menschen bauen Häuser, bekommen Kinder, das Leben geht weiter. Ich bin immer nur in Stagnation ohne Fortschritt.

Seit 2 Monaten ist der letzte Akku auch noch leer. Ich bin z.T. auch gar nicht mehr in der Lage, meinen Abwasch zu erledigen. Und inzwischen vergeht kein Tag mehr, wo ich nicht darüber nachdenke, dass der Tod doch wohl besser wäre. Ich sehe keine Perspektive mehr.....

Ich glaube, dass ich in einer ganz schweren Depression drinhänge, werde diese Woche noch eine Therapie (hoffentlich!) anfangen. Aber Medis wären sicher auch nicht verkehrt, ich vermute nämlich schon sehr sehr lange, dass ich Serotoninmangel habe. Vielleicht nur wenig, aber die Antriebslosigkeit und schnelle Erschöpfung erschweren mir das Leben.

Ich hab schon Angst vor AD, weil man so viel über Nebenwirkungen hört, vor allem Gewichtszunahme. Ich will das nicht, denn ich bin schon übergewichtig und leide extrem dadrunter......

Wer hat denn Erfahrungen mit AD?

24.11.2008 16:20 • #4


Hallo Yeti,

das was Du da schreibst kenne ich, genauso habe ich mich gefühlt als ich noch schwer depressiv war.

Depression ist kein Schiksal, sondern eine gut behandelbare Krankheit.

Ich möchte Dir auch dringend eine Therapie mit eventuell unterstützenden Medikamenten empfehlen.


Liebe Grüsse Bine

24.11.2008 19:34 • #5


Hallo wasnun,

Medikamente können sehr hilfreich sein, bewirken aber keine Wunder.
Ich wünsche Dir das es mit dem Therapiebeginn wie geplant klappt.

Wenn Du es mit Medikamenten probieren möchtest, dann empfehle ich Dir suche dafür einen Facharzt auf, Psychater oder Neurologe, denn die Allgemeinmediziner haben leider wenig Plan, habe ich am eigenen Leibe erfahren.

Nebenwirkungen sind natürlich nicht ausgeschlossen, allerdings gibt es soviele AD da ist mit Sicherheit auch was verträgliches für Dich dabei.

Musste auch erst ein paar Med ausprobieren bis das passende gefunden war.

Ich habe von keinem AD zugenommen, wenn es so sein sollte bei Dir, kannst Du auf jeden Fall Deinen Arzt darauf ansprechen und wechseln.

Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert.



Liebe Grüsse Bine

24.11.2008 19:41 • #6


hallo, ich bin neu hier und erst 17 jahre

ich bin wirklich froh so ein chat forum gefunden zu haben, weil ich kann mit niemand anderen über meine probleme reden.
seit ca einen jahr fingen meine probleme an...ich bin ziemlich ruhig in der schule geworden, hatte angst im mittelpunkt zu stehen.
meine mutter beschwert sich immer ,dass ich nur noch negatives erzähle und nichts mehr positives rüberkommt. jeden tag sitze ich in mein zimmer und weine weil ich keine richtigen freunde mehr habe. dazu denke ich irgendwie immer, dass ich an allen schuld bin, dass meine art andere nicht mögen, aus welchen gründen auch immer. in den schulpausen bin ich immer alleine.
ich bin so verzweifelt, weil ich, ohne es zu bemerken, mich total isoliert habe.

ich weiß nicht mehr wie ich aus dieser einsamkeit rauskommen soll. ich denke ich habe depressionen, aber ich kann mit niemanden darüber reden. freunde dafür habe ich nicht und meine mutter hat selber genug probleme.
jetzt ist es schon soweit gekommen ,dass ich an panik attacken leide und denke es sei besser einfach nicht mehr zu leben.
zu einen doktor traue ich mich nicht, ich weiß auch nicht warum

vielleicht habt ihr tipps oder lösungen für mein problem
Hat vielleicht selber von euch sowas erlebt?

ich würde mich sehr über antworten freuen

gruß roxy

24.11.2008 21:47 • #7


Hallo wasnusn,

was dir Bine geschrieben hat ist absolut richtig... du musst keine Angst vor AD haben. Sicherheitshalber kannst du aber auch schon mal versuchen deine Ernährung auf gesund umzustellen. Es ist alles nur Sache der Gewohnheit.

Mit der Hormongeschichte hast du Recht, schau mal, was in der Wiki dazu steht:

Neurobiologische Faktoren
Als gesichert gilt, dass bei jeder bekannten Form der Depression das serotonale und/oder noradrenale System gestört ist, das heißt, der Spiegel dieser Neurotransmitter ist zu hoch oder zu niedrig, oder die Resorption/Reizbarkeit der Synapsen ist verändert. Unklar ist jedoch, ob die Veränderung des Serotoninspiegels eine Ursache oder eine Folge der depressiven Erkrankung ist.

Im Blut und Urin von Depressiven lassen sich in der Regel überhöhte Mengen des Stresshormons Kortisol nachweisen.

Es ist klar, dass wenn man über einen längeren Zeitraum Streß oder Kummer hat der Hormonspiegel dementsprechend aussieht, die Produktion der Streßhormone läuft auf Hochtouren.

Das hier z. B. ist auch eine von Erklärungen:

Kognitionen als Ursache
Im Zentrum von Becks Depressionsmodell stehen kognitive Verzerrungen der Realität durch den Depressiven. Ursächlich dafür sind, laut Beck, negative kognitive Schemata oder Überzeugungen, die durch negative Lebenserfahrungen ausgelöst werden. Kognitive Schemata sind Muster, die sowohl Informationen beinhalten als auch zur Verarbeitung von Informationen benutzt werden und somit einen Einfluss auf Aufmerksamkeit, Enkodierung und Bewertung von Informationen haben. Durch Benutzung dysfunktionaler Schemata kommt es zu kognitiven Verzerrungen der Realität, die im Falle der depressiven Person zu pessimistischen Sichtweisen von sich selbst, der Welt und der Zukunft führen (negative Triade). Als typische kognitive Verzerrungen werden u. a. willkürliche Schlüsse, selektive Abstraktion, Übergeneralisierungen und Über- oder Untertreibungen angesehen. Die kognitiven Verzerrungen verstärken rückwirkend die Schemata, was zu einer Verfestigung der Schemata führt. Unklar ist jedoch, ob kognitive Fehlinterpretationen, bedingt durch die Schemata, die Ursache der Depression darstellen oder ob durch die Depression kognitive Fehlinterpretationen erst entstehen.

Ich kann dich nur dazu ermutigen, dich behandeln zu lassen... schau mal, dieses Zitat ist hier heute in einem Link weiter gegeben worden:


Schmerz ist unvermeidlich, Leiden ist freiwillig.

M. Kathleen Casey

Die Hormongeschichte ist so gut behandelbar, warum sollte man sich dann unnötig quälen. Und die Ursachen der Streßsituation kann man in der PT klären, dann neues Leben anfangen.... habe ich auch alles durchgemacht, habt einfach Mut!


25.11.2008 00:46 • #8


Zitat von Roxy:
zu einem doktor traue ich mich nicht, ich weiß auch nicht warum


Hallo Roxy, auch das ist typisch für Depressionen. Ich habe mal im FS Lisa Fitz erlebt, eine Entertainerin, eine witzige, lebenslustige, attraktive Frau. Auch sie hatte Depressionen. Sie hat sich in ihrer Verzweiflung stapelweise Bücher über psychische Krankheiten angeschafft. In einem von den Büchern stand: Man steht in der Früh auf, zieht sich eine Socke an und fängt an zu weinen, weil man keine Kraft dazu hat, die zweite auch noch anzuziehen. Genau das hat sie auch erlebt...

Jemand, der diesen Zustand nicht kennt, könnte vermutlich über diese Geschichte lachen... klar. Aber die lähmende Angst ist wahrlich nichts schönes, sie ist Streß pur - und wenn du auch noch PA´s hast, lasse dich doch behandeln... ich habe schon Wasnun zu dem Thema viel geschrieben, s. o.

Die Depression ist die am häufigsten auftretende psychische Erkrankung. Das Bundesgesundheitsministerium schätzt, dass vier Millionen Deutsche von einer Depression betroffen sind und dass gut zehn Millionen Menschen bis zum 65. Lebensjahr eine Depression erlitten haben. (Wiki)

Ich wünsche dir, dass du dich bald dazu entschließt den Arzt aufzusuchen und dann unbeschwert deine jungen Jahre genießen kannst... Wie schon Bine geschrieben hat, der Hausarzt ist in diesem Fall als Behandler nicht die beste Wahl, aber er wird dich zum Therapeuten überweisen. Manche von ihnen verschreiben keine Medikamente, weil ihnen dann die Zeit für die PT fehlt. In dem Fall kannst du dich auch noch zum Psychiater überweisen lassen, der Erfahrungen mit den Medis hat und die Einnahme auch überwacht.

Hier in Psychic kannst du auch im Angst Forum schreiben und/oder deine Fragen an die Psychologen richten - beides findest du in der Forum Übersicht. Auch mit PA´s kann man lernen den Umständen entsprechend unbeschwert zu leben, indem man sie akzeptiert... Auch ich hatte sie mal - und seit ich mein Leben gründlich umgestellt habe, kommen sie nicht mehr. Das alles wird dir aber ein erfahrener Psychologe genau erklären, habe Mut und mache den ersten Schritt, danach wird alles von selbst seinen richtigen Gang nehmen, das wirst du schon sehen.

Dir viel Glück und viel Spaß hier im Forum,

Lieben Gruß,

Isis

25.11.2008 01:18 • #9


Hallo, allen einen schönen Abend
und Danke für die Antworten,ich freue mich darüber.
Noch ein paar Sachen zu mir ( Yeti ist übrigens ein Er , mir war gerade kein passender Name eingefallen - vielleicht sind die Yetis ja ganz o.k...)
Ich bin ja bereits auf der Suche nach einem Therapeuten, der Haken sind im Moment die langen Wartenzeiten, da muss ich wohl einfach dranbleiben.

Der Eindruck der Ausweglosigkeit wird in der Depression natürlich noch verstärkt.
Es ist allerdings auch der Eindruck aus der Summe von Erfahrungen aus vergeblichen Versuchen, die Einsamkeit zu durchbrechen.
Es ist ein chronisches Problem von mir, längere Freundschaften oder Bekanntschaften aufzubauen, häufig bleibt dies immer an der Oberfläche- obwohl ich nicht unfreundlich behandelt werde und mich bemühe, auch entsprechend zu erscheinen. Es waren einige wenige Ausnahmen, die sich im Lauf der Zeit auch durch andere Gründe (Ortswechsel usw.) aufgelöst haben.
Deshalb stöbert man halt auch im eigenen Verhalten nach evtl. Ursachen- und da sind Tipps von Aussenstehenden ja evtl. viel wert.
Leider sind die Ansatzpunkte für Bekanntschaften auch immer weniger geworden.
Dazu kommt wohl inzwischen auch, dass man sich unwohl fühlt, weil einem bewusst wird , dass die eigenen sozialen Erfahrungen nicht mit denen von anderen ,bes. im ähnlichen Alter, vergleichbar sind.
Da leidet dann auch das Selbstvertrauen, ausserdem macht mir dieser automatische Vergleich (bitte nicht wörtlich nehmen) die eigene Lage wieder stärker schmerzlich bewusst.
Früher war dies jedenfalls leichter, meine Erfahrung ist die, dass ich ganz gut mit einem relativ kleinen Minimum sozialer Kontakte zurechtkomme, wenn dieses Minimum dann auch wegfällt, die Einsamkeit auf Dauer nicht zu ertragen ist.

Ich war -und bin auch hier und da- auch mal gerne allein, aber dieses selbstgewählte Alleinsein (z. B. auch mal allein einen Ausflug machen)ist ja was ganz anderes als aufgezwungene Isolation.
Z. B.am Arbeitsplatz habe ich nette Kollegen, man kann sich auch prima unterhalten, aber dann geht es nach Hause, und es interessiert keinen, ob man da ist - dies ist für mich mit am schlimmsten, dann weiss man nicht, wie man es änderen kann, fühlt sich am Anfang (ein paar Jahre) erst nur mies, vor etwa einem Jahr kam dann allmählich die Depression dazu.
Damit bin ich wieder bei der Partnerschaft- ich habe ja glücklicherweise wenigstes eine kurze gemeinsame Zeit erlebt, habe mit Sicherheit auch Fehler gemacht, evtl. zu sehr geklammert, aber er war wohl nicht so, dass ich nicht partnerschaftsfähig gewesen wäre, dass es nicht immer alles klappt, ist ja auch normal (Nur übel, wenn es bei so einer Ausnahme bleibt).
Dennoch war es eine glückliche Zeit, es ist wohl so, dass es für mich ziemlich wichtig und erfüllend ist.
Es ist klar, man sollte auch allein klar kommen - das bin ich eigentlich lange Zeit- und jemanden zum Anlehnen zu haben, darf nicht bedeuten, dass man sich aneinander klammert, um nicht umzufallen.
Das Bewusstsein, dass es jemanden gibt, der ähnlich empfindet, erlebe ich auch als eine gewisse Ergänzung, oder, wenn man so will, auch als einen Spiegel, der einem vorgehalten wird.
Es gibt sicherlich ganz unterschiedliche Voreinstellungen dazu, aber wenn jeder das Zeug zu einem weisen Eremiten hätte, wäre dieses Forum warscheinlich leerer...
Das sollte jetzt keine Klugsch...rei sein, ich möchte nur erklären, wie mein Empfinden in dieser Situation zustande kommen kann.

Jetzt hab ich hoffentlich nicht zu viel geschrieben, das Ganze wird dann schnell zu akademisch, und das passt nicht dazu, dass man in der Tinte sitzt.
Aber alle Anmerkungen und Tipps sind super und nett, ich wünsche auch allen, denen es ähnlich geht - dass es viele sind, kriegt man hier ja mit -dass sie hier was für sich finden.
Wenn man etwas Mut bekommt, nicht aufzugeben, kann das schon fast alles sein.

Liebe Grüsse

25.11.2008 21:59 • #10


Hi Yeti,

ist doch prima dein Nick... steht eindeutig für Berg-Romantik ... und wenn man deine Beiträge akademisch nennen würde, was wären dann meine, hast du schon überlegt....

Ich finde du bist absolut auf dem richtigen Weg, manchmal wirklich erstaunlich, zu welchen geistigen Sprüngen (Selbsterkenntnis) man trotz der Depressionen fähig ist und sich gegen diese Vorgänge auch abgrenzen kann.

Das ist nämlich sehr gut, wenn man sich mit seiner Lage nicht identifiziert, weil sie wirklich kein Teil von uns ist. Wenn man die Depression weg denken und seine Situation als normaler Mensch betrachten würde... wie würdest du dann über dich denken? Ich habe auch nach ungefähr 18 Umzügen seit ich 18 war keine Freunde und Bekannte, vielen geht es so. Wenn man die Situation ganz objektiv sieht, geht alles seinen natürlichen Gang - und es gibt keine eigene Schuld...

Wenn man also ein Bedürfnis nach Freundschaften hat, warum nicht versuchen möglichst viele Kontakte zu knüpfen... im Internet, beim Sport oder auch einfach beim Einkaufen? Wenn sich dabei welche ergeben, schön. Und wenn nicht, wie kann man das ändern... gar nicht. Dann hat es eben nicht geklappt. Vielleicht dann das nächste mal. Oder man lernt seinen künftigen Partner kennen und kann auch gut ohne Freundschaften leben... wenn man sich nicht verschliesst, macht man auf jeden Fall nichts falsch.

Ich habe festgestellt, dass z. B. Leute, die mit Hunden unterwegs sind, meist besonders gesprächig sind. Oft fragt man nur wie alt der Hund ist - und nach 10 Minuten weiß man, welchen Kindergarten und Grundschule sie besucht haben...


Daraus kann man schließen, dass die anderen auch einsam sind und froh, wenn sie einen Gesprächspartner finden, irgendwie sitzen wir doch alle in einem Boot... also keine Panik.

Isis

26.11.2008 16:06 • #11


Hallo Isis

danke für Deine Antwort
Wahnsinn, wie viel Du hier im Forum schreibst, das würde ich, jedenfalls im Moment, nicht gebacken kriegen.
Der Tag heute war wieder sehr durchwachsen, ab und an kriegt es einen wieder ein, das ganze Elend...
Du hast Recht, oft kann man gar nicht viel anders machen bzw. hat nicht immer Fehler gemacht, wenn was schiefgeht.
Scheinbar sind es oft nur einige wenige Weichen, die an der unpassenden Stelle falsch stehen, aber die Folgen gleich zum Kotzen...

Ich bemühe mich durchzuhalten, auch wenn ich noch nicht genau weiss, wie..

Grüsse Yeti

26.11.2008 19:20 • #12


Yeti, mit den Weichen hast du Recht. Absolut. Die sind auch bei mir noch eine Baustelle.

Eigentlich war ich schon aus dem Forum raus, habe mich auch bereits verabschiedet... doch wenn ich von Leuten lese, die Ähnliches durchmachen oder mich etwas davon, was sie schreiben bewegt, oder wenn sie Fragen stellen, auf die ich durch eine glückliche Fügung des Schicksals entweder die Antworten weiß oder zumindest denke sie zu wissen, dann schreibe ich - und das ist glaube ich auch der Sinn des Selbsthilfe Forums; man tauscht sich über Gemeinsamkeiten aus, jeder kämpft zwar auf seiner Front bei sich daheim, ist aber dabei doch nicht ganz allein....

Dir liebe Grüße!

27.11.2008 00:46 • #13



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